Frage von anjasahlmann, 4

Haben Ärzte keine Aufklärungspflicht? Vorher?

Hallo, ich möchte gerne folgendes wissen: Ist ein Arzt nicht dazu verpflichtet, über Risiken oder Gefahren vorher aufzuklären? Wenn jemand z. B. eine Vorerkrankung hat die er dem Arzt auch gesagt hat und die dort also bekannt war und sogar im PC abgespeichert und der Arzt gibt eine Spritze, wonach man eine gesundheitliche schwere Krise kriegt, kollabiert noch beim Arzt, Rettunsdienst kommt, und man läßt sich später wenn es wieder geht die Zutatenliste der Spritze aushändigen und man liest entsetzt, dass gerade bei der Krankheit/Vorerkrankung, die man ja hat und dem Arzt auch mehrfach angezeigt hat, keinesfalls gegeben werden darf? Ich schätze, dann kann man sogar rechtlich etwas tun oder nicht??

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gerdavh, 4

Hallo, unter den genannten Umständen kann man den behandelnden Arzt wegen Körperverletzung verklagen. Du solltest Dir einen Anwalt suchen, der sich mit Rechtsmedizin auskennt und Dich hier gut vertreten kann. Du kannst Deinen Anwalt erstmal um einen Aufklärungsgespräch bitten, damit er Dir erklären kann, wie gut Deine Chancen bei einem Rechtsstreit wären. Frag auch Deine Rechtsschutzversicherung, ob sie das bezahlt. Das kann sich allerdings eine Weile hinziehen, damit musst Du rechnen. Alles Gute. Gerda

Kommentar von anjasahlmann ,

Die Frage ist ob ich mir das antun möchte aber ich werde mich schon erkundigen ich möchte nicht dass anderen Menschen so etwas ebenfalls passiert das darf nicht sein und erst recht nicht von einem Arzt . Es geht mir immer noch schlecht. Andere Menschen bezahlen vielleicht gleich mit ihrem Leben. Das darf nicht passieren.

Antwort
von Alois, 3

Hallo anjasahlmann,

die Aufklärungspflicht an sich dürfte in diesem speziellen Fall wohl eher nicht relevant sein; wenn du allerdings beweisen kannst, dass der Arzt über die Kontraindikation informiert war, so liegt ein Behandlungsfehler vor; somit dürftest du Anspruch auf ein Schmerzensgeld haben - wie hoch dieses sein wird, bestimmt der Richter.

Allerdings fällt es vermutlich derart gering aus, dass nach Abzug der Anwalts- und/oder Gutachterkosten kaum noch etwas übrig bleiben dürfte - zumal du gegen einen Profi antrittst, nämlich die Versicherung des Arztes - denn die sind auf solche Fälle stets sehr gut vorbereitet.....

Liebe Grüße, Alois

Kommentar von anjasahlmann ,

So ist es nunmal die Wahrheit dass meine Vorerkrankung in dem PC des Arztes stand und ich es jedes Mal neu sagte/erwähnte, da es eben eine gefährliche Krankheit ist. Was wahr ist muss ans Licht ob was dabei für mich rauskommt - Nebensache. Mir geht es nicht ums Materielle.

Kommentar von Alois ,

Verständlich - aber die Beweislast liegt bei dir.....und wenn es jetzt nicht mehr im PC gespeichert ist---------wie willst du es beweisen???

LG, Alois

Antwort
von Dez13, 2

Kann man ein Medikament nicht vertragen und der Arzt weiss dies, darf es nicht verabreicht werden. Wenn du das Medikament dringend benötigen würdest, muss der Arzt dich über mögliche Konsequenzen aufklären und Sicherheitsvorkehrungen treffen. Ich würde zunächst mal mit dem Arzt sprechen und erfragen, warum er es gespritzt hat, bevor du rechtliche Schritte einleitest.

Antwort
von bobbys, 2

Hallo,

du solltest dich diesbezüglich an einen Anwalt wenden, wenn du Klagen möchtest. Deine Angaben hier sind viel zu dürftig und die Rechtslage kann hier keiner 100% sagen, sonst könnten wir uns ja alle selbst vertreten. Das Gefühl Recht zu haben und Recht zu bekommen sind in unserem Staat zwei paar völlig unterschiedliche Schuhe .Leider :(

Alles Gute wünscht dir Bobbys :)

Kommentar von gerdavh ,

Dem letzten Satz kann ich leider nur beipflichten.

Kommentar von anjasahlmann ,

Werde mich schlau machen, es geht mir ums Prinzip.

Kommentar von bobbys ,

Versuch es erst mal mit einem Beratungsgespräch beim Anwalt:)Alles Gute

Antwort
von pferdezahn, 2

Leider nicht, sondern die Pflicht zu heilen. Ob es nunmal die Aerzte, die Pharmaindustrie, Krankenkassen oder andere Diensstellen sind, es wird leider kaum und viel zu wenig aufgeklaert. Warum auch? An gesunde Menschen kann man nichts verdienen.

Antwort
von waldmensch, 1

Rein theoretisch schon , aber vielleicht gab es in diesen Augenblick kein anderes Wirksames Mittel was zur Verfügung stand. Ich glaube das es schwer wird dagegen anzukommen. Denn eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

MfG

Waldmensch

Kommentar von anjasahlmann ,

Es war kein Akutfall. Der Eingriff war geplant. Es gab eine Vorlaufzeit. Wieso sollte ich ein gefährliches Mittel bekommen, wenn doch ganz klar in dem Beipackzettel des Mittels steht, es darf in dem Fall nicht gegeben werden??? Das wäre Selbstmord. Ich hätte es schon vorher wissen müssen.

Kommentar von anjasahlmann ,

Wie bereits geschrieben: Ich will niemandem ein Auge aushacken es geht mir ums Prinzip. So etwas darf einfach nicht vorkommen und anderen Menschen auch nicht passieren, es hätte auch sofort tödlich sein können. Egal ob ich etwas Materielles bekomme dafür oder nicht wichtig ist mir einfach die Aufklärung und Gerechtigkeit auch für andere Menschen, solch Arzt sollte schon eine Lektion zumindest der Aufklärung bekommen, oder dürfen die tun was und so oft sie wollen? Und wo leben wir überhaupt in was für einem Land wenn so etwas siegt, so ein Verhalten bzw. Nicht-Verhalten (Nicht-Aufklärung). Sind Menschen Waren???

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