Frage von schutzmann, 119

Habe mir 2013 bei einer Fußbehandlung im Khs. ambulant MRSA-Keime geholt Meine< Abwehrkraft wurde durch starke Anlibiotika lahm gelegt. Abwehr wie aufbauen?

Antwort
von GeraldF, 82

Die wenigsten Leute verstehen, was es mit MRSA und Antibiotika auf sich hat. Sie gehören auch dazu, das ist nicht weiter schlimm. Ich erkläre es Ihnen:

Missverständnis 1 (MRSA):

Bei Ihnen wurde 2013 eine Besiedlung durch MRSA festgestellt. Das ist erstmal nichts, was mit Ihrem Immunsystem oder Ihrer Abwehrkraft zusammenhängt. Einen MRSA kann prinzipiell jeder erwerben - völlig unabhängig von seinem Immunstatus. Am häufigsten erfolgt die Aufnahme des Erregers über direkte oder indirekte Kontakte mit MRSA-Trägern, oder - und das ist ein Problem in Krankenhäusern - über eine unzureichende Händehygiene des Klinikpersonals. Wenn der MRSA  sich bei Ihnen auf der Haut oder Schleimhaut eingenistet hat, passiert erstmal gar nichts. Sie sind dadurch nicht unmittelbar bedroht. Der Keim kann sich von dort aus nicht ausbreiten, weil die umliegende Standortflora an anderen Bakterien den MRSA in Schach hält. Der Keim ist auch nicht besonders aggressiv ! In aller Regel bleibt er da, wo er ist und lässt Sie in Ruhe. 

Zum Problem wird der Keim erst in zweierlei Hinsicht: 

1.: Sie sind Träger von MRSA und können den Keim weitergeben. 

2.: Wenn Sie Antibiotika benötigen (aus irgendeinem Grund), dann töten diese Antibiotika die umliegende Standortflora ab. Der MRSA überlebt und hat jetzt die Möglichkeit, sich ungehindert auszubreiten. Erst jetzt kann der Keim auch für Sie gefährlich werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, den MRSA auf den Schleimhäuten abzutöten. Dafür gibt es eine funktionierende Methode. Ob das bei Ihnen erfolgt ist, geht aus Ihrer Frage nicht hervor. 

Missverständnis 2 (Antibiotika):

Antibiotika legen nicht die Abwehrkraft eines Menschen lahm. Das wird hier leider immer wieder propagiert, ist aber totaler Unsinn. Antibiotika unterstützen die Arbeit des Immunsystems bei der Abwehr von bakteriellen Erregern. Nicht mehr und nicht weniger. Einen direkten Einfluss auf unser Immunsystem haben die Medikamente nicht. 

Das Problem ist, dass wir nicht immer nur den Erreger abtöten, der für den Krankheitsprozess verantwortlich ist, sondern auch viele der anderen Erreger, von denen wir besiedelt sind (Haut, Schleimhäute, Darm). Wir stören dadurch das Gleichgewicht und ermöglichen es Problemkeimen, die nicht auf unsere Antibiotika ansprechen, sich auszubreiten. Dieses Phänomen nennt man Resistenzentwicklung. Dem müssen wir begegnen, in dem wir Antibiotika sinnvoll und möglichst gezielt einsetzen. 

Wie Sie die Homöostase z.B. im Darm wiederherstellen, hat Elliellen Ihnen richtig erklärt (obwohl sie leider auch zu den unkritischen Antibiotikahassern gehört ;-)). Die Abwehr allgemein stärken Sie durch eine gesunde Ernährung und Lebensführung.

Kommentar von Zweimal ,
Antibiotika legen nicht die Abwehrkraft eines Menschen lahm. Das wird
hier leider immer wieder propagiert, ist aber totaler Unsinn.
Antibiotika unterstützen die Arbeit des Immunsystems bei der Abwehr von
bakteriellen Erregern. Nicht mehr und nicht weniger. Einen direkten
Einfluss auf unser Immunsystem haben die Medikamente nicht. 

Danke, dass du das einmal deutlich gesagt hast!!

Antwort
von elliellen, 74

Hallo!

Am besten wäre eine sogenannte Darmkur. Es gibt viele verschiedene, die einfachste wäre ein Darmaufbaupräparat(z.B. Combi Flora oder Colon Vital, die beiden kann ich empfehlen). Das Präparat sorgt dafür, dass deine Darmschleimhaut sich wieder, so weit es möglich ist, aufbauen kann. Je nach Stärke und Dauer des Antibiotikums kann das unterschiedlich lange dauern.

Zusätzlich kannst du dir noch Powerfrüchte besorgen,z.B. Granatäpfel, Sanddorn, Acerolakirsche u.s.w. und auch sonst auf eine vitalstoffreiche Ernährung achten. LG

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten