Frage von RoteKirsche, 222

Gute Freundin hat psychische Probleme , wie können wir ihr helfen ?

Hallo, eine gute Freundin von mir leidet momentan unter psychischen Problemen und geht ab nächster Woche auch regelmäßig zu einem Psychologen. Letzte Woche haben ich und eine weitere Freundin mit aufgeschnittenen Armen gefunden und den Krankenwagen gerufen. Seitdem hat sie sich sehr zurückgezogen. Mittlerweile öffnet sie sich wieder ein wenig. Gestern abend habe ich dann mitbekommen, dass ihre beste Freundin plötzlich nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte, weil sie mit keinem Menschen kontakt haben möchte, dem es psychisch nicht gut geht. Heute mittag war ich bei ihr zu besuch. Es war ganz gut nur auf einmal war sie überhaupt nicht mehr ansprechbar. Lag nur noch da und hat ins leere geschaut und konnte nicht aufstehen und nichts... Wir haben sie dann liegen lassen und so nach einer Stunde wurde es langsam besser. Was war das ??? Was hätten wir machen können ?

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Antwort
von Sonnenschein59, 178

Auf jeden Fall habt ihr nichts falsch gemacht, im Gegenteil. Zu viele schauen gerne weg oder machen sich sogar lustig über solche Dinge, doch ihr habt wahre Freundschaft gezeigt indem ihr so reagiert habt. Das wichtigste glaube ich - aus eigener Erfahrung - ist, dass man solchen Menschen immer genügend Verständnis und Geduld entgegenbringt. Sogar wenn sie manchmal niemanden sehen möchten. Oft hat man sich psychisch in eine oder mehrere andere Welten "geflüchtet" weil die Realität zu brutal scheint, viel hat es mit der Vergangenheit oder kürzlich erlebten Ereignissen zu tun. Möglicherweise hatte eure Freundin eine Psychose, bin kein Arzt aber dieses Verhalten kommt mir nicht nur bekannt vor, habe auch schon ähnliches erlebt. Da half leider auch nur noch der Schritt in eine Psychiatrie, doch Heute ist diese Etappe geschafft. Hoffe eure Freundin bekommt eine rundumbetreuung, das ist das beste für sensible Menschen, immer jemanden zu haben der einem versteht und nicht noch Vorwürfe macht. Allerdings kommt es sehr auf die Situation an, vielfach haben sie sich schon für einen Weg entschieden, können ihn aber nicht oder noch nicht gehen. Kann euch nur sagen ihr habt super reagiert, seid da für sie und habt Geduld. Vorallem macht euch keine Vorwürfe, sollte etwas passieren. An euch scheint sie wirklich gute Freunde zu haben und das kann schon viel bewirken. Natürlich ist auch wichtig, ob die betroffene Person irgendwelche Substanzen genommen hat, die spielen der Psyche auch ordentlich Streiche wenn man nicht aufpasst. Aber das weiss man...In eurem Fall sag ich einfach noch, Hut ab, habt ihr toll gemacht und macht weiter, sucht gemeinsam nach Gesprächen und Lösungen. Es geht immer irgendwie weiter....Liebe Grüsse und viel Erfolg....

Antwort
von Lydia304, 127

Dass Du Deiner Freundin helfen willst, ist löblich. Hört sich aber sehr schwierig an. Gut, dass sie in Behandlung ist. Die Frage ist, ob eine ambulante Behandlung hier genügt oder eher eine stationäre angezeigt wäre. Aus Deinem Text könnte man einiges mutmaßen. Die aufgeschnittenen Arme - wollte sie sich umbringen oder war das Selbstverletzung ohne Suizidabsicht? Die "Unansprechbarkeit" könne evtl. Dissoziation sein, wie sie nach Traumata vorkommt. Am besten holt man da jemand raus mit basalen Reizen, taktilen Berührungen wie einen Knautschball zusammendrücken, etwas ertasten, einfache Bewegungen und Tätigkeiten, ansprechen oder dabei berühren (z.B. an der Schulter), mehrmals dasselbe wiederholen ... ist aber nicht immer einfach. Dissoziationen kommen nach psychischen Traumata vor. Insgesamt hört sich das so an, als hätte Deine Freundin etwas furchtbares erlebt. Entweder kürzlich oder ein Kindheitstrauma, das vielleicht gerade jetzt hochkommt? Frag sie mal, ob sie mit Dir darüber sprechen möchte und ob Du ihr helfen kannst.

Viel Glück!

Antwort
von MrOberSchlau, 102

Denke es war eine Form der Paralyse. Ihr könnt nicht viel für sie tun, außer weiterhin für sie da sein und ihr das Gefühl zu geben ein sehr wichtiger Mensch in eurem Leben zu sein. Den Rest muss sie leider durch eine Therapie bewältigen. Dies muss sie jedoch von sich aus wollen, damit es überhaupt Chancen auf Besserung gibt. So schlimm es auch ist :( Kenne das selbst sehr gut und kann dich da voll verstehen.

Antwort
von Inkalein, 78

Du kannst sie vermutlich nicht retten und ihr nicht direkt helfen, aber Du kannst helfen, dass sie einen Rahmen hat, innerhalb dessen ihr geholfen werden kann. Sei für sie da und mach ihr keine Vorwürfe, sag ihr ggf. auch, dass es für Dich schwierig ist, ohne ihr das vorzuwerfen, frag sie, wie Du sie unterstützen kannst und mach Dir keine Vorwürfe, wenn das manchmal nicht optimal läuft.

Antwort
von bethmannchen, 50

Mit dem Helfen ist das da so eine Sache. Du hast ja schon gemerkt, dass sie sich von Personen zurückzieht und z.T. auch insgesamt aus der Realität. Da kann man schlecht raten: tu dies, mach jenes, aber auf keinen Fall... 

Du musst dir darüber in Klaren sein, dass sie einmal völlig in Ordnung zu sein, alles Paletti, keine Probleme; und am nächsten Tag will sie niemanden sehen oder sprechen, hat grundlose Ängste, ist zu Tode betrübt... Kann alles passieren. 

Wichtig ist, dass du sie immer so nimmst, wie sie gerade ist. Mach Sympathie und Zuneigung nicht von ihrem momentanen Zustand abhängig. Eine Freundschaft ist schließlich ganz, oder gar nicht. Auch wenn sie gestern gut drauf war, reicht sich zusammenreißen nicht aus, wenn sie heute in einem depressiven Loch steckt. 

> geht ab nächster Woche auch regelmäßig zu einem Psychologen.

Es ist sicher gut, wenn du ein offnes Ohr für sie hast, Anteil nimmst an den Dingen, die sie bewegen, einfach für sie da bist, ihre Ängste relativierst, so etwas eben. Eine Schulter zum Anlehnen, jemand bei dem man sich ausheulen oder ausquatschen kann, tut jedem gut. 

Aaaaber - oftmals meint man dann, tiefer in die Psyche solcher Menschen eindringen zu müssen, praktisch eine Psychoanalyse zu versuchen. Da ist die Grenze, an der man sogar Therapieerfolge zunichte machen kann. Zuhören, ernste nehmen, vielleicht auch eine Meinung dazu haben ist schön und gut; aber nichts forcieren, weil man meint, es würde "nötig sein", weil man ja alles "ergründen" muss, um "zu verstehen". So weit geht man bei anderen Personen ja auch nicht, oder?

Antwort
von Shivania, 50

Was ist denn der Wunsch der Freundin?

Wie geht es ihr? Wem öffnet sie sich? Sie hat sicher Schuld - und auch Schamgefühle. Sich um sie zu kümmern bezüglich einer Symptomatik, derer sie sich schämt kann genau diese Schamgefühle in ihr wachrufen - dann muss sie sich schützen. Zumindest solange bis sie die Krankheit akzeptiert hat - bzw. solange bis sie um Hilfe bitten kann.

Rede mit ihr, frage sie einfach ganz viel - sie wird Dir sagen was sie will oder nicht will.

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