Frage von Piranja, 15

Gibt es für einen Herzinfarkt irgendeine Notfall-Maßnahme?

Eine Bekannte ist leider kürzlich an einem Herzinfarkt verstorben. Nun frage ich mich, weil es einfach ein bischen zu lange gedauert hat, bis der Krankenwagen gekommen ist, ob es nicht so eine Art Notfallmaßnahme oder Notfallmedikament gäbe, ähnlich wie bei Asthma vielleicht, damit man das Schlimmste doch noch verhindern könnte.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sonne123, 9

Hallo Piranja,

bei Frauen können sich Infarktzeichen etwas anders äußern.......meine Mutter hatte am 15.Oktober 2010 einen Herzinfarkt,womit ich nie im Leben gerechnet hätte,da die Symptome so gar nicht dazu passten.......ca eine Woche vorher klagte sie schon über Schmerzen im Rücken und Bauch.Wir fuhren mit ihr zum HA,sie bekam Buscupan und sollte es nicht besser werden,dann eine US Kontrolle (das war Dienstag) ......am Freitag ging es ihr noch schlechter,die Schmerzen nahmen zu und sie konnte weder sitzen,liegen noch stehen,der HA kam Mittags,tastete ab und gab ihr eine Schmerzspritze.Wir sollten zur Sicherheit aber noch gegen 14.00Uhr bei ihm in der Praxis sein (7km entfernt) und er wollte noch ein EKG machen.Tja und da stellte er fest,das es sich um einen Hinterwandinfarkt handelt.Für mich ist in dem Moment eine Welt zusammengebrochen,weil ich nie im Leben damit gerechnet habe........nach kurzer Zeit ging es aber wieder und war auch noch kurz im Behandlungsraum,wo zwischenzeitlich Sanitäter und Notarzt die Versorgung übernahmen.Nach der Gabe von einigen Medikamenten zur Stabilisierung wurde sie mit dem Krankenwagen zum Landeplatz des Rettungshubschraubers gebracht und ist von dort aus ca 80 km entfernt in eine Uni Klinik geflogen worden.........sie hatte unbeschreibliches Glück,es war sprichwörtlich "2 Minuten vor zwölf",die Arterie war bereits zu 98% verengt.Hätten wir noch länger gewartet,dann wäre es zu spät gewesen und sie hätte es nicht überlebt.

Sorry,das ich hier soviel persönliches geschrieben habe und noch nicht zum Inhalt deiner Frage eingegangen bin.....Nitrospray kann man verwenden,aber wer hat diese Medikament vorsorglich.Höchstens wenn jemand an AnginaPectoris erkrankt ist,aber ansonsten ist es doch eher selten.Für einen Angehörigen kann die Zeit bis zum Eintreffen des KW eine Ewigkeit werden und ist vollkommen verständlich.Erstmaßnahmen vor Ort hat Bobby´s schon beschrieben.Eventuell wird der Infarkt deiner Bekannten doch recht schwer gewesen sein und soweit ich weiß,ist ein Vorderwandinfarkt in der Prognose etwas schlechter............Klar denkt man dann,ob nicht dieses oder jenes hätte gemacht werden können,um das Schilmmste zu verhindern,aber manches liegt einfach nicht mehr in unserer Macht.Es tut mir sehr leid für deine Bekannte.Liebe Grüße

Kommentar von cyracus ,

Zum Thema Frauen + Herzinfarkt mal googeln mit

frauenherzen schlagen anders

So kriegt man hervorragende Infos dazu.

Kommentar von sonne123 ,

Danke dir cyracus.......die Info´s passen genau auf die Beschwerden meiner Mutter.Die ersten Tage nach dem Infarkt habe ich ganz bewußt nicht gegoogelt,weil ich mir nicht noch mehr Gedanken machen wollte und eh schon alles schwer genug war.Das Problem bzw. die Frage ist,warum sind die Symptome bei Frauen so untypisch,anders??........hast du eine Antwort? LG

Kommentar von cyracus ,

Frauen sind ja schon allein hormonell ganz anders "aufgebaut" als Männer. Frauen und Männer sind einfach unterschiedlich.

Das Ding ist, dass zum Beispiel Medikamente an jungen, gesunden Männern getestet wird. An Frauen nicht, weil Frauen anders auf die Medikamente reagieren. - Und trotzdem werden Frauen dieselben Medikamente verschrieben / empfohlen wie Männern.

Das ist nach Herzinfarkt zum Beispiel fatal. ASS (Salicylsäure) hilft Männern nach einem Herzinfarkt, aber nicht Frauen. Bei Frauen kann das sogar schädlich sein - zumal Salicylsäure sowieso kein harmloses Pillepalle ist, guck Dir dazu mal diese interessante und wichtige Dokumentation an:

45 Min - Mythos Aspirin

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten375.html

Auch an Kindern werden keine Medikamente (hm, naja, wer will sein Kind dafür auch schon hergeben). Obwohl man genau weiß, dass Kinder anders reagieren als junge gesunde Männer, bekommen Kinder oftmals dieselben Medikamente, nur in geringrer Dosis, was sich auch oft verheerend auswirkt. - Naja, die Hauptsache ist, dass für die Pharmaindustrie die Euronen fließen ...

Dass Frauen ganz andere Symptome bei Herzinfarkten haben, ist noch nicht lange bekannt. Deshalb müssen Frauen bzw. die Angehörigen bei den genannten Symptomen vorsichtshalber den Notarzt (112 in Deutschland) anrufen und sagen: "Verdacht auf Herzinfarkt". Dann am besten mit ins Krankenhaus fahren und darauf bestehen, dass die Frau als mögliche Herzinfarkt-Patientin sofort untersucht wird.

Kommentar von sonne123 ,

Danke für diesen Stern* :-))))

Antwort
von bobbys, 7

Erstmaßnahmen vor Ort

Es ist ratsam, in ruhigem Ton mit dem Herzinfarkt-Patienten zu sprechen, bis der Notarzt eintrifft. Außerdem sollten Sie seinen Oberkörper hochlagern und ihm gegebenenfalls Krawatte und Hemd lockern, damit er besser Luft bekommt. Dazu kann es auch hilfreich sein, das Fenster zu öffnen und so für frische Luft zu sorgen. Ist der Herzkranke bewusstlos, so sollte man ihn in der stabilen Seitenlage lagern und darauf achten, dass die Atemwege frei sind. Man sollte unbedingt in seiner Nähe bleiben, bis der Notarzt eintrifft.

Kommt es zu einem Herz- und Atemstillstand, so muss unverzüglich mit einer Herzdruckmassage begonnen werden. Dabei sollte eine Drucktiefe von mindestens fünf Zentimetern und eine Druckfrequenz von mindestens 100 Herzdruckmassagen pro Minute erzielt werden. Nach jeder Herzdruckmassage ist der Brustkorb vollständig zu entlasten. Die Unterbrechungen der Herzdruckmassagen sind dabei aber auf ein Minimum zu reduzieren. Geschulte Helfer sollen auch Beatmungen durchführen. Dabei gilt das Verhältnis 30:2, was bedeutet, dass zwei Beatmungen nach 30 Herzdruckmassagen erfolgen sollten. Sind die Helfer vor Ort nicht in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet, so können sie durch telefonischen Kontakt mit der Rettungsleitstelle bei den Wiederbelebungsmaßnahmen angeleitet werden. Dabei beschränkt man sich dann auf die ununterbrochene Herzdruckmassage bis der Notarzt eintrifft und mit der Herzinfarkt-Behandlung beginnt

http://www.lifeline.de/themenspecials/herzinfarkt/erste-hilfe-massnahm...

LG Bobbys :)

Antwort
von Mahut, 7

Man kann nur vorbeugend was tun, damit man überhaupt kein Infarkt bekommt, indem man sich gesund ernährt, das heißt, wenig Fleisch, viel Gemüse, Linsen, rote und schwarze Bohnen sind gesund, sie senken das Cholesterin vor allen das LDL, das HDL wird erhöht, was gut ist. dann sollte man nicht rauchen und darauf achten das man kein Übergewicht hat, Diabetes ist auch ein Risiko und natürlich Bewegung, wenn man das alles Berücksichtigt, kann man dem Infarkt umgehen

Es tut mir sehr Leid für deine Bekannte und Ihrer Famlie

Antwort
von schanny, 5

Das einzige was in so einem Notfall helfen könnte, wäre Nitrospray. Aber da die meisten nicht wissen, dass sie Herzprobleme haben, haben sie sowas im Notfall auch nicht dabei. Es gibt massive Formen von Herzinfarkten, bei denen selbst Nitrospray nichts mehr ausrichten kann.

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