Frage von karlson, 91

Gibt es auch pflanzliche Psychopharmaka?

Bislang verstand ich unter dem Begriff Psychopharmaka immer selbstverständlich rein chemische Produkte die einem neurologischen Verwendungszweck dienen. Es gibt aber doch auch pflanzliche Mittel, die chemische ergänzen oder vielleicht sogar ersetzen können. Abhängig von der Schwere der Erkrankung. Sind denn nun unter dem Begriff der Psychopharmaka nur chemische Produkte vereint? Gibt es eine EInteilung/ Differenzierung und die Definition von der Wirksamkeit ab?

Antwort
von Zweimal, 80

Es gibt auch pflanzliche Psychopharmaka, deren Wirkung und Grenzen hier beschrieben werden:

"Es gibt viele Heilpflanzen, deren Inhaltsstoffe die Psyche und das Nervensystem beruhigen und ausgleichen. Neben den vier Hauptgruppen der Arzneimittel (Neuroleptika, Antidepressiva, Tranquilizer, Lithium) haben pflanzliche Psychopharmaka eine große Bedeutung.
Ihr Vorteil ist, dass sie gut vertragen werden und sanft wirken. Letzteres ist aber auch ihr Nachteil: Bei schweren psychischen Erkrankungen sind sie zu schwach, um wirklich helfen zu können.

Es lohnt sich aber immer der Versuch, leichtere Unruhezustände, Schlafstörungen und vorübergehende depressive Verstimmungen mit einem pflanzlichen Präparat zu behandeln, bevor der Arzt klassische Psychopharmaka einsetzt.

  • Johanniskraut.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Johanniskraut (Inhaltsstoff Hypericin) bei depressiven Verstimmungen hilfreich ist.
Johanniskraut muss jedoch in relativ hoher Dosis in Tablettenform eingenommen werden, um die notwendige Dosis von 600 mg der Wirkstoffe (vor allem Hyperforin und Hypericin) zu erreichen. Mit nicht apothekenpflichtigen Tees und Kapseln aus Reformhäusern gelingt dies nicht. Auch tritt die stimmungsaufhellende Wirkung erst nach etwa zweiwöchiger, regelmäßiger Einnahme ein.
Ein anderer Nachteil: Bei vielen freiverkäuflichen Johanniskrautpräparaten ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht belegt. Deshalb raten Experten vom Kauf solcher Präparate ab.

  • Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume.

Auszüge (Extrakte) aus Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume werden traditionell zur Behandlung von Nervosität und angewendet (auch zur Behandlung von Schlafstörungen). Ihre Wirksamkeit ist bewiesen, aber nur für leichte Beschwerdeformen. Diese Mittel haben keine unerwünschten Nebenwirkungen, können jedoch die Fahrtüchtigkeit etwas herabsetzen.

http://www.apotheken.de/gesundheit-heute-news/article/die-behandlung-psychischer...

Antwort
von Winherby, 58

Falsch angewendete Termini fördern nur Missverständnisse und Verwirrung. Mich stört an der Frage und an einigen Antworten der falsch angewendete Begiff chemisch, bzw. Chemie.

Chemie ist, wenn verschiedenartig Stoffe zusammenfließen und damit einen neuen Stoff bilden.

Beispiel: Leitungswasser + Kaffeepulver + Zucker + Milch ergeben zusammengefügt einen völlig neuen Stoff: Einen leckeren Milchkaffee, der ist somit reine Chemie.

Bei Medis sollte zwischen natürlichen, synthetisierten und synthetischen Pharmaka unterschieden werden.

Nimmt man die extrahierten wirksamen Auszüge z. B. des Johanniskrauts und füllt sie, zusammen mit Alkohol zur Konservierung und/oder Wasser zwecks Verdünnung ab, ohne dabei die Moleküle dieses pflanzlichen Wirkstoffes zu verändern, dann habe ich ein natürliches Psychopharmaka.

Fügen Chemiker die extrahierten Wirkstoffe mehrerer verschiedener Pflanzen zu einem neuen Wirkstoff zusammen, so wie es ihn natürlicherweise nirgends in der Natur gibt, dann habe ich ein synthetisiertes Phamaka.

Erfinden Chemiker völlig neue Molekülketten und fügen diese zu einem völlig neuartigen Wirkstoff, z. B. LSD zusammen, dann habe ich ein synthetisches Pharmaka.

Aber in allen drei der o. g. Fällen handelt es sich um reine Chemie! (Zusammenfluss)

Die in der Frage verwendete Formulierung "rein chemische Produkte", muss also sinnvollerweise ersetzt werden durch "rein syntetische Produkte" .

Antwort
von PapaHannes2, 49

Es gibt nicht nur pflanzliche sondern auch homöopathische Mittel in dem Bereich. Je nach Intensität der Beschwerden können sie helfen oder zumindest unterstützen.

Antwort
von anonymous, 43

Hallo.....es gibt schon pflanzliche Mittel die dir in bestimmten Situationen helfen können.Ich würde sie aber nicht als Psychopharmaka bezeichnen.Passionsblume ist ganz hilfreich um ruhiger zu werden und Unruhe zu vermeiden .Lavendel Johanisskraut können auch unterstützen sein.aber wenn mann richtig depressiv ist wir man an chemische Tabletten nicht vorbeikommen.Leider ist das so.

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