Frage von Matthias0308, 160

Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis)

Hallo,

seit 6 Wochen habe ich jetzt schon Probleme mit diversen Dingen: Schwindel, Taubheit im Arm usw. Diese Symptome sind zwar noch immer nicht wirklich weg, aber es geht so einigermaßen. Was ich ebenfalls seit ca 6 Wochen habe (was mir Anfangs aber nicht richtig aufgefallen ist) ist eine Geräuschüberempfindlichkeit (neben einem Tinnitus den ich aber schon lange habe und der mir eigentlich keine Probleme bereitet hat). Das heißt, mir bereiten Kindergeschrei, lautes Klopfen Applaudieren usw. ein Problem in den Ohren. Warum mir das Anfangs nicht aufgefallen ist? Tja, ich denke, weil ich in der Anfangszeit nicht viel unterwegs war, und hauptsächlich zu Hause (auch kein Arbeiten usw.) Ich war deswegen gestern beim HNO. Der hat einen Hörtest und einen anderen Test gemacht bei dem die Augen verdeckt sind und man die Pupillen dann immer in eine andere Richtung tun musste....

Er hat mir diese Geräuschempfindlichkeit auch so diagnostiziert sowie einen kleinen Hörsturz. Ich bekomme jetzt 5 Tage nacheinander eine Infusion mit Cortison.

Meine Fragen: Habt ihr Erfahrung damit und hilf eine Infusion dabei was? (Bin da nicht so sicher) Was soll ich sonst machen? Ganz normal weiterleben und auch wenn es sehr problematisch ist z.B. zum Fußball gehen oder auf Feste? Was kann ich selber machen? Gibt es irgendwas wo ich zu Hause machen könnte?

Bin echt am verzweifeln. Vielleicht hat ja jemand damit Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben. Ich danke euch

Antwort
von gerdavh, 146

Hallo Matthias, Du musst jetzt erstmal abwarten, ob die Cortionstherapie anschlägt. Das ist der übliche Weg, um bei einem Hörsturz die veränderten Wahrnehmungen (alles zu laut, starke Ohrgeräusche) abzufangen. Ich nehme selbst zur Zeit Cortison (allerdings aus anderen Gründen) und erst am 4. Tag habe ich bemerkt, dass ich wieder besser höre. Du musst jetzt leider etwas Geduld haben und ich hoffe für Dich, dass die Therapie bei Dir anschlägt. Selbst machen kannst Du da eigentlich nicht viel, höchstens dass Du Dir einen Walkman aufsetzt und Dir evtl. beruhigende Meeresgeräusche anhörst. Versuche es, soweit als möglich, zu ignorieren. Je mehr Du darauf achtest, umso schlimmer wirst Du das empfinden. Bei mir zumindest ist das so - ich habe seit Jahren Tinnitus, mal schlimm, mal vernachlässigbar und ich höre durch zwei Hörstürze sehr schlecht, habe seitdem Hörgeräte. Manchmal ist das bei mir auch so, dass ich z.B. Kindergebrüll kaum ertragen kann. Versuch es einfach auszuschalten, das ist Übungssache. Alles Gute. Gerda

Kommentar von Matthias0308 ,

Da du ja schon Erfahrung mit Kortison zu haben scheinst, hätte ich eine Frage dazu: Wäre toll, wenn du mir da weiterhelfen könntest:-)

Habe jetzt ab letzten Donnerstag 5 Tage lange je 250 mg Kortison per Infusion verabreicht bekommen (Also von Do-Mo). Ab Sonntag sind meine Beschwerden aber eher schlimmer geworden, d.H. Schwindel stärker, fühle mich ganz benommen und wirr, schläfrige Arme usw.

Liegt das am Kortison und sind normale Nebenwirkungen? Geht das wieder weg oder was kann ich tun damit das wieder zurückgeht?

Antwort
von Hooks, 125

Eine andere Idee:

Ich habe gehört (und es leuchtet mir ein),.daß Tinnitus mit Magnesiummangel zu tun hat, dann werden die kleinen Gefäße im Ohr nicht richtig entspannt und arbeiten unzureichend..

Deswegen soll auch eine Geräuschempfindlichkeit da sein. Ich habe oft Magnesiummangel (verbrauche zuviel Adrenalin :-) und war auch schon lärmempfindlich, das kann ich also bestätigen. Auch der Tinnitus ist weniger bei genug Mg. Du könntest das ja mal probieren. Cortison klaut sowieso Mg, da kannst Du nihcts verkehrt machen.

Schau auch mal bei Magnesiummnagel - kaum beachtet aber folgenschwer, ob noch andere Mg-Mangelerscheinungen auf Dich zutreffen (Lidzucken, Krämpfe, "unter Strom stehen"...)

Was war vor 6 Wochen? Welches Ereignis? Besonderer Stress?

Kommentar von Matthias0308 ,

Das heißt du nimmst Magnesium zu dir und dann ist das besser geworden? In welcher Form denn? Tabletten?

Also ich habe ab und zu nachts einen Krampf in der Wade und hin und wieder bin ich recht müde. Aber sonst trifft das andere nicht auf mich zu. Sollte ich das selber in die Hand nehmen oder einen Arzt darauf ansprechen damit er mir vorschlägt was ich da nehme?

Naja, wenn überhaupt was vor 6 Wochen war, dann die Faschingszeit davor. Und ich geb da ganz ehrlich zu, ich war da schon richtig am Start mit Feiern und wenig Schlaf und auch Alkohol trinken usw.

Kommentar von Hooks ,

Na, siehst Du, Alkohol schwemmt Magnesium aus! Und wenig Schlaf verbraucht einfach mehr Nährstoffe, weil der Körper länger wach ist.

Dazu sollte man auch gleich an Vitamin B denken. Ich habe gemerkt, daß die beiden irgendwie miteinander zusammenhängen. Wen man eins mehr nimmt, muß man auch das andere höher dosieren.

Ich nehme täglich Mg und B-Komplex (ratiopharm, bei medizinfuchs.de billiger). An Mg wurden mir Citrate und Gluconate empfohlen, aber die haben auch nichth besser gewwirkt als MgO und waren nur teurer. Eine Zeitlang habe ich MgSO4 genommen, das handelsäbliche Bittersalz (das für die Koniferen, aber dann stand der Sack im Schuppen offen, da war es mir zu unheimlich der Ratten wegen - später aus der Apotheke, 1 Prise aufs Glas Wasser, schmeckt aber echt eklig), nun nehme ich das von ALDI (vitalis), 375 mg in der Tablette. Nach der Hochzeit meines Sohnes brauchte ich 7 Tabletten, soviel Aufregung habe ich mir gemacht.

Mehr Aufregung verbraucht mehr Adrenalin und auch sonst für die Nerven, also braucht man mehr Magnesium und mehr B-Komplex - so einfach ist das. Probiers aus, dann weißt Du, obs das war. So teuer ist das ja nicht.

Wenn ich tüchtig Paranüsse esse, brauche ich kein Mg, aber die sind sehr teuer, wenn man rohe nimmt (topfruits.de). Die andern wirken nicht richtig.

http://www.medizinfuchs.de/preisvergleich/vitamin-b-komplex-ratiopharm-kapseln-6...

Sag das bloß nicht einem Arzt, die sind meist froh über Versuchskaninchen. ich bin gerade glücklich dem "chronischen Kranksein" entronnen, seitdem ich meine Gesundheit selbst in die Hand genommen habe.

Kommentar von Matthias0308 ,

Ok ich werde das auf alle Fälle versuchen! Aber das "beißt" sich dann nicht, wenn ich da im Moment noch so ne Cortisoninfusion bekomme? Oder doch? Was da gut ist, das werden die in der Apotheke doch auch wissen, oder?

Über welchen Zeitraum muss man sowas nehmen, bis da eine Besserung eintritt, falls es denn wirklich daran liegt?

Kommentar von Hooks ,

Cortison ist ein Stresshormon, dann bist Du etwas rappeliger. Und damit Deine Nerven vernpünftig funktionieren, mu´ßt Du Magnesium nehmen. Ichhate richtigehende Herzrhythmusstörungen, es hat gebullert in meinem Brustkorb, daß man das von außen sehen könnte - aber kein Arzt hat mir gesagt, daß das mit Mg-Mangel zusammenhängt! In der Kur haben sie mich zum Herz-Ultraschall geschickt, o.B., da kam ich irgendwann dann selber drauf, daß das mit Mg zu tun hat.

Ich wüßte jetzt nicht, daß sich das mit dem Cortison beißen könnte.

Zur Zeit: ein paar Stunden wird das schon dauern, bis es hilft. Bei Natur-Hormonen weiß ich, daß es etwa 8 Stunden sind.

Wenn Du noch etwas Schriftliches brauchst:

https://www.thieme.de/de/gesundheit/magnesium-tinnitus-45129.htm

Magnesium kann bei Tinnitus insbesondere dann eingesetzt werden, wenn die Ohrgeräusche mit einem Knalltrauma oder Lärmtrauma oder mit einem Hörsturz in Verbindung stehen. Auch die vorbeugende Einnahme von Magnesium vor einer erwarteten Lärmbelastung (beispielsweise Besuch eines lauten Konzerts oder Teilnahme an einer Schießübung) kann nützlich sein. Sowohl bei akutem als auch bei chronischem Tinnitus ist die Gabe von Magnesium sinnvoll.

Studien zur Wirksamkeit von Magnesium bei Tinnitus wurden insbesondere mit den Schwerpunkten „Lärmbelastung“ und „Hörsturz“ durchgeführt. Daraus ergab sich unter anderem, dass die vorbeugende Magnesiumeinnahme vor und während längerfristiger Schießübungen negative Auswirkungen des Schießlärms auf das Gehör verringern kann. Zudem ist Magnesium in der Lage, die Erholung von einem Hörsturz zu begünstigen

Kommentar von Matthias0308 ,

Okay Ich danke dir für diesen Tipp. Werde das auf alle Fälle machen. vielleicht liegts ja wirklich daran. Eine letzte Frage noch: Ist Magnesiummangel möglich wenn man sich relativ normal ernährt? Ich hatte eine Zeit, in der ich wirklich kaum was gegessen habe (nur Schwarzbrot, kein Obst, Fleisch nur am Wochenende usw.) aber das habe ich die letzte Zeit eigentlich wieder sein lassen. Von demher, kann eine bei einer relativ normalen Ernährung sowas trotzdem auftreten?

Ich dank dir für deine Hilfe:-)

Kommentar von Hooks ,

Klar, Magnesiummangel haben viele Menschen. (Und bekommen allerlei Medikamente, die sinnlos sind, weil man einfach nur Mg zuführen müßte)

Du mußt bedenken, daß es im Boden kaum noch vorkommt (ausgewaschen durch Kunstdünger), so daß unsere Lebensmittel hier nicht mehr viel Mg enthalten. Nur noch die vom Urwald, Mandeln oder Paranüsse z.B.

Lies mal die Seite http://www.zentrum-der-gesundheit.de/magnesiummangel.html da findest Du sehr viele Infos.

Kommentar von Matthias0308 ,

Wenn ich nun Magnesium zu mir nehme. 3 mal pro Tag zwei Tabletten was insgesamt 240 Milligramm entspricht und ich jetzt plötzlich weichen Stuhlgang bekomme, bedeutet das dann dass ich es falsch dosiert aufnehme oder das mein Magnesiumspeicher schon voll ist?

Über welchen Zeitraum sollte man das aufnehmen?

Kommentar von Hooks ,

Du mußt es ausprobieren. Ich nehme z.Zt. täglich die zu 375 mg von ALDI (vitalis), meist morgens und abends. Am Tag nach einer Hochzeit, wo ich fürs Programm zuständig war (und einiges ging schief, habe mächtig Adrenalin verbraucht!), habe ich 7x 375 mg genommen und nichts gemerkt an negativen dingen. Im Gegenteil, die Zeichen wurden nicht besser, da habe ich alle 2-3 Stunden was genommen. OK, vielleicht hätet ich noch warten müssen. Aber eine Freundin erzählte mir, ihr wäre nach Überdosierung kurz danach schlecht geworden, das Herz wurde zu schlapp, und das war bei mir nicht - also habe ich nachdosiert.

240 mg am Tag ist bißchen wenig, finde ich. Wenn Du da keine Besserung merkst, liegt es an der Unterdosierung.

Ich meine, bei Bittersalz nimmt man 1 TL oder 1 EL zum Abführen, und wenn Du da 1-2 Prisen nimmst, kann nichts passieren.

Und wenn Du je beim Herumprobieren Durchfall bekommen solltest, tröste Dich damit, daß auch Schadstoffe schneller raus sind ;-) das geht ja flott vorbei.

Kommentar von Matthias0308 ,

Ich hab das halt in der Apotheke gekauft und die Apothekerin hat mir diese Dosierung fürs erste vorgeschlagen. Deswegen habe ich das so gemacht. Mich hat halt dann nur irritiert, dass ich jetzt relativ schnell nen weichen Stuhlgang bekommen habe und bin mir jetzt nicht sicher ob das an der falschen Dosierung liegt oder daran, dass ich eigentlich doch genügend Magnesium in mir habe, und deswegen gar nicht mehr brauche... Naja ich probier mal ein bißchen rum, wie du schon vorgeschlagen hast:= Danke dir

Kommentar von Hooks ,

Aha. Na, dann probier einfach mal. Es könnte ja auch an was anderem liegen...

Antwort
von anonymous, 115

Hallo, ich bin in die Notaufnahme, weil bei mir gleichzeitig tauber Arm und Pupillenfehlstellung dazu kamen und bin dann glücklicherweise endlich ernst genommen. Also CT, EEG, jede Menge Blutproben, dann am nächsten Tag MRT und Rückenmarkspunktion, um Tumor, Nervenentzündung, MS auszuschließen. Alles negativ zum Glück, dafür weit fortgeschrittene Hashimoto-Schilddrüsenerkrankung, die wohl Mio Menschen haben, gut behandelbar. Und einige davon klagen eben auch über Hyperakusis und Tinnitus und Augenprobleme. Ich hoffe jetzt, dass die Schilddrüsenmedikamente die Wende bringen. Lasse aber auch noch meine Blutwerte wegen Magnesium etc checken sicherheitshalber. Meinem Arm geht es jetzt nach zwei Tagen schon besser. Lass mal hören, falls es bei Dir (auch?) die Schilddrüse sein sollte. Viele Grüße und gute Besserung!

Kommentar von Matthias0308 ,

CT; EEG und MRT wurde bei mir auch gemacht. Nur diese Rückenmarkspunktion nicht. Ist das ein großes Problem wenn die fehlt?

Mit den Schilddrüsen hat das bei mir anscheinend nichts zu tun. Ich weiß es selber nicht. Symptome sind zahlreiche nach wie vor da, aber keiner weiß was es sein könnte. Tumor ist es nicht. MS anscheinend auch nicht (obwohl diese Rückenmarkspunktion nicht gemacht wurde).

Na aber schln dass es dir besser geht und man einen Ansatz gefunden hat:-)

Antwort
von anonymous, 101

Hallo, gibt es bei Dir was Neues? Ich hatte/habe genau die gleichen Symptome und bin grad im Krankenhaus komplett durchgecheckt worden (Sogar auf MS, Tumor) Glückliches Ergebnis: Extreme Schilddrüsenunterfunktion, die jetzt medikamentös behandelt wird, hoffentlich war das dann der Grund. We'll see. Haben Magnesium und Cortison bei Dir geholfen? Viele Grüße!

Kommentar von Matthias0308 ,

Was genau wurden denn bei dir für Untersuchungen gemacht? MRT?

Naja es ist schon etwas besser, aber leider immer noch nicht weg. Vor allem treten halt immer wieder andere Symptome auf. Schläfrige Hände, oder Nackenschmerzen oder Druck aufm Kopf.

Antwort
von anonymous, 99

Mit der Rückenmarkspunktion konnten sie MS ausschließen. Ich meld mich mal in zwei, drei Wochen, ob es wohl tatsächlich mit Hashimoto zusammenhing. Viele Grüße!

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