Frage von sanaki, 90

Gegenmittel für durch Tramadol ausgelöste Nebenwirkungen?

Halloo, ich habe mal wieder eine Frage zu meinen Medikamenten, z.Zt. nehm ich Tramadol100mg und Tramadol Tropfen augrund von Hüft/ Beinschmerzen. Da dieses Medikament einen ziemlich unkonzentriert, müde und antriebslos macht, frag ich mich ob es nicht möglich ist dem mit einem Gegenmittel zu begegnen, wobei mir selber aber keine Idee kommt. Gibt es irgendwas in der Richtung, was sich mit dem Opiat verträgt?

Antwort
von Lexi77, 84

Also du hast hier jetzt schon mehrere Fragen zu deiner Schmerzmittelproblematik gestellt. Warum nimmst du eigentlich immer noch das Tramadol, wenn dein Arzt dir längst schon das Tilidin verschrieben hat?

Auf eigene Faust mit irgendeinem "Gegenmittel" zu probieren, ob die Nebenwirkungen weniger werden, zeugt m.E. davon, dass du dich mit dem Prinzip einer Schmerztherapie (noch) nicht wirklich auseinandergesetzt hast. Außerdem: wenn du wirklich ein Gegenmittel nehmen würdest (was dir aber sicher kein Arzt verordnen würde), dann würden nicht nur die Nebenwirkungen möglicherweise weniger, sondern auch die schmerzlindernde Wirkung würde aufgehoben werden. Allerdings bekommt man ein Gegenmittel eigentlich nur bei einer massiven Überdosierung unter Beobachtung im Krankenhaus. Da kann man nicht selber irgendwas ausprobieren...

Auch wenn ich mich wiederhole: ich würde dir eindringlich empfehlen, dass du dir unbedingt einen guten Schmerztherapeuten suchen solltest um von diesem wirklich fachgerecht und adäquat behandelt werden kannst. Er wird dir ein für dich geeignetes Schmerzmedikament verschreiben und ggf. auch ergänzende Maßnahmen in die Behandlung einbeziehen.

Aber alleine mit irgendwelchen Schmerzmitteln und/oder möglichen Gegenmitteln herum zu experimentieren ist nicht nur wenig zielführend sondern unter Umständen auch lebensgefährlich!!!

Informiere dich bitte mal über die Schmerztherapie (Google), und wenn du Schmerztherapeuten suchst, dann kannst du die z.B. über Google und Jameda finden. Hier mal ein erster Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Schmerztherapie

Viele Grüße, Lexi

Kommentar von Lexi77 ,

Hier noch ein Link. Ist zwar für eine Krebstherapie geschrieben, gilt aber so auch allgemein bei anderen Schmerzen:

Wie sieht eine moderne Schmerztherapie aus?

Oberstes Ziel der modernen Schmerztherapie ist es, dass Sie schmerzfrei werden. Dies ist in über 90% aller Fälle durch Medikamente ohne zusätzlichen Infusionen, Spritzen, Katheter, Operationen oder sonstige invasive Maßnahmen möglich. Die Therapie kann unbegrenzt über Jahre hinweg erfolgen. Selbst bei einer Therapie mit Opioiden brauchen Sie keine Angst vor Abhängigkeit, Sucht oder Nebenwirkungen haben, wenn die Schmerztherapie auf Ihren individuellen Bedarf angepasst ist.

Je nach Schmerzursache werden unterschiedliche Medikamente verwendet, um den angenommenen Schmerzmechanismus möglichst optimal zu beeinflussen. Dabei ist meist die Kombination unterschiedlicher Medikamente sinnvoll, um eine wirkungsvolle und nebenwirkungsfreie Therapie zu ermöglichen.

Die folgenden Regeln sollten dabei beachtet werden:

1.Die Therapie sollte für Sie als Patient so einfach wie möglich sein. Die Verabreichung des Schmerzmedikamentes sollte daher wenn möglich als Tablette oder Tropfen („oral“ oder „per os“) erfolgen.

2.Die Einnahme der meisten Medikamente muss nach einem festen Zeitplan erfolgen. Die Medikamente müssen weiter eingenommen werden, auch wenn keine Schmerzen vorhanden sind, um eine durchgehende Schmerzfreiheit zu erreichen.

3.Die Auswahl der Schmerzmittel richtet sich meist nach dem WHO Stufenschema.

4.Behandlung und Dosierung muss individuell auf Sie eingestellt werden. In dieser Phase sehen Sie Ihren Arzt öfter. Um die passende Dosis zu finden, muss eventuell im Verlauf immer wieder angepasst werden. Gegebenenfalls wird Ihr Arzt die Medikamente umstellen.

5.Für das Auftreten von Schmerzspitzen bekommen Sie schnell wirksame Medikamente, die sie so häufig wie nötig zusätzlich nehmen dürfen. Diese sollen so dosiert sein, dass sie schnell genug helfen, aber nicht müde machen.

Die Auswahl der Medikamente erfolgt nach der zu Grunde liegenden Ursache sowie der Stärke der Schmerzen. Oft hilft eine Kombination von Medikamenten die Dosierung einzelner Wirkstoffe wie z.B. von Opioid zu verringern. Es kann im Verlauf der Therapie notwendig sein, die Dosis der Schmerzmittel zu erhöhen. Sie sollten nicht davor zurückschrecken wenn der Arzt Ihnen eine Erhöhung der Dosis vorschlägt, um die Schmerzen zu behandeln. Eine Höchstdosis gibt es bei der Behandlung mit Opioiden (z.B. Morphin) im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln nicht. Auch bedeutet dies nicht, dass Ihre Krankheit fortgeschritten ist. Häufig sind Erhöhungen nur vorübergehend notwendig. Seien Sie nicht zurückhaltend mit Medikamenten, wenn Sie Schmerzen haben. Schmerzen sind auf Dauer kräftezehrend. Mit dieser Schwächung Ihres Körpers und Ihrer seelischen Belastbarkeit nehmen Sie sich auch Ressourcen, die Sie für Ihre Krebstherapie und auch zum Führen eines möglichst selbstbestimmten Lebens benötigen. Morphin kann in der richtigen Dosierung als Schmerzmedikament über Jahre hinweg eingenommen werden. Sie brauchen keine Angst vor Sucht oder Abhängigkeit zu haben. Bitten Sie Ihren behandelnden Arzt Ihnen einen persönlichen Medikamentenplan aufzuschreiben und zögern Sie nicht, ihn anzurufen, wenn Sie Fragen haben. Dazu wird er Ihnen bei Therapiebeginn seine Visitenkarte aushändigen.

http://www.cio-koeln-bonn.de/patienten/die-diagnose-krebs/palliativmedizin/wie-s...

Antwort
von StephanZehnt, 57

Hallo Sanaki,

Du nimmst Tramadol100mg und Tramadol Tropfen und fragst nach einem Gegenmittel. In der Regel nimmt man ein Gegenmittel z.B. bei einer Überdosis. Es gibt kein Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen, ja und wer ein Mittel erfinden würde die alle die Nebenwirkungen von Tramal beseitigt wäre bestimmt reich.

Er könnte aber auch wenn er damit klar kommt zu Tilidin wechseln - wenn der Arzt ihm / ihr das verschreibt. Die Ärzte verschreiben allerdings ungern Tilidin. Weil es angeblich abhängig macht. Du musst es aber mit Deinem Arzt abklären, nur der kann Deine Situation genau einschätzen.

VG Stephan

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