Frage von knicklicht, 66

Gefühl, keine Luft zu kriegen?

Hallo!

Seit einigen Monaten jetzt habe ich immer wieder - mal mehr, mal weniger, oft auch überhaupt nicht - das Gefühl, trotz "normaler" Atmung keine Luft zu bekommen. Ich muss dann immer ganz tief einatmen und fühle mich oft so, als wäre da ein gewisser Punkt, über den ich hinaus einatmen muss oder das Atmen "bringt keine Luft".

Am besten geht das tiefe Atmen bzw Luft einzuschnappen, wenn ich mich dazu zwinge, zu gähnen oder die Schultern anhebe. Manchmal geht es aber gar nicht. Schmerzen habe ich keine, ich huste auch nie und bin sonst eine gesund lebende (Sport, gesundes Essen, gesunde Figur, rauche nicht, trinke vielleicht 1 mal im Monat wenig Alkohol etc) junge Frau.

Wenn ich unter Freunden bin und wir uns unterhalten, wenn ich lese oder sonst was zur Ablenkung tu, dann denke ich oft überhaupt nicht mehr an die Probleme und spüre sie auch nicht. Das kann tage- und wochenlang gut gehen. Wenn ich dann allein bin und irgendwie daran erinnert werde, dass da mal was war, dann konzentriere ich mich - auch, wenn ich das nicht will - total auf die Atmung und es ist wieder genau das Gleiche.

Ich habe manchmal echt Angst auf einmal zusammenzuklappen, weil die Luft keinen Sauerstoff bringt oder so, auch, wenn es mir körperlich überhaupt nichts anhat, ich z.B. ganz normal weiterjoggen kann oder denken, wenn ich einen Fall löse (bin Juristin).

Ich werde natürlich die Symptome beim Arzt abklären lassen, kann das aber erst in ein paar Tagen.

Kennt jemand dieses Problem? Kann das sein, dass das nur in der Psyche ist (denn darauf tippe ich)? Wenn ich nicht dran denke oder nach einem langen Tag heimkomme und nicht daran erinnert werde, dann atme ich ja ganz "normal" und es geht mir gut... Was kann man da machen? Ich möchte nicht wirklich in Psychotherapie, da ich als Juristin von der Verbeamtung träume.

LG und vielen Dank, das knicklicht

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lydia304, 30

Das hört sich für mich ganz typisch nach psychischer Verursachung und Krankheitsangst an. Das kann bei der Atmung zum Teufelskreislauf werden, denn je mehr man darauf achtet und sich einredet, nicht genug Sauerstoff zu bekommen (was objektiv offensichtlich nicht stimmt, sonst wärst Du nicht so leistungsfähig), atmet man automatisch flacher und schneller (Angstatmung), und das Gefühl verstärkt sich. Schlimmstenfalls führt es zum Hyperventilieren. Deswegen ist es wichtig, Atemübungen zu machen und v.a. die Ausatmung zu betonen, aber auch die Aufmerksamkeit und Dein Denken weg von dieser Überzeugung zu bringen. Das heißt, sich nicht in diese irrationalen Vorstellungen und die ständige Beobachtung der Atmung reinzusteigern, sondern sich selbst mit Gedanken und Ablenkung zu beruhigen. Eine Verhaltenstherapie kann da durchaus hilfreich sein. Und die stört in der Regel auch nicht bei der Verbeamtung.

Natürlich solltest Du es auch körperlich abklären lassen, aber ich möchte fast wetten, so wie Du es beschreibst, dass Du organisch nichts hast.

Viel Erfolg!

Antwort
von alessam, 38

Hallo knicklicht,

Ja das kann durchaus von der Psyche kommen. Das klingt auch ehrlich gesagt, ziemlich danach, da du bei Ablenkung ja keine Probleme hast. Hast du in deinem Job oder auch in deinem Privatleben viel Stress?

Du kannst es mit Atemübungen probieren.

Hier ein Link dazu: 

http://www.gesundheit.de/fitness/fitness-uebungen/atemuebungen/atemuebungen

Du solltest natürlich trotzdem mal zu deinem Arzt gehen, um eine organische Ursache auszuschließen, du solltest bei ihm auch erwähnen, dass du selbst vermutest, dass es psychosomatische Ursachen haben kann.

Liebe Grüße alessam 

Kommentar von knicklicht ,

Da hast du Recht, ich bin generell ein psychisch eher labiler Mensch, weshalb ich hier auch eher darauf tippe, dass es hier psychischer Natur ist. Vielen dank für die Übungen, die werd ich ausprobieren. LG

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