Frage von yggam, 6.182

Gebärmuttersenkung und Blasenvorfall bis in die Scheide... was tun?

Der Arzt hat eine Blasensenkkung (im Ausgang der Scheide zu ertasten, manchmal mehr, manchmal weniger), diagnostiziert und mit gesagt man müsse Gebärmutter entfernen, da diese auf die Blase drückt und die Blase anheben. Ich leide nicht an Inkontinenzproblemen und habe Angst, das könnte sich durch eine OP ändern. Gibt es ausser OP noch andere Möglichkeiten und welche? Wenn nicht worauf muss ich mich einstellen, auch was die Rekonvaleszenzzeit angeht. 6 Wochen bis l Monat scheint mir doch etwas lange.

P.S. Ich bin 66 Jahre alt, aber sportlich und viel unterwegs.

Ich würde mich über Antworten freuen, denn momentan bin ich ziemlich im Zweifel, was ich machen soll. Ich habe auch einen Hund (6o kg)mit dem ich immer spazieren gehe?? Kann ich das nach der OP?

Bin dankbar für alle Ratschläge Maggy

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von walesca, 5.701

Hallo yggam!

Hier ein Zitat aus dem beigefügten Link. Lass Dich nicht vorschnell zu einer OP überreden!!

Bei der gynäkologischen Routinevorsorgeuntersuchung bei meinem Frauenarzt wurde eine Senkung der Blase diagnostiziert. Mein Frauenarzt rät zur sofortigen Korrektur. Muss ich mich operieren lassen, auch wenn ich keinerlei Beschwerden habe? Nein. Eine Senkung des Beckenbodens stellt keine ernsthafte Erkrankung dar. Durch eine Bindegewebsschwäche können die Strukturen im kleinen Becken der Frau nachgeben und es können sich Harnblase, Gebärmutter oder Enddarm in die Scheide herabsenken und im fortgeschrittensten Fall aus der Scheide herausdrücken. Es handelt sich dabei jedoch meist um einen langjährigen Prozess. Interessant ist dabei das Beschwerden zwar sehr häufig mit dem Grad der Senkung vergesellschaftet sind, jedoch keineswegs immer. Es gibt durchaus Patientinnen die eine deutliche Senkung der Harnblase haben, aber völlig beschwerdefrei sind. So ist es auch nur sinnvoll eine Senkung operativ zu korrigieren wenn sie bei der Patientin Beschwerden auslöst und damit Leidensdruck entsteht. Natürlich rät man auch ohne Beschwerden bei besonders ausgeprägten Senkungszuständen zu einer Korrektur. Dies ist jedoch eher die Ausnahme. Daher sollte der Wunsch nach einer operativen Korrektur einer Senkung immer von der Patientin ausgehen.

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/frauenklinik/PDF/080527FRA_SF_U...

Die Ruhe bewahren rät walesca

Kommentar von walesca ,

Ganz herzlichen Dank für das Sternchen! Es freut mich, dass ich Dir mit meinem Beitrag helfen konnte. So kannst Du sicher für Dich die richtige Entscheidung treffen oder gut vorbereitet mit dem Arzt diskutieren. LG

Antwort
von gerdavh, 4.379

Hallo, bevor ich mir die Gebärmutter entfernen lassen würde, würde ich auf alle Fälle eine Zweitmeinung einer Gynäkologin einholen. Männer sind da evtl. eher bereit, Frau einfach die Gebärmutter zu entfernen, sie müssen sich ja nicht mit den Folgen rumschlagen (evtl. musst Du anschl. Hormone einnehmen). Vor allem schlägt er ja gleich zwei OP´s vor. Erst Entfernung Deiner Gebärmutter und dann nochmal eine OP, um die Blase anzuheben. Außer Beckenbodengymnastik kann man leider nicht viel machen. Vielleicht solltest Du Dich, bevor Du Dich jetzt einer solchen OP unterziehst, mit diesem Thema erstmal beschäftigen. Beckenbodengymnastik kann man in manchen Fitness-Centern (bei Kieser z.B. gibt es da ein extra Gerät) durchführen oder in speziellen Gymnastikkursen für Frauen. Inwiefern das bei Dir hilfreich ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, evtl. ist die Senkung schon zu stark. Wie gesagt, noch eine Zweitmeinung einholen ist mit Sicherheit kein Fehler!! Nun nochmal zu Deinen Fragen wegen der Rekonvaleszenzzeit: Das hängt von der Art und Weise ab, wie die Hysterektomie vorgenommen wird. Da gibt es nämlich zwei Möglichkeiten. Hat der Arzt denn da mal darüber gesprochen? Wann Du in der Lage sein wirst, wieder mit Deinem Hund spazieren zu gehen, musst Du vorher mit dem Arzt absprechen.

http://www.bauchspiegelung.at/main/operationen/hysterektomie-gebaermutterentfern...

lg Gerda

Antwort
von elliellen, 3.657

Hallo!

Wenn du keine Inkontinenz- Beschwerden hast, würde ich keine OP durchführen lassen. Vielleicht hast du die Möglichkeit, mit einer Gynäkologin darüber zu reden und es mit bestimmten Übungen zu versuchen. Das müsste dann über längere Zeit gemacht werden.

Ich schließe mich der guten Antwort von @walesca an, eine OP sollte die allerletzte Option sein und dann hast du auch keine Sicherheit, was danach sein wird.

Alles Gute!

Antwort
von alegna796, 3.328

Hallo, ich war 48 als man mir die Gebärmutter aus ungefähr dem gleichen Grund entfernt hat. Es war eine Gynäkologin, die mir das angeraten hatte. Ich habe es gemacht, war 7 Tage im Krankenhaus und am ersten Tag zu Hause 2 Stunden spazieren. Insgesamt war ich 6 Wochen krank geschrieben. Da Du ja bereits keine Mens mehr hast, ist das ganz bestimmt einfacher und Hormone mußte ich danach keine nehmen. Inkontinenzprobleme habe ich bis heute nicht. Die OP wurde vaginal durchgeführt, das ist dahingehend besser, weil man keinen Bauchschnitt hat. In den meisten Fällen geht das auch, ich würde mich da vorher genau mit dem Arzt absprechen. Natürlich ist eine OP immer mit Risiken verbunden, aber mit einer Blasensenkung und evtl. Inkontinenz zu leben, finde ich auch nicht gerade erstrebenswert. Ich denke auch, Du solltest eine zweite Meinung einholen und dann entscheiden. Alles Gute für Dich.

Kommentar von StephanZehnt ,
Antwort
von bobbys, 3.146

Hallo,

es kann passieren das sich durch eine Bindegewebsschwäche das kleine Becken verändert. Das heißt das sich die Scheide ,Blase ,Gebärmutter oder teile des Enddarmes absenken. Deshalb gibt es die Möglichkeit einer Beckenbodenplastik (Rekonstruktionsplastik). So eine OP sollte meistens von den Patienten ausgehen nämlich auf Grund von Beschwerden. Ich empfehle dir auch noch mal einen Gang zum Urologen da dieses Krankheitsbild eine Urogynäkologische OP ist.

LG bobbys

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