Frage von Fluxxo, 186

Freundin hat nach Embolie immer wieder schwere Lunge

Hallo alle zusammen,

ich hole einfach einmal direkt aus und erkläre wo der Schuh drückt.

Meine freundin klagte bereits am Silvestertag 2012 über Kurzatmikgkeit, dies wurde Neujahr 2013 schlimmer und im Laufe der nächsten Woche habe ich sie dann zum Arzt gezwungen und der stellte erhöhte Entzündungswerte (Dedimere) fest. Sie ist daraufhin zum CT gegangen und es zeigte sich, dass sie eine spontane, beidseitige Lungenembolie hatte.

Sie kam daraufhin ins Krankenhaus und wurde untersucht (wieder CT und genug Strahlung) und auf Heparin umgestellt. Einen Tag später ging's wieder raus und sie wurde auf Marcumar eingestellt.

Es wurden unter anderem folgende Sachverhalte im Laufe der Zeit geprüft:

  • Ob das Herz durch die Embolie schaden genommen hat
  • Die Venen in den Beinen und in der Hüfte wurden geschallt
  • Sie hat manchmal Extra-Systolen und es wurde mit einem Langzeit-EKG geprüft, ob sie Herz-Rhythmus-Störungen hat

Alle drei Aspekte konnten ausgeschlossen werden. Das "Herzpoltern" hat sie zwar immer noch ab und an, ca. 1x am Tag, aber der Kardiologe hat gesagt, dies sei noch normal.

Fernern wurde ein Gentest auf diverse Gerinnungserkrankungen durchgeführt, u.a. Faktor-IV-Leiden. Zum Glück negativ. Derzeit läuft noch der Test zum Lupus-Antigen. Hierfür hat sie sehr genau nach einem Jahr das Marcumar abgesetzt.

Nun ist es so, dass diese "schwere Lunge" nie ganz weg gegangen ist. Es schient tagesformabhängig zu sein. Wir dachten erst, dass sich die Thromben ja auchlösen müssen und es benötigt Zeit. Nach 3 Monaten sagte man dann, die schwere Lunge sei psychisch bedingt. Sauerstoffsättigung etc. waren stets OK, auch die Dedimere wurden monatlich gechecked und waren stets unauffällig.

Zuletzt war sie beim Lungenfacharzt, dort wurde festgestellt, dass sie leicht asthmatisch ist. Histamin-Check ergab Atemnot. Sie bekam ein Cortison, welches bei ihr nach zwei Hub direkt innere Unruhe auslöste. Zunächst schien es tatsächlich besser zu werden, mittlerweile ist es aber wieder so, dass es mal 1-2 Wochen gut geht und dann 3, 4 oder 5 Tage lang echt schlecht ist. Auch da sind dann die Dedimere i.O.

Also, zusammenfassend:

Eigentlich ist alles gut bzw. sie hat sich gut erholt von der Embolie. Lungenarzt sagt es könnte Asthma sein, ansonsten ist die Lungenfunktion unauffällig. Cortison hilft eigentlich gar nicht. Die Lunge ist nach wie vor schwer, aber nicht immer, nur manchmal. Morgens ist zunächst meistens alles OK, gegen Vormittag verschlechtert sich das ganze. Sauerstoffsättigung ist immer OK.

Was könnte man machen, an wenn könnten wir uns noch wenden? Wäre eine erneute CT angebracht um den Zustand der Lunge beurteilen zu können?

Ich mache mir große Sorgen um meine Freundin und wir waren schon bei sooo vielen Ärzten und haben das Gefühl, dass die alle im Dunklen tappen :(

Vielen Dank für eure Hilfe!

Fluxxo

Antwort
von GeraldF, 186

Ihre Freundin ist umfangreich untersucht worden. Einzige Untersuchung, die Sie in Ihrer Frage nicht erwähnt haben und die bei einer latenten Luftnotproblematik Sinn macht, wäre eine eine sogenannte Spiroergometrie. Das ist im Prinzip wie ein Belastungs-EKG, bei dem aber zusätzlich die Lungenfunktion und Atemgase analysiert werden.

Eine erneute CT bringt eher nichts (außer weiterer Strahlenbelastung). Wenn ich Sie richtig verstanden habe, waren es ja eher kleinere Embolien beidseits, die ohne eine wesentliche Rechtsherzbelastung abliefen. Die vor einem Jahr verschlossenen Lungengefäße sind meist nach dieser Zeit wieder rekanalisiert, also offen,so dass diese Erkrankung eigentlich als Ursache der fortbestehenden Erkrankung unwahrscheinlich ist.

Kommentar von Fluxxo ,

Hallo Gerald,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Sie haben Recht, eine Spiroergometrie wurde nicht durchgeführt, wir werden dies einmal bei unserem Hausarzt ansprechen.

Wie Sie gesagt haben, sind die Embolien beidseitig gewesen, es waren eher viele kleine und nicht ein großer Thrombus.

Haben Sie eine Idee ob dies z.B. durch das Medikament Marcumar oder in irgendwelchen Kreuzreaktionen steht?

VIelen Dank in jedem Fall für Ihre Mühe!

Fluxxo

Kommentar von GeraldF ,

Ich verstehe die Frage nicht. Meinen Sie, dass Marcumar selbst - als unerwünschte Wirkung - Luftnot macht ?

Das ist für dieses Medikament nicht beschrieben. Es ist eigentlich gut verträglich, ist aber vielfach schwer zu dosieren und bringt das Risiko von Blutungskomplikationen mit sich.

Die Spiroergometrie ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie kann einem den Weg in die richtige Richtung weisen - eher Herzproblem ? oder eher Lungenproblem ? Und sie kann eine subjektiv empfundene Luftnot objektivieren (oder eben nicht).

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