Frage von Leisten, 767

Fragen zu Leistenbrüchen

Hallo,

Ich habe ein paar Fragen. Zunächst erzähle ich aber mal kurz meine Geschichte.

Vor ca. vier Jahren hat mein Hausarzt bei einer Routinekontrolle (Check up) bei mir einen Leistenbruch festgestellt. Die kleine Beule ist mir selber drei Wochen vorher schon aufgefallen. Da überhaupt keine Schmerzen vorhanden waren, hat mich diese aber nicht weiter gestört. Mein Hausarzt riet zu einer OP innerhalb der nächsten sechs Monate. Ich war dann im Krankenhaus und bekam relativ schnell einen OP-Termin. Operiert wurde im Shouldice-Verfahren. Der Bruch wurde also vernäht. Nach der OP ging es mir leider lange Zeit sehr schlecht. 3 Wochen hatte ich starke Schmerzen und war mehr oder minder bewegungsunfähig. Auch danach hatte ich noch 5 Monate Schmerzen und Probleme beim gehen. Ich war sehr oft bei diversen Ärzten und musste starke Schmerzmittel mit zum Teil schweren Nebenwirkungen schlucken. Rückwirkend betrachtet war das die schlimmste Zeit meines bisherigen Lebens. Zum Glück wurde es dann besser und ich habe seitdem nur noch leichtere Schmerzen gehabt. Die waren auch mal etwas stärker, dann wieder kaum vorhanden. Weg gingen sie aber nie.

Im August 2013 war der Leistenbruch wieder da. Die Beule war deutlich größer als 2010. Diesmal suchte ich länger nach einer passenden Klinik und wurde in einem Hernienzentrum, welches an ein Krankenhaus angeschlossen war, fündig. Dort stellte man auch auf der anderen Seite einen Leistenbruch fest, obwohl keine Beule sichtbar war. Im September 2013 wurden beide Seiten laparoskopisch (TAPP) operiert. Zwei Wochen hatte ich ziemlich heftige Bauchschmerzen. Danach wurden diese, zum Glück, besser. Was jedoch noch lange blieb, war so ein Kribbeln im Genitalbereich. Im Moment habe ich gelegentlich Kribbeln und natürlich die "alten" Schmerzen von der ersten OP.

Meine Fragen:

Nach den OP´s hat sich meine Bauch- und Leistenregion jeweils verändert. Speziell nach der zweiten. Eine Seite ist dicker als die andere. Außerdem habe ich am rechten Bauch eine Einbuchtung. Ist das normal ?

Wie oft kann man Leistenbrüche bekommen ? Wie oft operiert man diese ? Ich bin erst 36 Jahre alt und mache mir immer wieder Sorgen.

Im Krankenhaus sagte man mir, dass man es beim nächsten Leistenbruch noch einmal "von außen" probieren könnte. Dann würden sie ein sehr großes Netz einpflanzen. Ist das dann sicher ? Hat jemand Erfahrungen ?

Mein Hausarzt sagt, dass eine Op einen Leistenbruch nicht heilt. Es wurde die Ursache, die zum Bruch geführt hat (Bindegewebsschwäche), ja nicht behoben. Wie groß ist die Gefahr für einen weiteren Bruch in den nächsten fünf Jahren ? Jeder sagt da was anderes (zwischen 5-50 % Rezidive).

Danke für jede Antwort.

Antwort
von gerdavh, 744

Hallo, Du Armer - ich hatte selbst schon eine Leistenbruch-OP, hatte anschl. überhaupt keine Schmerzen. Da ist bei Dir ja wohl einiges schief gelaufen. Zu dem Bruch kann ich Dir aus der Erfahrung meines Mannes Folgendes berichten: Wenn man davon ausgehen kann, dass ein Patient eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche hat, wird da ein relativ großes Gitternetz eingepflanzt, was verhindert, dass neue Brüche entstehen. Es stabilisiert sozusagen. Mein Mann hatte nach seiner OP auch sehr starke Schmerzen im Leistenbereich, die er jetzt noch (nach 6 Jahren) immer wieder mal hat. Das sind Nervenschmerzen, gegen die man leider nicht machen kann (wurde ihm von mehreren Ärzten mitgeteilt). Vor jeder dieser OP´s unterschreibst Du auch, dass es zu dauerhaften Beschädigungen der Nervenbahnen kommen kann. Zu den Rezidiven kann man mit Sicherheit keine allgemeingültige Regel aufstellen - das hängt von einem davon ab, ob der Patient Übergewicht hat, ob er in seinem Beruf schwer heben muss oder wie stark die Bindegewebsschwäche ausgeprägt ist. Es tut mir leid, Dir nichts Hoffnungsvolleres mitteilen zu können. Alles Gute. Gerda

Kommentar von Leisten ,

Danke für deine Antwort. Es ist einfach schade, dass man im Jahr 2014 immer noch keinen Weg gefunden hat, dieses Problem zu lösen. Ich hoffe, dass das jetzt wenigstens 5 Jahre hält. Wünsch dir auch alles Gute (und natürlich auch deinem Mann). Grüße

Antwort
von kreuzkampus, 600

Ich versuche, Dir mit meiner Geschichte gedanklich weiterzuhelfen: Ich hatte vor gut 20 Jahren einen großen Leistenbruch rechts und einen beginnenden links. Da mir der Operateur auf nachfrage erklärte, daß die Heilung von zwei Seiten nicht länger dauert, als die von einer, habe ich beide gleichzeitig operieren lassen; und zwar nach guter alter Art: Die Stellen wurden beidseitig auf, nach meiner Erinnerung, ca. 10 cm Länge kräftig zusammengenäht. Das nach der OP jede Bewegung höllisch weh getan hat, habe ich den Doc gefragt, ob da was reißen kann, wenn ich mich bewege. Seine Antwort: "Was ich zusammengenäht habe reißt nie wieder." Eine Woche später bin ich beruhigt in einen Türkei-Urlaub geflogen. Meine Narbenwülste sind total weg, und gerissen ist nie wieder etwas. Ich bin jetzt 69. und dem Doc, Gott hab' in selig, bis heute für seine "klassische" OP dankbar. Mein Fazit: Nach allem, was ich über die minimalinvasiven Eingriffe und über die Netze gehört und gelesen habe, würde ich sowas bei mir ums Verrecken nicht machen lassen. Falls Du nochmal fällig werden solltest, empfehle ich, einen Chirurgen zu suchen, der den gesamten Bereich großzügig zunäht, und gut ist es. Wenn Dein Arzt sagt, daß eine OP den Leistenbruch nicht "heilt", hat er m.e. nur bedingt Recht. Richtig müßte es heißen: Wenn minimalinvasiv operiert /ein Netz eingesetzt wird, dann ist das keine Garantie für Dauer. Meine OP dagegen ist für Dauer. Frag' ihn mal, ob ich das richtig sehe. Alles Gute!

Kommentar von Leisten ,

Danke für deine Antwort. Ich bin ja mit der von dir beschriebenen Methode operiert worden. Gehalten hat das nur 3 Jahre. Diese OP hat mir sehr geschadet. Leider Nach den Ärzten im Krankenhaus schneidet diese Methode angeblich am schlechtesten ab, was Rezidive und Schmerzen angeht. Ich hoffe, dass du weiterhin rezidivfrei bleibst. Grüße

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