Frage von Phibamabe, 77

Fluspirilen ohne Aufklärung vom Arzt?

Ich bin seid einigen Wochen wegen Diabetes in ärztlicher Behandlung. Dazu kommt das ich leicht reizbar, ständig müde und antriebslos bin. Im Gespräch über ein Diabetesprogramm der AOK fragte der Doktor mich ob ich ein Problem mit Spritzen hätte. Das verneinte ich. Darauf sagte er nur, dann bekommen Sie gleich noch eine Spritze.... Soweit ok... Es erfolgte aber keine weitere Aufklärung... erst die Arzthelferin meinte nur; damit geht es Ihnen etwas besser.... ???? Daraufhin hab ich mal im Internet geschaut was >Fluspi< bedeutet.... SCHOCK ... Neuroleptikum, Einsatz bei Schizophrenie, Tourett , Epilepsie... von den Nebenwirkungen mal ganz abgesehen.... Nun war ich heute wieder in der Praxis... und habe mich beschwert das mit nicht gesagt wurde was ich da bekomme... die Antwort war nur: Ob ich ihm nicht vertraue!!! Außerdem stimmt das nicht... er hätte mich ja gefragt ob ich ein Problem mit spritzen hätte... das hätte als Aufklärung gereicht???? Ach ja... ich habe keine Veränderung meiner Symptome bemerkt.... außer Kopfschmerzen war alles wie immer :( Vielleicht würde mir ja ein entsprechendes Medikament helfen... aber muss ein Arzt mir nicht sagen, was er mir gibt? Ich bin ja nun keine 20 mehr, aber so etwas ist mir noch nie passiert... bis dato haben alle Ärzte mit mir abgesprochen was ich habe und wie die Therapie oder Medikamentöse Behandlung ausschaut. Meine Frage nun: Muss ich das so hinnehmen? ...und welche Erfahrungen gibt es mit diesem Medikament

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Antwort
von walesca, 75

Hallo Phibamabe!

Das würde ich so auch nicht akzeptieren! Am besten Du sprichst Deinen Arzt noch einmal deutlich darauf an und machst ihm freundlich (!) klar, dass Du vorher genau wissen willst, was er mit Dir machen will. Ist er nicht bereit, dies künftig zu beachten, dann würde ich den Arzt wechseln. Das kannst Du ihm ja dann auch in freundlichem, aber bestimmtem Ton "androhen". Oft reicht das schon aus, und Du kommst künftig besser mit ihm klar. Frag ihn doch auch mal genau, warum er Dir gerade dieses Medikament gespritzt hat. Dann wird er es Dir schon erklären und begründen. Oft sind Medikamente auch bei ganz anderen Krankheiten wirksam als im Beipackzettel steht!! Psychopharmaka werden z.B. oft bei Rückenschmerzen verschrieben, da sie dann auch schmerzstillend wirken!! Manchen Ärzten muss man aber wirklich alles erst "aus der Nase ziehen"!!

Alles Gute wünscht walesca

Antwort
von francis1505, 60

Bist du dir wirklich sicher, dass es dieses Medikament war? Bevor du die Pferde scheu machst, frag lieber erst nochmal nach.

Ansonsten hat der Arzt auf alle Fälle seine Aufklärungspflicht im höchsten Maße verletzt. Eigentlich muss er dich im Vorhinein aufklären warum er das gibt und welche Nebenwirkungen es haben kann (macht keine Sau, aber es ist eigentlich eine Pflicht des Arztes).

Und wie unten bereits erwähnt, manches wird verwendet, auch wenn es keine Zulassung für diesen Bereich hat. Aber gerade dann muss der Arzt dem Patienten genau erläutern warum er das jetzt ausprobieren möchte.

Eine Beschwerde bei der Ärztekammer ist wenig hilfreich, im Zweifel steht Aussage gegen Aussage. Rede nochmal mit dem Arzt und wenn er sich uneinsichtig zeigt, ist die größte Strafe für ihn, nicht mehr hinzugehen.

Kommentar von GeraldF ,

Die Auswahl des Präparates kommt mir hier auch "komisch" vor. Das ist ja nichts für eine "hausärztlich begleitende kleine Therapie einer depressiven Verstimmung". Ein Depot-Präparat zur Langzeitrezidivprophylaxe bei chronischer Schizophrenie. Das nimmt man üblicherweise bei Schizophrenen, bei denen man damit rechnet, dass sie entsprechende orale Präparate nicht zuverlässig einnehmen.

Entweder der/die Fragesteller(in) hat das tatsächlich verwechselt oder der Arzt hat nicht alle Latten am Zaun (oder uns fehlen hier entscheidende Informationen).

Kommentar von francis1505 ,

Der sog. Off-Label-Use ist gar nicht so selten. Man denke an all die Hochdruckpatienten, die ein Nitrospray zuhause haben. Das Spray hat gar keine Zulassung für die Blutdrucksenkung, wird aber wie Bonbons an alle verteilt.

Aber gerade in so einem Fall steht die Aufklärung über allem.

Kommentar von Phibamabe ,

Nein ich habe es nicht verwechselt. Als ich angesprochen habe wurde mir gesagt das schizophrene Patienten noch ganz andere Medikamente bekommen. Ich bin wie gesagt seid Anfang Dezember wegen Diabetes in Behandlung. Ich fühle mich ständig müde und ausgelaugt (große Familie - großer Haushalt - Ehemann in der Woche abwesend- Mutter -leicht pflegebedürftig Vater vor ein paar Monaten gestorben.....) Er meint und das ich mal "runterkommen" müsste --- Ich sperre mich ja nicht gegen eine entsprechenden Behandlung --- Allerdings denke ich das es da geeignetere Medikamente gibt und Fluspirilen nicht gerade das Optimum ist.

Kommentar von Phibamabe ,

Ja ich bin mir sicher das es sich um Fluspi handelt. Als ich ihn am Donnerstag darauf ansprach hat er es ja auch bestätigt. Mir geht es ja i Moment darum das er mir erst einmal nicht einmal gesagt hat was es ist und wofür. jetzt beim 2. Termin meinte er nur, weil ich mich ja sonst aufgeregt hätte !!! Und das ich im Internet geschaut hab, findet er, ist ein Zeichen, das ich ihm nicht vertrauen würde" Ich bin aber der Meinung, wenn mir jemand nicht sagt was er mir (und warum... denn von Depressionen war keine Rede bis jetzt) kann ich kein Vertrauen haben und muss mir ja meine Informationen irgendwo anders herholen. Zum Thema Nebenwirkungen meinte der Doktor übrigens nur... Ich solle mal den Beipackzettel von Aspirin lesen!

Kommentar von francis1505 ,

Das sind in einem Atemzug mehrere unqualifizierte Aussagen von einem Arzt. Ziemliche Unverschämtheit muss ich sagen.

Da aber jetzt ein großes Fass aufzumachen kostet mehr Zeit und Nerven als es am Ende einbringt.

An deiner Stelle würde ich den Arzt wechseln und die Sache ansonsten belassen.

Antwort
von bobbys, 50

Hallo,

du kannst ja den Arzt wechseln und dich bei der Ärztekammer beschweren und wenn du noch mehr willst,dann musst du dir einen Anwalt nehmen für Patientenrechte.

LG bobbys

Kommentar von walesca ,

Warum gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen? Erst einmal sollte man doch miteinander reden!! Das ist nach meiner Erfahrung oft viel wirksamer! LG

Kommentar von bobbys ,

im normal Fall würde ich das auch tun aber wenn mir jemand antwortet.................Außerdem stimmt das nicht... er hätte mich ja gefragt ob ich ein Problem mit spritzen hätte... das hätte als Aufklärung gereicht......... na da hört es ja wohl auf.LG

Kommentar von francis1505 ,

Ein guter Anwalt wird hoffentlich diesen Irrsinn ausreden. Der Arzt hat seine Aufklärungspflicht verletzt, aber das gilt es erstmal zu beweisen.

Als nächstes bleibt die Frage, ob durch die Behandlung dauerhafte Schäden eingetreten oder zu erwarten sind. Auch das muss man beweisen und da dann vor allem, dass dieser Schaden auf genau diese Behandlung zurück zu führen ist.

Immer gleich mit dem Anwalt zu drohen, ist absoluter Blödsinn.

Kommentar von GeraldF ,

Die Beweislast hinsichtlich der Aufklärung liegt bei dem Arzt. Er muss in einem Verfahren nachweisen, dass er den Patienten aufgeklärt hat. Standartisiert wird dies ja auf den üblichen "Aufklärungsbögen" dokumentiert - aber wie Sie richtig sagen: "macht (bei Medikamenten) keine Sau..." Es gibt hier also vermutlich kein zeitnahes Dokument, das das "Aufklärungsgespräch" dokumentiert. Das ist schlecht für den Arzt.

Den zweiten Punkt sehe ich genauso. Es ist vermutlich kein Schaden eingetreten und daher hat das Projekt wenig Aussicht auf Erfolg. Mit welchem Ziel auch ?

Kommentar von francis1505 ,

Im Endeffekt ist eine mündliche Aufklärung austeichend, die Doku erfolgt nur, damit ggf. nachgewiesen werden kann, was aufgeklärt wurde und der Patient dies auch mit seiner Unterschrift bestätigt.

Bei mündlichen Sachen steht immer Aussage gegen Aussage.

Kommentar von GeraldF ,

Ja, das sehe ich genauso. Bei mündlichen Sachen steht "Aussage gegen Aussage". Und das ist eben das Problem für den Arzt, weil er ja die Beweislast hat. Es heißt also hier nicht "im Zweifelsfall für den Arzt", sondern: "im Zweifelsfall hat kein ordentliches Aufklärungsgespräch stattgefunden". Das ist diametral zur Beweislast des Pat. bei einem vermuteten Behandlungsfehler.

http://www.aerzteblatt.de/archiv/74961/Arzthaftungsrecht-Aufklaeren-aber-richtig

Kommentar von francis1505 ,

Bleibt dann noch die Frage, ob der Schaden auf diese Behandlung zurück zu führen ist. Und wenn bei der Einmalgabe dieses Medikaments nur typische Nebenwirkungen aufgetreten sind, gibt es keinen Grund zum Anwalt zu rennen, da ja letzten Endes nichts passiert ist.

Kommentar von GeraldF ,

Ja, nachweisbaren Schaden gibt es keinen.

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