Frage von Cohibaz, 60

Was ist der Grund für Flüssigkeit im Knie?

Ich habe seit circa 1 1/2 Jahren Wasser im Knie, mal weniger und mal mehr wie auch zurzeit. Ich war auch schon bei mehreren Ärzten doch Entzündungswerte wurden keine festgestellt und Fremdorganismen auch nicht. Das komische ist jedoch dass, ich keine Schmerzen habe sondern nur ein Druckgefühl und Bewegungseinschränkungen. Zur Info: Ich bin relativ groß, sportlich und hatte keinen merklichen Unfall in der Knieregion. Ich würde gerne eure Meinungen hören da ich keine Interesse an einer OP habe.

Danke

Antwort
von Winherby, 60

Also es ist schon bemerkenswert, dass Dein Arzt Dich 1,5 Jahre mit einem mehr oder weniger stark geschwollenen Knie rumlaufen lässt und noch nicht zum MRT, mindestens aber CT,  geschickt hat.

Du schreibst, Du seiest rel. groß und sportlich.  Soll das heissen, dass Du tatsächlich Sport betreibst, oder lediglich, dass Du figürlich sportlich wirkst? Soll ich raten?  

Genauere Angaben wäre sehr hilfreich, aber die fallen unter Datenschutz?

Wenn Du also tatsächlich irgend einen Sport betreibst, - davon gehe ich jetzt mal spekulativ aus -, dann ist der Sport eventuell nicht der Sport, der für Deinen Körper geeignet ist. Denn viel Menschen betreiben mit viel Spass an der Freud eine Sportart, für die sie einfach nicht gebaut sind. Wenn so z. B. jemand gebaut ist wie ein Bulgarischer Gewichtheber, der aber furchtbar gerne Stabhochsprung betreibt, tja dann muss man sich nicht wundern, wenn öfters mal der Stab bricht. Da ist es aber nur der Stab der zerstört wird.

Bei Dir kann es der Gelenkknorpel des Knies / der Knie sein. Große (und schwere) Menschen sollten keinen Sport betreiben, der mit plötzlichen und vielen Stopps, Beschleunigungen und Richtungswechseln verbunden ist.

Zudem ist das Schuhwerk entscheidend. Je griffiger die Sohle ist, umso stärker sind alle Gelenke, aber besonders stark die Knie, betroffen.

Auf Grund Deiner dünnen Angaben in der Frage, ist weitere Spekulation jetzt erstmal unsinnig. Aber grundsätzlich tendiere ich zu der Grundmeinung, dass Deine Gelenkknorpel unter einer Fehlbelastung leiden. LG

Kommentar von Cohibaz ,

Erst einmal vielen Dank

Ich werde mich natürlich gerne noch detailierter Beschreiben

Also ich bin 17 Jahre, 1.92 m wiege knapp über 70 k und relativ dünn. Ich habe früher oft Fußball gespielt abet nie ein Problem gehabt. Auch mit geschwollenem Knie nehme ich am Schulsport teil was ein halbes Jahr Füßball und ein halbes Jahr Schwimmen war. Ansonsten gehe ich noch regelmäßig ins Fitnessstudio wobei ich auch Beintraining gemacht habe jedoch aus schlechter werdenden Resultaten des Knies, dies dann weggelassen habe. Im moment sind Sommerferien und ich belaste das Knie nur Minimal (nicht rennen und sehr viel laufen) es geht trotzdem nicht weg. 

Zu meinen Schuhen: Ich trage meistens Nike Roshe falls das hilft. Und Ja mein Arzt hat mir schob einen MRI empfohlen jedoch sind die Kosten immens hoch. Das Knie wurde zwei mal punktiert, beim ersten mal war erstmal 2 Wochen ruhe beim zweiten mal kam es direkt wieder. 

Wenn es eine Fehlbelastung wäre, dann müsste es doch von alleine weggehen? Ich hoffe die Informationen reichen. 

LG

Kommentar von Winherby ,

OK, Du bist noch recht jung, sehr groß, und sehr leicht. Beim früheren Fußball waren die Knie noch nicht geschwollen,- sehr gut. Im letzten Schuljahr also im Schulsport Fußball und Schwimmen gehabt, privat sonst noch Fitnesstraining (Kraftsport?), wobei, des Knies wegen, die Beine jetzt außen vor bleiben. Soweit, sogut.

 
Zum Alter: Es ist durchaus möglich, dass Du noch wächst. Hast Du im letzten Jahr selbst bemerkt, dass die neuen Klamotten eine Konfektionsgröße eine Nr. gewachsen sind? (Hosenlänge+Schuhgröße)
Es gibt Menschen denen die Gelenke bei Wachstumsschüben schwellen oder einfach schmerzen. 

Bei Deiner Größe sind alle Gelenke, der größeren Hebelkräfte wegen, stärker belastet, als bei kleineren Menschen. Da die Knie bei allen Menschen die stärkstbelasteten Gelenke sind, sind sie bei Dir halt bes. hoch belastet.

Falls Du auch viel Fahrrad fährst, obwohl Du nichts davon erwähnst, ist die Situation für die Knie besonders prekär, denn da kommt es sehr stark auf die korrekte Rahmengröße und Höheneinstellung von Vorbau und Sattel an, - das nur mal als Gedankenanstoß ins Blaue geschossen.

Im Fitness solltest Du die Beine ruhig trainieren, aber ausgewogen. Biceps Femoris und Quadriceps müssen im Einklang der Stärke zueinander stehen. Nur wenn diese wichtige Muskelbalance vorhanden ist, wird das Kniegelenk von den Muskeln korrekt geführt und somit der Gelenkknorpel geschont. Die Trainer in den guten Fitnessclubs haben Tabellen aus welchen hervorgeht, ob die Balance der Muskeln stimmt. Die gemessene max. Kraft des Quadriceps in Kg wird mit der max. Kraft des B.Femoris verglichen, die exakten Werte kenne ich nicht, aber ein gutes Studio hat solche Tabellen, auch für all die anderen Agonisten/Antagonisten.

Der Doc. soll Dich unbedingt ins MRT stecken, Kosten hin oder her. Bist Du über die Eltern privat krankenversichert? Weil Du die Kosten erwähnst. Oder hat der Doc. wegen seines geringen Budgets geweint? Es kann durchaus sein, dass Deine Kondylen im Knie nicht richtig ausgeformt sind. In diesem Fall sind die punktuellen Belastungen der knorpeligen Gleitflächen zu hoch und der Knorpel nimmt Schaden. Durch ein MRT kann diese Eventualität bestätigt oder ausgeschlossen werden, mit den jeweils passenden therapeutischen Folgemassnahmen.

Ähnliches gilt für die Kniescheibe, bzw. für deren Knorpelfläche. Auch da gibt es bei einigen Menschen Fehlformen, die dann zu Fehlbelastungen der Gleitlagerflächen und damit verbundenen frühen Abnutzungserscheinungen der Gelenkknorpel führen.

Daher führt mMn kein Weg am MRT vorbei, und zwar möglichst schleunig. Denn jetzt hast Du Ferien, kannst jeden Früh-, oder Spättermin annehmen. Sonst sind oft sehr lange Wartezeiten in diesen Radiologischen Einrichtungen die Regel.

 
In Sachen Schuhe: Diese Nike Roshe trägst Du tagtäglich, oder nur beim Sport? In meiner Antwort hatte ich nur die Sportschuhe gemeint, also die, die Du nur beim Sport trägst. Da ist es nämlich so;  je griffiger die Sohle und je stumpfer gleichzeitig der Boden ist, umso höher ist die dynamisch-physiologische Belastung der Knie. Also der Schlupf, der nicht am Boden stattfindet, der findet dann im Knie statt. Einer der Gründe, weshalb Fußballer in ihren Stollenschuhen so oft mit Bänder und Kreuzbandverletzungen geplagt sind. Gilt auch für alle Start-Stopp-Links-Rechts-Sprint-Sportarten wie Tennis und Badminton in der Halle. Dieses typische 

Bremsquitschen der Schuhsohlen auf dem Parkett, könnte man auch als Aua-Schrei der Knie deuten. Wirst Du nicht wissen: Früher wurde in Tanzsälen der Boden mit Sägemehl bestreut, weil der Boden dann nicht mehr so stumpf ist, damit die Tänzer nicht bereits nach dem dritten Tango auch noch  geschwollene Knie hatten.  

In Sachen Schuhe fällt mir grad noch ein: Hat der Doc sich mal um Deine Füße gekümmert? Falls Du wegen Fußfehlstellungen Einlagen haben müsstest, sind die Knie auch fehlbelastet, denn wenn unten die Basis nicht stimmt, ist darüber der ganze weitere "Überbau" schief.

So, das reicht für´s Erste was konkret die Knie angeht. Es gäbe aber durchaus noch weitere mögliche Gedanken und Zusammenhänge wie Lendenwirbelsäulenprobleme, häufige Halswirbelsäulenfehlhaltungen, Zähneknirschen und Kieferfehlstellung und auch zum Zahnstatus, aber das alles würde jetzt und hier zu weit führen. Da sollten sich aber auch die entsprechenden Ärzte um all die möglichen Ursachen und Zusammenhänge kümmern und vor allem engagieren, statt über die hohen Kosten zu lamentieren. Budget hin oder her.

Das Punktieren war ja bereits kompletter Unsinn, denn dass das Knie wieder volläuft war vorherzusehen. Falls sich in der Kniekehle ein weicher, aber dicker Knubbel bildet, eine sog. Bakerzyste, lass die nicht punktieren, denn die Zyste bildet sich danach ebenfalls wieder neu.  

So, Schluss jetzt, jetzt sind die Ärzte dran, bleib hartnäckig, lass Dich nicht einschüchtern und abwimmeln.
Alles Gute, Winherby

Kommentar von Cohibaz ,

Ich bin überaus dankbar für deine Hilfe, in Asien wo ich lebe gibt es einige Unterschiede mit dem Krankenversicherungssystem, aber ich werde trotzdem deinem Rat nachgehen. Dies ist aber auch ein generelles Problem da man die Ärzte nicht sehr gut einschätzen kann auch wenn es die besten des Landes sind. Aber das ist auch irgendwie persönliche Einschätzung von mir naja egal. 

Fahrrad fahren tu ich gar nicht und im Füßball hatte ich nie wirklich diese Belastungen außer ein Osgood Schlatter welches früher immer schmerzte (auch wegen des Wachstums).

Auch wenn es umständlich ist würde mich die Halswirbelsäulenfehlstellug interessieren da ich oft vor dem PC hocke welcher somit ein Segen als auch ein Fluch sein kann (habe auch manchmal und zurzeit leichte Nackenschmerzen)

Ich danke dir nochmal für deine Ausführliche Hilfe mal schauen wie es weiter geht

LG

Kommentar von Winherby ,

Ach Du lebst in Asien, ja das erklärt die Bemerkung zu den Kosten. Und je nachdem in welchem Land Du lebst, sind die Qualitätsschwankungen bei ärztlichen Leistung einzukalkulieren. Da sieht man doch mal wieder, wie gut es uns in unserem Deutschland doch geht, allem Gemeckere übers Gesundheitswesen zum Trotz.


Nun zum Nacken usw.: Du hast sicher schonmal den Begriff "Muskelkette" gehört und kennst auch deren Bedeutung. Das Gleiche Prinzip greift auch bei den Knochen und deren gelenkige Verbindungen.


Beispiel: Links hast Du einen Plattfuß, rechts aber einen Hohlfuß. Die Folge ist ein Beckenschiefstand, die Hohlfußseite steht höher. Dabei beschreibt das Becken von vorn/hinten betrachtet eine Schräge. Die darauf aufbauende Wirbelsäule gleicht das durch drei Gegenschwünge aus und lässt den Kopf mittig über dem Becken stehen. Diese Gegenschwünge nennt man Skoliosen. Diese Gegenschwünge kompensieren also die Schräglage des Beckens. Wäre dem nicht so, würde der Betroffene ja ständig mit schrägem Oberkörper durch die Welt laufen. Diese Kompensation ist natürlich gleichzeitige Fehlhaltung der Wirbelsäule (WS). Und diese Fehlhaltungen führen auf Dauer gesehen zu gesundheitlichen Störungen. Zunächst an der Muskulatur, die diese Fehlstellung als der aktive Teil unseres Bewegungsapparates herbeiführt. Die Knochen sind völlig passiv und machen nur das, was die Muskeln "sagen". Nach den immer stärker werdenden Muskelverkrampfungen sind meist die Bandscheiben an der Reihe. Denn die sind, durch die Bögen in der WS, einseitig stärker belastet, was zu frühzeitiger "Ermüdung" der Gewebestrukturen führen kann. Sind die Bandscheiben nach einiger Zeit zu dünn geworden, oder hat sich gar ein Prolaps ergeben, dann werden Nerven an ihren Wurzeln gereizt, da sie in der Enge nicht mehr ausreichend Platz haben. Geschieht dies direkt oben in der HWS, dann sind oft starke Kopfschmerzen die logische Folge, oder aber Kribbeln in die Arme/Hände und Gesicht. Durch diese Nervenreizungen weiter unten in der HWS/obere BWS kommt es zu Fehlimpulsen was sich durch entweder Fehlfunktion der den Nerven zugeordneten Organen und/oderMuskeln bemerkbar macht. Man hat also z. B. organisch Symptome, für die es keine erkennbare Ursache gibt, - es sei denn, man denkt beim Untersuchen auch an die WS.


So das war der Versuch eine Kette von unten nach oben zu beschreiben. Die Reihenfolge kann aber durchaus in umgekehrter Reihenfolge stattfinden:


Durch viel Distress wird manch einer zum Knirscher (nächtlicher Zähnepresser). Dies spannt die Kiefermuskulatur über Gebühr an. Die Kiefermuskulatur hat eine muskuläre Beziehung zur Nackenmuskulatur. [ Das hat vielleicht jeder schonmal schmerzhaft gespürt, wenn er ganz herzhaft gähnen musste und dabei gleichzeitig versuchte den Kopf zu drehen. Das gibt u. U. einen ganz heftigen Schmerz im Nacken. ] Die sich im Nacken aufbauende Verkrampfung versucht der Körper über eine Schonhaltung zu kompensieren. Dies wiederum beeinflusst die Kopfhaltung ungünstig, wird dann aber durch eine wiederum kompensatorische Haltung in der LWS ausgeglichen. Solange, bis die LWS dann schmerzhaft auf sich aufmerksam macht. Diese "Kreuzschmerzen" wiederum verändern das Gangbild indem meist kurze Schritte beim Gehen bevorzugt werden, denn dann schmerzt es weniger. Das hat Einfluss auf das ISG und auf die Beinmuskeln......, - muss ich weiterschreiben? Nein.


Kurzform: Negativstress macht Kreuzweh, oder Knieschmerz, oder Sprunggelenksbeschwerden, oder, oder ......


Es ist übrigens viel häufiger als man denkt so, dass ein Schmerz an einer genau definierten Stelle, eine fernliegende Ursache hat. So kann ein Knieschmerz seinen Ursprung in einer Fehlstellung der Zähne begründet sein. Da muss aber einer erstmal draufkommen. Leider wird dieses Wissen viel zu oft vernachlässigt und man doctert nur am Symptom herum, -und wundert sich dann womöglich noch, dass es nix bringt.


So, ich hoffe dieser mini-kurze Exkurs in die Physiologie des menschlichen Körpers erweitert Dein Wissen und hilft Dir weiter. LG

Kommentar von Cohibaz ,

Kurze Frage nochmal: Sind Abnutzungserscheinungen und Fehlbelastungen mit Schmerzen in der Regel verbunden, denn diese habe ich ja nicht. Denn in wie weit sieht man dies dann auf dem MRT. Und wie sollte ich erst einmal vorgehen mit dem Knie bis ich eine Diagnose habe? 

Danke

Kommentar von Winherby ,

Abnutzungserscheinungen, also die Arthrose schmerzt nur dann, wenn dabei entzündliche Prozesse im Gelenk (Arthitis) verbunden sind, oder auch dann, wenn die Arthrose den Gelenkknorpel so weit abgerieben und zerstört hat, dass die Oberfläche des Knochens unter dem Knorpel erreicht ist. Die unter dem Knorpel liegende Knochenhaut ist sehr stark enerviert und ist daher extrem schmerzempfindlich.

Eine Fehlbelastung kann auch Schmerz verursachen, aber dann schmerzt nicht etwa der fehlbelastete Knorpel, sondern die beteiligten und meist verkrampften Muskeln und Sehnenansätze im Bereich des Gelenkes.

Dein Druckempfinden und auch die Bewegungseinschränkung sind durch das raumfordernde Wasser im Knie bedingt.

Tja, - was ist jetzt zu tun, gute Frage.

Zuerst mal würde ich an Deiner Stelle versuchen herauszufinden, was es ist, das Dein Knie überlastet (falls es nur ein Problemknie ist). Es muss eine Ursache geben! 

Test:  Stell Dich mal ganz locker vor einen Ganzkörperspiegel und versuche zu erkennen, ob Deine Hüftknochen in der Waage stehen. Es kann sein, dass Du einen Hüfthochstand auf einer Seite hast. Das Bein unter der höheren Seite ist dann auch höher belastet. Wenn Du, oder eine behilfliche Person, einen Hüfthochstand erkennt, dann muss der Arzt untersuchen woher dieser rührt und diese Ursache beseitigen.

Permanent:  Desweiteren solltest Du das Knie immer nur normal belasten, also nix extra Belastendes machen. 

Niemals: Auch nicht in die Hocke gehen, denn dabei werden die Hinterhörner der Menisken sehr stark gedrückt und können dabei,- bei entsprechenden Vorschäden-, abscheren. Auch beschädigte Menisken können Knieschwellung verursachen.

Täglich mehrmals: Außerdem könen entlastende Phasen sehr positive Auswirkung haben. So z. B. auf einen Tisch ö. ä. setzen und einfach nur mal für ca. 10 Min. leicht und locker mit den Unterschenkeln schlenkern. Das bringt leichten, entlastenden Zug ins Knie und regt die Produktion der Synovia an. 

Gerne oft:  Auch das Schwimmen kann entlastend wirken, aber nur wenn die Beine locker auf-/ab bewegt werden, ähnlich wie beim Kraul, also nicht den Scherenschlag durchführen.

Erstmal testen: Ein Versuch mit kühlenden Umschlägen kann nichts schaden, auch wenn keine Entzündung im Knie zu Gange sein sollte. Einfach mal ein kühl-feuchtes Handtuch drumschlagen, locker liegen, wenn möglich eine Knierolle drunter und erspüren, ob das Knie mit einem wohltuenden Gefühl  "danke" sagt. Wennes danke sagt, mach es zwei-dreimal tgl.

Permanent:  Eine Bandage mit elastischem Wickel wirkt eigentlich immer entlastend und wohltuend . Mach die elastische Binde gut feucht, wickele sie von unten nach oben mit nur leichtem und angenehm (wichtig!) anzufühlenden Zug mit einer jeweils halben Überlappung pro Umwicklung. Während danach die el. Binde trocknet zieht sich das Stoffgewebe zusammen und wird dabei dann straffer. Wenn Du Dich während der Trocknungszeit auch noch hinlegst und das Bein zusätzlich hochlagerst, ist der Effekt nochmals deutlich stärker. Ist die Bandage dann getrocknet, lass sie am Knie und geh Deiner Wege. Die feuchte Wicklung zwei bis dreimal tgl. erneuern, nicht etwa den alten getrockneten Wickel drum lassen nur wieder nass machen.

Testen: Quarkwickel und/oder Weißkohlblätterwickel wirken abschwellend. Wenn die Möglichkeit besteht einfach testen, was von beidem besser wirkt, die Einen sagen so, die Anderen so. Kann auch Sauerkraut als Kohlwickel genommen werden, wenn kein frischer Kohl am Markt ist. Günstig hat sich solch ein Wickel über Nacht erwiesen.

In der Nacht: Nachts hilft eine Knierolle das Knie zu entlasten. Eine geeignete Rolle kann jeder selber herstellen durch zusammengerollte Badetücher oder ähnliches. Sie sollte so dick gerollt werden, dass das Knie dann einen etwa 30° Winkel einnimmt, wenn es locker auf der Rolle liegt. Bei etwa 30° ist im Knie am meisten "Platz", das hängt mit der Anatomie des Gelenkes zusammen. Jedenfalls wirst Du ein entspannend, angenehmes Gefühl bei dieser Lagerung verspüren. Gut wär noch gleichzeitig der Kohl- oder Quarkwickel, mindestens aber ein trockener Wickel.

Ja und dann so rasch wie möglich das MRT, damit endlich Licht ins Dunkel kommt und die richtige, passende Therapie einsetzen kann.

LG

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