Frage von HansjuergenBodd, 73

Fitnessstudio zwingend notwendig?

Hallo,

bin Anfang 20 und habe ziemliche Probleme mit der HWS in Richtung Schmerzen und Schwindel. Seit 2 Jahren gehe ich auf Rat meines Orthopäden ins Fitnesscenter und seitdem geht es mir ein gutes Stück besser mit immer mal kleineren Ausfällen.

Jetzt habe ich allerdings das Problem, dass ich den Spaß am Fitnesscenter verloren habe und lieber wieder Tennis (nach 8 Jahren Pause) spielen würde. Allerdings möchte ich natürlich nicht, dass es mir wieder schlechter geht, daher meine Frage ob man mit 2-3 x pro Woche Tennis und 2-3x Eigengewichtsübungen ohne Geräte (also Liegestütze, Kniebeugen, Seilspringen, etc) auch eine gewisse Muskelmasse aufbauen bzw halten kann oder ob man dafür zwingend ins FS muss ?

Mir geht es nicht darum wie ein Muskelprotz auszusehen, wichtig ist nur, dass ich fit/gesund bleibe und eine zumindest leicht/mittlere Muskelmasse vorhanden bleibt.

Grüße HJB

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo HansjuergenBodd,

Schau mal bitte hier:
Sport Gesundheit

Antwort
von Winherby, 38

Hallo HJB,


ob das Studio sein muss, oder ob ein Training gegen die Gravitation reicht, kann hier vermutlich niemand sagen, denn es kommt dabei sehr auf die momentane Leistungsfähigkeit Deiner trainierten Muskeln an. Natürlich ist das Gewicht des Körpers dabei genauso wichtig. 

Beispiel: Angenommen Du machst 3 x 10 Wiederholungen auf der Beinpresse bei 180 Kg, Du selbst wiegst aber nur 90 Kg, dann würde ein Training ohne Maschine auf Dauer zum Rückgang der Leistungsfähigkeit führen. Auch wenn Du versuchen würdest durch 3 x 20 Kniebeugen das Defizit auszugleichen, wäre das Ergebnis ein anderes, es ginge mehr in Richtung Ausdauer. Wenn Du dieses zugegeben einfache Beispiel auf die von Dir trainierten Muskelgruppen überträgst, kannst Du nun vielleicht selbst in etwa berechnen, was Dir ein Training ohne Geräte bringt.

Bist Du bereit ein wenig Geld zu investieren (?, -statt Studiobeiträge), dann kannst Du Dir eine kleine Ausstattung für zu Hause anschaffen. Kurzhanteln, Gewichtsmanschetten, Therabänder, Expander & Co. leisten auch recht gute Dienste, wenn sie geschickt eingesetzt werden. Für viele Menschen ist dann allerdings die nötige Trainingsdisziplin das größere Problem.

Hattest Du bereits ärztliche Verordnungen über KGG? Das ist die Krankengymnastik am Gerät. In einer entsprechend ausgestatteten Praxis/Rehaeinrichtung zeigen Dir dann die Physios für Dich wichtigen und richtigen Trainingsformen gegen Dein HWS-Problem. Und exakt dieses eingeübte Training, und nichts anderes, solltest Du dann in Eigenregie in einer Muckibude fortführen.

Wichtig: Es sind zum Teil große Unterschiede, ob Du gegen bestehende HWS-Beschwerden den Muskelaufbau nach Anleitungen eines Physio machst, oder nach Anleitung eines Kraftsportlers machst. 

Falls Dir Dein (behandelnder?) Arzt Dir bisher keine Verordnung über eine Serie KGG geschrieben hat, und Du nur nach Anleitung eines anderen Sportlers Deine Trainingseinheiten machst, ja dann kannn dies der Grund sein, weshalb Deine Probleme nicht längst restlos verschwunden sind, - obwohl dies in Deinem Alter prinzipiell noch zu erwarten ist. Ohne den ersehnten vollständigen Erfolg ist auch zu verstehen, dass dieses Krafttraining nun wirklichen keinen Spass mehr macht.

Soviel dazu,  jetzt muss ich leider noch ein gaaanz fettes ABER anfügen, es wird Dir auch ganz sicher nicht gefallen: Wenn Du für Deine Wirbelsäule etwas wirklich Gutes tun willst, dann lass bitte um Gottes Willen das Tennisspielen sein.

Glaube mir, es gibt nicht viele andere Sportarten, wo die beweglichen Teile eines Körpers stärker malträtiert werden, als wie beim Tennis. Wobei es natürlich Unterschiede gibt zwischen Talent, Ehrgeiz, Spieltechnik und Boden (Halle ist am schlimmsten). Du glaubst nicht, wieviele Patienten ich in den Händen hatte, die sich ihren Gesundheitszustand beim Tennis, ähem ...... negativ beeinflusst hatten, - um es mal zurückhaltend zu formulieren. Wärst Du 60+, dann würde ich dies so nicht geschrieben haben, denn in unserem Alter wollen wir eher den Zeitvertreib mit leichter Bewegung verbinden. In Deinem Alter will man noch siegen, möglichst immer siegen. Entsprechend engagiert ist der Einsatz, entsprechend schmerzhaft oft die Folgen. Glaubs mir, ich war auch mal 20 Jahre jung. 

So, nun wünsche ich Dir zum Schluss viel Charakterstärke, Intelligenz und Einsicht, um meinen Rat zu Deinem Wohl zu verwenden, lG











Antwort
von dinska, 38

Fitnessstudio ist nicht zwingend notwendig, wenn du konsequent regelmäßig Übungen machst.

Eigengewichtsübungen sind sehr gut, aber auch Hanteltraining oder Kettleball, mit Bändern und Beinmanschetten.

Man braucht nicht unbedingt Maschinen, eine kleine Grundausstattung wäre aber nicht schlecht und die muss auch nicht viel kosten. Anfangs kann man für Hanteln auch gefüllte Wasserflaschen nehmen.

Bei Muskeltraining muss man beachten, dass man den Muskeln Zeit zur Regeneration geben sollte, also nur aller 48 Stunden trainieren, 2-3 mal die Woche.

Antwort
von HansjuergenBodd, 25

Danke für die Antworten.

Rehasport kommt für mich ehrlich gesagt nicht in Frage, dafür bin ich dann vielleicht doch etwas zu jung. ich hatte schonmal Krankengymnastik, dort hat man mir aber eigentlich nur 1 Übung gezeigt und empfholen meine Haltung zu verbessern. KGG ist meinem Orthopäden wahrscheinlich zu teuer.

Bei den doch sehr hohen Studiogebühren von 60+ € (Studentenpreis) erhält man von einem/r Fitnesskaufmann/frau (?) regelmäßig einen Trainingsplan.

Hohe Gewichte stämme ich nicht unbedingt. Ich bin 195 cm groß und wiege 90 Kilo und ich glaube bei keiner Übung, selbst bei Beinübungen übersteige ich diese Kilos.

Das Tennis scheinbar nicht gut ist überrascht mich jetzt doch ein wenig. Wegen den Schlagbewegungen ? Habe eigentlich nicht den Anspruch an Turnieren teilzunehmen, sondern die Sportart nur als Ausgleich und für Kraftausdauer 2-3 x pro Woche zu betreiben ( je 30-45 min Liegestütze, Seilspringen etc und 1 Std auf dem Platz ca). Ist das auch schon bedenklich? Wenn ja, wie siehts mit Kampfsport wie Jiu Justsu aus ? Habe halt derzeit trotz Fitnesscenter überhaupt keine Ausdauer


LG

HJB     

Kommentar von Winherby ,

Hallo HJB,

ich nochmal. 

Zum Tennis: Kurze Sprints, dazu  viele harte Stopps bringen höchste Belastungen für Sprunggelenke und deren Bänder und auch für die Achillessehne.  Die Kniegelenke sind noch stärker bedroht, die Patellasehnenansätze, die Kreuzbänder und die Strukturen um das Tibiaköpfchen sind häufige Opfer eines zu beherzten Einsatzes und einer unzureichenden Vorbereitung. Auch die Aduktoren machen häufig Probleme.

Das Schlagen ist ebenfalls nachteilig für viele Gelenke. Die Rotatorenmanschette des Schultergelenkes macht sehr oft Probleme,  besonders der Aufschlag belastet dort sehr hoch. Die Vorhand belastet weniger den Arm, eher die WS durch die entstehende Rotation, ausgelöst durch die Wucht der Vorhandschläge. Schäden an der WS vom Bandscheibenschaden bis hin zur Spondylolistesis sind möglich. Die Rückhand belastet dagegen eher die Muskeln rund um den Ellenbogen.

All diese Schäden/Probleme müssen nicht auftreten, sind aber typisch bei vielen Tennisspielern. Glaub es mir, ich habe mehr Tennisspieler behandelt, als Fußballer oder Handballer, obwohl 
es ganz sicher deutl. mehr Fußballer gibt. 

Ob es zum gesundheitl. Problem bei Dir kommt oder nicht, hängt von sehr vielen unterschiedlichen Parametern ab. Dein Ehrgeiz, die Qualität Deines Bindegewebes, Dein Spielstil, die Qualität der Bewegungsabläufe und der Schlagtechnik, gute Vorbereitung durch Aufwärmen und Dehnen, Qualität des Sportgerätes, der Boden des Spielfeldes und noch einiges mehr. 

Pauschal sage ich nur, je mehr all dieser einzelnen Punkte optimiert sind, umso geringer das Gesundheitsrisiko. Und damit sind wir bei der Krux an der Sache: Dies ist in aller Regel nur bei professionellen Spielern der Fall. Die gewaltige Mehrheit aller Sportschäden entsteht im Hobbysport. Dort wird die eigene Belastungsfähigkeit gerne mal überschätzt, bei gleichzeitig unzureichender Vorbereitung.

Dein Studio nimmt aber sehr heftige Preise, bei uns geht´s ab 19,95 €/mtl. los, falls sich da nichts geändert hat. Die Qualität der Fitnesstrainer ist fast überall zu bemängeln, gerne werden Sportstudenten genommen. Deren Kenntnisse bzgl. geschädigter Gelenke/WS halten sich meist in sehr engen Grenzen, daher argwöhne ich auch in Sachen Trainingsplan.  Auch gerne werden Leute als "Trainer" eingestellt, die bisher nur als langjährige und sehr beliebte Kunden im Fitnessladen auffielen und sich dort gut auskennen, -hab ich selbst erlebt.  Apropos Trainingsplan: Du glaubst, dass Du keine Übung bei mehr als 90 Kg machst? Die einzustellenden Kilos müssen doch im Plan stehen, sonst geht´s doch nicht.

Auch daher nochmal meine dringende Empfehlung: Geh zu einem guten Orthpäden und lass Dir KGG verordnen. Kosten hin oder her, er muss Dich adäquat zu den Problemen behandeln. Sag ihm von Deinem bisherigen Training und weise auf die nicht beseitigten Beschwerden hin, -ruhig leicht übertreiben. Geh möglichst zu Beginn eines Quartals, da haben die Ärzte noch genug Ressourcen im Budget. 

Du studierst nicht zufällig in Köln?? Könnte Dir hier die Top-Adressen nennen.

Zum "Jiu Justsu" kann ich nichts sagen, kenne ich nur vom Hörensagen, aaaaber: 

Bei Deiner Körperlänge empfehle ich generell keine Sportarten, die mit schnellen und ruckartigen Bewegungen ausgeführt werden müssen. Denn bei 190 cm Länge hast Du aufgund deutl. höherer Hebelkräfte und Lastarme deutl. höhere Belastungen auf Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern, wie jemand der z. B. nur 170 cm lang ist. Aber Deine Gewebefestigkeit, also die Qualität des Bindegewebes, ist durch Deine Länge nicht automatisch besser, als die des kleineren Menschen. Also sind all diese Strukturen deutl. stärker gefährdet, als bei kleineren Zeitgenossen. 

Wenn ich einen Sport empfehlen soll, der im Schwerpunkt die Ausdauer optimieren soll, der aber doch nicht so öde wie das Gejogge oder der Ergometer ist, dann rate ich gerne zu Intervall-Lauftraining. Warmlaufen, Stretchen, dann Ausdauer mit Sprints, stets  im Wechsel. Dazu zwischendurch Liegestütz und Kniebeugen, auch gerne mal ein Theraband mitnehmen und div. Krafteinheiten zwischenschalten. Anleitungen für das Theratraining gibt´s auf den übl. Videokanälen im Net., aber meist auch beim Kauf des Therabandes, schau mal in die "Bucht", dort habe ich meine Bänder inc. Anleitung ersteigert.

 Möglichst mit Pulsuhr oder Uhr mit Sekundenzeiger trainieren, damit den Puls nur nach den Sprints kontrollieren und cool downen, währenddessen leicht dehnen, dann die nächste Einheit. Du kannst dabei frei wählen, ob Du mehr Ausdauer oder Kraftanteil ins Training einbaust.  Mach es so wie es Dir Spass macht, es gibt da keine festen Trainingsregeln. Außer; vorher gut aufwärmen und nach dem Training vorsichtig dehen.

Soweit für heute, wenn weitere Fragen sind, her damit, lG

Antwort
von AliceF, 28

Es gibt auch die Möglichkeit "Rehasport / Funktionstraining" beim behandelnden Arzt bei medizinischer Notwendigkeit verordnet zu bekommen. 

Beim "Rehasport / Funktionstraining" trainierst Du in einem dafür zugelassenen Verein unter Aufsicht von qualifizierten Trainern. 

Dein Arzt füllt den Antrag auf "Rehasport / Funktionstraining" (Muster 56) aus, die Genehmigung bei der Krankenkasse ist in der Regel simpel und schnell.


Antwort
von Roudette, 1

Guten Tag!

Nein, meiner Meinung nach ist für das Training nicht zwangsläufig ein Fitness-Studio notwendig, denn sehr viele Übungen lassen sich mitunter auch Zuhause ausführen, indem gewisse Gegenstände etc. aus dem Haushalt und Alltag umfunktioniert werden. 

Eventuell bist du ja auch gar nicht so schlecht beraten, wenn du dir mal bei http://www.testberichte-blogger.de/online-fitnessprogramme-test-vergleich die verschiedenen Fitnessprogramme im Internet ansiehst. Eventuell ist ja dann doch eines dabei, welches deinen Erwartungen entspricht, dabei. 

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