Frage von Patient71,

Extreme Schmerzen nach Leistenbruchoperation

Ich wurde vor 7 Tagen wegen eines kleineren Leistenbruchs operiert, und zwar mit der offenen Methode und Einsatz eines Kunststoffnetzes. Normalerweise solte ich paar Stunden später schon nach Hause gehen können, aber die Schmerzen waren so groß, dass ich insgesamt 4 Tage im Krankenhaus lag und intravenös Novalgin bekam. Zusätzlich erhielt ich noch COX2-Hemmer und Ibuprofen. Ein Arzt sagt, es wäre ungewöhnlich, so starke Schmerzen zu haben, wusste aber nicht warum. Ein anderer Arzt (Chirurg) sagte, ich sei halt empfindlich. Der mich operiert hat, wusste auch nicht, warum ich immer noch Schmerzen habe. Letztendlich weiß es kein Arzt, aber vlt. hat ja jemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht.

Also im Liegen auf dem Rücken geht es mittlerweile so einigermaßen. Manchmal fühlt sich das Bein kalt und wie halb eingeschlafen an. Die Region im Schambereich ist teilweise taub und fühlt sich auch kalt an (innerlich). Manchmal, wenn ich drüberstreiche, fühlt es sich an wie tausend Nadeln. Der Hauptschmerz sitzt jedoch nicht in der Leiste sondern im Bauch (einseitig, rechts) über der Narbe, als ob der Eierstock schmerzen würde. Der kanns aber nicht sein, ich war bei 2 Frauenärzten, die sich das gründlich angeschaut haben und nichts gefunden haben. Beim Hinsetzen geht so ein ziehender Schmerz durch den Bauch rechts bis in zur Hüfte. Der Hüftknochen tut auch weh, wenn ich mich rechts drauflege. Es wird aber auch nicht mal besser, sonst hätte ich ja Hoffnung, dass der Schmerz verschwindet, aber er ist seit Tagen gleich schlimm. Ich bin schon total am Boden, weil mir auch die Ärzte nicht helfen können, ich versteh das nicht. Ohne Schmerzmittel (Novalgin und Ibuprofen) würde ich wahrscheinlich den ganzen Tag nur schreien. Wer hat Tipps außer zum Arzt gehen, denn die habe ich ja schon mehrfach konsultiert? Bin verzweifelt.

Antwort von anonymous,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo Patient 71, Leistenbruchoperationen haben ein ca. 15 % hohes Risiko mit anschließenden chronischen Schmerzen weil große Gefahr besteht, dass Nerven im Operationsgebiet verletzt werden. Zunächst Ruhe bewahren und mindestens 6 Wochen abwarten, ob Schmerzen wieder verschwinden. Wenn nicht, dann zum Spezialisten für diese Art von Schmerzen. Dort sollte zunächst mit einer Wurzel-Infiltration (PRT) festgestellt werden, ob Schmerz neuropatische Ursache hat. Wenn ja, dann sollte versucht werden mit Schmerzmedikamenten (z.B. Lyrica) eine Schmerzreduktion auf max VAS 2-3 zu senken. Finger weg von Morphinen, das ist auf Dauer keine Lösung ! Wenn das alles nicht hilft, dann sollte man zu Spezialisten für ein neues neuromodulatives Verfahren gehen (Ganglionstimulation), andere neuromodulative Verfahren funktionieren meist nicht. Es gibt dafür nur wenige Experten in Deutschland, jedoch sehr hohe Chance für massive Schmerzreduktion. Bei Interesse für Adressen bitte wieder melden. Grüsse

Antwort von anonymous,

Also ich hatte ein Dreivierteljahr die probleme das ich nach einer Leistenoperation(19.02.2013 in Bielefeld) starke Schmerzen bei jedem Bewegungsablauf und Juckreiz im ganzen Körper hatte.Es war für alle Ärzte ein unnatürliches Erscheinungsbild(Habe ca. 15-20 Ärzte und schon 4 Krankenhäuser hinter mir) äußerlich war nix festzustellen, selbst Kernspinuntersuchung und mehrmalige Ultraschalluntersuchungen haben nichts angezeigt die Operationswunde zeigte auch nix an (Keine Schwellung keine Rörungen in dem Bereich).Ich habe dann die Operation in einem Krankenhaus eingefordert das man mir das Netz wieder herausoperiert da ich ja die Probleme seit der ersten OP hatte. Bei der Operation hat man dann bei mir festgestellt das der Ambulant operierende Chirurg einen Samenleiter und einen Nerv mit an das Netz eingearbeitet hat und das unheimlich starke Vernarbungen rund um den Op-Bereich waren.Zusätzlich hat man das Netz nach Aachen zur einer Untersuchung geschickt, und siehe da das Netz hat auch starke anhaftungen von Narbengewebe und selbst von dem Nerv waren noch anhaftungen vorhanden. Also ich kann nur sagen hätte ich die 2 OP nicht eingefordert würde ich mein Lebenlang mit Schmerzen und Juckreiz im Körper rumlaufen müßen.Man hätte es ohne die von mir eingeforderte OP nie feststellen können laut 2 tem behandelnden Chirurg. Es war ein langer Weg aber ich habs fast geschafft die Schmerzen werden langsam erträglich(Neue Schmerzen nach größerem 2 Eingriff) der Juckreiz ist langsam auszuhalten(2 OP war am 13.12.2013) es wird Tag für Tag besser. Gruß Frank

Kommentar von Louis,

gerne würde ich den weiteren Genesungsvorgang von Dir geschildert lesen. Bist Du die Schmerzen jetzt los oder wie ist der Stand ? Was hast Du noch unternommen,was hast Du noch vor ?Hast Du einen Experten kennengelernt ?Gruß Louis

Antwort von Patient71,

Frage erledigt:

Ein halbes Jahr später war ich die Schmerzen endlich los. Geholfen hat mir ein Schmerztherapeut. Dieser war der Überzeugung, dass die Schmerzen von verkürzten Muskeln kämen, bedingt durch sitzende Tätigkeit. Behandelt hat er mit Stoßwellentherapie und Akupunktur - erfolgreich. Nach nur 2 Wochen war ich völlig schmerzfrei. Die Schmerzen kamen zwar in schwächerer Form Wochen später nochmal, jedoch konnte ich diese durch die Dehnübungen, die mir der Arzt gezeigt hatte, beseitigen.

Antwort von jackD,

Sofort zu einen neuen Arzt und nicht zu lange warten. Habe selbst einen Leistenbruch hinter mir wo leider etwas schief gegangen ist. Wäre ich direkt zum Arzt wäre es vielleicht anders gelaufen

Antwort von zwerglein,

Hol dir eine Überweisung , und stell dich bei einem Chirurgen vor , der hat Ahnung davon , mehr wie Allgemeinmediziener.warte nicht zulang!!!

Kommentar von Patient71,

Beim Chirurg war ich auch schon. Jetzt ist es zwischenzeitlich zwar besser, aber jetzt habe ich wieder die Schmerzen, die ich vor der OP hatte.

Antwort von MadDoc,

Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte arrogant und frech, dass da ein Arzt während der OP einen Nerv verletzt hat. Ich kann mich zwar irren, aber zumindest liest sich das so.

Du hast ein Recht auf Einsicht in Deine Patientenunterlagen, also auch in die OP Protokolle. Lass Dir Kopien davon und eine Zweitmeinung von einem anderen Facharzt geben. Im Zweifelsfall rate ich zusätzlich zu einem Fachbefund vom Neurologen. Und je nach dem, wie dann das Gesamtbild aussieht, wäre ein guter Anwalt die nächste Stelle, an die Du Dich wenden solltest...

Antwort von doktorhans,

Da es sich offensichtlich um Nervenirritationen durch die OP handelt, hilft ein Austausch in folgendem Portal vielleicht weiter: http://www.patienten-selbsthilfegruppen.de/forum/index.php?page=Thread&threa...

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