Frage von hailey87, 137

Extrasystolen - was hilft dagegen und welche Ursache könnte es haben?

Hallo und einen guten morgen😊 Habe seit Monaten immer wiederkehrend extrasystolen. Es ist komisch. Sie sind eine Woche weg, dann habe ich sie wieder für eine Woche. Immer abwechselnd.erst dachte ich evtl vom venlafaxin oder der pille aber die nehme ich ja schon länger. Magnesium und Kalium Spiegel sowie Vit. B12 waren im Normalbereich. Dann dachte ich an einen eingeklemmten Wirbel. Auch nach dem einrenken traten die extrasystolen wieder auf. Lz ekg ergab 6600 Ves und 2 couplet. Bevor die Beschwerden auftraten (ca 2 monate zuvor) hatte ich herzecho, Ultraschall und Belastungsekg gemacht. Da war alles ok. Die Ärzte meinen die extrasystolen seien nicht schlimm und man kann damit leben. Mich stören sie allerdings sehr. Hat jemand denn zufällig noch einen Tipp wo sie herkommen könnten? Ich bin langsam wirklich ratlos. Vielen Dank schon mal im vorraus!

Antwort
von TIm9841, 109

Ebenfalls einen guten Morgen :) Extrasystolen sind (wie schon von ihren Ärzten gesagt wurde) nicht schlimm, beziehungsweise in den meisten Fällen unbedenklich. Da das Ultraschall, die Echokardiographie und das EKG nach Aussage der Ärzte in Ordnung war, sollten Sie sich daher nicht allzu große Sorgen machen. Eine sehr häufige Ursache für Extrasystolen kann im übrigen auch Unausgeglichenheit und psychischer Stress sein. Diesen bezeichnet man dann als Distress was nichts anderes heißt als "schlechter bzw schädlicher Stress). Eventuell könnte dies bei ihnen eine Rolle spielen, was ich aber nur vermute, da ich selbst nicht weiß ob sie unter Druck stehen oder viel gestresst sind. Eine Möglichkeit zur Behandlung von Extrasystolen gibt es zwar, jedoch sollten sie sich fragen ob es so unerträglich ist, dass sie diese Behandlungsmethoden angehen wollen. Bei einer medikamentösen Behandlung ist in vielen Fällen die Einnahme eines Betablockers, sowie die Einstellung des Kaliums im Blut auf Werte im oberen Normbereich (da Kalium den Herzrhythmus stabilisieren kann), der erste Schritt. Da Sie scheinbar ansonsten jedoch rund um das Herz gesund sind, könnten sie ein Antiarrhythmikum wie Flecainid oder Propafenon zum Einsatz kommen lassen, was in der Regel allerdings nur bei supraventrikulären Extrasystolen sinnvoll ist. Für Rückfragen stehe ich ihnen gerne zur Verfügung. Einen schönen Freitag Morgen wünsche ich ihnen! :) MFG: Tim

Kommentar von Hooks ,

Bei Stress fehlen i.d.R. Magnesium und die B-Vitamine (ganzer Komplex, nicht nur B12) und sollten in ausreichender Menge zugeführt werden, sie sind meist zu niedrig dosiert.

Antwort
von GeraldF, 76

Hat jemand denn zufällig noch einen Tipp wo sie herkommen könnten?

Sagt das LZ-EKG ja schon: Aus den Ventrikeln (das V in VES steht für ventrikulär). Wo genau, kann man meist im 12-Kanal EKG erkennen, wenn man denn zufällig eine erwischt.

Die Ursache ist eine fokal gesteigerte Automatie im Herzmuskelgewebe. Im Prinzip hat jede Herzmuskelzelle das Potential spontan zu depolarisieren und einen Herzschlag zu initiieren. Sie tut das aber nicht, weil sie zuvor durch ein übergeordnetes Schrittmacherzentrum bereits erregt wurde und somit quasi "resetted" wurde. Bei einigen Herzmuskelzellen funktioniert dieser Mechanismus nicht und es kann vereinzelt zu Extraimpulsen kommen, die dann unter bestimmten Bedingungen zur VES werden. Früher dachte man, dass sei gefährlich und hat alles mögliche dagegen unternommen. Heute wissen wir, dass diese VES harmlos sind (wenn das Herz sonst in Ordnung ist).

Einrenken und "eingeklemmte Wirbel" (was immer das sein soll) haben damit nichts zu tun. Venlafaxin und die Elektrolytverschiebungen können eine Rollen spielen und VES triggern.

Das beste ist, nichts zu unternehmen, weil angesichts der Harmlosigkeit dieses Phänomens selbst eine medikamentöse Therapie eigentlich gar nicht gerechtfertigt ist. Ganz abzuraten ist von invasiven Methoden (Ablation). Hier kippt die Nutzen-Risiko-Abwägung völlig.

Antwort
von Sallychris, 66

Hallo,

ich habe schon seit 1995 Herzrhythmusstörungen (HRS) die oft sehr heftig sind und starke Begleiterscheinungen bringen.

Vom Kardiologen wurden alle Untersuchungen durchgeführt und auch ein Herzkatheter wurde im Krankenhaus geschoben. Alle Untersuchungen konnten nicht klären woher diese HRS kommen und man konnte mir nicht sagen, was ich dagegen unternehmen kann. Die HRS wären harmlos und das obwohl sie mich regelrecht ausschalten - bin zu nichts fähig wenn sie da sind, kann nur noch auf dem Sessel sitzen oder im Bett liegen mit erhöhtem Kopfteil und abwarten.

Lange Zeit half ich mir mit dem Schüssler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum - bei starken Beschwerden alle halbe Stunde 1 Tablette im Mund zergehen lassen. Vor zwei Jahren war dies nicht mehr ausreichend und ich bekam Crataegutt novo (Weißdorn) 1 x tägl. 1 Tablette und Tromcardin complex 2 x 1 Tablette täglich. Einigermaßen konnten die HRS damit erleichtert werden und wenn sie nun doch mal wieder heftiger sind, nehme ich zusätzlich wieder Schüssler - Salz Nr. 7.

Neuerdings habe ich feststellen müssen, dass die HRS bei mir auch durch Schlafmangel oder Wetterumschwung hervorgerufen werden.

Nun, gegen Schlafmangel kann man etwas unternehmen, beim  Wetterumschwung heißt es durchhalten.

Ich wünsche Dir gute Besserung

Sallychris

Kommentar von Hooks ,

Probier doch mal echtes Magnesium aus. Hier fehlt ja vermutlich richtig Stoff. Man soll 10 mg Mg pro kg Körpergewicht nehmen, las ich bei einer Studie. s. meine Antwort unten, ist abhängig von der Ernährung und vom Verhalten.

Wetterfühligkeit läßt auf Vitamin-D-Mangel schließen, hat man den mal bei Dir gemessen? Und dann ggf eine hohe Anfangsdosis nicht vergessen!

Kommentar von Sallychris ,

Hallo Hooks,

vielen Dank für Deine Nachricht.

Bei mir ist alles schon untersucht worden und ich bin bestens versorgt. Crataegutt (Weißdorn), Tromcardin complex (Kalium, Magnesium...), Vitamin D, Armolipid (Cholesterinsenker), Vitamin B12, Valsartan (Blutdrucksenker), Glucosamin (wegen Arthrose) und wenn ich trotzdem wieder vermehrt Herzrythmusstörungen bekomme, dann nehme ich zusätzlich Schüssler Salz Nr. 7 Magnesium. Mit all dem komme ich momentan gut über die Runden. Direktes Magnesium kann ich leider nicht nehmen, das vertrage ich nicht.

Nochmal Danke und liebe Grüße

Chris

Antwort
von Akka2323, 56

Mein Mann hatte nach zwei Herzoperationen an der Herzklappe, zwei Schlaganfällen und einem Herzinfarkt auch Extrasystolen und die machten ihm Angst und wurden dadurch schlimmer. Sein Kardiologe sagte, nicht beachten, jeden Tag eine Banane essen und Sport treiben. Mein Mann ist jetzt ziemlich durchtrainiert, isst seine tägliche Banane wegen des Kaliums und hat kaum noch Extrasystolen und seinem Herzen geht es prima.

Antwort
von kreuzkampus, 70

Ich habe zwar keine Extrasystolen; aber von Zeit zu Zeit plötzlich 150 Puls. Da mir dann schon das schnelle Trinken eines Glases Kaltwasser geholfen hat, will ich Dir mal die "Hausmittel" gegen Herzsstolpern zeigen. Versuche lohnen sich, weil's nicht schadet.

Bei plötzlichem Auftreten von Herzstolpern gibt es einige Hausmittel und
Tricks, die schnelle Hilfe bringen können. Am bekanntesten ist das
sogenannte Vasalva-Manöver, bei dem – wie beim Druckausgleich im
Flugzeug, bei geschlossenem Mund gegen die zusammengepressten
Nasenflügel geatmet wird.

Dieser Pressversuch kann über die Änderung des Blutdrucks
den Herzrhythmus oft in Sekundenschnelle wieder stabilisieren. Einen
ähnlichen Effekt kann bewusstes Husten haben. Auch mit kaltem Wasser auf
Gesicht oder Handgelenke sowie einem kräftigen Schluck kalten Wassers
kann das Herzstolpern in vielen Fällen gestoppt werden. Für Betroffene,
die das Herzstolpern durch diese Methoden nicht beenden können, gilt es
vor allem, die Ruhe zu bewahren und mit den Extrasystolen umgehen zu
lernen. 

Quelle: http://symptomat.de/Hausmittel_gegen_Herzstolpern

Kommentar von GeraldF ,

Valsalva Manöver helfen nicht bei Extrasystolen, weil der AV-Knoten nicht in das System einbezogen ist. 

Das ist leider missverständlich formuliert in dem Text, den Sie da kopiert haben. Dort wird der Begriff "Herzstolpern" synonym mit dem Begriff "Herzjagen" bzw. "Herzrasen" verwendet. Das ist aber nicht korrekt. 

Hinter dem Begriff "Herzjagen oder -rasen" verbergen sich sogenannte "AV-Knoten-" oder "AV-Reentry-Tachycardien". Die imponieren genau so, wie Sie es oben beschrieben haben: Ein schlagartig relativ konstant beschleunigter Puls mit einer Frequenz von 150 bis über 220/min. Dieses Herzrasen spricht manchmal gut auf die geschilderten Manöver an, ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall. 

"Herzstolpern" ist davon klar abzugrenzen. Das ist das Gefühl eines Doppelschlages, häufig gefolgt von einer (beängstigenden) kurzen Pause.

Antwort
von Hooks, 53

Ich hatte diese Extrasystolen auch, extrem nervig!IIch habe dann eigenmächtig das Magnesium erhöht, und siehe da, diese Dinger verschwanden.

Mg-Mangel kann sich ganz plötzlich ergeben durch Ausschwemmung (Sport, Schwitzen, Alkohol), Aufnahmehemmung (v.a. Eiweiß, also Käse, Fleisch, Soja,  Milch) oder Salzbildung (Phytate, v.a. durch faserreiche Nahrung, nicht genügend gequollenes Getreide).

Deshalb ergibt eine Messung immer nur einen momentanen Zustand. Nimm es mal ein, 10 mg / kg Körpergewicht mind.

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