Frage von klotterkuh, 188

erneuter bruch der 6. rippe rechts

Vor zweieinhalb jahren wurde durch ein ct fest gestellt das ich ein alte fraktur der 5. und 6. Rippe hatte. Ich habe zudem noch copd. Letztes jahr war ich zweimal erkältet und habe mir durch einen sehr starken husten die 6.rippe erneut kaputt gemacht. Jetzt habe ich das gleiche problem mit der rippe erneut. Was kann ich dagegen tun?

Antwort
von bethmannchen, 155

Bei der gebrochenen Rippe selbst hilft dir jetzt nur Schonung und Haltungsfehler vermeiden. Wenn du dir so leicht die Rippen brechen kannst, dann hast du mürbe Knochen, und das ist Osteoporose. Ist bei dir denn einmal eine Kochendichte-Messung gemacht worden?

Wegen der COPD wirst du wohl auch häufig Cortison auch in größeren Dosen einnehmen. Das stiehlt dir nicht nur Kalium, was zu verspannten Muskeln und Herzschwäche führt, sondern verstärkt das Problem Osteoporose noch zusätzlich. Du musst deine Ernährung unbedingt auf gesund umstellen, damit der Knochenabbau eingedämmt wird. Dann wird deine Rippe auch schneller wieder zusammenwachsen.

Bei Osteoporose soll man seine Calciumaufnahme erhöhen. Nur alleine Calcium aufzunehmen, löst das Problem aber noch nicht. Um Knochen zu stärken braucht man noch mehr. Calcium allein genommen klappert nur als Nierensteine wieder heraus:

Um Calcium zu verwerten, und dort hin zu transportieren, wo es gebraucht wird, ist in einem bestimmten Verhältnis auch Magnesium nötig. Dieses Verhältnis wissen nur die Zellen deines Körpers. Stimmt das Verhältnis nicht, wird das Calcium irgendwo abgelagert; in den Herzkranzgefäßen weil die so schön eng sind, in Nieren und Blase als Steine, weil es sich da so schön ablagern kann... Optimal wird der Körper mit den Mineralien aus Obst und Gemüse versorgt. Da holt er sich genau das heraus, was er braucht.

Im Körper ist das Calcium, das nicht im Apatit der Knochen gebunden ist, in Form von Ionen in allen Körperflüssigkeiten verteilt. Jedes Mal, wenn sich z.B. eine Muskelfaser zusammenziehen soll, bekommt sie das über ein Calcium-Ion gemeldet. Sind nicht genug Ionen da, werden sie aus den Knochen herausgelöst. Sind zu viele da, packt sie der Körper wieder in die Knochen zurück.

Das klingt ganz einfach, daran sind aber einige Organe und Hormone beteiligt und noch verschiedene andere Stoffe nötig. Die Aminosäuren Trijodthyronin (T3) und Tetrajodtyronin (T4) mit dem Kalzitonin regeln dieses Ein- und Auslagern des Calciums. Gesteuert wird deren Produktion von der Hirnanhangsdrüse.

Für die Bildung und Einlagerung von T3 und T4 sind Jod-Ionen erforderlich (von denen hoffentlich genug in der Schilddrüse vorhanden sind), dazu etliche Aminosäure-Sequenzen, womit dann auch die Leber noch ins Spiel kommt, die für ihre Arbeit hauptsächlich B-Vitamine braucht. Um das ganze bewerkstelligen zu können braucht es mit etlichen weiteren Stoffen auch Vitamin D3 als Werkzeug...

Das ist alles sehr kompliziert, schwer zu beschreiben, aber unser Körper macht das schon seit ein paar Millionen Jahren. Es ist aber nicht einfach mit dem Einnehmen von Calcium oder Vitamin D3 oder Milch trinken getan. Calcium allein macht auch noch keine gesunden und stabilen Knochen.

Zwischen dem Calcium muss auch noch Kollagen sein, damit der Aufbau auch elastisch ist. Andernfalls wären Knochen so etwas sprödes wie Kalk oder Gips. Kollagen wird aus Aminosäuren der Proteine gebaut und mit Vitamin C dann zu elastischen Strängen gedreht. Auch wieder kompliziert...

Und vergiss das Märchen von den Milchprodukten, denn ein Apfel enthält doppelt so viel Calcium, wie ein Glas Milch, und vor allem das richtigere Calcium in Form von freien Ionen.

In der Milch liegt das Calcium als Calciumlactat vor. Um das zu verwerten, muss der Körper erst einmal mit dem Milchzucker (Lactat) fertig werden. Deshalb kann er das Calcium in der Milch nur zu höchstens 30 % verwerten. Bei H-Milch ist dieses Calciumlactat sogar noch mit dem geronnenen Eiweiß verbunden und aus Käse können wir es noch schlechter herausholen. Im Apfel, oder ähnlich saurem Obst, liegt das Calcium schon fast ganz in Form von freien Ionen vor. Die kann der Körper schon im Dünndarm direkt aufnehmen. Hinzu kommt, dass Obst auch mehr Magnesium liefert als Milch.

In der Steinzeit hatten wir ja auch schon Knochen, hielten aber kein Milchvieh. Das machen wir erst seit etwa 10.000 Jahren? Würden wir Milch für unsere Knochen brauchen, dann hätten wir bis dahin immer auf der Suche nach einem Ur-Rind sein müssen, das auch noch gerade ein Kalb säugt. Das Jungtier hätten wir dann unter dem Muttertier herausziehen, und uns selbst unters Euter knien müssen. Das alles mit unseren kleinen Händchen und Zähnchen? Ob sich so ein Ur-Rind das wohl gefallen lassen hätte?

Proteine bekommt man optimal mit Gelatine. Da sind sämtliche essentiellen Aminosäuren drin, die wir brauchen. Man kann einfach die weiße Gelatine aus dem Supermarkt in Speisen und Getränke tun, oder auf die gereinigte Gelatine spezielle zur Nahrungsergänzung z.B. von Abtei zurückgreifen.

Zusammengefasst brauchst du Vitamin D, Calcium, Magnesium, Proteine, Vitamin C und evtl. auch Kalium.

Du solltet viel, viel Obst und Gemüse, dazu Seefisch, Eier, Leber, Rindfleisch und Pilze essen. Lass Speisesalz und alles gepökelte und geräucherte weg.

Vielleicht ist dieser Tipps auch interessant:

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/bio-feedback---dem-appetit-nachgeben---esse...

Kommentar von bethmannchen ,

Das könnte dich auch noch interessieren:

...gesundheitsfrage.net/tipp/proteine---nicht-alle-sind-gleich---sie-unterscheiden-sich---alle-sind-noetig

Antwort
von Nic129, 113

Nichts. Schonen und gegen die Schmerzen ein Schmerzmittel. In 6-8 Wochen gehört Ihre Rippenfraktur wieder der Vergangenheit an.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten