Frage von helios822, 384

Erheblicher Vitaminmangel - grosses Blutbild was bedeutet dies?

Hallo liebe Gemeinde , ich männlich 28 leide seit Jahren unter verschiedenen Symptomen. Darunter Bluthochdruck, hoher Puls, Haarausfall an Kopf und Beinen , Nervosität, Schlafprobleme, dauerhafte Müdigkeit usw usw . Ich habe etliche Medikamente für die Symptome erhalten, nicht hat geholfen. Nun habe ich vor kurzem meine Schilddrüse überprüfen lassen. Es wurde eine Schilddrüsenunterfunktion entdeckt die nun seit ein paar Monaten erdolgreich behandelt wird. Jedoch sind die Symptome geblieben. Deshalb habe ich ein grosses Blutbild machen lassen. Heraus kamen verschiedene Vitamin unf Testosteronmangel. Einige der mangel werden jetzt medikamentös behandelt ( Eisen, Zink, Selen , Testospritze und Vitamin D). Leider wurde ich nicht so gut eingeweiht , kann mit jemand das Blutbild im Anhang detaillierter deuten und was eure Erfahrungen sind? Ich fühle definitiv eine Verbesserung in Müdigkeit Puls und Blutdruck ( wurde auch mal Mit Beta Blocker behandelt :-/ )

Wie sieht es mit dem Haarausfall aus wird dieser aufhören, wie lange dauert es bis die depots voll sind , welche vitamine kann ich noch aufpeppen und warum sind einige werte wie Zb eisen im normbereich und sind in einer anderen spalte wieder mit -11% angegeben?

Ich danke euch

Antwort
von bethmannchen, 168

Wie sieht es mit dem Haarausfall aus wird dieser aufhören,

Wie sieht es mit dem Fleischkonsum aus? Das war die erste Frage meines Arztes, bevor die Schilddrüse in Erwägung gezogen wurde. Warum das? 

Wir brauchen Proteine, um die enthaltenen Aminosäuren zu bekommen. Für uns sind 17 Aminosäuren essentiell, die müssen wir also mit der Nahrung aufnehmen. 

Auch pflanzliche Nahrung enthält Proteine, aber eben nur pflanzliche P. Damit bekommen wir die Aminosäuren, nicht in dem für uns adäquaten Verhältnis geliefert. 

Enzyme und Hormone werden vom Körper aus Aminosäuren und ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren hergestellt. Hier kommt das Vitamin D also auch ins Spiel.  

Außerhalb der Geschlechtsorgane fördert das Hormon Testosteron das Wachstum der Körperbehaarung und der Barthaare, aber nicht der Kopfhauptbehaarung 

Dann kann das mit dem Haarausfall auch durchaus eine Veranlagungssache sein. Es gibt eben Männer, die schon früh im Leben dünnere Haare haben und diese verlieren.

Ursache für den häufig als erblich bedingt bezeichneten Haarausfall ist eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen das Steroidhormon Dihydrotestosteron DHT. Hierdurch hervorgerufener Haarausfall ist genetisch bedingt. Da DHT auch in der Kopfhaut vorhanden ist und eine ererbte Überempfindlichkeit dafür besteht, wird die Wachstumsphase des Haars verkürzt. 

Ein glatzköpfiger Mann hat dementsprechend nicht weniger Haarfollikel als ein Mann mit vollem Haarwuchs, lediglich die Wachstumsphase des Haars ist derart verkürzt, dass es – vergleichbar z. B. mit den Härchen auf der Stirn – kaum noch sichtbar hervortritt. Die Haarfollikel verkümmern also nach und nach, was auf die Überempfindlichkeit auf das DHT zurückzuführen ist. Unempfindlich gegen DHT ist das Kopfhaar im Hinterkopf- und Nackenbereich.

DHT entsteht aus der Umwandlung des Hormons Testosteron mittels des Enzyms 5α-Reduktase. Bei erblicher Veranlagung scheint ein Zusammenhang zwischen DHT und Herz-/Kreislauf- und Prostataerkrankungen zu bestehen. Daher setzen viele Medikamente gegen Haarausfall darauf, die Wirkung des DHT zu vermindern oder dessen Entstehung aus Testosteron zu hemmen.

Sehr viel informatives zu Haarausfall und dessen Gründen steht hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Haarausfall

?Schilddrüsenunterfunktion und Bluthochdruck?

Irgendwie passt das für mich nicht zueinander. Ein höherer Salzgehalt im Körper sorgt ebenfalls für einen höheren Blutdruck. Vielleicht mal die Salzaufnahme reduzieren, den Salzstreuer wegwerfen? 

Antwort
von Hooks, 168

Haarausfall hat unterschiedliche Gründe. Hier könnte Kupfermangel schuld sein, such mal nach Lebensmitteln, die das enthalten, oder auch der niedrige Vitamin-B-Komplex. Vorsicht auch mit Testosteron,  zuviel DHT kann ebenfalls Haarausfall verursachen!


Statt Spritzen könntest Du Ingwer oder Knoblauch versuchen,  beides roh, dann sinkt auch gleich der Blutdruck mit.

Selen und Zink hast Du wunderbar in Paranüssen, roh sind sie besser verträglich, da reichen 1-3 am Tag.


Kommentar von elliellen ,

Sehr gute Antwort, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. LG

Antwort
von GeraldF, 153

Tja, das ist eben das Problem, wenn man auf dem Laborzettelchen ein paar Kreuze mehr macht. Mehr Information bringt nicht immer mehr Erkenntnis und schon gar nicht mehr Sicherheit, jedenfalls nicht, wenn der ein oder andere Wert aus der Reihe tanzt.

So funktioniert Medizin einfach nicht. Wir nennen das "Schrotschussdiagnostik". Einfach mal losballern und dann kann man ja immer noch überlegen, was es bedeutet, wenn das Molybdän im Serum zu niedrig ist...

Ihre Beschwerden sind relativ unspezifisch. Die Schilddrüsenunterfunktion passt schon nicht zu den Beschwerden (man hätte hier eher eine Überfunktion vermutet), also kein Wunder wenn die Substitution jetzt nicht den Durchbruch bringt. 

Die wirklich relevanten Parameter sind alle in Ordnung. 

Kommentar von Hooks ,

Alles in Ordnung?

Vitamin D ist ganz außergewöhnlich zu wenig! Da müßte jetzt mit 20.000-50.000 I.E. am Tag die Anfangsdosis gegeben werden, damit innerhalb von etwa 3 Wochen der Pegel einigermaßen gefüllt ist, dann reicht meist eine Tagesdosis von um die 3.000 aus zur Erhaltung. Dann kommt vermutlich auch das Testosteron in Ordnung, weil Vitamin D den Grundstoff für Hormone bietet.


Kommentar von GeraldF ,

Welches der vom Fragesteller angegebenen Symptome wird sich Ihrer Ansicht nach durch eine Vitamin D Substitution bessern ?

Der Grundbaustein sowohl des Vitamin D als auch des Testosterons ist das Cholesterin. Testosteron wird nicht aus Vitamin D synthetisiert.

Kommentar von Hooks ,

Auf jeden Fall die dauernde Müdigkeit (Eisen scheint ja normal zu sein) und die Schlafprobleme. Weitere Angaben entnehmen Sie bitte der Literatur, ich weiß sie nicht auswendig. 

Ich habe gelesen, daß Vitamin D den Grundstoff für die Hormone darstellt. Wenn Cholesterin der Grundstoff für beide sein soll, wundert es mich, ehrlich gesagt, daß soviele ältere Frauen aus meinem Bekanntenkreis Cholesterinsenker verschrieben bekommen, die doch Hormonmangel haben. Warum werden dann die weiblichen Hormone nicht aus dem vorhandenen Cholesterin hergestellt? Es ist angeblich soviel Cholesterin vorhanden, daß es gesenkt werden muß, gleichzeitig muß eine HET oder anderes durchgeführt werden, um dem Hormonmangel abzuhelfen - das paßt nicht zusammen! Erklären Sie mir das bitte.


Kommentar von GeraldF ,

Das würde hier den Rahmen sprengen, wenn ich Ihnen die Schritte der Cholesterinsynthese und den weiteren Metabolismus zu den Hormonen, Gallensäuren, etc.aufschreiben müsste. 

Cholesterin ist ein essentielles Fett, dass Bestandteil unserer Zellwände ist und damit quantitativ im Gewebe in großer Menge vorliegt. Für die Hormonsynthese wird dagegen nur ein verschwindend geringer Anteil des Cholesterins gebraucht. Als Grundbaustein ist für die Hormonsynthese ist i.d.R. genügend Cholesterin vorhanden. Nur bei extremen Mangelzuständen (Marasmus) kommt der Cholesterinmangel auch für die Hormonsynthese zum Tragen.

Die Cholesterinsenker beeinflussen quantitativ nicht die Hormonsynthese. Die Syntheseschritte  der Hormone findet in verschiedenen Organen statt (für Vitamin D z.B.: Leber, Haut, Niere). Wenn diese in Ihrer Funktion beeinträchtigt sind, leidet auch die Hormonsynthese. Am Grundbaustein Cholesterin liegt es meist nicht.

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