Frage von ThePoetsWife, 91

Erfahrung mit Schlaganfall?

Hallo liebe Community,

jemand aus meinem Verwandtenkreis hatte vor 3 Wochen einen Schlaganfall. Wie sich herausgestellt hat, war es bereits der zweite, der erste wurde mit einer "Kreislaufschwäche mit einer kleinen Ohnmacht" abgetan und nicht ärztlich abgeklärt.

Seitdem liegt die Patientin in einer neurologischen Klinik, kann nach wie vor nicht aufstehen, wird künstlich ernährt, da sie nicht schlucken kann, Lang- und Kurzzeitgedächtnis sind gestört, sie sieht Dinge, die nicht real sind.

In welchem Zeitraum kann sich dieser Zustand verbessern?

Vielen Dank im voraus für eine hilfreiche Antwort.

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GeraldF, 52

Das ist im Einzelfall nicht mit Sicherheit vorhersagbar. Ein Teil der Symptomatik (wahnhafte Aspekte) hängen eher nicht direkt mit dem Schlaganfall zusammen, sondern sind Ausdruck eines sogenannten "hirnorganischen Psychosyndromes". Diese Symptome sind meist nur vorübergehend.

Grundsätzlich muss man leider sagen, dass, je länger die neurologischen Ausfälle nach dem Schlaganfall unverändert bestehen, desto geringer ist die Chance, dass sie sich vollständig zurückbilden.

Trotzdem gibt es manchmal auch nach längerer Rehabilitation noch erstaunliche Erfolge.

Das Krankheitsbild des Schlaganfalls wird in diesem Abschnitt durch die therapeutischen Fächer Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie am meisten beeinflusst.

Kommentar von ThePoetsWife ,

Vielen Dank für deine Antwort, ja dass macht uns eben Sorgen, dass sich in dem Zeitraum nichts verändert hat. Liebe Grüße

Antwort
von Herzstueck, 56

Hallo,

bereits 2 Mal musste ich dies in der Familie und 1 Mal im Bekanntenkreis miterleben und kann aus meiner erfahrung nur sagen:

Jeder Schlaganfall ist ein Fall für sich! Der Erste war erkenntlich durch Gesichtslähmung, Sprachstörung und Verlangsamung des Gedächtnis und erholte sich nach kurzer Zeit fast vollständig. Der Zweite bemerkte ein Krippeln in den Armen und im Kopf, dank meiner schnellen Handlung den Notarzt zu rufen, konnte Schlimmeres verhindert werden, leider kam nach ca 4 Jahren mehrere Schlaganfälle hinzu und die Person wurde zum Pflegefall und erholt sich bis heute nicht. Der Dritte hatte eine vollseitige Lähmung mit Sehverlust und Sprachstörung und hat sich vollständig wieder erholt.

Kommentar von ThePoetsWife ,

Vielen Dank für deine informative Antwort. Liebe Grüße

Kommentar von froscheee ,

Hatten die Neurologen Tipps  zur Vorbeugung mit auf den Weg gegeben?

Antwort
von kreuzkampus, 48

Nach Deiner Beschreibung fürchte ich, dass das ein so schwerer Schlaganfall war, dass der Zustand sich nicht mehr wesentlich verbessern wird, und dass die Patientin zu einem Pflegefall werden wird. Bei ihr sind große oder viele Regionen des Gehirns zerstört.

Kommentar von ThePoetsWife ,

Danke für deine ehrliche Antwort, der Gedanke spukt mir auch im Kopf rum. Vor drei Wochen noch ein ganz agiler Mensch.........Liebe Grüße

Kommentar von kreuzkampus ,

Ich hatte vor über 20 Jahren einen Hirninfarkt, ausgelöst durch eine Hirnhautentzündung. Die Auswirkung war wie bei einem Schlaganfall. Ich habe eine MRT-Aufnahme, auf der zu sehen ist, dass ein etwa halb-Linsen-großes Teil meines Gehirns unwiederbringlich zerstört ist. Die Folgen werden ewig bleiben. Allerdings hatte ich Glück. In der rechten Körperhälfte sind die Nerven für "heiß/kalt" zerstört. Sie wachsen nie wieder nach. Meine andere Hirnhälfte hat ein gutes Stück weit dazugelernt. Ich kann inzwischen auch mit der rechten Hand ansatzweise zwischen heiß und kalt unterscheiden; aber halt nur ansatzweise.

Wenn ich nun einen Bogen zu Deiner Verwandten spanne, bin ich sicher, dass ein ganz großes Stück des Gehirns zerstört ist. Das kann die andere Hirnhälfte (falls nur eine betroffen ist......hier scheint es mehr zu sein) den Verlust nicht mehr wirklich auffangen. Ich habe im Leben zwar schon Menschen getroffen, die sogar nach mehreren Schlaganfällen wieder auf die Beine gekommen sind; aber bei denen waren auch wichtige Hirn-Regionen erhalten geblieben.

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