Frage von Hahnf, 16

Erbrechen nach jeder Mahlzeit - Gewichtsverlust dadurch schon lebensbedrohlich

Hallo,

meine Mutter (78 Jahre) ist nun seit 3 Wochen im Krankenhaus. Der Grund der Einlieferung ist eine Herzschwäche und eine kleine Wasserbildung im Bauch. Nach einer Woche Behandlung war kein Wasser mehr feststellbar. Doch etwa zur gleichen Zeit bekam sie das Problem dass sie nach einigen Schritten gehen plötzlich hingefallen ist. Bis dato konnte die Ursache dafür nicht gefunden werden. Doch schlimmer ist aber das sie seit ca. 2 Wochen nur mäßigen Appetit hat und das Essen kurz darauf gleich wieder erbricht. Auch hier kommt das Krankenhaus nicht weiter, nun ist sie mittlerweile schon so abgemagert das es schon lebendsbedrochlich wird. lt. Ihrer Beschreibung läuft das so ab - Sie setzt sich zum Essen auf, isst etwas und legt sich wieder hin, kurz darauf muss sie Erbrechen. lt. KH, sind die Blutwerte OK, der Blutdruck OK, Kopf und Bauch MR OK, Bauchultraschall OK - kurz gesagt sie finden nichts.

Vieleicht hat jemand eine Idee was das sein könnte bzw. hat schon von einem ählichen Fall gehört - Danke in voraus!

Antwort
von evistie, 16

Ich kann Deine Sorgen um Deine Mutter verstehen. Es ist schwer, zuzusehen, wie ein Mensch langsam immer weniger wird, und nicht helfen zu können.

Auch wenn man die Ursache (noch) nicht kennt, gäbe es Mittel und Wege, ihr zu helfen. Es gibt Antiemetika gegen das Erbrechen, man könnte sie künstlich ernähren (z. B. Magensonde) - aber dies ist langfristig nicht Aufgabe eines Krankenhauses, wenn der Patient von der Blutwerten etc. "okay" ist. Wurdest Du bereits auf "Pflege" (zuhause oder im Heim) angesprochen?

Ich stimme meinen "Vorschreibern" zu, dass das psychisch sein könnte und sich schlagartig bessert, wenn sie wieder in der gewohnten Umgebung ist. Die Stürze könnten lediglich kreislauf- oder schwächebedingt sein und sich bessern, wenn Deine Mutter wieder mobiler ist.

Eine weitere mögliche Erklärung wäre ein Wechsel in der Medikation. Ist ein neues Medikament hinzugekommen, oder ein gewohntes wurde im Krankenhaus weggelassen?

Es fällt mir schwer, auch noch zwei weitere Gründe zu nennen, aber Du solltest Dich auch noch mit dem Gedanken beschäftigen, dass Deine Mutter eine "zehrende Krankheit" (Krebs) hat und/oder am Ende ihres Lebens angekommen ist. Zwar sollten die Ärzte in diesen Punkten offen sein gegenüber den sorgenden Angehörigen, aber es gibt einige Gründe, dies nicht zu tun.

Konkret würde ich Dir raten, ein ausführliches Arztgespräch zu suchen, in dem Du die verschiedenen Möglichkeiten ansprichst. Lass Dich nicht zwischen Tür und Visite abwimmeln!

Ich wünsche Dir und Deiner Mutter alles Gute!

Antwort
von Lexi77, 10

Hallo!

Bekommt deine Mutter viele verschiedene Medikamente? Dort könnte eine Ursache liegen, nämlich dann, wenn es zu viele Medikamente sind und sie sich vielleicht nicht alle optimal vertragen. Bei mir war das so nach meiner Bauchfellentzündung. Ich bekam so viele verschiedene Mittel im Krankenhaus (Schmerzmittel, Antibiotika etc.). Nach einiger Zeit bin ich immer umgekippt, war immer wieder mal bewusstlos. Keiner konnte sich erklären, warum. Es wurden zig Untersuchungen gemacht und bei keiner kam ein Ergebnis raus. Es wurde dann ganz schnell auf die Psyche geschoben. Ich habe dann immer schon den Verdacht geäußert, dass es an den Medikamenten liegen könnte, das haben die Ärzte immer abgetan mit einem "das kann nicht sein". Aber es war z.B. vor allem immer kurz nachdem ich ein bestimmtes Medikament bekommen hatte. Auch nach meiner Entlassung zuhause ging das erstmal so weiter, bis ich die Medikamente nach und nach abgesetzt habe. Da waren auch die Kollapse wieder weg. Vielleicht wäre das ein Ansatzpunkt bzgl. der Stürze.

Was das Erbrechen angeht: bekommt deine Mutter evtl. Opiate? Diese können nämlich zu einer Verlangsamung oder sogar Lähmung des Magen-Darm-Traktes führen. Das kenne ich auch. Ich habe (vermutlich) aufgrund langjähriger Opiateinnahme eine Magenentleerungsstörung - hat aber auch lange Zeit niemand festgestellt, weil das nicht mit den üblichen Untersuchungen geht. Die ist zum Glück in ihrem Verlauf schwankend, aber wenn gerade so ein richtiger Schub ist, dann kann ich auch kaum was bei mir behalten. Du musst dir das dann so vorstellen: was aus dem Magen nach unten nicht rauskann, will nach oben raus. Und wenn man zuviel isst oder trinkt, dann gibt es quasi einen Rückstau und man muss erbrechen. Ich hatte dadurch auch massiv abgenommen und letztendlich dann sogar eine Magensonde und letztes Jahr zusätzlich auch noch einen Port bekommen. In so einem Fall ist es wichtig, dass man immer nur ganz kleine Portionen isst, dafür viele über den ganzen Tag verteilt. Und nicht mehr essen, als man will. Vielleicht gibt es an dem Krankenhaus ja auch eine Ernährungsberatung, die man mit ins Boot nehmen könnte und die vielleicht weiter helfen könnte.

nun ist sie mittlerweile schon so abgemagert das es schon lebendsbedrochlich wird.

Sowas dürfte aber in einem Krankenhaus meiner Meinung nach nicht passieren! Wenn die Schwestern und Ärzte merken, dass deine Mutter keine Nahrung bei sich behalten kann, dann müssen sie halt dafür sorgen, dass sie die notwendigen Nährstoffe auf andere Art bekommt. Es gibt z.B. hochkalorische Infusionen, die auch Leute nach OPs bekommen, die nichts essen dürfen. Hier solltest du dringend mit den Ärzten reden, dass in dieser Richtung was getan wird! Zur Not eben vorübergehend auch eine Magensonde zur Ernährung (auch wenn das nicht angenehm ist). Wenn deine Mutter trinken kann, dann kann man auch zusätzlich die Getränke mit Kalorienpulver (Maltodextrin) anreichern. Wie gerade schon gesagt: sprecht unbedingt mit den Ärzten darüber und fragt auch nach einer Ernährungsberatung. Die Sind in solchen Sachen manchmal fitter als die Ärzte!

Was mir gerade noch einfällt: Du schreibst, dass sich deine Mutter zum Essen aufsetzt, sich danach wieder hinlegt und dann erbricht. Habt ihr denn mal versucht, dass sie nach dem Essen erstmal für eine halbe Stunde sitzen bleibt (falls das irgendwie möglich ist)? Oder zumindest das Kopfteil vom Bett ganz hochstellen. Vielleicht bringt das ja schon Erleichterung.

Alles Gute und gute Besserung für deine Mutter! Lexi

Kommentar von StephanZehnt ,

Man weis nicht ob sie eine Patientenverfügung udgl.  hat ?

(Sowas dürfte aber in einem Krankenhaus meiner Meinung nach nicht passieren!)

Kommentar von Lexi77 ,

Wenn es eine Verfügung geben würde, hätte der/die Fragensteller/in dies aber nicht extra betont, meiner Meinung nach

Antwort
von StephanZehnt, 10

Hallo..,

nun die Ursachen und Zusammenhänge können vielfältig sein.

- Herzschwäche

-  Bauchwassersucht (Aszites) 

So kann es bei einer Rechtsherzinsuffizienz zu einer Wasseransammlung in den Beinen und zu einer Aszites kommen. Auch mitunter Übelkeit und Erbrechen lässt sich da einordnen.. Bei einer Herzschwäche ist der Blutdruck oft erniedrigt. Was bei älteren Menschen wenn sie aufstehen oder irgend einen Stellungswechsel vollziehen schon zu Problemen führen könnte. 

Nun schreibst Du aber alles OK obwohl sie eine Herzschwäche hat - obwohl sie ständig erbricht und hinfällt. 

So eine Bauchwassersucht (Aszites)  kann verschiedene Ursachen haben.

http://www.altenpflegeschueler.de/krankheiten/herzinsuffizienz.php

- was bekommt sie für Medikamente (Wechselwirkungen)

- was hat sie für Beschwerden (hat sie Schmerzen)

- wie geht es ihr psychisch 

- ist ein Tumor (Bauchraum) ausgeschlossen

- wurde denn einmal der Blutdruck direkt nach so einem Sturz gemessen

Ich fürchte da sind zu viele Fragen offen. Wie offen die Ärzte sind ...?

Alles Gute  Stephan

Antwort
von anna61, 8

Hallo Hanpf

bei meiner Schwiegermutter war es ähnlich. Allerdings war der Grund der Einlieferung - Oberschenkelhalsbruch. Außer Suppe konnte sie nichts mehr essen und sie hat dann auch nichts mehr gegessen weil sie schon Angst vorm Erbrechen hatte. Magenspiegelung etc... allles ohne Befund. Sie kam dann wieder nach Hause und siehe da, so langsam ging es wieder aufwärts... Anfangs nur mit Suppe, dann Kartoffel und Gemüse etc. Erst Wochen später hatte sie auch wieder Lust auf was Süßes.

Wir und auch der Doc waren dann der Ansicht dass das Ganze wohl psychisch war... die Umgebung im KH... ewig warten bis jemand kam wenn man klingelte... nachts eine Windel nur damit niemand nach ihr schauen musste etc.

Ich möchte hier jetzt ausdrücklich nicht auf das Personal schimpfen denn sie sind einach chronisch unterbesetzt.

vielleich geht es deiner Mutter in der häuslichen Umgebung ja auch wieder besser. Ich wünsche es euch.

LG Anna

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