Frage von carpediem60, 359

Entfernung Wächter (Brustkrebs)

meine frage bezieht sich auf nachwirkungen die sich aus der entfernung eines wächters (brustkrebs) ergeben. also was muss ich beachten, was darf ich , was sollte ich nicht tun. mir sagte jemand, dass ich den arm, auf dessen seite der wächter entfernt wurde, keiner hitze (kochen, bügeln etc.) aussetzen darf. ist das so ? und das auf jahre hinaus, also eigentlich nie wieder.

Antwort
von beamer05, 303

Hallo,

Wenn "nur" die Wächter-LK entfernt wurden, ist in den allermeisten Fällen nicht mit wesentlichen Beschwerden am Arm / der Schulter zu rechnen. Prinzipiell ist allerdings dass Risiko für das Auftreten eines Lymphödemes im betreffenden Arm etwas erhöht (gegenüber Nicht-Operierten). Dazu kommt ja meist noch die Bestrahlung der betreffenden Brust, die ebenfalls dieses Risiko geringfügig erhöht.

Eine gängige (auch bei uns verwendete) Empfehlung ist, zumindest Sauna für einige Wochen nach Therapieende (OP und/oder Bestrahlung) sowie große Hitze (ausgiebiges Sonnenbad) zu vermeiden, bis die Lymphbahnen sich an die neue Situation angepasst haben.

Beim Kochen und Bügeln geht es mehr um die Kraft-Belastung im Arm und im Schultergelenk.

In den Wochen nach der OP kann es -wie oben beschrieben- vorkommen, dass die verbliebenen Lymphbahnen nicht (ganz) ausreichen und dann bei erhöhter Belastung (durch Hitze, s.o. oder eben starke, länger dauernde Kraftanstrengung) es zum Lymphödem kommt. Das kann man meist vermeiden, indem man solche monotonen Belastungen (Bügeln, Staubsaugen etc...) nur langsam aufbaut. Wenn das keine Beschwerden und kein Ödem macht, kann man meist sehr bald (nach einigen Monaten) wieder seine normalen Tätigkeiten ausüben.

Antwort
von Nelly1433, 289

Mit 'keine Hitze' ist Sauna und intesive Sonnenbestrahlung gemeint. Wenn man nicht gerade in einer professionellen Bügelei oder Küche arbeitet, ist Bügeln und Kochen erlaubt. Mit dem entsprechenden Arm nicht schwer tragen oder heben; normalerweise sagt man bis zu 10 kg. Lassen Sie sich von Ihren Ärzten beraten. Meistens gibt es in den Kliniken auch entsprechende Flyer dazu.
Ausdauersport bzw. Bewegung wird ebenfalls empfohlen.
Ansonsten gibt es hier noch jede Menge Informationen: http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/index.php
In Selbsthilfegruppen, die es inzwischen bundesweit gibt, kann man sich mit Betroffenen austauschen und bekommt ebenfalls gute Tipps.

Alles Gute !

Antwort
von alegna796, 246

Hallo carpediem60, ich habe eine brusterhaltende OP und mir wurden 17 Lymphknoten aus dem Arm entfernt. Das ist nun 2 Jahre her. Ich habe so wie mir das der Arzt geraten hat, darauf geachtet, dass die Sonne nicht längere Zeit auf dem Arm scheint. Wichtig ist, dass die Kleidung unter dem Arm nicht drückt und dass man den Arm und die betroffene Seite nicht zu heiß duscht. Ansonsten schone ich den Arm nur dahingehend, dass ich nicht mehr als 1 kg längere Zeit trage und nicht mehr als 3 kg kurz anhebe. Alles andere mache ich mit dem Arm wie früher auch. Meine Freundin hatte das gleiche und macht das genauso. Wir haben beide keinerlei Beschwerden. Bewegung ist für den Arm sogar sehr gut. Es wäre ja schlimm, wenn wir nicht mehr kochen und backen dürften. Mach Dir keine Gedanken. Du bekommst bestimmt Physiotherapie (Lympfdrainage) am Anfang. Das ist sehr angenehm und mir ist der Arm nie angeschwollen. Manchmal schwillt es unter dem Arm etwas an, aber das geht innerhalb weniger Tage von allein zurück. Alles Liebe und gute Besserung.

Kommentar von beamer05 ,
Du bekommst bestimmt Physiotherapie (Lympfdrainage) am Anfang. Das ist sehr angenehm und mir ist der Arm nie angeschwollen.

Wenn "nur" die Wächter-Lymphknoten (Sentinel) entfernt werden - das sind in aller Regel nur 1-3 LK), dann ist meist eben keine Lymphdrainage erforderlich, weil eben im Gegensatz zur "Ausräumung" sehr viel seltener die unangenehmen Lymphödeme auftreten. Das ist ja gerade einer der Vorteile dieser Methode.

Kommentar von alegna796 ,

Du hast recht, aber es könnte doch sein, dass diese befallen sind und dann werden noch mehrere dran glauben müssen. So war es bei mir. Bei meiner Freundin sind nur 2 Wächterlympfknoten entfernt worden und sie hat auch Lympfdrainiage bekommen, weil unter der OP-Naht viel Flüssigkeit war.

Antwort
von gerdavh, 236

Hallo, ich habe keinerlei Hinweise gefunden, dass man diesen Arm nach der OP nicht mehr bewegen sollte. Im Gegenteil - zum Teil kann es passieren, dass Nervengewebe versehentlich verletzt wird und dann verordnet man den Patienten nach der OP Physiotherapie, damit die volle Beweglichkeit des Armes erhalten bleibt. Das Beste ist, Du fragst Deinen Chirurgen bzw. Deinen Hausarzt. Wenn Du jetzt diesen Arm immer schonen würdest, bekämest Du mit Sicherheit durch die einseitige Belastung des anderen Armes früher oder später Probleme. lg Gerda

Kommentar von carpediem60 ,

danke gerda für deine antwort. ganz speziell geht es halt um "wärme/ hitze"- also, dass man nicht kochen oder bügeln sollte- nicht mal eier kochen, gekochte kartoffeln abgiessen oder den pfannenwender in diese hand nehmen darf. so zumindest meint das eine bekannte von mir, der auch der wächter entfernt wurde sie ist der meinung das fördere die ödembildung das lässt mich grübeln, ob das wirklich so extreme auswirkungen haben kann, wenn ich am herd stehe und koche, oder blusen bügele

Kommentar von Ente63 ,

@carpediem60, du solltest das deinen behandelnden Arzt fragen und nicht sofort alles glauben was eine Bekannte dir erzählt.

Alles Gute für dich!!

Kommentar von carpediem60 ,

klar, mach ich sowieso...danke

Kommentar von gerdavh ,

Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass Wärme oder Bewegung mit dem Bügeleisen hier negative Auswirkungen haben soll. Es bestehen leider eine Menge veraltete Vorurteile - oft sehr dumme Empfehlungen. Im Zweifelsfalle einfach den HA fragen. Alles Gute. Gerda

Kommentar von beamer05 ,
Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass Wärme oder Bewegung mit dem Bügeleisen hier negative Auswirkungen haben soll.

EIN Beispiel aus der Praxis:

Patientin hat Brust-OP mit LK-Entfernung gut überstanden, Bestrahlung auch ziemlich problemlos, kein Ödem, keine Wesentliche Beschwerden, auch nicht in der Kontrolle ca. 3 Wochen nach Abschluss.

Dann Wiedervorstellung in der Nachsorge mit "dickem Arm". Die Pat. berichtet glaubhaft und nachvollziehbar, dass sie, nachdem sie erstmals nach der Behandlung wieder gebügelt hatte (sie sprach von ca. 1h), am Folgetag das Ödem entwickelte.

Die Folge: längere Zeit Lymphdrainage erforderlich.

Und das ist leider kein Einzelfall. Es geht beim Bügeln (und Kochen) nicht um die Wärme, sondern um die muskuläre Anstrengung und den manchmal halt nicht ausreichenden Lymphabfluss bei Belastung (Körper muss sich nach OP manchmal erst "anpassen", weshalb man diese Belastungen erst langsam ansteigen lassen sollte).

Von daher sind es nicht immer so "sehr dumme Empfehlungen", sondern solche, die aus langjähriger Erfahrung resultieren.

Und im Falle eines Falles empfiehlt es sich eher den Frauenarzt oder den Strahlentherapeuten zu befragen, als den Hausarzt, da letzterer die Besonderheiten der Behandlung in aller Regel nicht so genau kennt (auch nicht kennen muss).

Antwort
von salud, 219

Jede Art von Hitze vermeiden, das gilt fuer das Wannenbad, fuer das Kochen (Kochloeffel mit der anderen Hand bewegen), kein Sonnenbad, keine Sauna, kein Buegeln, keine beengte Kleidung tragen, die einen Hitzestau verursachen koennte, mit dem "operierten" Arm nur 1,5 kg heben, (das ist in meinem Fall noch zusaetzlich, keinen Metallschmuck, kein Deostift mit Aluminium, spezielle Buestenhalter ohne Metallverschluss), die Handtasche mit Riemen auf der anderen Schulter und jeden Tag eine spezielle Gymnastik (die o. g. Dinge gelten fuer mich ein Leben lang). Gute Besserung.

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