Frage von Annegret46, 5

Dieses Verhalten deutet auf psychische Erkrankung hin, was tun?

Meine Schwester scheint mir zunehmend krank zu sein. Sie giftet nur alle Menschen in ihrem Umfeld an. Wer nicht tut, was sie gutheisst, wird gnadenlos von ihr verstoßen. Sie streitet wegen jedem bischen, hat in allem Recht und lässt keine andere Meinung gelten. Wer es wagt ihren Geburtstag zu vergessen, was ja mal vorkommen kann, der wird es bitter bereuen. Sie war auch schon in Therapie, hat diese aber abgebrochen, weil der Therapeut angeblich zu sehr im Sinne der Familie therapiert hat. Wir leiden alle unter dieser Frau aber fallen lassen wollen wir sie auch nicht. Was tun?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Shivania, 5

Wie alt ist denn das Schwesterlichen?

Wie mir scheint haben Sie alles getan was möglich war - jetzt scheint die Schwester an der Reihe zu sein, sich anzustrengen… oder nicht?

Sie können nicht die Schwester ändern, sondern nur sich selber. Deswegen gebe ich Ihnen folgenden Rat: Es gibt in jeder größeren Stadt einen Verein oder eine Selbsthilfegruppe für die Angehörigen von psychisch kranken Menschen. Mir scheint, das könnte jetzt die richtige Anlaufstelle für Sie sein. Dort erhalten Sie Rückendeckung, um zum einen zu verstehen warum die Schwester wohl so regiert - und zum anderen auch Rückendeckung, stark zu bleiben und sich von ihr nicht tyrannisieren zu lassen.

Hier der Link zum Bundesverband: http://www.psychiatrie.de/familienselbsthilfe

Alles Gute - für Sie und auch für Ihre Schwester.

Kommentar von walesca ,

Das ist eine sehr gute Idee, sich an so eine Selbsthilfegruppe zu wenden!! Dort kann man von ebenfalls Betroffenen sicher viel lernen und hilfreiche Unterstützung finden. LG

Antwort
von Lydia304, 5

Eigentlich finde ich die bisherigen Antworten schon sehr gut und treffend. Zur Ergänzung nur noch das eine: Letzten Endes bleibt es die Verantwortung Deiner Schwester, etwas zu tun und sich zu ändern. Alles, was Du als Angehörige tun kannst, ist, ihr ab und zu eine ehrliche Rückmeldung zu geben, möglichst in Ruhe und sachlich und in der Ich-Form. Und sie (möglichst positiv) zu motivieren, wieder eine psychotherapeutische Behandlung aufzunehmen. Ihr klarmachen, dass der Therapeut ihr nur helfen kann, wenn er ihr nicht immer nach dem Mund redet, sondern kritischen Abstand hält. Dass es dazu gehört, auch einmal etwas Unbequemes zu sagen, und dass sie zumindest ehrlich darüber nachdenken sollte, ebenso wie über Eure Rückmeldungen. Es ist sicher ein positives Zeichen von Zuneigung und Verantwortungsübernahme innerhalb der Familie, dass ihr sie trotz allem nicht fallenlassen wollt, ich finde das schon klasse! Vielleicht könnt Ihr ihr das auch klarmachen, dass Ihr sie - bei aller Kritik und allen Konflikten - wirklich mögt und nicht fallenlassen wollt. Und dass Eure Rückmeldungen und Vorschläge ehrlich als Hilfe gemeint sind. Der Rest ist wirklich Ihre Verantwortung!

Und francis1505 hat Recht: Leider muss es manchmal so weit kommen, da hat man keine Wahl. Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker ist auch eine gute Idee, da bekommst Du sicher noch konkretere Tipps. Viel Glück!

Antwort
von francis1505, 3

So hart es klingt, aber manchmal müssen Menschen erst ganz tief fallen, bis sie begreifen, dass sie an sich etwas ändern müssen und nicht die komplette Umwelt sich nach ihnen richten wird.

Wie alt ist denn deine Schwester?

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