Frage von Ela80, 1.819

diclofenac und citalopram

Kann man beides zusammen nehmen?

Antwort
von Lexi77, 1.010

Hallo! Es gibt auf den Internetseiten der Apotheken-Umschau einen sehr guten Wechselwirkungscheck. (http://www.apotheken-umschau.de/Arzneimittel-Check). Da kann man alle Medikamente eingeben, die man nimmt und dann wird einem angezeigt, ob es bedeutsame Wechselwirkungen gibt oder auch Nebenwirkungen, die sich verstärken können etc.

Ich habe auf der Seite mal deine beiden Medikamente in der geringst möglichen Dosis eingegeben (ist vielleicht bei höherer Dosis mehr) und da wird folgendes angegeben:

Der Medikamentencheck hat Wechselwirkungen in Ihrer Medikation entdeckt:

Citalopram Actavis 10mg Filmtabletten (Citalopram) Diclofenac 25 Stada Magensaftresistente Tabletten (Diclofenac)

Es besteht gelegentlich die Möglichkeit von bedeutsamen Wechselwirkungen.

Patienteninformation für die Wechselwirkung Diclofenac - Citalopram

1 Zusammenfassung

Bei der Behandlung von Patienten, die Diclofenac als Entzündungs- oder Schmerzhemmer einnehmen und denen zusätzlich Citalopram verabreicht werden soll, ist folgendes zu beachten. Die gleichzeitige Anwendung der Arzneimittel Diclofenac und Citalopram bringt das Risiko einer Wechselwirkung mit sich, das sich in vermehrten Schleimhautschädigungen und Blutungen im Magen-Darm-Trakt niederschlagen kann. Die Arzneimittel Diclofenac und Citalopram sollten daher nur mit Vorsicht zusammen angewendet werden. Ärztlicherseits ist dafür Sorge zu tragen, dass im Falle einer Kombination die Risiken dieser Wechselwirkung durch geeignete Dosierung der Medikamente und Überwachungsmaßnahmen vermieden werden.

2 Beschreibung der Wechselwirkung

2.1 Klassifizierung der Wechselwirkung

Diese Wechselwirkung wird durch folgende Wirkstoffe verursacht:

Diclofenac, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antiphogistika (Arzneimittel, die entzündungshemmend wirken).

und

Citalopram, ein Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva vom Typ der sogenannten SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer = selective serotonine- reuptake-inhibitors).

Nichtsteroidale Entzündungshemmer werden zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Muskeln und Gelenke, insbesondere aber bei rheumatischen Erkrankungen, angewendet.

Antidepressiva wie Citalopram werden zur Stimmungsaufhellung und zur Behandlung von Angstzuständen, Depressionen und Panikstörungen angewendet.

Voraussetzung für das Auftreten dieser Wechselwirkung ist, dass beide Arzneimittel innerlich/oral angewendet werden, also z.B. in Form von Tabletten eingenommen und so in den Blutkreislauf eingebracht werden.

Die Folgen dieser Wechselwirkung für die Verträglichkeit der beteiligten Arzneimittel sind als bedeutsam einzustufen. In seltenen Fällen ist ein gefährlicher Verlauf nicht auszuschließen.

Mit dieser Wechselwirkung ist gelegentlich zu rechnen, in seltenen Fällen ist ein gefährlicher Verlauf nicht auszuschließen.

Die beteiligten Arzneimittel können mit entsprechender Vorsicht zusammen angewendet werden.

2.2 Wie sich die Wechselwirkung auf den menschlichen Organismus auswirkt

Die Wechselwirkung zwischen nicht-steroidalen Entzündungshemmern und sogenannten SSRI bedingt ein erhöhtes Risiko für Blutungen insbesondere im Magen-Darm-Trakt.

2.3 Was sind Mechanismus und Ursachen der Wechselwirkung

Nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Diclofenac führen in der Regel -Dosisabhängig und insbesondere bei Langzeittherapie häufig zu Blutungen und Geschwüren im Magen-Darm-Trakt. Gelegentlich kommt es auch zu Bluterbrechen oder blutigem Durchfall. Beim Durchbruch von Geschwüren kann es in seltenen Fällen zu großen, gefährlichen Blutungen kommen. Diese unerwünschten Nebenwirkungen können durch die sogenannten SSRI verstärkt werden, da diese selbst die Blutungsneigung gelegentlich erhöhen.

2.4 Wie der zeitliche Ablauf der Wechselwirkung sich darstellt

Die unerwünschte Wechselwirkung von Diclofenac und Citalopram kann sich nach Beginn einer Kombinationsbehandlung schon nach einigen Tagen abzeichnen, kommt aber in der Regel erst nach längerer Behandlung zum Tragen.

2.5 Welche Dosierungen für die Wechselwirkung von Bedeutung sind

Das Risiko für diese Wechselwirkung ist bei normalen Dosierungen von Diclofenac und Citalopram gegeben.

Bei Anwendung von Entzündungshemmern wie Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen in niedriger Dosis kurzfristig zur Selbstmedikation dürfte das Wechselwirkungsrisiko äußerst gering sein.


Wenn du regelmäßig Citalopram nimmst udn jetzt evtl. einmalig Diclo einnehmen willst, sollte es also kein Problem sein.

Grundsätzlich solltest du aber mal mit deinem Arzt besprechen, was du ggf. einnehmen kannst, wenn du zwischendurch mal ein Schmerzmittel brauchst und Citalopram regelmäßig nehmen musst. Dann weißt du beim nächsten mal bescheid.

Gute Besserung

Kommentar von Lexi77 ,

Hier der weitere Text aus dem Check:

2.6 Welche Symptome durch die Wechselwirkung hervorgerufen werden

Verstärkte Blutungen im Magen-Darm-Trakt führen zu Blut im Stuhl, der dadurch eine schwarze Farbe annehmen kann. Führen diese Blutungen schliesslich zu Blutarmut, kommt es zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Große Blutungen im Magen-Darm-Trakt, die mit dem Durchbruch von Geschwüren einhergehen, können lebensgefährlich sein und die Einweisung ins Krankenhaus erforderlich machen. Geschwüre im Magen oder Darm können, müssen aber nicht unbedingt mit Schmerzen und Beschwerden einhergehen. Insofern ist die regelmäßige ärztliche Überwachung besonders wichtig.

2.7 Welche Laborwerte durch die Wechselwirkung beeinflusst werden

Spezielle Laborwerte sind von der Wechselwirkung nicht betroffen.

2.8 Welche Risikofaktoren Auftreten und Gefahren der Wechselwirkungen begünstigen

Das Risiko dieser Wechselwirkung nimmt zu, wenn es schon einmal in der Krankheitsgeschichte Magen- oder Darmgeschwüre gab.

Regelmäßiger Genuss größerer Alkoholmengen erhöht das Risiko der Wechselwirkung.

2.9 Wie sich die Wechselwirkung aufgrund ihrer Ursachen generell einordnen lässt

Wechselwirkungen werden üblicherweise eingeteilt in sogenannte pharmakodynamische oder sogenannte pharmakokinetische Wechselwirkungen.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen entstehen dann, wenn zwei Arzneimittel sich in ihren Wirkungen und/oder Nebenwirkungen aufgrund ihrer Wirkprofile abschwächen oder verstärken.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen entstehen dann, wenn eines der beteiligten Arzneimittels auf die Aufnahme in den Körper, die Verteilung, den Abbau oder die Ausscheidung des anderen Arzneimittels derart Einfluss nimmt, dass die Wirkung oder die Nebenwirkungen dieses Arzneimittels deutlich verändert werden.

Die Wechselwirkung zwischen Cumarinen und Glukokortikoiden ist pharmakodynamischer Natur.

3 Management der Wechselwirkung

3.1 Auf welche Körperfunktionen und Beschwerden besonders zu achten ist

Bei einer Behandlung von Patienten mit Diclofenac und Citalopram ist eine sorgfältige Überwachung der Behandlung in jedem Fall angezeigt. Insbesondere ist auf Beschwerden, Schleimhautschädigungen und Blutungen im Magen-Darm-Trakt zu achten.

3.2 Welche Laborwerte regelmäßig kontrolliert werden sollten

Siehe Punkt 2.6.; Blut im Stuhl sollte ggf. bei längerer Kombinationsbehandlung kontrolliert werden.

3.3 Welche Maßnahmen bei Arzneimittelauswahl und Dosierung zweckmäßig sind

Die Dosierung von Diclofenac und Citalopram sollte vorsichtig erfolgen, sodass Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt so weit wie möglich vermieden werden. Die prophylaktische Anwendung von Arzneimitteln, die den Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt vorbeugen, ist zu erwägen, z.B. die Gaben von säurehemmenden Protonen-Pumpen-Hemmern (PPI) wie Omeprazol. Das gilt insbesondere bei Risiko-Patienten.

3.4 Inwieweit der Arzt zu Rate zu ziehen ist

Ihre Erkrankung macht eine ärztliche Behandlung erforderlich. Nur Ihr Arzt kann die notwendigen Entscheidungen über eine gleichzeitige längere Behandlung mit Diclofenac und Citalopram unter Abwägen von Nutzen und Risiken treffen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie ein Arzneimittel aus der Gruppe der Entzündungshemmer wie Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen kurzfristig zur Selbstmedikation zusätzlich anwenden dürfen, fragen Sie Ihren Arzt.

Wenden Sie sich auch unverzüglich an Ihren Arzt, wenn Sie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt haben oder aber Blut im Stuhl vermuten.

Wenden Sie sich auch in jedem Fall umgehend an Ihren Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass Wirkungen oder Nebenwirkungen von verordneten Arzneimitteln oder selbst ermittelte Messwerte, z.B. Blutdruckwerte oder Blutzuckerspiegel, durch andere Arzneimittel so verändert werden, dass ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit beeinträchtigt werden könnten.

Expertenantwort
von StephanZehnt, Community-Experte für Schmerzen, 739

Hallo Ela,

Nun Wechselwirkungen gibt es zum Beispiel es z.B. Antidepressiva, Schmerzmittel wie Tramadol, bestimmten Antibiotika.
Mit NSAR ((nichtsteroidale Antiphlogistika Entzündungshemmer) - wie z.B. Diclofinac gibt es Wechselwirkungen im den Sinn das sie das Blutungsrisiko erhöhen! Es kommt aber ein Stück auf die Dosis an udgl..

Mehr dazu http://www.jameda.de/medikamente/citalopram-al-30mg-filmtabletten/4973739/

Das letzte Wort hat allerdings der behandelnde Arzt - vorausgesetzt im sind die Medikamente bekannt die man sonst noch einnimmt!

VG Stephan

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