Frage von casserforet, 422

Diagnose: Spinalkanalstenose. Was können wir tun um eine OP zu vermeiden und wie schlimm könnte es unter Umständen werden?

Hallo, mein Freund hat gestern die Diagnose Spinalkanalstenose mit Bandscheibenvorfall in der HWS erhalten, nachdem er mehrere neurologische Untersuchungen und MRT hatte. Seine Arme, Finger und manchmal auch Beine werden ihm bei großer Belastung schnell taub und gelähmt. Er hat fast täglich Nacken- und Rückenschmerzen und fühlt sich oft schwach und gestresst. Ich habe im Internet gelesen, dass die meisten Betroffenen diese Erkrankung erst im Alter bekommen und in vielen Fällen eine OP notwendig ist, da der Verschleiß und die Einengung immer stärker werden und selten aufgehalten werden können. Ich habe auch gelesen, dass es zu kompletten Lähmungen kommen kann. Ich mache mir nun große Sorgen und würde gerne wissen, was wir tun können, um seinen Rücken an seinen Berufsalltag angepasst schonen zu können und wie ich ihm helfen kann.

Antwort
von walesca, 365

Hallo casserforet!

Hier möchte ich Dir - als Anregung - mal unsere Erfahrungen mitteilen. Lasst Euch nicht zu früh zu einer OP überreden!!! Vielleicht hilft Euch ja dieser Bericht ein wenig weiter.

Bandscheiben-Operation? Ein Erfahrungsbericht!

Als allererstes sollte man sämtliche konservativen Maßnahmen ausgeschöpft haben, die es gibt. Dazu gehören z.B. KG, Medikamente, Osteopathie, Akupunktur, Bäder, Massagen, schmerzstillende Spritzen in dieWirbelgelenke (unter Rö-Kontrolle), ggf. Schmerzbehandlung mit Radio-Frequenzen, Wassergymnastik, Trockengymnastik zu Hause und ggf. auch eine Denervierung mit Kälte. Erst wenn das alles nichts gebracht hat und die Schmerzen und Ausfallerscheinungen weiter bestehen, dann sollte man ernsthaft über eine OP der Wirbelsäule nachdenken.  Suchen Sie sich dann einen guten Neurochirurgen und sehr erfahrenen Wirbelsäulen-Experten aus. Mein Mann war bei Dr.med.Pavlidis in Bonn, der auch in Ärztekreisen einen excellenten Ruf genießt. Aber solche Experten gibt es sicher auch in Ihrer Nähe. Wenn nicht, dann lohnt sich wirklich auch mal ein weiterer Weg, wenn man dafür sicher sein kann, dass man dort gut aufgehoben ist.

Als sämtliche Behandlungen (s.o.) nichts gebracht hatten, war mein Mann dann nach Bonn gefahren. Auf allen Rö- und MRT-Aufnahmen war kein operationswürdiger Befund zu erkennen!! Nur aufgrund der Beschwerden - und seiner jahrelangen Erfahrung - hat er dann aber trotzdem operiert. Das war dasBeste was er machen konnte!!! Während der OP stellte sich dann auch heraus, dass sich die Bandscheiben bds. in 2 Ebenen in die bereits schon knöchern verengten Wirbelkanäle auch noch hineingeschoben hatten!!!! Dr. P. hat die Bandscheiben dann daraus entfernt und die Wirbelkanäle rund um die Nerven wieder "ausgefräst"!! Das alles, ohne auch nur einen Nerven geringfügig zu verletzen!! Schon nach wenigen Tagen konnte mein Mann schon wieder im Park spazierengehen und wurde nach 2 Wochen in die Reha entlassen. Dort haben wirklich alle Therapeuten über diese kniffelige OP nur "Bauklötze" gestaunt. Heute hat mein Mann kaum noch Schmerzen und kann seitdem endlich auch wieder in Ruhe schlafen. In so einem sensiblen Bereich sollte man wirklich nicht zu voreilig operieren lassen! Bei uns war der allererste Ratschlag allerdings eine Versteifung der WS!!! Das hatte uns dann doch so sehr geschockt, dass wir nach und nach erstmal alle anderen Möglichkeiten erst im Internet recherchiert haben und dann "abgearbeitet" haben.

Alles Gute wünscht walesca

Antwort
von OldBoyJochem, 280

Hier kann ich nur folgendes raten.: " Dein Freund muß zu einem guten Neurochirogen. Nur der kann ihm helfen."  Da ich schon 74 bin, habe ich mitlerweile drei Rücken - Op`s hinter mir .Auch eine Vereisung welche leider nur kurzzeitig gebracht hat. Aber die Op`s haben mir geholfen. (LW 4/5 rechts, LW 4/5 links)  Die typischen Schmerzen sind weg. Aber jetzt habe ich Schmerzen welche  vom Kreutzbein links verursacht werden. Hier lasse ich mich nicht operieren. Mein Neurochirog hat mich zu einenm Schmerztherapeuten überwiesen welcher mir sehr gut geholfen hat. Zur Zeit habe ich keine Schmerzen mehr.Ich muß zwar heute Schmertztableten und Schmertztropfen  3 mal täglich einnehmen. Aber das mach ich gerne,da ich keine Schmerzen mehr habe. Bevor ich das erste mal am Rücken operiert wurde, habe ich in 5 Jahren ca 60 bis 70 Behandlungen durch den Physiotherpeuten erhalten. Das hat aber leider nur kurtzeitig was genutzt. Heute kann ich gottseidank sagen, daß die Operationen den Erfolg gebracht haben. Ich wurde behandelt   in der Media Park -Klinik in Köln. Das ist zwar eine Privat Klinik, aber die Äzte aus dieser Klinik haben mich im Sana -Klinikum in Remscheid Operiert. Dort können sie auch Kassenpatienten behandeln. Ichhoffe daß ich Dir casserforet  hiermit etwas Mut machen konnte. LG. Old Boy Jochem

 

Antwort
von StephanZehnt, 233

Hallo..,

die Frage ist schon wie das allgemein aussieht. In der Regel sagt man ja OK die Stenose beträgt  X mm.

Das Rückenmark hat einen Durchmesser von 10 -14 mm. Nun ist wie schon beschrieben die Frage wie sieht es bei Deinem Freund aus?Wenn sich aus Verschleissgründen die Stenose  verstärkt bleibt nur noch eine OP. Wenn nun eine Stenose vorliegt und noch ein Bandscheibenvorfall dazu kommt wird es halt schwierig.

Also auf Deutsch ab einer gewissen Stenose bleibt nur noch die OP und dann heisst es genau hinsehen wer / wo  die OP gemacht wird.  Bei einer kompletten Lähmung müsste schon das Rückenmark durchtrennt sein.

Gruss Stephan

https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/biologie-abitur/artikel/rueckenmark

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