Frage von HypoHonda,

Diabetes Typ 2 - Altersdiabetes

...was ist eigentlich schlimmer ? Zu hohe oder zu niedrige Zuckerwerte.

Antwort vom Arzt online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Gesundheitsfrage. Kompetent, von geprüften Ärzten.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von niaweger,

Beides kann schlimme Folgen haben - nur jeweils andere, und zu anderen Zeitpunkten.

Zu hohe Blutzuckerwerte schaden meist nur dann, wenn sie nicht nur gelegentlich auftreten. Von den zu hohen Werten werden die sogenannten diabetischen Spätschäden begünstigt (Schädigungen an Blutgefäßen und Nerven, die wiederum Folgen haben können wie Nierenversagen, Erblindung durch Netzhautablösung, Absterben der Gliedmaßen, die zu Amputationen führen können usw.). Diese Schäden treten allerdings nicht unmittelbar nach einem hohen Wert auf, sondern sie entstehen, wenn über längere Zeiträume die Zuckerwerte dauerhaft im hohen Bereich liegen. Akut kann bei hohen Zuckerwerten eine sogenannte Ketoazidose entstehen, die dazu führt, dass sich der Zuckerspiegel nur noch mit sehr hohen Insulingaben überhaupt wieder in den Griff kriegen lässt. Wenn der Körper auch auf diese hohen Insulindosen nicht mehr richtig reagiert, ist das sogenannte »Diabetische Koma« eine mögliche Sofortfolge - allerdings betrifft das überwiegend Typ-1-Diabetiker, da bei ihnen ein absoluter Insulinmangel herrscht, und bei Typ-2-Diabetes fehlt das Insulin nicht völlig, sondern ist nur im Verhältnis zu wenig.

Bei zu niedrigen Blutzuckerwerten ist die Gefahr sofort da. Zu niedrige Werte führen zu Bewusstseinstörungen, die vernünftiges Handeln unmöglich machen - bis hin zum vollständigen Bewusstseinsverlust. Wenn also eine heftige Unterzuckerung beispielsweise während einer Autofahrt nicht rechtzeitig bemerkt wird (wenn der Diabetiker also den Wagen steuert), dann ist das Reaktionsvermögen sehr stark eingeschränkt (ähnlich wie beim Fahren unter starkem Alkoholeinfluss). Dadurch können natürlich schlimme Unfälle entstehen, die nicht nur dem Diabetiker, sondern auch anderen Menschen in der Umgebeung gefährlich werden können. Aber auch ein stark unterzuckernder Diabetiker, der in seinem Bett liegt, kann an einer schweren Unterzuckerung sterben. Wenn ein Diabetiker sehr häufig starke Unterzuckerungen hat, die er aber überlebt, kann es als Spätfolge hiervon auch zu Hirnschädigungen kommen - denn bei starken Unterzuckerungen wird das Gehirn nicht richtig versorgt, und einige (meist wenige) Hirnzellen sterben durch diese Unterversorgung ab. Wenn man also regelmäßig starke Unterzuckerungen hat, werden so nach und nach die funktionstüchtigen Hirnzellen immer weniger. Hat ein Diabetiker eine Unterzuckerung mit Bewusstseinsverlust, aus dem er über längere zeit nicht wieder wach wird, dann kann auch schon diese eine Unterzuckerung dafür sorgen, dass große Teile des Gehirns sich nicht wieder erholen und dass der Diabetiker dadurch zum Pflegefall wird.

Daher ist die Einstellung des Blutzuckerspiegels immer eine Gratwanderung, bei der man sowohl zu hohe als auch zu niedrige Blutzuckerwerte unbedingt vermeiden sollte - beide können sehr schlimme Folgen haben.

Kommentar von HypoHonda ,

Danke für die ausführliche Antwort.

Antwort
von StephanZehnt,

Beides ist schlimm! Man sollte weder Unterzucker noch zu viel Zucker haben.

Antwort
von bobbys,

Hallo,

es ist beides nicht gut für den Körper und beides kann zu einer Lebensbedrohlichen Situation führen bis hin zum Tod. Das sogenannte Coma Diabeticum.

LG Bobbys :)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten