Frage von sandro1983, 16

der tag an dem ich nicht mehr ich bin!

Hallo liebe communiy,

meine mutter ist gestern im alter von 57 jahren verstorben! ;(

ich bin selber ehrenamtlicher trauer und sterbebegleiter und arbeite neben meiner eigentlichen arbeit, ehrenamtlich im hospiz....trauer und verlust der anderen sind für mich kein fremdwort. ich weiß damit umzugehen und habe wirklich schon sehr sehr sehr viel leid gesehen! aber hier und jetzt bin ich überfordert und weiß nicht wie ich damit umgehen soll? ich kann nicht schlafen,kann nicht essen, sitze die meiste zeit einfach nur so da und bin nicht ich selbst!

ich hätte nicht damit gerechnet das sie so schnell stirbt. sie hatte zwar anfang des jahres 2 schlaganfälle aber sie hat sich sehr gut erholt! ich bin ratlos....

wie soll es nun weiter gehen mit mir? ich muss montag wieder arbeiten und ich habe noch nebenbei jemanden den ich begleite er ist selber unheilbar krank! ich weiß nicht wie ich das alles packen soll?! dazu kommt noch das ich trockener alkoholiker bin und ich würde jetzt gern wieder zur flasche greifen nur um das alles erträglicher zu machen! ich bin kein wehleidiger mensch das müsst ihr mir glauben!!! daher bin ich umso irritierter von meinem zustand! ich stehe am rande meiner belastbarkeit und weiß nicht weiter!

hat hier jemand einen tipp für mich wie ich wieder klar komme? würden ein paar bier helfen in dem fall?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von evistie, 15

Mein herzliches Beileid zum unerwarteten, plötzlichen Tod Deiner Mutter.

Es ist verständlich, dass in einer solchen seelischen Krisensituation der Gedanke an Alkohol, der einen eine Zeitlang alles vergessen lässt, verlockend ist. Aber Du hast bereits gelernt, dass Alkohol keine Lösung ist, sondern zusätzliche Probleme schafft. Denk bitte daran, was Du Dir in den vergangenen Jahren aufgebaut und geschaffen hast - soll das alles durch ein Bier zerstört werden?

Du vermochtest bisher anderen Trost und Beistand durch das Gespräch vermitteln. Nun brauchst Du selber Trost und Beistand. Nimm bitte die Hilfe anderer an! Wende Dich z. B. hierhin: http://www.telefonseelsorge.de/

Denk jetzt bitte vorrangig nur an Dich! Lass Dich krankschreiben (es sei denn, die Arbeit lenkt Dich wohltuend ab) und überlass die von Dir betreute Person einem Vertreter, bis Du Dich selbst wieder seelisch stabilisiert hast.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft, um dem Dämon Alkohol zu widerstehen.

Antwort
von bobbys, 15

Hallo sandro 1983,

zuerst ein mal mein Beileid und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen auch ich habe schon viele Menschen sterben sehen und auch begleitet aber wenn es um die eigenen Angehörigen geht ist man wie gelähmt. Ich habe mich damals krank schreiben lassen von einem Neurologen/Psychiater der mich hervorragend mit Medikamente unterstützt hatte welche mich erst mal zur Ruhe kommen ließen damit ich überhaupt in der Lage war die Beerdigung zu organisieren und durch zu stehen. dann hatte ich auch Zeit die ersten Stunden der Trauer nach der Beerdigung zu vollziehen.Es hilft überhaupt nicht dich in Arbeit zu stürzen, weil wenn du nicht trauerst und deinen Schmerz und deinen Verlust verarbeitest findest du keine Ruhe. Alles brauch seine Zeit und genau die solltest Du dir jetzt auch nehmen und Alkohol ist keine Lösung. Denke jetzt bitte an dich und nur so kannst du wieder Kraft Schöpfen um anderen Menschen dann wieder zu begleiten. Ich war damals 6 Wochen krank geschrieben und diese Zeit habe ich auch gebraucht um dann wieder andere Menschen zu helfen bzw.sterben zu sehen.

Ich wünsche dir jetzt viel Kraft und Du schaffst das auch :)

LG bobbys

Antwort
von elliellen, 10

Lieber Sandro1983!

Das tut mir wirklich sehr leid und auch von mir mein allerherzlichstes Beileid. Ich finde es gut, dass du ehrenamtlicher Trauerbegleiter bist, denn auch wenn es etwas anderes ist, wenn die eigene Mutter stirbt als eine fremde Betreuungsperson, die du begleitest, so kennst du dich mit dem Thema aus.

Wichtig ist, dass du dir selbst die Zeit der Trauerverarbeitung gönnst und das machst, was dir guttut. Wenn du Zeit für dich benötigst, nimm sie dir, wenn du dich lieber in die Arbeit stürzt, mache es. Die erste Zeit ist die schlimmste, weil man da noch in einem schockähnlichen Zustand ist, der aber vergeht. Die Trauer durchläuft ja verschiedene Phasen, aber das weißt du ja sicher.

Ich persönlich bin ein christlich eingestellter Mensch und ich denke, es passiert nichts durch Zufall auf dieser Welt. Wenn ein Mensch stirbt, stirbt sein Körper, seine Seele aber nicht, diese hat die Hoffnung auf den Himmel, in den wir ja mal alle möchten.

Oftmals hilft es, etwas Persönliches für die gestorbene Person zu machen, du könntest das Grab deine Mutter selbst persönlich gestalten, das habe ich damals bei meiner Tante auch gemacht, bei strömendem Regen, mir tat es sehr gut. Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit.

Kommentar von sandro1983 ,

ich fühle mich so leer.....

Kommentar von elliellen ,

Ja, ich glaube, wenn ein geliebter Mensch stirbt, geht es uns allen so wie dir jetzt. Das ist ganz normal, denn es wurde ein wichtiger Teil von uns genommen und so fühlt es sich auch an. Auch wenn du deine Mama nicht mehr bei dir hast, in deinem Herzen bleibt sie immer und ewig und sie wird vom Himmel auf dich herabsehen. Ich wünsche dir, dass du Menschen hast, die dir jetzt zur Seite stehen und dir helfen. Aber auch wenn man es nicht gerne hören möchte, das Leben geht weiter und die Zeit bleibt nicht stehen. Du wirst das schaffen, alles Liebe

Kommentar von elliellen ,

PS: Ich habe deine letzte Frage jetzt erst richtig gesehen. Nein, natürlich würden ein paar Bier nicht helfen. Du hast etwas Tolles geschafft, du bist trockener Alkoholiker, mach dir das bitte nicht kaputt. Der Alkohol würde dich vielleicht für ein paar Stunden alles vergessen lassen, danach ginge es dir um so schlechter und du würdest vielleicht wieder zum Alkohol greifen und wärst mitten drin im Teufelskreis, weißt du, das würde deine Mutter sicher nicht wollen. Laß den Alkohol lieber weit weg.

Antwort
von walesca, 10

Hallo sandro1983!

Auch ich möchte Dir mein herzliches Beileid aussprechen. Ich finde Deine Tätigkeit als ehrenamtlicher Trauerbegleiter sehr ehrenwert. Aber ich glaube, im Moment bist Du selbst dazu kaum in der Lage, Andere auf diesem Wege zu begleiten. Aber Ihr habt in Eurem Kreis der Trauerbegleiter doch sicher auch Gesprächsrunden, um manche Dinge besser verarbeiten zu können. Bitte doch einen Deiner Kollegen, Dich jetzt in dieser schwierigen Situation zu unterstützen!! Was Ihr für die betroffenen Menschen tut, könnt Ihr doch auch untereinander hilfreich anwenden!! Ich selbst habe auch gerade sehr plötzlich durch einen tragischen Unfall einen lieben Bekannten verloren, was mir schwer zu schaffen gemacht hat. Mir hat in dieser Situation sehr geholfen, die Rescue-Bachblüten anzuwenden. (Die gibt es inzwischen sogar als Bonbons mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.) Dadurch kam ich wieder zur Ruhe und konnte die ganze Sache besser bewältigen. Ich würde Dir diese Tropfen für die nächste Zeit sehr empfehlen! Das ist ganz bestimmt die bessere Lösung als der Alkohol!!!!

Alles Gute wünscht walesca

Antwort
von StephanZehnt, 7

Hallo Sandro,

mein aufrichtiges Beileid In der Realität bringt Alkohol gar nichts. Es verschlimmert die Situation noch. Denn dann hängst Du ganz schnell wieder an der Flasche.

Ja und Deine Mutter würde sich im Grab umdrehen, wen sie wüsste das Du Dich nun gehen lässt. In solch einer Situation sollte man sich unbedingt einmal helfen lassen. Wenn man nun selbst betroffen ist mit einem Trauerfall Du solltest in dem Fall einmal mit der Leitung des .... sprechen und ihm Deine Situation schildern. Wenn Du nun bei der Trauerbegleitung bist wird Dich das ständig an den eigenen Trauerfall erinnern.

https://www.bestatter.de/bdb2/pages/trauerfall/selbsthilfegruppen.php

VG Stephan

Antwort
von charlotte7, 7

Jetz brauchst du selber mal Trost und Ruhe. Im Moment würde ich mich von allem zurück ziehen, eine Auszeit nehmen und mich ganz der Trauer hingeben. Auf keinen Fall würde ich jetzt wieder zur Flasche greifen. Zieh dich für 7 - 14 Tage zurück und lass dich von deinem Hausarzt krank schreiben. Diagnose Trauer, Erschöfungssyndrom, Depression. Im Moment bist du selbst zu sehr belastet und daher weniger eine Hilfe für andere. Alles Gute !

Antwort
von Katzina, 7

Hallo sandro1983 - zunächst auch von mir mein herzlichstes Beileid, natürlich, eine Muter zu verlieren, ist ein schwerer Schock - aber du mußt neuen Mut schöpfen, was auch in ihrem Sinn gewesen wäre. Ich schließe mich hier meinen Vorrednern an. Sie ist in dem Glauben gegangen, daß du nun dem Alkohol entsagt hattest und das verwerflichste wäre nun, du würdest - auch in Erinnerungan sie - wieder dem Alkohol zusprechen, was dich dann endgültig in den Abgrund befördern würde. Solche Gedanken also sollten dir überhaupt nicht mehr kommen - streiche Alkohol aus deinem Gedächtnis. Und außerdem trägst du für deine dir anvertrauten Lieblinge / Katzen Verantwortung! Wer sollte sich um sie kümmern? Sie würden ausgesetzt, würden ein trauriges elendes Leben da draußen führen voller Gefahren und Krankheiten. Schon deshalb mußt du klar denken können und für sie weiter sorgen! Aber eben auch für Dich und ich denke, daß die Zeit auch Wunden heilt - also gib die Hoffnung nicht auf - Freude kann auch ein Sonnenstrahl geben, Blumen auf der Wiese und die bedingungslose Zuneigung deiner Tiere! Gruß Katzina

Antwort
von bethmannchen, 5

Zunächst mein herzliches Beileid.

Es trifft einen immer hart, wenn man einen Elternteil verliert, vor allem wenn sie noch kein sehr hohes Alter erreicht haben, und der Tod überraschend kommt.

Es wird weitergehen mit dir, denn es gibt ja gar nichts anderes.

Mein Mann starb ganz überraschend, viel mir so zu sagen tot in den Arm. Er war gerade erst 56 geworden, und wir hatten gemeinsam noch einiges vor im Leben. Plötzlich stand ich ganz alleine da mit drei Kindern und dem Geschäft. Da hatte ich dann eine ganze Menge zu organisieren und zu regeln, und kam wohl gar nicht zum trauern und in mich gehen.

Zwei Monate später waren die Dinge dann geregelt, es kehrte eine neue Normalität ein, und ich kam da erst richtig zum nachdenken. Da haderte ich dann so richtig mit den Schicksal. Er war doch viel zu jung... Man hätte doch, aber, aber... Da habe ich auch zum ersten Mal richtig Tränen vergossen. Aber all das bringt einen Menschen nicht zurück.

Und dann kam auch die Vernunft zurück. War doch gut, dass es so schnell gegangen ist. Hätte man ihn noch mal zurückgeholt, wäre er vielleicht über Jahre ein Pflegefall. Wie wäre das dann wohl. Außerdem hatte er das für sich ja nie gewollt...

Es liegt in der Natur der Dinge, dass die Alten vor den Jungen gehen. Das ist der Lauf der Welt. Man spricht auch von einem Trauerjahr, und man braucht tatsächlich ein Jahr, um sich mit den neuen Gegebenheiten voll und ganz abzufinden und sich neu zurechtzufinden.

Ich hätte da auch zur Flasche greifen, oder sonst welche Dummheiten anstellen können. Man hat dem Verstorbenen gegenüber aber doch eine gewisse Verantwortung. Es ist niemandem damit gedient, wenn du wieder das Saufen anfängst. Damit enttäuschst du doch nur all jene Menschen, die dir vertrauen und auf dich bauen.

Es mag sein, dass dir im Augenblick deine ehrenamtliche Tätigkeit nicht gut bekommt. Trotz deines eigenen Verlustes weiter zu machen kann aber für dich auch heilsam sein. Das weißt nur du.

Trauerbewältigung ist und bleibt individuell, was du ja nun selbst auch merkst. Darum zu wissen ist etwas anderes, als selbst hindurch zu gehen. Und du musst da hindurch, bis du am anderen Ende ankommst. Darum herum führt nicht ans Ziel.

Antwort
von Lizzkrueger, 5

Tja das ist eine sch... Situation, erstmal mein Beileid. Ein paar Bier würden dir nicht helfen sondern alles schlimmer machen. Also ich an deiner stelle würde mich in eine Psychatrische Klinik einweisen, weil das ist sehr sehr viel auf einmal. So hast du die Möglichkeit das ganze evtl zu verarbeiten

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