Frage von Milchkaiser, 113

Der Erstantrag nach Schwerbehindertenrecht wurde abgelehnt?

Das Versorgungsamt lehnt meinen Antrag nach Schwerbehindertenrecht ab obwohl meine Krankheit in den versorgungsmedizinischen Grundsätzen mit 60-100 GdB beziffert ist. Warum?

Antwort
von Lexi77, 91

Hallo Milchkaiser!

Wie die anderen auch schon geschrieben haben, kannst/solltest du gegen den Bescheid fristgerecht Widerspruch einlegen. Eine Widerspruchsbelehrung (bis wann, wohin) findest du auf dem Bescheid.

Grundsätzlich darf man aber nicht glauben, dass man die Prozente, die in den versorgungsmedizinischen Grundsätzen angegeben sind, auch so gegeben werden. Früher hießen die "Anhaltspunkte". D.h. der Gutachter hat damit einen Richtwert, muss den definitiven Wert aber nicht so festlegen.

Bei einer Festlegung eines GdB werden ja immer auch ganz individuelle Faktoren deiner Person (z.B. sonstige Erkrankungen) mit einbezogen. Und der Richtwert ist ja immer nur beispielhaft. 

Leider hast du hier nicht geschrieben, um welche Erkrankung/Behinderung es da bei dir geht, dann könnte man vielleicht Konkreteres sagen.

Es geht ja beim GdB immer um die Einschränkungen, die man durch eine Erkrankung hat. Wenn z.B. deine Erkrankung grundsätzlich mit einem GdB zwischen 60 und 100 angegeben ist, so kann es dennoch sein, dass bei dir durch eine entsprechende Behandlung/Therapie die Auswirkungen so gering sind, dass du keinen Anspruch auf einen GdB hast. 

Also bleibt dir nur, Widerspruch einzulegen. Mache dies am besten mit Hilfe des schon genannten Vdk oder - falls du eine Rechtsschutzversicherung hast - kannst du auch einen Anwalt dazu befragen.

Viel Erfolg!

Kommentar von Milchkaiser ,

Okay. Danke. Meine Diagnose lautet Pfortaderthrombose. Das ist eine zirkulatorische Störung der Leber. In der GdB Tabelle steht der GdB wird analog zur dekompensierten Leberzirrhose berechnet. Das bedeutet 60-100 GdB. Weniger vielleicht okay aber gleich abgelehnt?

Antwort
von ThePoetsWife, 91

Hallo Milchkaiser,

da wirst du dringend Hilfe brauchen, ich würde dir zu einem Beitritt bei der VDK, Sozialverband, Kosten ca. 6.-- EUR mtl. raten. Dort sitzen Fachleute, die täglich mit diesen Situationen vertraut sind, als erstes muss ein Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt werden, mit einer Frist von insgesamt 4 Wochen.

Du brauchst lückenlose Arzt- und Klinikberichte, die deine Erkrankung attestieren.

Viel Glück und auch Geduld!

Gute Besserung und liebe Grüße

Antwort
von evistie, 82

Die "versorgungsmedizinischen Grundsätze" sind nur so gut wie der jeweilige Bearbeiter, der stets eine Einzelfallentscheidung trifft.

Welche Gründe die Ablehnung in Deinem Fall hat, kann von hier aus keiner sagen, da wir die Hintergründe nicht kennen.

Lege fristgerecht Widerspruch ein und harre der Dinge, die da kommen.

Wichtig !!
Bevor Sie die Widerspruchsbegründung anfertigen, sollten Sie unbedingt Einsicht in die Ihnen nicht bekannten entscheidungs-erheblichen Unterlagen, wie z.B. Gutachten des medizinischen Dienstes der Krankenkasse, versorgungsärztliche Stellungnahme, RV-Gutachten, BG-Unfallgutachten und anderes mehr, nehmen.

Hierzu sind Sie ausdrücklich berechtigt und Sie sollten auf jeden Fall von Ihrem gesetzlichen Recht auf Akteneinsicht Gebrauch machen.
Verweisen Sie hierbei auf § 25 Sozialgesetzbuch 10. Buch (SGB X). § 61607;

Nur so können Sie zu den Entscheidungsunterlagen gezielt Stellung nehmen !

Nur so besteht Chancengleichheit gegenüber der ablehnenden Verwaltung !

https://www.vdk.de/ov-weilheim-teck/ID99121

Lass Dich ggf. vom VdK beraten!

Kommentar von Milchkaiser ,

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Am besten wird sein ich bespreche das erstmal mit meiner Hausärztin um bei meinem Widerspruch möglichst erfolgreich zu sein. Zur Begründung der Ablehnung: ich sei weder körperlich noch geistig so stark beeinträchtigt das ich nicht am Leben in der Gesellschaft teilhaben könnte. 

Diagnose: Pfortaderthrombose, also eine zirkulatorische Störung der Leber

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