Frage von la45667, 42

Depressive Verstimmung?

Hallo, vielleicht hat der ein oder andere schon einmal meine erste Frage gesehen, nun hat sich jedoch was in meinem Krankheitsbild geändert und vielleicht hat jemand von euch Erfahrungen damit.

Alles fing vor ca. 2 Monaten an, ich merkte, dass ich trotz genug Schlaf/Sport/gesunder Ernährung immer müde war. Dieser Zustand wurde immer schlimmer bis ich mich bei der Arbeit kaum noch wach halten konnte und Konzentrationsschwächen hatte. Da ich seit längerer Zeit unter Ferritinmangel leide, habe ich es darauf geschoben, bin zum Arzt, der hat auch einen kleinen erneuten Mangel festgestellt, ich bekam eine Infusion, doch es wurde nicht besser. Dazu kam dass ich ein ständiges Gefühl von "Schwindel" hatte, nicht dass sich "die Welt dreht" sondern, dass meine Arme und Beine leicht werden, es ging ein leichtes zucken durch den Körper und dann war es wieder besser. Ich hatte jedoch ständig dieses Gefühl von "nicht richtig anwesend" sein. Das wurde schließlich immer schlimmer. Ich bin erneut zum Arzt, er gab mir noch eine Eiseninfusion, checkte meine Blutwerte ausführlich, hat den Blutdruck gemessen und ein kurzes EKG gemacht, ohne Befund. Nachdem es für ein paar Tage besser war verschlechterte sich mein Zustand wieder. Ich war kraftlos, erschöpft, wackelig auf den Beinen. Mein Arzt sagte nun, ich hätte eine depressive Verstimmung. Ich bekam Cipralex-Tropfen verschrieben. An dem Abend googelte ich dummerweise das Medikament und las einige Horrorgeschichten. Seitdem habe ich das Gefühl "nicht richtig durchatmen" zu können, nicht genug Luft zu bekommen, was evtl. auf die Horrorgeschichten zurückzuführen sein könnte :D Diese Nacht kam ich noch in den Schlaf doch am nächsten Tag wurde das Gefühl immer schlimmer, ich bekam Panik, jedoch veränderte sich meine Atmung für Außenstehende nicht. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, hatte klatschnasse Hände, war völlig angespannt und zitterte. Ich rief am nächsten Morgen meinen Arzt an und er verschrieb mir ein Beruhigungsmittel. Ich konnte endlich wieder schlafen, doch das Gefühl bleibt, mal mehr mal weniger ist es da. Am Anfang war es immer gleich, bei Bewegung oder Ruhe, inzwischen habe ich das Gefühl dass es sobald ich mich auch nur etwas bewege und v.a. wenn ich mich Dusche, sprich warmes Wasser auf den Brustkorb kommt, es schlimmer wird. Mag aber vielleicht auch daran liegen, dass ich in den letzten Tagen fast ausschließlich auf dem Sofa verbracht habe :D Nun nehme ich weiterhin Cipralex und steigere die Dosis alle 3 Tage. Bis das wirkt nehme ich morgens und abends Beruhigungsmittel. Trotzdem habe ich noch nasse Hände und das Gefühl mit der Atmung. Sobald ein Termin beim Psychiater frei ist soll ich auch da hin.

Habt ihr schon einmal ähnliches erlebt? Und glaubt ihr die Diagnose "depressive Verstimmung" ist richtig?

Antwort
von Salisa, 37

Das kann durchaus sein ! Ich hätte es vor 2 Monaten nicht geglaubt. Ich hatte haargenau die selben Symptome. Und siehe da, ich war dann irgendwann so fertig, dass ich in eine Psychotherapeutische Klinik bin. Ups. Diagnose schwere depressive Episode. Und durch das nicht daran glauben, habe ich auch noch eine Panikstörung dazubekommen. Yey ! Nun denn war dort 4 Wochen stationär in Behandlung, seitdem bekomme ich Sertralin 75 mg und muss sagen, es ist alles fast weg. Du hast sicherlich nicht das gleiche, aber ja sowas kann mit Depression, inwiefern auch immer durchaus vorkommen :)

Antwort
von fcbandi, 31

Mir geht es sehr oft gleich. Auch mit der schweren Atmung, teilweise ein Gefühl von einem Knoten im Hals. Besonders dieses Gefühl "von nicht anwesend sein" deutet auf eine Depression hin. Dieses richtig unangenehme Gefühl von Schwindel. Die beste Lösung hierfür war bei mir Bewegung und viel Flüssigkeit. Außerdem sind Depressionen oft ein Zeichen, dass etwas Schwieriges aus der Vergangenheit oder Gegenwart unbedingt aufgearbeitet gehört. Deshalb ist ein Besuch bei einem guten Psychiater sehr wichtig. Also abschließend kann ich nur sagen, da es mir oft gleich ergeht, dass es die richtige Diagnose ist. Also nicht die Hoffnung verlieren. ;) Es gibt IMMER eine Lösung.

Kommentar von la45667 ,

Danke, du machst mir Mut :)

Kommentar von fcbandi ,

Was ich noch hinzufügen möchte: Du beschreibst außerdem, dass du Horrorgeschichten zu deinem Medikament gefunden hast und identifizierst dich sofort damit. Also würde ich fast darauf wetten, dass du auch leichter Hyperchonder bist. Auch Hyperchondrie ist eine nervliche Belastung und kann ebenso zu den Beschwerden mit der Atmung führen. Ich bin kein Arzt und weiß nicht ob das auf dich zutrifft. Ich hab nur mich bei diesem Beitrag wieder als Beispiel genommen. Ich kenne diese Beschwerden. ;)

Kommentar von la45667 ,

Ja, das kann durchaus sein. Ich mache mir viele Gedanken, da mich die körperlichen Symptome und die Diagnose sehr verunsichern.

Kommentar von fcbandi ,

Ich kann es wieder nur so sagen, wie ich dass verstehe oder selbst wahrgenommen habe. Verunsichern brauchst du dich garnicht. Damit hilfst du dir nicht weiter, eher im Gegenteil. Wichtig ist einfach sich selbst wieder richtig wahrzunehmen. Verstrickt man sich zu sehr, rechnet man in jeder Lage wieder mit dem schlimmsten, obwohl man sich meist in komplett gesunder Verfassung befindet. Ich hätte da mal eine Frage! Wie geht es dir zurzeit bei völlig normalen Aktivitäten? beispielsweise beim schauen von Horrorfilmen oder etwas ähnlichem, dass die nerven beansprucht? Hast du da Veränderungen in der letzten Zeit wahrgenommen?

Kommentar von la45667 ,

Bei alltäglichen Aktivitäten? Veränderungen auf jeden Fall, ich habe weniger Kraft und durch die Wochen die es sich jetzt schon zieht auch schon langsam den Mut verloren. Ich vermeide Veränderungen der Situation, z.B. auch schon aufstehen und in die Küche gehen weil ich mir immer denke, jetzt gehts mir gerade besser und dann könnte es mir wieder schlechter gehen. So richtig vor die Tür gehe ich nicht, da ich Angst habe das körperlich nicht "durchzuhalten" und noch mehr körperliche Probleme zu bekommen. Wenn ich zu Hause bin geht's mir inzwischen schon in manchen Phasen besser.

Kommentar von la45667 ,

Da die Probleme mit der Atmung wenn ich mich bewege nach meinem Gefühl schlimmer werden vermeide ich es raus zu gehen usw.

Kommentar von fcbandi ,

Der Gedanke ist grundlegend falsch. Ich meine, dass es dir schlechter gehen könnte bzw. die Situation dann nicht schaffst. Du vermittelst dir selbst ein falsches Bild. Und der Körper gewöhnt sich an das Bild. Vermeide nicht die Bewegung, die bringt den Kreislauf in Gang. Dass dir die Kraft fehlt ist wahrscheinlich durch schlechten Schlaf bedingt. Der schlechte Schlaf wahrscheinlich eben dadurch, dass du irgendetwas, bewusst oder auch unbewusst, noch aufarbeiten musst. Das kann genauso gut etwas sein, dass du über Jahre verdrängt hast. Aber zu alle dem, ist ein Psychiater der beste Ansprechpartner. Er kann keine Wunder bewirken, aber dich wieder auf den richtigen Weg bringen ;)

Kommentar von la45667 ,

Danke für deine Mühe, ich werde versuchen mich aufzuraffen.

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