Frage von LunarStrain, 21

Depressionen - wie kann man sich helfen lassen?

Hallo,

ich wollte mal nach euren Erfahrungen mit der Diagnose und Behandlung von Depressionen Fragen.

Ich fühl mich seit längerem total ausgebrannt, kann nicht mehr normal schlafen und bin total unruhig und unkonzentriert. Solche Phasen hatte ich in meinem Leben schon öfter aber sie gingen normalerweise immer wieder vorbei. Neuerdings habe ich auch eine irrationale Angst vor großen Menschenmengen entwickelt. Damit hatte ich früher nie Probleme.

Zu meiner Situatuion:

Vor 2 Jahren habe ich mich dazu entschlossen zu studieren. Die ersten Semester liefen nicht schlecht, aber dann wurde mir die Kombination von Leistungsdruck, ständigen Geldsorgen, keiner Privatsphäre im Wohnheim und weiteren Faktoren einfach zu viel. Je weiter ich in die Materie meines Studiums eintauchte, desto sicherer wurde ich mir dass ich sowas nicht mein restliches Leben lang machen wollte.

Ich entschloss mich dazu, das Studium abzubrechen und wollte eine Lehre beginnen, die nichts mit meinem Studium zu tun hat. Deshalb zog ich wieder in meine alte Heimatstadt. Mit meiner Ex-Freundin, die ich während dem Studium kennenlernte, führte ich deshalb eine Fernbeziehung. Aber sie hat sich vor kurzem von mir getrennt, weil sie einen anderen kennengelernt hat.

Der Zeitpunkt des Studienabbruchs war denkbar schlecht, da es für meine Wunschausbildung fast keine Lehrstellen mehr gab. Ich habe sehr viele Bewerbungen geschrieben, aber fast nur absagen erhalten. Die Bewerbungsgespräche zu denen ich eingeladen wurde liefen meistens darauf hinaus, das gefühlt stundenlang auf meinem Studienabbruch herumgeritten wurde. Manche Firmen wollten sogar, dass ich neben der normalen Ausbildung noch in anderen Abteilungen mitarbeite, da sie sich durch mein angefangenes Studium einen vollwertigen Mitarbeiter zum Lehrlingsgehalt erhofft haben. Wunderbar wie man die Notlage eines Menschen ausnutzen kann, aber so blöd bin ich nicht.

Während ich mich fleißig weiter Beworben habe, hab ich im Einzelhandel gearbeitet, um mich finanziell über Wasser zu halten. Ich habe den Job absolut gehasst und gekündigt, am 1. war mein letzter Arbeitstag dort. jetzt schreib ich weiter Bewerbungen für eine Ausbildung und such mir alternativ einen neuen Nebenjob.

Zu den eigentlichen Fragen:

Eigentlich hatte ich mir erhofft, das es mit meiner Psyche wieder aufwärts geht nachdem ich mich vom Studium verabschiedet habe, aber es geht immer weiter abwärts. Im moment bin ich total verzweifelt und hab keine Ahnung wie es weitergehen soll.

Jetzt wollte ich mal meinen Hausarzt drauf ansprechen, da ich das Gefühl habe alleine aus diesem Loch nicht mehr rauszukommen. Aber jetzt stellen sich mir einige Fragen.

  1. Klingt das überhaupt nach einer Depression?
  2. Was könnte es sonst noch sein?
  3. Wie läuft die Therapie ab?
  4. Kann so etwas auch Ambulant behandelt werden?
  5. Und wie schlimm sind die Nebenwirkungen von Antidepressiva?

Vor allem die letzten beiden Fragen sind mir wichtig, da ich nebenher wohl noch arbeiten werden muss.

MfG

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo LunarStrain,

Schau mal bitte hier:
Psyche Depression

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nelly1433, 15
1.Klingt das überhaupt nach einer Depression?
2.Was könnte es sonst noch sein?
3.Wie läuft die Therapie ab?
4.Kann so etwas auch Ambulant behandelt werden?
5.Und wie schlimm sind die Nebenwirkungen von Antidepressiva?

zu 1. Das kann ein Arzt feststellen.
zu 2. Spekulationen helfen nicht; sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
zu 3. Welche Therapie angebracht ist, legt der Therapeut nach den ersten Gesprächen fest.
zu 4. Natürlich kann die Behandlung ambulant erfolgen.
zu 5. Das kommt darauf an, welches Antidepressiva verordnet wird. Auf jeden Fall machen die heutzutage verordneten Medikamente nicht abhängig. Möglicherweise kann auch auf die Gabe von Antidepressiva ganz verzichtet werden.

Das Wichtigste ist erst einmal, dass Sie mit Ihrem Hausarzt sprechen. Er wird zuerst einmal körperliche Ursachen für Ihre Beschwerden ausschließen (z.B. Schilddrüse). Alles weitere wird er in die Wege leiten und ggf. an einen Facharzt überweisen.

Kommentar von Nelly1433 ,

danke für den Stern :-)

Antwort
von KrankerSchlumpf, 10

Also es gibt bei vielen Ärzten mittlerweile praktisch nichts mehr, was nicht nach Depression klingt. Es ist ja auch so einfach - nur (!!!!) anhand von Symptomen eine Krankheit diagnostizieren. Das gibt es selbst bei Fieber nicht.

Wenn ich es Depression nennen würde, dann aber definitiv "exogene" (!) Depression, also ein aus den - unverschuldeten - Lebensumständen herrührendes Stimmungstief. Ich denke, die Mehrzahl der Ärzte würde dennoch eine endogene - also in deiner so dermaßen kranken Psyche begründete - Depression diagnostizieren. Aber wie gesagt, wenn ich die Geschichte lese hast Du meiner Meinung nach allen Grund gefrustet zu sein, deswegen tue ich mir selbst wenn ich das Wort Depression in den Mund nähme, mit dem Wort "krank" sehr schwer, weil das doch alles irgendwie ganz normal oder zumindest nicht ungewöhnlich ist.

Körperliche Krankheiten kommen einige in Betracht. ( Und eine aus verständlicher Lebensfrustration ausgelöste oder zumindest begünstigte körperliche Krankheit bleibt eine körperliche Krankheit ).

Gerade bei exogenen ( aber oft auch bei endogenen ) Depressionen ist eine Therapie völlig sinnlos. Weil kein Psychotherapeut der Welt deine "exogenen" Probleme ( Trennung, keine Ausbildung, Finanzsorgen usw ) lösen kann. Also wenn schon eine Art von "Coaching", dann doch eher jemand, der dir z.B. bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz weiterhelfen kann. Das hielte ich für sinnvoller. ( Wenn Du etwas über den Unsinn von Psychotherapie lesen möchtest : Rolf Degen , "Lexikon der Psychoirrtümer" ).

Psychotherapien werden generell erst mal ambulant angeboten. Man kann sich aber denke ich jeder Zeit selbst auch stationär in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Antidepressiva haben schon eine Gewisse Chance, das Stimmungstief zu vertreiben. Aber nicht, dass Du jetzt einen Ausbildungsplatz hättest, Du findest es nur nicht mehr so schlimm , keinen zu haben. Mögliche Nebenwirkungen sind sehr unterschiedlich. Viele erzählen von Gewichtszunahme, manche von Zittern, es gibt Gerüchte über entstehende Abhängigkeiten, ich persönlich habe bei manchen "Patienten" den Eindruck gehabt, dass es das klare, logische Denken einschränkt und die Menschen etwas anfällig für unwissenschaftliches ( Religion, Esotherik u.A ) werden. Ganz böse Zungen behaupten, dass bei allen Amokläufen in den USA in den letzten Jahren immer eine Art von Psychopharmaka im Spiel war..... Ich denke, da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich persönlich würde soetwas niemals nehmen.

Antwort
von fragezeichen1, 10

Hey Hey... Das Leben ist nicht leicht, wichtig ist, dass du nicht selbst daran glaubst, dass es immer berg ab geht... Es kommen wieder bessere Zeiten! Es kann durchaus sein, dass du in einer Depression bist. Meist kann man bei einer Depression auch nicht mehr schlafen. Ich hatte auch schon einmal eine leichte Depression, ich konnte 2 Wochen nicht schlafen, außer, wenn ich Schlaftapletten genommen habe (2mal) :-). Wichtig ist, dass du positiv über deine Person nachdenkst. Du sollst daran denken, was DU kannst und was für tolle Eigenschaften DU hast. Es ist wichtig, dass du mit jemandem über deine Empfindungen sprichst. Du musst dich wieder in einem postiven Licht betrachenten können. (Falls es dir hilft: Ich habe in den letzten 1,5 Jahren nur Scheiß miterlebt, ich habe auch nicht mehr gewusst, warum ich überhaupt noch Leben soll. Begonnen hat mein Leiden, als ich meinen Job und meinen ersten Freund verloren habe (5 Jahre Beziehung inklusive Wohnung). Ich habe dann wieder bei meinen Eltern gewohnt... voll peinlich. Dann habe ich meinen 2. Freund kennen gelernt, ein sehr netter und liebenswerter Mensch, nach 6 Monaten Beziehung, Diagnose Krebs. Seither war ich nur noch bei ihm im Krankenhaus und habe mich um ihn gekümmert. Der Krebs war sehr lebensbedrohlich. Neben den Krankenhausbesuchen musste ich natürlich noch 40 Stunden arbeiten. Das Krankenhaus war 70km von meinem Wohnort entfernt. Es kamen zu erst nur postitive Reaktionen seines Körpers auf die Chemo und auf die Stammzellentransplantion, seit 2 Monaten hat er jedoch massive Abstoßungsreaktionen. Ich musste stets stark sein, bis ich bemerkte, wie schlecht es mir psychisch ging. bzw. sprachen mich meine Mitmesnchen an, ob es mir auch wirklich gut ginge. Ich sagte immer ja, bis ich dann einfach immer so zu weinen anfing. Ich litt an einer Depression. Ich konsentriere mich seither auf mich und sehe mich in einem positven Licht und seither fühle ich mich viel besser. Ich mache auch sehr viel Sport um mich nicht immer mit dem scheiß Thema auseinandersetzen zu müssen. Bitte suche dir Hilfe. Rede mit jemandem! Je öfter du über deine Probleme mit den unterschiedlichsten Menschen redest, desto mehr wirst du dich wieder erkennen. Pass auf dich auf!!! Das ist dein Leben, richte dich nach deinem Leben aus! Nimm alles so, wie es kommt und versuch damit zu leben, bzw. mach für dich das Beste daraus... :-)

Antwort
von charlotte7, 8

" 1.Klingt das überhaupt nach einer Depression? 2.Was könnte es sonst noch sein? 3.Wie läuft die Therapie ab? 4.Kann so etwas auch Ambulant behandelt werden? 5.Und wie schlimm sind die Nebenwirkungen von Antidepressiva? "

zu1) Ja, es klingt nach einer Depression.

zu 2) wahrscheinlich auch ein Mikronährstoffmangel

zu 3) Besaprich mit dem Arzt, welche Therapien in frage kommen und wie die ablaufen.

zu 4) Ob es ambulant oder stationär geht, kann dir am besten dein Hausarzt sagen, nachdem die Ursachend er beschwerden diagnostisch abgeklärt wurden.

zu 5) Eine Psychotherapie kann oft auch ohne Antidepressiva durchgeführt werden. Psychotherapeuten empfehlen die nur , wenn es nicht anders geht und dann auch meistens nur vorübergehend.

Antwort
von sandro1983, 8

Hallo LunarStrain,

ob es sich um eine tatsächliche depression handelt wird dir der psychologe nach 1 bis 2 gesprächen genau sagen können. die therapie läuft so ab das du dir einen psychologen suchst und einen termin machst. es gibt ein paar vorgespräche wo ihr euch gegenseitig beschnuppert ob bei euch die chemie stimmt. wenn dies der fall ist schreibt der psychologe an deine krankenkasse damit die kosten der therpaie von dieser bezahlt werden. ob bei dir medikamente angebracht sind wird sich heraustellen nicht immer ist es nötig oft helfen auch schon gespräche. wenn du doch medikamente brauchst so wird dich der psychologe parallel zu einem psychiater schicken der dir dann die medikamente auch verschreiben kann. ein psychologe soweit er nicht arzt ist darf keine medis verschreiben. eine psychotherapie wird meistens ambulant gemacht. nur die sehr schweren fälle oder jene die wirklich viel aufmerksamkeit und fürsorge brauchen werden stationär therapiert.

lg

sandro

Antwort
von Hooks, 7

zu Punkt 2:

Bei diesem Stress ist es durchaus möglich, daß Dein Vorkommen an Magnesium und Vitamin-B-Komplex total aufgebraucht ist, das braucht man nämlich mehr in Stressituationen. Beide Mängel wirken sich auch sehr auf die Psyche aus.

Du kannst mal selbst recherchieren unter "Magnesiummangel, kaum beachtet aber folgenschwer", und zum B-Komplex finde ich das Vitalstofflexikon.de sehr hilfreich. Zum B an sich, aber auch zu den Mangelsymptomen (rechts im Menü).

Ich besorge mein Mg beim Aldi (keine Brausetablette), da mußt Du für Dich herausfinden, welche Kombination Dir besser bekommt, MgO oder MgSO4 (Bittersalz) oder organische Verbindungen. Letztere sind teuer und halfen bei mir nicht besser. Aber die Menschen sind verschieden.

B gibt es gute von ratiopharm oder Lichtenstein, über medizinfuchs.de billiger. Stärkere findest Du bei biovea.com/de, für mich reicht das zu 50 mg vollkommen aus. Achte auf jeden Fall darauf, daß alle acht Bs darin sind! Nicht nur B1, B6 und B12. Dann bekommst du Mangelerscheinungen an den anderen.

Du kannst das alles mal probieren, vielleicht geht es Dir dann ohne Kloppermedis schon besser.

Gute Besserung!

Antwort
von bethmannchen, 7

Ws du da hast ist gar keine Depression, kann es gar nicht sein.

Ein Jahr daran ackern, ein vernünftiges Abitur zu machen, Studenplatz suchen, an der uni zurechtfinden, Überleben sichern...

Nichts ist wohl so stressig wie ein Studium, das einem nicht wirklich liegt. Dazu noch die für dich unbehagliche Wohnsituation, ständig dem Geld hinterherjagen, und, und, und...

Dann der Absprung ins Ungewisse - Ausbildungsplatz suchen - wieder dem Geld hinterherjagen...

Nach Jahren Dauerstress ist es kein Wunder, wenn du dIch seit längerem total ausgebrannt fühlst, nicht mehr normal schlafen kannst, und total unruhig und unkonzentriert bist. Deine Reserven sind ausgebrannt, und das bekommst du jetzt zu spüren.

Ganz im Hintergrund ist da noch die Befürchtung, keinen Ausbildungsplatz zu bekommen... Aber du hast es zu Vorstellungsgesprächen geschafft, man zeigte dann sogar Interesse an dir. Deshalb kann eine Depression ausgeschlossen werden. Ein Bewerber mit Depressionen, schiebt man ganz schnell aus der Tür, und wenn der noch so fit im Kopf sein mag.

Neuerdings habe ich auch eine irrationale Angst vor großen Menschenmengen entwickelt.

Weil du mit dir selbst gerade nicht klar kommst, Ist das auch kein Wunder! In deinem ausgebrannten Zustand und dazu dem karrieremäßigen Cliffhanger bist du momentan einfach mit allem überfordert. Zufällig sind es nun Menschenansammlungen, es könnte auch etwas anderes sein, Angst im Dunkeln, Angst vor komischen Geräuschen, Angst vor allem möglichen...

Hooks hat da schon Recht mit Mangelerscheinungen. Füll mal deine Speicher wieder auf mit B-Complex-Vitaminen, Vitamin C, D und Mineralien, damit du wieder erholsamen Schlaf bekommst, leistungsfähiger und fiter wirst. Dann sieht die Welt sofort wieder fröhlicher aus, und dein Selbstbewusstsein kommt von ganz allein wieder auf die Füße.

Antidepressiva sorgen nur dafür, dass du nicht mehr merken kannst, was mit dir nicht stimmt. Die reparieren das "Ausgebrannt sein" überhaupt nicht. Rede dir also keine Schwachheiten im Kopf ein, sondern füll die leergebrannten Speicher des Körpers auf, dann funktioniert der Kopf auch wieder richtig.

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