Frage von hola12, 2

Depressionen - Bitte ernst gemeinte Antworten

Hallo,

wieder mit eine Frage zum Thema Depression. Ich leide seit vier Monaten an psychischen Problemen. Ich kann schlecht schlafen, habe extreme Selbstzweifel, ich bin nur traurig, finde keine Ausweg mehr, sehr Reizbar und weine sehr oft. Ich habe mich auch mal geritzt, weil ich keinen Ausweg mehr fand. Nun würde ich das gern meinen Eltern sagen, da sie sich schon wundern, was mit mir los ist. Aber wie soll ich das sagen, ohne, dass sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, dass ihre Tochter depressiv ist? Ich habe auch eine sehr, sehr gute Klinik gefunden. Ist aber sehr weit weg. Nur wie soll ich es ihnen sagen? :-(

Antwort
von neuhaus, 1

Mach Dich jetzt nicht verrückt. Vier Monate ist kein Zeitraum. Das kommt und geht wieder von alleine. Deine Eltern würde ich damit nicht belasten, wenn sie damit nicht umgehen können oder die Krankheit erst gar nicht verstehen. Du solltest erst einmal mit Deiner Hausärztin sprechen und ihr das erzählen was vorgefallen ist. Du wirst sehen sie nimmt sich Zeit dafür Dir zuzuhören. Dann wird sie Dir einen Psychologen empfehlen. Der sollte das nächste Gespräch mit Dir führen und mache Dir keine Sorgen oder Gedanke, denn für Dich darf der Psychologe kein Tabu sein. Viele denken dann, mann ist die bekloppt, da sie zum Psychologen geht. Aber das sagen nur die, die keine Ahnung haben und wenig gebildet sind. Daher höre nicht auf die. Sie sind es nicht wert. Ich bin schon seit 8 Jahren in Psychologischer Betreuung, da ich selbst psychisch krank bin. Spreche mit deinem freund oder der besten Freundin darüber, aber nur wenn sie dafür verständnis hat. Ich kann mit meinem besten freund auch nicht darüber sprechen, denn er empfindet mich als normal und sieht keine psychologischen Probleme. Das liegt aber daran, daß er nichts von Psychologie versteht und selbst nie in der Art krank war. Dann lass es und berate dich nur mit dem Arzt. Meine Eltern zum Beispiel sprechen nie über Psychologische Probleme. Sie verstehen es einfach nicht. Daher spreche ich auch nicht mit denen darüber. Für eine Klinik bist Du wahrscheinlich noch nicht so weit, denn dann müßten die Probleme erheblich schlimmer sein. So schnell wirst Du auch nicht eingewiesen, es sei denn Du denkst an Selbstmort und das bezweifle ich nunmal. Im Moment ist das beste das Gespräch mit vertrauten Ärzten zu suchen. Wie alt bist Du eigendlich ? Viel Glück Neuhaus.

Kommentar von hola12 ,

Ich bin 16. Ich habe zwar keine "Selbstmordgedanken", aber ich habe das Gefühl mich zu ritzen, weil ich mich nicht ausdrücken kann und mich keiner versteht.

Antwort
von gerdavh, 1

Hallo hola12, in der letzten Zeit lese ich immer wieder - gerade von jungen Mädchen - wie soll ich das meiner Mama sagen? Hier beschreibt ihr immer alles sehr detailliert, daher mein Vorschlag. Schreib es doch Deiner Mutter auch mal auf, erkläre ihr in dem Brief, dass es Dir schwer fällt, Deine Probleme in Worte zu fassen und Du ihr deshalb erstmal Deinen Kummer schriftlich mitteilst. Wäre das eine Idee? Du wirst kaum in eine Klinik gehen können, ohne dass vorher der Arzt mit Deinen Eltern sprechen möchte. Du könntest also auch erst zu Deinem Arzt gehen und ihn bitten, die Aussprache mit Deinen Eltern zu machen. Ich würde allerdings den Brief und dann ein offenes Gespräch im eigenen Haus vorziehen - dann weißt Du wenigstens, was gesprochen wurde. Es könnte Deine Eltern auch verletzen, wenn sie feststellen müssen, dass Du lieber mit dem Arzt sprichst, als mit ihnen. Überleg Dir mal meinen Vorschlag in Ruhe. Alles Gute. Gerda

Antwort
von bethmannchen, 1

Also, auf jeden Fall auf Deutsch ;-)

Du schreckst also davor zurück, weil du meinst, sie seien mit der ganzen Thematik überfordert. Nun ja, du weißt, wie sich deine Depression anfühlt, wie es dir dabei geht, aber ein anderer, und auch die eigenen Eltern können das so auf Schlag wohl nicht so recht nachempfinden. Wenn du es ihnen mal so eben - batz - am Frühstückstisch sagst, dann wird es sicher schwierig. Der "richtige Moment" wird aber niemals kommen, und ich erkläre dir auch, warum das so ist:

Also ich spinn hier mal, bei dir wird das sicher alles gaaanz anders gewesen sein. Es ist auch nur ein Beispiel, damit deutlich wird, was ich meine.

Mit 11 und 12 ist man ja nicht mehr klein und blöde, bekommt immer mehr, und immer deutlicher mit, wie es in der Welt so zugeht. Man merkt dann z.B. dass für Mama und Papa das Leben auch nicht immer eitel Freud' und Sonnenschein ist. Die Eltern haben auch Sorgen und Probleme, das Auto muss in die Werkstatt, Heizöl muss gekauft werden, und die nächst Rechnung für die Zahnspange ist auch schon wieder da (wo nehmen wir jetzt bloß das Geld her?)

Du wolltest ihnen gerade dein Herz ausschütten, dass du Stress in der Schule hast, sogar deine früheren Freunde ärgern dich jetzt, dass du gar nicht weißt, was du dabei machen sollst... aber besser nicht jetzt, die haben ja selbst schon genug Stress (meinst du).

Was wüschst du dir eigentlich zu Weihnachten? - Ooch, ich weiß nicht (die Playstation ist für sie jetzt sicher zu teuer, denkst du), deshalb sagst du lieber nichts bestimmtes, irgend etwas - ist mir eigentlich egal... Inzwischen ist das neue Jahr, morgens gehst du schon mit Bauchschmerzen zur Schule, lässt dir aber nichts anmerken, beißt dich da irgendwie durch. (mit deinem Schulstress willst du sie nicht auch noch belasten)

Sag mal, ist was, du siehst so geknickt aus, hast du ein Problem? - Nöö, wiesooo? Ist alles in Ordnung! (Pfff, das ist jetzt sowieso viel zu kompliziert zu erklären) - Na, dann ist ja alles bestens, viel Spaß in der Schule!

Und dann kommst du allmählich in die Phase, wo du irgendwie zu der Ansicht gelangst, deine Eltern wären "von gestern". Du hast dir dann schon so sehr angewöhnt, als "einsamer Wolf" deine sämtlichen persönlichen Sorgen und Nöte allein durchzustehen, weil du meinst, deine Eltern würden "das alles sowieso nicht checken". Also spielst du ihnen weiter vor, die "perfekte Tochter" zu sein, mutig, selbstständig, selbstbewusst, nirgends Probleme mit irgend etwas - aaalles paletti

Und genau da sind wir jetzt angelangt. Du glaubst, deine Eltern würden dich nicht verstehen können, und deine Eltern nehmen einfach an, bei dir sei alles in Butter. Und nun kommst du und lässt die Bombe platzen, mit einem großen Knall! Was wird dann wohl passieren, zunächst einmal in den Köpfen deiner Eltern?

Unter uns Pastorentöchtern: du hast deinen Eltern schon jahrelang etwas vorgespielt, ihnen nur eine Fassade gezeigt, die ja eigentlich eine Lüge war. Du hast sie nie an deinen Sorgen und Nöten teilhaben lassen. Damit hast du ihnen auch niemals die Chance gegeben, dir zur Seite zu stehen, dich zu unterstützen, dich vor Schaden zu bewahren... Sehen wir also schon mal in die Köpfe deiner Eltern:

Oh mein Gott! Aber sie hätte doch nur mal etwas sagen müssen! Warum ist sie nicht schon längst zu uns gekommen? Warum hat sie sich uns nicht anvertraut? Warum haben wir nicht schon längst etwas bemerkt! Wir hätten doch... Aber dass sie nicht einmal ihren eigenen Eltern... (Was sind wir bloß für Versager)

Und Niemand stellt für sich selber gerne fest, dass er schon "seit Jahren auf dem falschen Dampfer ist", und sich "seit Jahren hat an der Nase herumführen lassen", und dazu noch "vom eigenen Kind"! Sie werden dann bis in ihr tiefstes Inneres hinein erschrocken sein. Es kann eine ganze Woche dauern, bis sie sich von dem Schock erholt haben.

Weil sie zunächst unter Schock stehen, kommen von ihnen dann erst einmal Vorwürfe wie: Warum hast du nie etwas gesagt... (warum hattest du kein Vertrauen zu uns?)... Sie werden maßlos enttäuscht sein, und zwar nicht so sehr enttäuscht von dir und deinem Verhalten, sondern viel mehr von ihrer eigenen schlechten Performance als Eltern. (Sind wir wirklich solche Ignoranten?)

Mach dir bewusst, dass sie zunächst nicht anders können, als mit Vorwürfen zu kommen, das ist in solchen Fällen die ganz, ganz übliche und normale Schock-Reaktion von Eltern. Da musst du eine Weile mit ihnen Geduld haben, denn auch sie sind nur Menschen, und können erst einmal nicht anders reagieren.

Und ganz tief drin in dir wusstest du das auch schon. Deshalb fällt es dir so schwer, deinen Eltern reinen Wein einzuschenken. Für solch einen Schock gibt es einfach keinen "richtigen Moment". Eine Bombe richtet immer Schaden an, ganz gleich wann und wo man sie zündet.

Jaaa, wie fängst du da an? Nur du weißt, wie deine Eltern "ticken", und dass du ihnen unweigerlich einen Schock verpassen wirst, ist dir schon klar. - Mit dem Anfang anfangen?

Antwort
von Lapiszlazuli,

Mit wem kannst du besser reden, Vater oder Mutter? Dann nimm dir die Person, mit der du besser reden kannst erst mal alleine zum Gespräch. Erzähl einfach was dich bedrückt und dass du Hilfe benötigst. Glaub mir, kein Elternteil lässt sein Kind hilflos im Stich. Sie werden alles tun was erforderlich ist um dich zu unterstützen. Du musst ihnen einfach vertrauen und die Klinik, die du herausgesucht hast, die klärst du mit deinem Hausarzt oder der Krankenkasse ab. Es muss ja auch sichergestellt sein, dass die Kosten für diese Klinik übernommen werden. Ich bewundere deinen Mut, wie du diese Sache anpackst. Das muss ich dir wirklich sagen. Alles Gute.

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