Frage von Liman, 69

Depression was soll ich tun?

Ich bin seit über vier Jahren mit meinen jetzigen Freund zusammen. Wir haben eine sehr glücklich harmonisches Beziehung geführt. Ich würde gerne den nächsten Schritt machen jedoch kommt von meinem Freund nichts. Im Gegenteil neulich meinte er sogar unsere Beziehung sei nicht mehr das selbe und es fühlt sich alles so anders an ( im negativen Sinne). Seit dem kann ich nicht schlafen, habe Depression und Angst ihn zu verlieren.

Ich will ihn nicht verlieren. Was soll ich tun damit es wie früher wird.

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von evistie, 40

Es ist verständlich, dass der Ausspruch Deines Freundes Dich niedergeschlagen und traurig macht - eine Depression ist das deswegen noch lange nicht. Also Vorsicht mit solch vollmundigen eigenen "Diagnosen"... :o)

Wenn zwei sich kennen lernen, verlieben, alles miteinander teilen... dann sind erst einmal die Schmetterlinge am Flattern, und alles scheint rosarot. Die darauf folgenden Wochen, Monate, Jahre zeigt sich, zunächst unbemerkt, ob die Zweie sich zueinander hin oder voneinander weg entwickeln. In ersterem Falle wird die Bindung fester, man möchte nicht mehr ohne den anderen sein, und man bleibt zusammen.

Leider kommt es aber viel häufiger vor, dass einem (hier: Deinem Freund) oder sogar beiden die rosarote Brille von der Nase rutscht und der Alltag sein zerstörerisches Werk dazu tut: dann nervt das eine oder andere, man merkt auf einmal, dass der andere doch nicht so (rosarot) ist, wie zuerst gedacht... und dann kommt es zu Sprüchen, wie Du so einen jetzt von Deinem Freund gehört hast.

Ganz offensichtlich beurteilt Ihr beide Eure Beziehung unterschiedlich. Während Du an Harmonie und Glück glaubtest, eine gemeinsame Zukunft plantest mit allem Drum und Dran, fühlt Dein Freund sich offenbar nicht mehr besonders wohl in Eurer Beziehung. Nun sind Männer oft recht "gefühlsmuffelig", mögen nicht gern über ihre (geänderten...) Gefühle sprechen, und wenn jemand wie Du arg- und ahnungslos ist und darüber hinaus vielleicht auch nicht über besonders gute "Gefühls-Antennen" verfügt -  dann kommt es zu solchen Schockerlebnissen, wie Du es jetzt erlebt hast.

Mein einziger Rat wäre: redet miteinander! Denn es gibt einiges zu klären. Zuerst einmal sollte Dein Freund Dir sein "Es fühlt sich alles so anders an"-Gefühl näher erklären - das ist er Dir schuldig! Was ist anders, was vermisst er, könnte er sich vorstellen, dass es wieder "wie früher" wird, wenn ... (da müsste dann was Konkretes von ihm kommen!).

Du solltest Dich auch nicht scheuen, über Deine eigenen Gefühle ihm gegenüber zu sprechen. Er sollte wissen, wie ernst es Dir mit Eurer Beziehung war und immer noch ist!

Auch wenn es schwer fällt - Szenen und Vorwürfe von Deiner Seite wären kontraproduktiv. Er muss sich jetzt - mit allen Konsequenzen - darüber klar werden, was er von Eurer Beziehung, was er von DIR erwartet, und er muss Dir das sagen, ein für allemal. Tränenströme und Schuldzuweisungen würden ihn vermutlich nur unter Druck setzen und seine Entscheidung negativ beeinflussen.

Auch für Dich gibt es ein paar "Hausaufgaben" zu erledigen. Du musst nämlich den Gedanken "Ein Leben ohne meinen Freund" für Dich mindestens einmal bis zu Ende durchdenken: Was würde sich für mich ändern? Wovor habe ich Angst - vor dem Verlust dieses Menschen, oder nur vor dem Alleinsein? Denn Du musst damit rechnen, dass Dein Freund, der ja offensichtlich unzufrieden ist,  sich gegen ein weiteres Zusammenleben mit Dir entscheidet. Es muss nicht so kommen, kann aber - und dann solltest Du mental darauf vorbereitet sein.

Weißt Du, es gibt kluge Sprüche für alle Lebenslagen. Dir möchte ich den Spruch "Reisende soll man nicht aufhalten" ans Herz legen. Vielleicht hat sich Dein Freund längst innerlich aus Eurer Partnerschaft verabschiedet, und Du hast es nur nicht bemerkt. Willst Du wirklich mit so jemandem weiter Tisch und Bett teilen, der sich in einer reinen Zweckgemeinschaft fühlt? Dafür solltest Du Dir zu schade sein.

Aber vielleicht sind ja auch die Gespräche, die Ihr jetzt unbedingt führen müsst, dazu geeignet, Euch einander wieder näher zu bringen? Die Hoffnung stirbt zuletzt...!

Ich wünsche Euch beiden alles Gute und die richtigen Entscheidungen.

Kommentar von Rawir ,

Du hast mit sehr vielen Aussagen recht...
... aber diese Plattheiten am Ende finde ich fürchterlich! Sowohl das "Reisende sollte man nicht aufhalten", als auch das "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Ich hasse diese "klugen Sprüche", weil sie meist mehr Schaden anrichten als zu helfen. Dafür leider ein Daumen runter.

Gruß
Rawir X

Antwort
von Lydia304, 22

Ich möchte den bisher guten und teils ausführlichen Antworten nur noch ein paar Kleinigkeiten hinzufügen:

Auch ich denke, dass das wesentliche ist, mit Deinem Freund zu sprechen und zu klären, wie ihr beiden die Beziehung seht. Was meint er genau mit "Beziehung nicht mehr dasselbe, fühlt sich anders an (im negativen Sinne)"? Das solltest Du herausfinden. Wir phantasieren jetzt, er meint damit, er wolle die Beziehung beenden. Das kann sein, muss aber nicht. Meist bringt es wenig, sich selbst Gedanken und Phantasien zu basteln, zu grübeln und mit Anderen außenstehenden darüber zu sprechen. Besser ist, den Betreffenden selbst zu fragen. Tatsache ist, dass Du offensichtlich die Beziehung positiver bewertest als er. Und dass Du anscheinend auch mehr an ihm hängst. Es ist in Partnerschaften selten, dass beide das gleich empfinden und die Zuneigung genau gleich verteilt ist. Meist gibt es zumindest ein leichtes Ungleichgewicht, dass einer mehr liebt als der andere. Dann ist wichtig zu klären: Wie empfinden beide Seiten die Beziehung und die Gefühle? Wie wichtig ist ihnen die Beziehung? Was wünschen sie sich, was fehlt? Was sind die Ziele? Kommt man auf einen gemeinsamen Nenner, erscheint beiden die Beziehung erhaltenswert, wollen sie sie fortsetzen? Das kannst Du nur im Gespräch mit ihm. Bitte unterstell ihm nicht direkt, dass er sich trennen möchte oder er Dich nicht mehr liebt, frag ihn lieber offen, was er mit seinem Ausspruch gemeint hat.

Und: Es wird nicht mehr so, wie es war. Das ist nicht die Natur des Lebens und der Beziehungen. Alles im Leben und auch Partnerschaften verändern sich. Wenn man krampfhaft versucht, dass alles so bleiben muss, wie es war, tötet man das Leben ab. Und es gibt nie einen Weg zurück "in die Vergangenheit". Wertvoller und realistischer ist es, nach der Zukunft zu fragen. Kann Eure Beziehung eine für Euch beide gute und befriedigende Zukunft haben?

Und ich stimme zu: Mit einer krankheitswertigen Depression hat das zunächst wenig zu tun. Natürlich bist Du traurig und hast Angst, da Du an Deinem Freund und der Beziehung hängst. Du solltest Dich auch mit Deiner Angst vor einer Trennung auseinandersetzen. Wie kommt es, dass Dir das als das Ende der Welt erscheint? Trennungen sind zwar nichts Schönes, natürlich willst Du das auf keinen Fall, aber man kann darüber weg kommen, das Leben geht weiter und bietet neues Glück. Dass Du das so katastrophisierst, hat vermutlich etwas mit Dir zu tun, darüber solltest Du vielleicht nachdenken.

Viel Glück!

Antwort
von Verenalux, 25

Ich würde an deiner stelle mir Gedanken über meine Beziehung machen und eventuell das Gespräch zu ihm suchen. Ich kann verstehen das du Angst hast aber ich würde nicht gleich von Depression ausgehen. Natürlich verstehe ich dein Gefühlschaos , es ist aber normal. Es gibt immer höhen und tiefen in einer Beziehung.

Es gibt immer Momente, da hat der eine in der Beziehung das Gefühl es würde nicht mehr rund laufen. Wichtig ist das ihr euch Gedanken machst und überlegst woran es liegen könnte. Ich lese mir gerne Ratgeber durch man findet oft gute Ratschläge ich kann http://es-ist-kompliziert.info/beziehung-eingeschlafen empfehlen. 

Ich würde aber nicht die Hoffnung aufgeben. Manchmal ist es auch nur ein Phase. Vielleicht hat er auch nur vor dem Gedanken sich zu binden (Heiraten) angst und bekommt bei dem Gedanken kalte Füße. Ich würde dieses Thema auch mal ansprechen.

Zieh dich nicht zurück und geh raus...geh Positiv an eine Probleme heran, nur so kann man sie lösen. Es ist ja noch nicht vorbei :) 

Wünsche dir noch alles gute. 

Antwort
von kreuzkampus, 28

""Ich will ihn nicht verlieren. Was soll ich tun damit es wie früher wird.""

So, wie Du das, wenn auch nur kurz, beschreibst, wirst Du ihn verlieren. Deutlicher kann er Dir nicht sagen, dass er nicht mehr mag.

Du kannst, nach Deiner Beschreibung zu urteilen, nichts machen.

Es gibt einen alten wahren Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Und das ist mein Rat.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten