Frage von Anderl3559, 180

Depression, betriebliche Wiedereingliederung

Hallo, ich bin seit dem 5.1.15 wegen Depression/Burn Out krank geschrieben, bzw. arbeitsunfähig und erhalte seit dem 16.2.15 Krankengeld von der AOK. Auch eine Reha bei der Rentenversicherung wurde inzwiwschen beantragt - jedoch noch ohne Zustimmung oder Ablehnung. Nun hat mir mein Arbeitgeber das Betriebliche Wiedereingliederungsmanagement vorgeschlagen welches ich annehmen oder ablehnen kann. Grundsätzlich: ich bin noch nicht in der Lage zu arbeiten, alleine der Gedanke daran macht mir Sorgen...(bin im Schuldienst, arbeite mit entwicklungsverzögerten Kindern, soll Kinder und Eltern motivieren und gut drauf sein. Das kann ich zur Zeit nicht, nehme Citalopran 40mg und Mirtazapin)

Was bedeutert das konkret? - Ich kann mir eine finanzielle Einbuse z.b. durch geringere Stundenanzahl = weniger Gehalt, nicht leisten. Muss jetzt schon einsparen wo es geht, da das Krankengeld fast 300 Euro weniger ist als das Gehalt. Die Zahlungen Miete usw. laufen ja ganz normal. Muss nicht "hungern", aber weniger Geld zu erhalten geht gar nicht. Alleinerziehend, drei Töchter noch im Haus...da bleibt wenig übrig.

Wie soll ich entscheiden? Ich weiß noch gar nicht wie lange ich noch nicht fähig bin zu arbeiten...

Muss ich, wenn ich zustimme, während der Arbeitsunfähigkeit (weniger) arbeiten? Oder tritt das erst dann ein, wenn ich wieder gesund bin und "eingegliedert" werden kann? Wenn als Beispiel eine Eingliederung mit z.B. 10 Stunden pro Woche sein sollte - und werde ich dann nur für die 10 Stunden bezahlt? Oder ist das normale Gehalt dann auf dem Konto?

Ich mache gerne meine Arbeit wenn ich gesund bin. Sie erfüllt mich sehr und ich habe die ganzen Jahre eher daruas gesschöpft und meine Bestätigung erhalten. Aber jetzt fällt es mir schwer den Tag zu organisieren und es gibt Tage, da ist das befüllen der Waschmaschine oder den Wäschekorb sortieren schon eine fast unüberwindbare Aufgabe.

Über Antworten wäre ich sehr dankbar, denn ich soll mich demnächst dazu äußern.. Ich habe ein gutes Verhältnis mit den zuständigen Kollegen in der Arbeit und die wissen auch, dass ich wegen Depression krank bin.

Dieses b.M. wird allen Mitarbeitern vorgeschlagen, die innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen arbeitsunfähig waren.

Danke

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von StephanZehnt, 149

Hallo Anderl,

das ist eine heiße Geschichte. Sicher wenn man privat versichert ist wird der  MDK nicht kommen und auf den Busch klopfen und anfragen wenn man den wieder gedenkt arbeiten zu gehen!

Aber auch die PKV bezahlen längst nicht mehr alles, das heißt die werden auch irgendwann nachfragen!  Dies mit dem Hintergrund das ich im Moment nicht weis ob Du verbeamtet bist oder als Lehrerin angestellt bist! 

Also wenn Du in einer GKV bist als angestellte Lehrerin musst Du Dir genau überlegen was Du tust. 

Zitat - Nun hat mir mein Arbeitgeber das Betriebliche Wiedereingliederungsmanagement vorgeschlagen welches ich annehmen oder ablehnen kann.

Es ist so man sollte in dem Fall einmal eins versuchen! Also um ein Gespräch bitten! Dort sagt man OK im Moment  geht es noch gar nicht ABER nach der Reha  und .. würde ich das gerne tun.

Ja und das in Zusammenarbeit bzw. Abstimmung  mit Arzt / Psychotherapeutin udgl.. also auch da die Frage wie seht ihr das ... Ja und dann ist es Deine Aufgabe alles zu tun das es mit Dir wieder bergauf geht.  Mir ist schon klar das dies nicht einfach ist da den goldenen Mittelweg zu finden.

Denn Du hängst im Moment zwischen allen Stühlen. Das heißt Erkrankung - Familie - Beruf udgl.. wenn man richtig Pech hat heißt es in einem Jahr oder so Sorry Frau XYZ wir mussten Jemand anders für sie einstellen. Leider gibt es nur die ..Planstelle Sorry.

Also sprich einmal mit den Vorgesetzten und schildere Deine Situation und Möglichkeiten und das Du nach der Reha...  evtl. ruft man dann einmal bei der DRV an seitens des AG und Du bekommst die Reha fast über Nacht.   Ob Du dann nach dem Gespräch fallen lässt OK mich würde es auch beruhigen wenn ich trotzdem die  Stelle für mich erhalten bleibt  Da hätte ich eine Sorge weniger. (oder ähnlich). 

Also im Gespräch bleiben mit dem Arbeitgeber.

Es gibt im SGB 9 etwas zu Deinem Problem . das nennt sich -Teilhabe am Arbeitsleben also ist genau das was der der AG Dir mit der Wiedereingliederung vorschlägt.

Wenn ich das richtig weis gibt es während der Wiedereingliederung ein Übergangsgeld. Was dem jetzigen Lohn ziemlich nahe kommt.  

Während der Wiedereingliederung arbeitest Du natürlich nicht sofort acht Stunden sonder n es geht  langsam bergauf  aber da Du das Übergangsgeld bekommst dürfte Dir das nicht ganz so weh tun.

Nur eines darfst Du nicht tun zu sagen das mache ich gar nicht dazu habe ich keine Lust udgl.. Sondern ausloten OK unter den Bedingungen X  hätte ich damit kein Problem. 

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_form...

Ich würde aber auch mit dem Psychologen sprechen ob es irgendwelche Selbsthilfegruppen gibt oder andere Möglichkeiten da ein Stück mehr zu tun ohne Dich nun zu überfordern!!! 

Das einmal grob zu Deinem Problem, soweit dies möglich war darauf zu antworten! So ich Hofe ich habe nicht zuviel Schreibfehler drin und bekomme von Dir ein Fünf -setzen...

Alles Gute Stephan

Kommentar von StephanZehnt ,

So etwas wirst Du ja bereits kennen

http://www.angst-und-depri.info/themen/selbsthelf.html 

ob Dir das Forum Seelenkummer.de etwas bringt oder Deine Lage eher verschärft weil es nur noch ein Thema gibt ich weis es nicht?  Ich würde jedenfalls alles tun um doch irgendwie auf andere Gedanken zu kommen.

Es gibt da auch Frauennetzwerke  ..aber keine Angst ich werde da nicht vor bei kommen!.

Kommentar von Anderl3559 ,

Herzlichen Dank, Stephan. Mein Arbeitgeber weiß Bescheid und ich habe ihm auch Offenheit für ein Gespräch signalisiert. Ich bin angestellt und Heilpäd. Förderlehrerin, seit 29 Jahren an der Schule. Die kennen mich sehr gut und meinen es sicher auch nicht schlecht mit mir. Mein Arbeitsplatz denke ich fast zu 100 Prozent ist nicht gefärdet und natürlich werde ich alles tun um bald wieder arbeiten zu können. Das weiß mein Chef auch, beweißt ja auch die Rehaanfrage und falls das abgelehnt wird, werde ich in eine Tagesklinik gehen.

Der Vorschlag die Zustimmung erst nach der Reha zu geben, bzw. später kommt mir entgegen, denn erst dann kann ich mit dem Arzt feststellen wie fit ich wieder bin. Vielleicht geht es mir dann so gut, dass ich ganz normal wieder meine Stunden halten kann, wenn nicht - erst dann kann ich das sagen.

Habe mich bei einem Forum "Depression" angemeldet und schaue aber nur hin uznd wieder rein, wenn es mir gerade gut geht. Ich gebe dir eine gute Note für den Ratschlag und achte nicht auf die Rechtschreibung, keine Sorge :-)

Sehr gut, es beruhigt mich. Danke und LG.

Antwort
von Lydia304, 115

Erstmal Ruhe bewahren!

Das hört sich so an, als könntest Du im Moment (noch) nicht wieder arbeiten. Wenn Dein Arzt, der Dich ja krank schreibt, diese Einschätzung mit Dir teilt, kann Dich niemand zu einer Wiedereingliederung zwingen. Vielleicht ist es noch zu früh. Es würde ja auch Sinn machen, zuerst die Reha zu machen, die ist schließlich (auch) dafür da, die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Vielleicht geht es Dir danach besser. Jedenfalls hast Du dann im Entlassungsbericht eine schriftliche Einschätzung von Behandlern, ob Du arbeitsfähig oder arbeitsunfähig entlassen bist, und ob eine stufenweise Wiedereingliederung empfohlen wird. Also würde ich dem Arbeitgeber mitteilen, vielen Dank für das Angebot, im Moment bist Du noch zu krank, ein Rehaantrag läuft, nach der Reha wirst Du neu entscheiden und ggf. auf sein Angebot zurückkommen.

Und - keine Panik - während der stufenweise Wiedereingliederung bist du noch im Krankenstand und bekommst unabhängig von der Stundenzahl, die Du arbeitest, Krankengeld oder Übergangsgeld.

Viel Glück!

Kommentar von Anderl3559 ,

Vielen Dank, ich lese aus allen Antworten heraus, dass ich zusammen mit dem Arzt nach der Reha darüber entscheiden kann. Im Vorfeld kann ich dem Arbeitgeber Bereitschaft signalisieren und auf eine Antwort nach der Reha hinweisen. Das entspannt die Situation deutlich. mfG. T.

Kommentar von Anderl3559 ,

Rehaantrag wurde heute abgelehnt! Nun suche ich nach einem Psychotherapeuten und hoffe die nächsten Monate einen Termin zu bekommen....und natürlich hoffe ich dann auf bessere Tage. LG.

Antwort
von Beavis99, 94

Hallo,

Du hast ja schon ziemlich viele gute Antworten erhalten.

Die AOK zahlt insgesamt 78 Wochen Krankengeld. Das bedeutet, dass Du in der Zeit keine weiteren Einbußen in finanzieller Sicht zu befürchten hast(  Dein jetziges berechnetes Krankengeld bleibt bestehen).Jetzt ist es erstmal wichtig, dass Du Dich wieder besser fühlst & Dich auf Dein Krankheitsbild einlässt und "bearbeitest".  Das betriebliche Wiedereingliederungsmanagement ist eine gesetzliche Pflicht der Betriebe bei längeren Erkrankungen über 6 Wochen, hatte ich auch schon. Das ist keine große Sache, da wird gefragt, "was können wir für Sie tun, damit Sie auf der Arbeit klarkommen".  Die eigentliche Wiedereingliederung wirst Du voraussichtlich mit dem weiterbehandelnden  Arzt besprechen und den Rhythmus festlegen ( also wieviele Stunden, welcher Zeitraum). Danach kannst Du wieder normal durchstarten, und kannst nicht "gezwungen" werden, Deine Stunden zu reduzieren. Denoch ist es so, dass der Betrieb der Wiedereingliederung zustimmen muss ( klappt in der Regel aber meist)

Mein Tipp: Sich für den Vorschlag des WE Managements bedanken & sagen, dass Du zu gegebener Zeit dann sehr gerne darauf zurückkommen würdest. Damit signalisierst Du Bereitschaft zur Kooperation , aber auch, dass es jetzt noch zu früh ist. Dann die Reha, evtl im Anschluss ambulante Therapie weiterführen. 

Alles liebe für Dich !

Kommentar von Anderl3559 ,

Recht vielen Dank, genau so werde ich es machen. Es ist sehr hilfreich gute Antworten zu bekommen. Das entspannt. LG.

Antwort
von AlmaHoppe, 70

Hallo...

und tief Luft holen !!!

Du bist jetzt krank geschrieben und hast eine Reha eingereicht.Das bedeutet ja wahrscheinlich das auch mit dem Arzt abgesprochen ist das Du erst nach der Reha wieder daran denken kannst evt.zu arbeiten und er Dich bis dahin weiterhin krankschreibt!!! 

In der Reha wird sich ja dann entscheiden wie weit Du fähig bist Deine jetzige Arbeit weiter durchzuführen.Meistens wird dann schon von der Klinik-Einrichtung eine berufliche Wiedereingliederung angeboten und sogar von dort aus in die Wege geleitet!Außer es stellt sich heraus das Du den Beruf nicht mehr hundertprozentig geeignet bist.dann wird man aber andere Wege mit Dir besprechen(Erwerbsunfähigkeit etc.)! Daran würde ich aber jetzt noch gar nicht denken!

Während der Wiedereingliederung (egal mit welcher geminderten Stundenzahl und Dauer) bist Du weiter krank geschrieben und bekommst entweder ein Übergangsgeld von der Rentenversicherung wenn die WE von der Reha aus eingereicht wurde,oder weiter Krankengeld wenn die WE nach der Reha über den Arzt zusammen mit Dir eingereicht wird!Da ist nicht soviel Unterschied!

Eine WE dauert immer so mind.4.-8.Wochen!Auch evt.länger!man fängt mit einer geringen Stundenzahl an und steigert sich Woche von Woche.Dieser Plan wird schon vor der WE festgelegt von den jeweiligen Ärzten! Eigentlich brauchst Du Dir diesbezüglich keinen Kopf machen .Es läuft wenn Du in Reha gehst wie von selbst! Auch kannst Du dort den sozialen Dienst in Anspruch nehmen der Dich diesbezüglich deiner Probleme auch berät!

Dem Arbeitgeber musst Du Deine Krankheitsgeschichte nicht bis aufs Detail offenbaren...Du bist krank und nicht arbeitsfähig...hast eine Reha eingereicht...eine jetzige WE kommt im Moment nicht in Frage...nach der Reha wird sich entscheiden wie es weiterläuft !!!

Alles Gute und nicht verzagen...es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels...

LG AH

Kommentar von Anderl3559 ,

Recht herzlichen Dank. Dann kann ich in Ruhe alles auf mich zukommen lassen. Eine sehr hilfreiche Antwort auf meine Frage. Es scheint als würde sich da jemand gut auskennen. Nochmals Danke. LG

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