Frage von Dunno, 134

Dauerschwindel seit einem Jahrzehnt - psychisch bedingt? Behandlungsmöglichkeiten?

Eine gute bekannte hatte vor etlichen Jahren mal einen Kreislaufzusammenbruch. Ich glaube ihr Blutdruck war zu niedrig. Ich bestellte den Hausarzt, der ihr 2 Spritzen verabreichte. Wir wissen bis heute nicht, was es war, aber wohl irgendetwas stabilisierendes.

Seitdem leidet sie unter Dauerschwindel, der Boden kommt manchmal auf sie zu und an manchen Tagen könnte man, wenn man sie aufmerksam beobachtet, denken, sie sei betrunken, erkennt man am Gang.

Sie war bei etlichen Ärzten unter anderem HNO und Neurologe. Es ist keine somatische Ursache feststellbar bzw. kann nicht gefunden werden. Die Ärzte neigen dann dazu, es in die Schublade "psychisch Bedingt" einzuordnen.

Kann sowas sein? Ich kann mir vorstellen, dass Leute psychotische Episoden haben aber irgendwie nicht, dass jemand sich mehr als ein Jahrzehnt lang Schwindel "einbildet".

Klar wird hier keiner Diagnostizieren können, aber habt ihr Ideen, was das alles sein könnte? Wahrscheinlich zu viel um es hier aufzuzählen, so kompliziert, wie der Körper ist...

Was könnte damals passiert sein? Vielleicht eine durch die Spritzen verursachte hypertensive Krise, bei der das Gehirn Schaden genommen hat? (Überdosis?)

Und wenn es "psychisch Bedingt" ist, gibt es einen Namen bzw. eine Behandlungsmethode dafür? Macht es Sinn, einmalig ein sofort wirksames Neuroleptikum einzunehmen, um herauszufinden ob bzw. auszuschließen, dass es "psychotisch" ist?

Kann man Schwindel einem bestimmten Neurotransmitter/Rezeptortypen zuordnen, um möglicherweise in Frage kommende Neuroleptika einzugrenzen? Oder ist das mit den Neuroleptika eine komplette Schnapsidee? Bitte nicht den erhobenen Finger "keine Selbstversuche", das wird selbstverständlich mit dem Doc abgeklärt. Wollte nur vorher sicher gehen, dass ich keine Frage stelle, auf die er mir den Vogel zeigt. Hier gibt es doch sicher Leute, die sich etwas auskennen?!

Die Person nimmt übrigens keine Arzneimittel zu sich und trinkt selten Alkohol in gemäßigten Mengen.

Antwort
von evistie, 95

Oder ist das mit den Neuroleptika eine komplette Schnapsidee?

Meine persönliche Ansicht: ja. "Psychisch bedingt" ist noch lange nicht "psychotisch". Aber es bleibt Dir natürlich unbenommen, diese Frage trotzdem dem Arzt vorzutragen. Es ist ja offensichtlich, dass Du Dich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hast, und sollte nicht mit bloßem Vogelzeig beantwortet werden.

Ich glaube auch nicht, dass die Behandlung nach dem Kreislaufzusammenbruch für den Schwindel ursächlich ist. Korrelation bedeutet nicht Kausalität! Soll heißen, nur weil zwei Ereignisse zeitlich übereinstimmend auftreten, muss das eine nicht zwangsläufig im anderen begründet sein.

Ist Deine Bekannte denn jemals beim Orthopäden gewesen, die Halswirbelsäule untersucht worden? Das wird oft vergessen, wenn schon "alles andere durchuntersucht" wurde.

Mich warf vor Jahrzehnten ein monströser Drehschwindel wortwörtlich zu Boden. Ich kam ins Krankenhaus und wurde "gründlich" untersucht. Nach einer Woche war man durch und schickte mich mit eben diesem Drehschwindel wieder nach Hause. Meinen weiteren Leidensweg erspare ich Dir, nur soviel: ich gelangte in die Hände eines Osteopathen, der mir in mehreren Sitzungen die Halswirbelsäule behutsam wieder zurechtrückte. Der Schwindel verschwand so plötzlich, wie er gekommen war, und kehrte nie mehr wieder. Da gute Osteopathen leider selten sind, mein Rat mit dem Orthopäden. Vielleicht lässt sich ja bereits im Röntgenbild eine Fehlstellung erkennen.

Übrigens, wusstest Du, dass es regelrechtes "Schwindeltraining" gibt? http://www.hno.uniklinikum-jena.de/Schwindeltraining-p-6755.html  Ich habe es noch im Krankenhaus (wenn auch nicht in Jena) gelernt und zu Hause weiter geübt. Es hat mir sehr geholfen, mit dem Schwindel besser fertig zu werden.

Kommentar von Dunno ,

Vielen Dank. Das mit der HWS werde ich bei ihr mal erfragen, ob da untersucht wurde.

Kennst du eine einfachere, ausführlichere Anleitung für Zuhause durchführbares Schwindeltraining ohne besondere Hilfsmittel oder kannst kurz das Grundlegende erklären?

Kommentar von evistie ,

Hier ein paar Übungen:

http://www.neurologie-juelich.de/pdf/schwind.pdf

Ich persönlich habe mehr von den Übungen "auf wackligem Untergrund" profitiert. Da hatten sie im Krankenhaus spezielle Geräte. Daheim könnte man dafür ein Trampolin oder ein Ballkissen probieren.

Hier noch ein weiterer interessanter LInk:

http://www.welt.de/gesundheit/medizin-ratgeber/article111924710/Schwindeltrainin...

Kommentar von Dunno ,

Vielen Dank!

Kommentar von Dunno ,

Nochwas: Gibt es noch einen speziellen anderen Begriff für dieses "Computergestützte Schwindeltraining"? Damit ich Kliniken/Praxen in der Nähe ausfindig machen kann, die das anbieten. Oder ist das (noch) keine gängige Methode? Bei welchen Fachärzten wird man am ehesten fündig und wird es von der KK finanziert?

Kommentar von evistie ,

Dieses "computergestützte Schwindeltraining" scheint lediglich ein Angebot der TV-Wartezimmer Gesellschaft für moderne Kommunikation MSM GmbH & Co. KG zu sein, die an Ärzte verkauft. Ggf. fragst Du hier http://www.tv-wartezimmer.de/kontakt/ mal nach Ärztelisten bzw. nach dem Programm direkt.

Antwort
von StephanZehnt, 54

Hallo Dunno,

ich vermisse so ein Stück  einen Hinweis was ihr bisher unternommen habt! Ob sie in einer Schwindelklinik / Schwindelambulanz war usw..

https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/07\_kliniken/nlg\_neurolog...

Aber fangen wir einmal von vorne an

Sie hatte vor Jahren einen Kreislaufzusammenbruch. Ich glaube ihr Blutdruck war zu niedrig!

Da wäre der erste Ansatzpunkt gewesen einmal zu prüfen hat sie deutliche Blutdruckschwankungen am Tag. Wurde einmal ihr HbA1c- Wert  über eine  gewissen Zeitraum überprüft.

Wurde einmal ein MRT von ihrem Kopf gemacht ob sie evtl. ein
Akustikusneurinom odgl.  hat.

Es gibt sicher Medikamente die Einfluss auf das Gleichgewichtsorgan haben. Siehe folgenden Link     http://www.neuro24.de/s11.htm

Hat sie eines dieser (Link) genannten Medikamente bekommen?

Nun zu sagen OK wenn die Ärzte halt nichts finden dann muss es
psychisch sein und das probieren wir nun mal aus so ein Neuroleptika einmal gegeben kann ja nicht schaden.

Äh ->  Ich bestellte den Hausarzt, der ihr 2 Spritzen verabreichte! Jetzt probieren wir es einmal mit ein , zweimaligen Gabe eines Neuroleptika. und diesmal geht ganz sicher nichts schief.

Das ist wie wenn man einem Betrunkenen sagt, mit zwei Promille - wir wollen einmal sehen ob du wirklich betrunken bist hier hast Du noch eine Flasche Schnaps.
Wenn Du Deiner .. helfen willst würde ich mich einmal hier hin wenden und die Situation insgesamt schildern was bisher unternommen wurde usw..

http://www.ukgm.de/ugm\_2/deu/umr\_zuk/27241.html

Man weis nicht ob sie auf gewisse Medikamente negativ reagiert also sie nicht verträgt aus welchen Gründen auch immer?

In der Klinik da in Marburg war auch einmal ein Mann aus Österreich er ist am frühen Abend immer zur gleichen Zeit umgefallen. Die Ärzte da in Österreich  finden wir nichts das ist bestimmt psychisch. udgl. . Ja und  in Marburg hat man einen Gentest gemacht und hat das Problem gefunden was man bisher noch nicht so kannte. Der Patient war froh er konnte nun den Ärzten in AT beweisen da ist die Ursache ich habe euch nichts vorgespielt.

Eine Frau ging es langsam besser als man ihre Spirale entfernt  hat! Allerdings man kann nicht jeden Fall klären.

Aber dort versucht man zumindest einmal dem Patienten zuzuhören!

Gruss Stephan (Schöne Ostern irgendwie ).


Kommentar von Dunno ,

Ja, das mit dem NL war wohl eine eher hilflose Spontanidee. Dachte dabei an die Analogie mit dem Naloxon, um herauszufinden, ob jemand Opioidabhängig ist. Weil ein Arzt wörtlich sagte "sie bilde sich das nur ein" und sie psychiatrisch behandeln lassen wollte. Natürlich würde ich niemals zulassen, dass man sie (dauerhaft) mit Neuroleptika vollpumpt.

Welches Medikament damals verabreicht wurde, gilt es zu ergründen. (Hätte längst passieren müssen). Momentan nimmt sie keine ein. Hat der Arzt eine Dokumentationspflicht und wie lange? Ist es heute noch ersichtlich, was er ihr damals auf dem Hausbesuch gegeben hat?

So weit ich weiß, wurden MRT und CT beim Neurologen gemacht, ein HNO Arzt wurde besucht und den Rest muss ich erfragen. Ist mir komischerweise spontan in den Sinn gekommen das Problem, obwohl es schon so lange besteht. Musste halt letztens an sie denken.

Vielen Dank für den Tipp mit Marburg! Ist eine schöne Stadt und übrigens sehr ortsnah, diese medizinische Hochburg. Meinst du, die nehmen sich dem Problem an?

Kommentar von StephanZehnt ,

Nun der Hausarzt muss entsprechende Unterlagen 10 J . aufheben. Es ist schon klar das man dann sagt dies ist Einbildung / psychisch wenn man nicht weiter weis.

Du hast allerdings nichts zum Thema > Niedrigen Blutdruck < geschrieben. Ja und wenn man ein reales Problem hat gehört das Alles dazu. Untersuchungen bisher - Ergebnisse - Medikamente - Klinikaufenthalte - evtl. Reha  -  MRT / CD  Bilder wenn man sie hat.

Dazu gehört auch irgendwelche schweren Erkrankungen in der Kindheit...udgl..  Das kann eine Grippe gewesen sein und danach eine Herzbeutelentzündung oder auch ein größeres Zahnproblem.

Also das muss schon Hand und Fuss gaben wenn man sich an diese Klinik wendet. Wenn die dann nachvollziehen  können OK das müssten wir uns einmal näher anschauen dann ja.

Vorher sollte man schon so gewisse Dinge die ich genannt habe wissen Blutdruck - ist sie Diabetikerin oder nicht , gab es früher schwere Erkrankung  / bei den Eltern . Wurde ein Tumor wie z.B.
Akustikusneurinom ausgeschlossen.

Gab es irgendwelche Abweichungen beim Blutbild , ist sie Veganerin / Vegetarierin- Vitamin B12 Mangel also so in der Richtung. Bei wenigen Zeilen kann man nur sehr viel vermuten ...


Kommentar von Dunno ,

Du hast allerdings nichts zum Thema > Niedrigen Blutdruck < geschrieben.

Zum niedrigen Blutdruck ist nichts zu sagen, der wurde ja nicht
dauerhaft überwacht. Wahrscheinlich wäre ein stationärer Aufenthalt
damals einem Hausbesuch des Allgemeinmediziners vorzuziehen gewesen...

15 Jahre, verdammt. Hoffentlich ist der Arzt ein Messie und hat auch nach Ende der Dokumentationspflicht noch Aufzeichnungen... war ja damals noch nicht unbedingt gang und gäbe, alles zu Digitalisieren.

Ja und wenn man ein reales Problem hat gehört das Alles dazu.

Du stellst doch nicht in Frage, dass es sich hier um ein reales Problem handelt?

Es wurde vllt. lediglich zu früh aufgegeben und sich mit den Beschwerden abgefunden. Ich glaube ihr aber, dass sie das immernoch hat.

Bei wenigen Zeilen kann man nur sehr viel vermuten

Waren vielleicht ein bisschen wenige Informationen. Habe sie vorher nicht befragt, sondern mich aus einem Impuls heraus auf die Suche nach Material begeben, mit dem ich sie ermutigen kann, erneut anzugreifen.  

Dieses kleine Brainstorming reicht fürs Erste. Ein paar Ideen und Anregungen von euch, wo man noch nach der Ursache suchen könnte.

Und danke für den Hinweis mit der marburger Klinik. Da werden wir mit Sicherheit nicht mit so dürftigen Informationen aufkreuzen, sondern logischerweise vorher eifrig Befunde sammeln. Habe die Hoffnung, dass man dort nicht nach kurzer Zeit schon mit "psychisch bedingt" übersetzt: "ich habe keine Ahnung", kommt. Denn genau das hat sie wohl entmutigt, das so oft zu hören.

Jetzt weiß ich so ungefähr, was mindestens in Erfahrung gebracht werden muss und muss sie überreden, sich drauf einzulassen.

Antwort
von kreuzkampus, 60

Angesichts dieser umfangreichen Schilderung traue ich mich fast nicht, auf "Vertigoheel" hinzuweisen. Vorab: Ich bin 71 und hatte letztes Jahr auch mal zeitweise Schwindelgefühle. Min (guter) Hausarzt hat mir Vetrtigoheel mitgegeben und dazu gesagt: "Warum und wie es wirkt, ist bisher noch unklar; aber es wirkt in vielen Fällen".

Aufgrund Deiner Frage habe ich den folgenden Artikel der Firma Heel, die zu den  seriösen Herstellern von Naturprodukten gehört, gefunden. Sie geben für die Studie, die sie beschreiben auch die Quelle an, was bei Quacksalbern bekanntlicherweise nicht der Fall ist. Ich würde sagen: Ein Versuch lohnt sich, wenn keinem Arzt etwas einfällt. Sicherlich braucht es dabei Geduld. http://www.heel.de/Heel-de-F-d-M-Wirkmechanismus-von-Vertigoheel-bei-Schwindelzu...

Kommentar von Dunno ,

Vielleicht schenke ich ihr mal ein 100er Pack zum testen. Allem Anschein nach kann es ja kaum bis gar nicht schaden...

Meinst du das reicht aus, 90 Stk über 30 Tage 3-mal täglich eingenommen, um eine Wirkung zu spüren, oder dauert es noch länger, bis die Wirkung einsetzt?

Kommentar von kreuzkampus ,

Wie lange es bei ihr dauert, kann ich nicht sagen; aber ich würde gleich 250 Stücke nehmen. Schaden wird es nach meiner festen Überzeugung nicht; aber regelmäßíge Einnahme wird Pflicht sein. Wie gesagt; Ein Versuch würde sich lohnen. Schlimmer geht nimmer.

Antwort
von Mahut, 59

Wart ihr denn auch beim Kardiologen, denn der Schwindel kann auch vom Herzen kommen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community