Frage von Ruebezahl, 128

Darmspiegelung einfach so aus Vorsorge, ohne Beschwerden - sollte man das wirklich tun?

Hallo,

mein Arzt will mich die ganze Zeit zu einer Darmspiegelung überreden, weil er meint, das wäre aus Vorsorgegründen gut für mich (ich bin über 50). Ich habe aber keine Probleme und vermute eher, dass er sich nur einen Zusatzverdienst holen will - ich mein, eine Darmspiegelung ist ja nicht ganz ungefährlich.

Soll ich seinem Drängen nachgeben oder - da ich mich ganz wohl fühle - eher darauf verzichten? Meine Verdauung ist OK.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gerdavh, 128

Hallo Rübezahl, das ist einfach eine Vorsichtsmaßnahme wie die jährliche Untersuchung beim Gynäkologen oder Urologen. Auch ich habe eine hohe Darmspiegelung vor einem Jahr machen lassen (bin 54) und es hatte sich dabei herausgestellt, dass ich zwei kleine Polypen (gutartig) hatte, die mir dann auch gleich entfernt wurden. Die hatten mir auch keine Probleme gemacht, sprich, ich wußte gar nicht, dass ich die hatte. Ich würde das, zumal die Kasse diese Vorsorgeleistung ja zahlt, machen lassen. Das ist nicht schlimm. Man bekommt ein stark sedierendes Mittel und Du verschläfst die ganze Untersuchung. Wenn Du im Aufwachzimmer wieder zu Dir kommst, darfst Du dann anschl. einfach nach Hause gehen oder Dich abholen lassen. Das einzig Unangenehme an der Sache ist das Abführen, das einen Tag vorher erfolgen muss, weil der Darm ja sauber sein muss. Alles Gute Gerda

Antwort
von Juffi11, 109

Also. Wenn Du dich auf die Zunge beisst findest am folgenden Tag die Stelle in der Regel nicht mehr.Genauso schnell heilt die Darmschleimhaut. Das heisst: was heute gesehen wird kann morgen nicht mehr da sein und umgekehrt. Falls eine familiäre Belastung gibt (Jemand in der Familie ist an Darmkrebs gestorben) kann es natürlich beruhigend sein sich untersuchen zu lassen. Ansonsten ist die Spiegelei nur für den Umsatz der Ärzte gut. Und ist auch Augenwischerei, die von der Kasse bezahlte - viel zu seltene- Untersuchung wahrzunehmen. Wenn man sicher sein wollte, müßte man das 1/2 - 1/4-jährlich machen . Es gibt inzwischen gute Tumormarker (die von der Kasse nicht bezahlt werden), wenn mehrere ansprechen, kann man sich immer noch Darmspiegeln lassen.

Kommentar von gerdavh ,

Ich muss hier leider sagen, dass ich Deine Antwort etwas bedenklich finde Es gibt genug andere Darmerkrankungen, die evtl. behandelt bzw. im Auge behalten werden sollten. Es muss ja nicht immer gleich ein Tumor sein. Bei mir z.B. wurden harmlose Polypen entfernt, die aber bei Nichterkennung bzw. Nichtentfernung dann nach einer Weile schon Probleme darstellen können. Man muss ja nicht unbedingt warten, bis eine wirkliche schwere Erkrankung besteht. Vorsorge ist besser als unheilbare Krankheiten. Grüße Gerda

Antwort
von curare, 101

Wenn man die 50 überschritten hat steigt das Risiko an Darmkrebs zu erkranken an. Und man bemerkt es nicht immer, wenn man Darmkrebs bekommt. Im Gegenteil, am Anfang verläuft die Krankheit oft schleichend. Es ist wirklich besser, alle Vorsorgeuntersuchungen, die angeboten werden, mitzumachen.

Antwort
von Sumpfhexe, 89

Veränderungen im Zellgewebe im Darm sind nicht schmerzhaft und machen auch sonst keine Beschwerden. Wer den Zenit des Lebens überschritten hat, sollte einmal schauen lassen, ob die Zellwände noch okay sind oder ob sich da z.B. im Laufe der Jahre sog. Polypen gebildet haben oder andere Aussackungen.

Wie gesagt, Veränderungen im Zellgewebe sind nicht schmerzhaft, wir bemerken diese nicht. Und sollte es irgendwann doch der Fall sein, so ist es meist schon zu spät.

Du hast ein Anrecht auf diese Vorsorgeuntersuchung, warum willst du diese Chance nicht nutzen ? Außerdem hat der Gesetzgeber nicht umsonst eine solche Untersuchung ins Programm aufgenommen.

Angst vor der Untersuchung ?? Ist unbegründet, heutzutage werden diese Untersuchungen unter Narkose gemacht. Etwas unbequem ist nur der Tag davor, weil du deinen Darm "putzen" musst.

Aber es ist beruhigend, wenn das Ergebnis der Untersuchung heißt: alles in Ordnung.

Kommentar von Zweimal ,

Hier noch ein guter Link zu der ebenfalls guten Antwort von Sumpfhexe:

http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/frueherkennung.php

Antwort
von waldmensch, 81

Hallo Ruebezahl,

Ich bin noch ein bisschen jünger wie Du, habe es aber auch hinter mir. Die Darmspiegelung ist halb so schlimm und außer dem bekommst Du ein krampf lösendes Mittel.

Die Darmspiegelung ist auch nicht gefährlicher als über die Straße zu gehen. Sprich Risiken gibt es überall.

Der Arzt kann dort was sehen was Dir noch keine Beschwerden verursacht, was aber sehr schnell für Dich gefährlich werden kann.

Also , wenn ich an Deiner Stelle wäre, würde ich mich Untersuchen lassen

Es kostet Dir nichts und Du kannst beruhigt wieder nach Hause gehen, und minimale Risiken hast Du überall.

MfG

Waldmensch

Kommentar von gerdavh ,

Ein krampflösendes Mittel? Bei mir wurde die Untersuchung in Narkose durchgeführt. Ansonsten stimme ich Dir in allen Punkten zu. Grüße Gerda

Kommentar von waldmensch ,

Hallo Gerda,

wurde die Untersuchung bei Dir ambulant oder stationär durchgeführt ? Bei der ambulanten Untersuchung gibt mir mei Proktologe immer nur ein Behruhigungsmittel mit was kramplösendes. Vielleicht weil er kein Aufwachraum hat oder aus Kostengründen. ( Komme aus den neuen Ländern)

Viele Liebe Grüße

Waldmensch

Kommentar von gerdavh ,

Hallo 'Waldmensch, bei mir wurde die hohe Darmspiegelung in der Praxis des Gastroenterologen vorgenommen. Ich wurde erstmal an einen Monitor angeschlossen (wegen Herz- und Pulsfrequenz), dann bekam ich ein betäubendes Mittel in die Vene und bin dann sofort eingeschlafen. Habe allerdings vorher noch mit dem Arzt gesprochen, der mir alles erklärte, was er jetzt macht. Hat mich sehr beruhigt. Da es sich nicht um eine starke Vollnarkose wie bei einer OP handelt, ist man in der Regel nach 1/2 Stunde spätestens wieder wach. Ich hatte auch keinerlei Schmerzen anschließend. Ich bin dann anschl. einfach mit der Straßenbahn nach Hause gefahren. Ich hatte auch schon Untersuchungen, wo ich alles mitgekriegt habe - hat furchtbar weh getan, würde ich nie mehr machen lassen. Grüße Gerda

Kommentar von waldmensch ,

Hallo Gerda,

Ich konnte alles auf dem Monitor mit sehen. So ein Ding zum Überwachen der Puls und Herzfrequenz gibt es bei uns auch. Klar ist die Untersuchung nicht gerade angenehm aber ich finde es gibt schlimmeres. Ich kann nicht sagen woran es liegt, aber ich habe das Gefühl das es in den Arztpraxen doch noch erhebliche Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern gibt. Beispiel Magenspiegelung: Ambulant bekommst Du hier auch keine Vollnarkose sondern nur ein Mittel zur Beruhigung und so ein Spay in den Hals. Wird ich dem entsprechend auch nie wieder ambulant machen lassen oder jenseits der ehemaligen Grenze.

Liebe Grüße

Waldmensch

Kommentar von gerdavh ,

Magenspiegelungen werden bei uns auch so durchgeführt. Also ohne Narkose!

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