Frage von Caillin, 23

Citalopram oder anderes Medikament?

Ich habe letztes Frühjahr Citalopram eingenommen, anfangs hatte ich unangenehme Nebenwirkungen, danach ging es mir eine Zeit lang besser, dann war es aber wieder so, dass ich ewig hätte schlafen können, kaum Antrieb hatte und außerdem habe ich gemerkt, dass ich irgendwie abgestumpft war, z.B. haben mich Filme bei denen ich sonst weine (was ich da nicht schlimm finde, eher im Gegenteil, da finde ich mitfühlen angenehm) fast unberührt gelassen. Habe es dann abgesetzt und es ging auch eine Weile, im Herbst kamen dann die Depris weider.

Bin nun umgezogen und habe am Montag einen Termin bei einem anderen Psychiater, mit dem alten kam ich sowieso nicht klar. Anfangs hat mir das Citalopram wie gesagt gut geholfen, und ich kann nun auch nicht beurteilen warum es dann wieder bergab ging, ob evtl die Dosis zu gering war, etc. Natürlich bespreche ich mit dem Arzt was ich nehme, aber die Frage ist nun ob ich eher sage dass ich es nochmal damit probieren möchte oder ob ich eher sagen soll ich möchte etwas anderes ausprobieren. Anfangs war die Wirkung wie gesagt schon gut. Was würdet ihr mir raten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von walesca, 23

Hallo Caillin!

Eine Veränderung der Medikation - egal welcher Art - solltest Du unbedingt mit Deinem neuen Arzt besprechen. Erzähl ihm ruhig, was Du bisher genommen hast, und warum Du es jetzt abgesetzt hast. Er wird Dir ganz sicher ggf. mit einem anderen Präparat weiterhelfen. Aber wir hier im Forum können Dir dazu keinen Rat geben, denn wir kennen weder diese Psychopharmaka noch Deine genaue Krankheit, um so etwas zu beurteilen. Ich wünsche Dir, dass Du mit dem neuen Psychologen mehr Glück hast! Wenn nicht, dann sprich mal mit dem Hausarzt oder der Krankenkasse, ob Du erneut wechseln kannst. Gerade bei so einer Therapie ist es enorm wichtig, dass Du mit dem Therapeuten klarkommst. Jede Aversion gegen ihn wäre kontraproduktiv. Bitte fühl Dich nicht immer gleich so persönlich angegriffen!! Du hast Recht - auch psychische Probleme sind ernst zu nehmende Krankheiten!!

Alles Gute wünscht walesca

Kommentar von Caillin ,

Hallo walesca,

danke dir für deine Antwort. Ja klar muss ich das ohnehin mit dem Arzt besprechen aber man hat ja eben doch ein Mitspracherecht, und wenn fragt ob ich es nochmal probieren oder lieber etwas anderes möchte bin ich eben unsicher.

Citalopram ist ja ein Standardmedikament, ich weiß dass es bei Depressionen sehr viel aufgeschrieben wird, daher dachte ich mir, vielleicht ist hier ja jemand, der es schon eingenommen hat und ähnliche Erfahrungen gemacht hat, bzw. dann gewechselt hat und sagen kann, ob es mit anderen Medikamenten anders / besser war. Habe auch schon Internetseiten und Erfahrungsberichte gewälzt, aber finde da leider zwar unterschiedliche Erfahrungen mit dem Citalopram und bin wohl auch nicht die einzige mit einer paradoxen Wirkung, also dass ein antriebssteigerndes Medikament eher sedierend wirkt, aber über die Umstellung finde ich leider kaum etwas.

Ich denke ich werde das dem Arzt gegenüber eher so formulieren, dass ich zwar eine gewisse Stimmungsaufhellung gespürt habe, aber ansonsten nicht zufrieden war, weil es eher noch antriebsloser gemacht hat. Wenn ich dann mit dem neuen Medikament auch nicht gut zurecht komme, habe ich immerhin einen Vergleich und kann dann ja absprechen, ob ich auf Citalopram zurück wechsle.

Das ist übrigens kein Therapeut/Psychologe, sondern ein Psychiater, also erstmal nur für die medikamentöse Einstellung. Für die Therapie bin ich aber schon bei einem Psychologen auf der Warteliste.

Liebe Grüße

Caillin

Kommentar von walesca ,

Hallo Caillin! Besprich Deine Erfahrungen mit den bisherigen Medikamenten genau so mit Deinem Psychiater!! Dann kann er sich ein Bild davon machen. Es stimmt, dass bei gleicher Medikation jeder Mensch anders reagiert. Daher ist es auch unmöglich, Dir hier einen Rat zu geben!!! Bei mir wirkt z.B. Baldrian völlig konträr und ich drehe davon eher auf, obwohl es bei anderen Menschen beruhigend wirkt! Das nur so als Beispiel. Ich wünsche Dir viel Glück und eine gut wirksame Medikamenten-Einstellung!! LG

Danke, @kreuzkampus! LG

Kommentar von kreuzkampus ,

walescas Antwort ist aus meiner Sicht die beste!

Kommentar von walesca ,

Natürlich hast Du ein Mitspracherecht bei der Medikation. Dazu lass Dich ausführlich über die Vor- und Nachteile der infrage kommenden Medikamente aufklären. Ich habe noch einen ergänzenden Vorschlag: lass mal Deinen Vitamin-D-Spiegel im Blut kontrollieren, denn auch ein Mangel daran kann Depressionen begünstigen! http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/vitamin-d-mehr-bedarf-als-gedacht LG

Kommentar von walesca ,

Ganz herzlichen Dank für das Sternchen! Es freut mich, dass ich Dir ein wenig weiterhelfen konnte. Viel Glück!! LG

Antwort
von Autsch, 21

Ich würde Dir zu Stimmungsaufhellenden Kräutertees raten, wie z.B. Johanniskraut. http://www.kraeuterweisheiten.de/stimmungsaufhellende-pflanzen.html

und reines ätherisches Mandarinen Öl in die Duftlampe geben. Oder Ylang-Ylang-Öl‎.

So ähnlich wie das Citalopram wirken die anderen Psycho-Drogen auch. Das abgestummfte Gefühl wirst Du auch von anderen Tabletten bekommen.

Sind denn die Depressionen sooo schlimm, dass Du damit nicht lernen kannst umzugehen? Nimm doch bitte Dein Leben in die eigene Hand.

Kommentar von Caillin ,

Wer sagt denn dass ich mein Leben nicht in der Hand habe? Wo habe ich davon irgend etwas geschrieben? ich arbeite, ich verdiene mein eigenes Geld, etc. ich habe nur keinerlei Lebensfreude und finde alles enorm anstrengend. Johanniskraut wirkt nicht, äthersiche Öle etc. hab ich alles ausprobiert wirkt aber auch nur begrenzt. Wenn man eine Grippe oder dergleichen hat wird das als Krankheit akzeptiert und wenn man dagegen Medikamente nimmt ist es okay, aber wenn man sagt man hat eine Depressionw ird das immer noch stigmatisiert und es heißt man soll sich nicht so anstellen oder sein Leben in die Hand nehmen. Ist ja auch alles so super einfach. Hab schon zig Sachen ausprobiert, ohne dass es hilft, ich nehme nicht einfach leichtfertig irgendwelche Medikamente, um mich nicht um mein Leben kümmern zu müssen!

Kommentar von Autsch ,

...einer Selbsthilfegruppe anschließen.

Niemand will Dich hier stigmatisieren. Amalgam kann ach ein Auslöser sein (Erfahrungswert).

Kommentar von Caillin ,

Eine Selbsthilfegruppe ist das Letzte was für mich in Frage kommt, und darum ging es ja gar nicht, auch nicht um Alternativen zu Psychopharmaka oder darum was man sonst gegen Depressionen machen kann, hab ich mehr oder minder alles durch, und weil ich merke hilft nichts auf Dauer möchte ich eben wieder ein Medikament nehmen (+ Therapie, aber auch darum geht es in der Fragwe nicht). Mir geht es nur darum ob ich eher bitten sollte das Citalopram nochmal zu bekommen oder ein anderes Medikament. Deiner Antwort nach zu schließen ist das, was für mich der Nachteil dran war bei allen so, würde dann also aus meiner Sicht für Citalopram sprechen, da ich ansonsten keine Probleme damit hatte.

Naja und was das stigmatisieren angeht: Der Hinweis, man solle doch sein Leben selbst in die Hand nehmen klingt aber genau so, denn das würde man zu einem ernsthaft Kranken wohl kaum sagen, und Depressionen sind eine ernste Krankheit!

Kommentar von Autsch ,

Ich habe nun mal aus bestimmten Gründen eine grundsätzliche Abneigung gegen die regelmäßige Einnahme von irgendwelchen allophatischen Mitteln. Und wünsche es niemanden regelmäßig etwas nehmen zu müssen.

Und mit "das Leben in die eigene Hand nehmen" meinte ich "unabhängig vom Pscho- Doktor".

Aber jeder soll nach seiner eigenen Fasson selig werden, dass sagte schon der alte Fritz.

Kommentar von Caillin ,

Ich bin auch niemand der gleich immer etwas schluckt, aber wenn man alles probiert und nichts mehr Bedeutung hat, trotzdem alles sinnlos hat und einfach nichts hilft, wenn man sich fast jeden Tag denkt dass man lieber gar nicht leben würde und das obwohl objektiv betrachtet alles in Ordnung ist und man mit seinem Leben so wie es ist zufrieden ist, wenn man sich immer leer, ausgelaugt und energielos fühlt, andere Erkrankungen oder Nährstoffmangel als Ursache ausgeschlossen wurden, dann ist es eben etwas anderes. Da ist der Spruch von wegen nach seiner Fasson selig werden fast schon zynisch - wie den selig werden wenn man auch an den Dingen die man eigentlich gerne mag keinerlei Freude mehr empfinden kann und wenn man denn mal lächelt oder gar lacht das Gefühl hat, dass es gar nicht man selber ist, der das tut? Wer das nicht alles mal selber ernsthaft durchlebt hat, und nicht nur für ein paar Tage oder Wochen, sondern wiederkehrend immer und immer wieder, Monate lang, mit nur ganz kurzen Phasen wo man sich mal ausnahmsweise lebendig und okay fühlt, der sollte darüber in meinen Augen auch nicht urteilen.

Kommentar von Autsch ,

Ich könnte auch irgendwelche salbungsvollen Worte formulieren, Dir über den Kopf streicheln und sagen: der Doctor wird schon richten. hab` ich aber nicht. Das schmeckt nun mal nicht jedem. Kann ich mit leben.

Mit welchem Wort habe ich geurteilt? Ich urteile nicht. Das ist eine Unterstellung. Und nochmal: Ich habe nun mal** aus bestimmten Gründen** eine grundsätzliche Abneigung gegen die regelmäßige Einnahme von irgendwelchen allophatischen Mitteln. Und ich wünsche es niemanden regelmäßig etwas nehmen zu müssen. Citalopram kenn ich nicht und ich will es auch gar nicht kennenlernen. that`s all. Punkt.

Kommentar von Caillin ,

Vielleicht solltest du nicht auf Fragen antworten, die du nicht beantworten kannst, denn genau zu dem, was ich eigentlich gefragt habe, hast du rein gar nichts geschrieben,

Kommentar von Autsch ,

Glaub doch was Du willst. Immer dieser Zickenkrieg. Grauenhaft.

Kommentar von Ostsee31 ,

Vielleicht solltest du nicht auf Fragen antworten, die du nicht beantworten kannst

Ich muss Autsch hier zustimmen. Wenn du professionellen Rat suchst solltest du dich nicht an ein Laienportal wenden und hier die ultimative Antwort erwarten. Andere Leute können nicht deine Probleme lösen und sind nicht für deinen Frust verantwortlich. Jeder gibt hier Antworten ab wie es ihm möglich ist. Wenn du eh einen Arzt hast dann solltest du dieses Problem mit ihm besprechen, da kannst du dir auch eine objektive Antwort erwarten von einem Menschen der deine gesamte Krankengeschichte kennt! Es gibt mehr als genug Menschen die seit zig Jahren an chronischen Depressionen leiden. Du bist also nicht die einzige die Depressionen hat und weiß wie sich das anfühlt. Von dem her.... zieh die Krallen wieder ein. Psychopharmaka sind kein Allheilmittel. Depressionen deckeln häufig die Probleme die eigentlich bearbeitet werden sollen und das dann mit schweren Medikamenten nieder zu bügeln ist nicht die Lösung. Ich bin mir aber sicher du wirst eine Lösung für dein Problem finden auch wenn das nicht hier ist.

Antwort
von bobbys, 18

Hallo,

da mach dir mal keine Gedanken, das bestimmt der Arzt, nach dem du ihm alles erzählt hast.

LG Bobbys

Kommentar von Caillin ,

Ja schon aber man hat ja Mitspracherecht (und das ist mir auch sehr wichtig) und es kommt auch darauf an, was man dem Arzt sagt und wie, also es macht einen Unterschied ob ich sage: ich kam anfangs eigentlich gut zurecht damit und würde es gerne nochmal probieren oder ob ich sage: Ganz das Richtige war es irgendwie nicht ich möchte gerne etwas anderes probieren. Bzw. kann es ja auch sein dass der Arzt fragt ob ich es nochmal damit probieren möchte, und da bin ich eben unsicher.

Kommentar von bobbys ,

wenn du damit gut zu recht gekommen bist, dann probiere es doch noch mal. Das es nicht mehr gewirkt hat kann daran liegen das die Dosis nicht mehr optimal war, wenn so etwas passiert setzt man das Medikament nicht einfach ab ,sondern klärt es mit dem Arzt.LG

Kommentar von Caillin ,

Ja werde ich dann auch tun, aber der Arzt in meiner alten Stadt war furchtbar, zu dem wollte ich einfach nicht mehr, kam mit ihm nicht zurecht und habs dann ne Weile ohne probiert. Leide auch unter sozialen Ängsten und fand den so unsympathisch dass ich den Gedanken nochmal zu dem zu gehen zu gruselig fand daher hab ich es eben selber ausgeschlichen, hoffe der neue Arzt ist besser.

Kommentar von bobbys ,

okay das kann ich verstehen, Chemie sollte schon stimmen:)LG Bobbys

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