Frage von Anderl3559, 322

Burn out - Krankschreibung?

Bei mir wurde gestern Burn out fest gestellt. Da ich in der Arbeit meine positiven Bestätigungen erhalte und zuhause mich ausgenützt und benützt fühle wollte ich mich nicht krank schreiben lassen. Nun erhalte ich Tabletten und soll nächste Woche wieder zum Arzt. Ab welchem Zustand wird krank geschrieben. Ich möchte es richtig machen, fühle mich aber noch nicht "platt". Bin ich schon so weit? Muss mehr dazu kommen damit ich selber auch meine "Auszeit" mir geben lasse? Weine viel - habe Zukunftsängste - Zweifel an mir wie ich dass alles schaffen soll...überspiele und bin für die anderen immer zuverlässig und gut drauf...will kaum mehr aus dem Haus, liege viel und bin sehr müde, habe seit Monaten Schlafstörungen, Rückenprobleme, Magen-Darmprobleme...mal das eine, mal das andere...

Wem geht es ähnlich - soll ich mich krank schreiben lassen? Wie lange? Spricht man darüber mit den Kollegen oder lieber nicht, dem Chef?

Danke für die Antworten.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Anderl3559,

Schau mal bitte hier:
Stress Krankschreibung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Winherby, 322

Bist Du sicher, dass es keine Depression ist? Ich hoffe der Arzt irrt nicht, denn die genannten Symptome kenne ich von Depressionen. Aber wie dem auch sei, Du solltest auf jeden Fall etwas dagegen tun, denn von allein wird es höchstens schlimmer, und nicht besser. Abwarten und so wie bisher weiterwurschteln macht alles schlimmer.

Lass Dich in eine Reha schicken, je früher umso besser. Eine Psychosomatische Reha wäre wohl optimal, aber das sagt Dir besser Dein beh. Arzt. Alles Gute

Kommentar von Anderl3559 ,

Danke, ich selber frage mich auch ob es nicht eher eine Depression ist...ist einfach alles viel zu viel für mich und das seit Monaten. Und immer die echte Stimmung verbergen ist sehr anstrengend. Werde mit meinem Arzt noch einmal sprechen wie er es sieht. lG.

Kommentar von Winherby ,

Gute Idee, mach das. Und frag bei der Gelegenheit mal nach einer Reha. LG

Kommentar von Winherby ,

Ich bin 55 Jahre alt, alleinerziehend und im schulischen Bereich tätig. Habe 3 Töchter 22,18 und 16 Jahre alt und bin "Hotel Mama".

Lass Dich nicht länger ausnutzen:Delegiere möglichst viel Hausarbeiten, die jungen Weibchen sind alt genug, sollten es können, sonst lernen sie es halt jetzt.

Sie müssen lernen, dass es mehr und wichtigere Dinge gibt als - Facebookfreunde, - das iPhone streicheln, - sich stylen, - shoppen, - Disco, - Nagelstudio, - Sonnenbank, usw., halt alles das, was die Jugend heute in ihrer Unbekümmertheit in der Freizeit nach Schule und Ausbildung so treibt. Die wissen ja genau: Mama richtets daheim schon. Spülen, putzen, einkaufen, waschen, kochen usw., das bisschen Haushalt eben.

Lass künftig möglichst viel davon Deine Mädels machen!!! Wenn Du zusammenklappst und für viele Wochen ausfällst, dann müssen sie auch alles machen. Also: Lass es erst garnicht so weit kommen, zerr an der Reissleine, sonst wird es eine verdammt harte Landung für Dich.

Wenn sie die zugewiesenen Aufgaben nicht erledigen, sei und bleibe konsequent!!!**, auch wenn Konsequenz bisher ein Fremdwort für Dich war. Dann sieht es zu Hause eben mal aus wie bei den Hottentotten, na und?. Da müssen dann alle durch, auch Du. Inkonsequenz ist der Tod jeden Erziehungsversuches.

Wenn auch Du immer zu den gutmütigen und superfleissigen Müttern gehörst, die es ja "immer nur gut meinen" mit den Kleinen, dann muss ich sagen, dass Du Dich zum gewissen Teil selbst in diese fatale Situation hinein manovriert hast. Aber ich will jetzt nicht schimpfen, das steht mir nicht zu, ich will es Dir jetzt auch nicht zwanghaft unterstellen, aber meist ist es so. Trau Dich , fang an, gutes Gelingen.

Kommentar von Anderl3559 ,

Hallo, ja es ist eine Depression incl. Burn Out - aber gefühlte Depression. Psychosomatische Reha ist bei der Rentenversicherung beantragt - hoffe sie wird genehmigt. Die Dame von der AOK macht mir aber wenig Hoffnung. Sie meinte dass erst alle ambulanten Angebote ausgeschöpft werden müssen...

d.h. Wartezeit bei einem Psychiater ca. 6 Monate... Da ich nicht suizidgefährdet bin, dauert das eben.

Nun hoffe ich auf Reha, wenn nicht, Widerspruch und wenn dann auch nicht, muss - werde ich - in eine Tagesklinik gehen. Der stationäre Aufenthalt in einer Psychiatrie als Kassenpatient hilft mir nicht. Mit weiteren 2-3 kranken Frauen in einem Zimmer, da werde ich noch kaputter. (Habe das bei meiner Tochter gesehen, ähnlicher Fall.)

Kommentar von Winherby ,

Hallo Anderl3559,

wenn die Dame der AOK sagt, dass Du nur dann rasche Hilfe mit ambulant oder Reha bekommst, wenn Du suizidgefährdet bist,..... -na dann bist Du eben suizidgefährdet. Brauchst beim nächsten Arztbesuch nur mal "so nebenbei" erwähnen, dass es für Dich alles keinen Sinn mehr macht. Einfach nur mal erwähnen, dass Du deshalb vor kurzem am Geländer einer Autobahnbrücke standst und in Versuchung warst zu springen. Sollst mal sehen, wie rasch Du Hilfe statt Wartezeit bekommst. Sei einfach etwas abgebrühter, nicht so korrekt wie im Schuldienst. Unser Gesundheitssystem ist so krank, - kranker als die meisten Patienten, - da muss man sich mit Raffinesse helfen sonst geht man unter. Glaub mir, ich hab lang genug im Gesundheitswesen gearbeitet.

Ich hoffe, Du hast Deine Töchter inzwischen etwas mehr in der Hausarbeit eingebunden um Dich zu entlasten.

Alles Gute, Winherby

Antwort
von Mohrruebe, 231

Du musst nicht warten, bis du platt bist um etwas für dich zu tun. Und wenn dir zu Hause der Stress zu groß ist, dann lass dir eine Kur genehmigen. Du brauchst Ruhe und Auszeit. Und wenn du diese zu Hause nicht bekommen kannst, dann sorg dafür dass du woanders deine Erholung haben kannst. In der Kur eben. Der Arzt hilft dir sicher die Antragsformulare auszufüllen und eine geeignete Klinik zu finden.

Kommentar von Anderl3559 ,

Bin seit zwei Wochen krank geschrieben und nun weitere zwei Wochen. Niemand sieht mir Burn out an...und schon fühle ich mich schlecht - mache ich krank? Hatte heute fast Angst vor dem Arztbesuch und gehofft, dass er mich noch krank schreibt. Ich nehme Tabletten zum Einschlafen und Tabletten zum "aufwachen", schlafe sehr viel - auch am Vormittag und habe keine Lust auf Bekannte, Freunde oder weg gehen. Am liebsten alleine auf dem Sofa und nichts tun. Darf ich das? Bin ich faul? Ausgelaugt - das fühle ich aber wie lange dauert das? Eine Kur soll ich beantragen hat mir der Arzt empfohlen...wie lange dauert die Kur? Muss ich bis zur Antragsgenehmigung in die Arbeit oder kann ich daheim bleiben? Der Gedanke in die Arbeit zu gehen macht mir Panik - mir ist nicht danach, die Kraft fehlt...

Danke für die Antworten, lG.

Kommentar von Hooks ,

Wer krank ist, ist nicht faul.

Antwort
von Hooks, 148

Rückenprobleme, Schlafstörungen und Weinerlichkeit lassen auf Östrogenmangel schließen. Wie sieht es mit Deinem Zyklus aus?

Burnout hat übrigens oft mit Mangel an B-Komplex, Magnesium und Vitamin D zu tun. Recherchier mal in diese Richtung.

B1

Zu den klinischen Symptomen eines Thiaminmangels zählen

  • Einschränkung der Leistungsfähigkeit [5]        
  • Gedächtnisverlust [5, 14, 15, 17, 19, 20]        
  • Psychische Labilität in Form von Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Depressionen und Angstzuständen [17]        
  • Apathie – Teilnahmslosigkeit, mangelnde Erregbarkeit sowie Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen [14, 15, 19, 20]        
  • Schlafstörungen[14, 15, 19, 20]        
  • B3 (nicht mehr als 60 mg am Tag)

    Neurologische Symptome

    sind:

    • Kopfschmerzen
    • Apathie
    • Ermüdung
    • Depression, Desorientierung und Vergesslichkeit.

    B6-Mangel:

    Andere neurologische Symptome, die bei einem schweren Mangel auftreten, sind Reizbarkeit, Depression, und Verwirrung.

    Biotin:

    neurologische Symptome wie Depression, Teilnahmslosigkeit, Halluzinationen – des Weiteren Benommenheit und Kribbeln in Armen und Beinen.

    Kommentar von Anderl3559 ,

    @Hooks - ja, das stimmt alles. Ich war bei der Gyn. und habe mich checken lassen. Nehme Vitamin D und esse viel Gemüse. Bin seit 24 Jahren Vegetarierin und trinke viele Smoothies, achte auf die Ernährung - sehr wenig Eier, dafür Nüsse, Sesam, Soja...und leider auch viele Süßigkeiten. Ich weiß, Vitaminräuber. Seit ich die Tabletten nehme muss ich vermehrt auf meine Gelüste achten. Viele Depressive nehmen ab, ich leider nicht. Aber Danke für die Hilfestellungen. LG.

    Kommentar von Hooks ,

    Paß auf mit Soja (ist übrigens immer genmanipuliert, sagte mir eine Dipl.Agrar), das enthält zwar Östrogen, aber auch viel Eiweiß, das die Aufnahme von Magnesium hemmt. Mandeln (Marzipan! ich muß so vorsichtig sein) enthalten zwar viel Magnesium, schwemmen aber auch Östrogen aus - es ist schon verrückt!

    Ich bin dazu übergegangen, extra zuzuführen. An B-Komplex nehme ich die Tabletten von Biovea.com/de (50 mg), wenn ich zuviel genascht habe oder B2-Mangel habe, und wenn ich eher Hautprobleme habe, nehme ich die Kapseln von ratiopharm (15 mg), die enthalten wesentlich mehr Biotin. Medizinfuchs.de zeigt den günstigsten Preis.

    Gegen Östrogenmangel kannst Du sehr gut vorgehen mit frischer Hefe, immer wieder ein kleines Bröckchen essen (Sophie Ruth Knaak schreibt in ihrem Buch "Erbarmen mit den Männern" sehr viel über natürliche Hormone, falls Dich das interesiert, kann Dir aber auch mal eine Kopie in PN schicken), oder aber auch mit keimfähigen (!)Brennessselsamen, die wirken noch stärker. Ich hatte mal eine schwarze Depression, zu nichts mehr fähig (3-4 Wochen nach einer Fehlgeburt, da war der Östrogenabfall rasant); nach 1 TL BS und 8 Std Wartezeit war alles wieder in Ordnung, d.h. begann die Besserung.

    Wieviel D nimmst Du? Du brauchst unbedingt D3, das ist vermutlcih als Vegetarier schlecht zu bekommen. Mir geht jetzt endlich gut mit 50.000 in der Woche (wlsProducts) + 3.000 am Tag (durch Lebertran). D2 reicht nicht aus.

    Antwort
    von gerdavh, 198

    Hallo, ich kenne Deine familiären Verhältnisse nicht. Aber wenn Du in der Arbeit Bestätigung findest und nur zuhause Probleme hast, die Dich so fertig machen, solltest Du über einen Veränderung in Deinem privaten Bereich nachdenken. Ausziehen?? Eigene Wohnung suchen?? Wenn Du Dich jetzt krank schreiben lässt, bist Du ja noch mehr zuhause - ich habe meine Zweifel, dass Dir das dann guttut; wobei ich natürlich nicht beurteilen kann, inwiefern Du momentan noch fähig bist, arbeiten zu gehen. Das musst Du leider selbst entscheiden. -- Ob Du mit den Kollegen oder Deinem Chef darüber sprechen solltest, hängt vom Vertrauensverhältnis ab, das Du mit diesen hast. Ich wäre da vorsichtig - wenn Du das erstmal mitgeteilt hast, kannst Du das schlecht zurücknehmen. Wobei es durchaus Kollegen gibt, die da Verständnis haben und Dir evtl. hilfreiche Vorschläge machen können. Der Chef wird sich sicherlich nicht freuen, wenn Du ihm erzählst, dass Du die nächste Zeit ausfallen wirst - aber auch das kann ich nicht beurteilen, wie er reagieren wird, da ich den Mann nicht kenne. -- Vorschlag: Wenn Du Ersparnisse hast, würde ich mich nicht krank schreiben lassen, sondern meinen Resturlaub nehmen und mir eine schöne Auszeit machen. Dann kannst Du in Ruhe über Deine derzeitige Situation nachdenken und kommst aus dem Alltagstrott mal raus. Alles Gute. lg Gerda

    Kommentar von Anderl3559 ,

    Danke für die Hilfestellung. Ich bin 55 Jahre alt, alleinerziehend und im schulischen Bereich tätig. Habe 3 Töchter 22,18 und 16 Jahre alt und bin "Hotel Mama". Änderungen dauern und natürlich merken die Kinder auch dass es mir nicht gut geht. Scheinbar muss man erst mal auf dem Boden ankommen um als "krank" zu gelten. In meiner Arbeit habe dich einige Kollegen/Kolleginnen, welche auch Burnout haben - das ist in de Berufssparte nicht ungewöhnlich. Ich bin auch am Schwanken ob es eine Depression ist oder Burnout oder beides... das frage ich den Arzt am Dienstag. Ändern muss ich was und auch die Kinder...aber das geht nicht von heute auf morgen. Schlecht geht es mir daheim nur dann, wenn ich das Gefühl habe benützt zu werden und arbeite und mache und es ist soooo selbstvertständlich.

    Ab heute abend werde ich die Tabletten nehmen, mal sehen was passiert und am Dienstag habe ich wieder einen Arzttermin. Reha oder daheim bleiben...oder vielleicht geht es ja bedeutend besser mit den Tabletten. Sich schwach fühlen...das kann ich schwer zulassen, muss es aber. Ansosten bleibt ja alles beim Alten. LG.

    Kommentar von gerdavh ,

    Da wünsche ich Dir alles Gute. Es ist nicht selten, dass Lehrer an Burnout erkranken. In der Schule meines Sohnes hat das in den letzten Jahren vier Lehrkräfte betroffen (das sind nur die, von denen ich weiß). Deine Töchter sind doch keine kleinen Kinder mehr - sprich mit Ihnen, dass Du diese "selbstverständlichen" Belastungen nicht mehr tragen kannst. Vieleicht mal einen Plan aufstellen, wer und an welchen Tagen z.B. die Wäsche macht, dafür sorgt, dass immer Grundnahrungsmittel im Haus sind, ein anderer kümmert sich um die Müllentsorgung? Einen Wochenplan sozusagen, wo jeder mal an die Reihe kommt und Du nicht alles allein machen musst.

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