Frage von Shervin, 52

Brille (Weitsichtig) - Abgeschwächte Werte?

Hey,

Ich habe seid längerer Zeit wirklich starke Kopfschmerzen, die gefühlt von den Augen ausgegangen sind. Als ich beim Augenarzt war wurde meine Sehstärke gemessen und es konnte keine Ursache gefunden werden. Als ich darauf beharrte, dass meine Sehstärke nochmal unter Betäubung des Augenmuskels (welcher die Sehstärke hätte beeinflussen können) wurden plötzlich Werte von +1,75 und 1,50 gemessen.

Jedoch hat mir der Artzt eine Brille mit den Werten 1,0 und 1,25 aufgeschrieben, mit der Begründung ein wenig Ausgleicharbeit durch das Auge kann nicht schaden.

Jedoch frage ich mich dennoch ob das sinnvoll ist. Kann mir vielleicht einer von euch sagen, worin der Vorteil liegen könnte, mir eine Brille mit abgeschwächten werten von jeweils 0,5 dpt zu verschreiben?

(Ich bin 21 Jahre alt)

Mit freundlichen Grüßen,

Nico

Antwort
von evistie, 38

Als blutiger Laie frage ich mich eher, worin der "Vorteil" liegen soll, mit einer Sehschärfe herumzuexperimentieren, die unter künstlichen Bedingungen ermittelt wurde. Fakt ist doch, dass der Augenmuskel normalerweise nicht ausgeschaltet ist!

Ich spekuliere jetzt mal:

  • Du meinst, für Deine Kopfschmerzen seien die Augen ursächlich.
  • Der Augenarzt findet dafür keine Anhaltspunkte. Seiner Meinung nach (die er vielleicht nicht so deutlich gesagt hat) brauchst Du keine Brille, und Deine Kopfschmerzen müssen andere Ursachen haben.
  • Du bleibst hartnäckig, und er verschreibt Dir proforma "eine ganz leichte Brille" zum Ausprobieren.

Da kann ich nur sagen: richtig so, denn "mehr Schärfe" dort, wo gar keine gebraucht wird, verursacht garantiert erst recht Kopfschmerzen, Schwindel und womöglich Übelkeit.

Mein Rat ist zweigeteilt:

  1. Ziehe die Möglichkeit in Betracht, dass Deine Kopfschmerzen andere Ursachen haben, auch wenn sie Dir von den Augen zu kommen scheinen.
  2. Probiere aus, ob die "schwache" Brille etwas an Deinen Kopfschmerzen ändert, sonst: => sh. Punkt 1!
Kommentar von Shervin ,

Zuallererst vielen Dank für deine Antwort. Da ich so das leise Gefühl hab, dir den Eindruck vermittelt zu haben, ich hätte den Arzt sozusagen dazu gedrängt mir eine Brille zu verschreiben, würd ich dir gern die näheren Umstände einmal erklären. 

Und zwar habe ich seid gut einem halbes Jahr starke bis sehr starke Kopfschmerzen, die sich von morgens bis Abends jedes Tag ausstrahlen.

Ich war bereits beim Neurologen, Orthopäden, HNO, Neurochirogen und bei minds. zwei Augenärzten. 

Jeder Arzt war entweder garnicht in der Lage mir eine Diagnose zu stellen, oder hat mir irgendwelche mögliche Ursachen, die jedoch relativ weit hergeholt waren und nicht wirklich Besserung gebracht haben. 

So nun war ich beim letzten Augenarzt und habe ihm bzw. erst einmal Ihr die GENAUEN Symptome geschildert, so dass Sie von ganz alleine darauf gekommen ist, dass die Schmerzen vom sog. Ziliarmuskels durch das ständige akkommodieren hervorgerufen wurden, da eine so enorme Belastung entstanden sein könnte. (Diese Vermutung pflegte ich bereits vorher)

Daraufhin schlug Sie mir diesen Test vor. Als dieser dann eine Woche später erfolgt ist und ich dann mit einem (fragwürdiger Weise) neuem Arzt über die Ergebnisse sprechen sollte, und Ihn erst einmal, zu Beginn kurz die Symptome geschildert habe und auch dazu erwähnt habe, dass ich mir noch nicht einmal sicher bin, ob tatsächlich die Augen ursächlich seien, sagte er mir, dass er sich ZIEMLICH SICHER SEI, dass sie der Ursachenträger sind. Da ich, nach seinen Worten, stark Weitsichtig sei.

Deinen Gedankengang kann ich trotzdem komplett nachvollziehen. Wenn man sich jedoch überlegt, dass deine Augen ursprünglich nicht dazu in der Lage sein sollten, bestimmte gut zu sehen, jedoch aufgrund dessen, dass ich noch relativ Jung bin, meine Augenmuskeln, diese Fehlsichtigkeit STÄNDIG ausgleichen und deshalb der normale Sehtest, keine Weitsichtigkeit anzeigt (Da Augenmuskel ausgleicht und eine enorme Anstrengung bewirkt, welche Kopfschmerzen verursachen), macht es doch schon allemal Sinn diesen, für den Test zumindest, abzuschalten, um die "tatsächliche" Sehstärke zu bestimmen und damit dem Muskel die Aufgabe zu erleichtern.

Kommentar von evistie ,

Danke für Deinen ausführlichen Nachtrag! Nun ist mir vieles verständlicher. Wichtig erscheint mir auch, dass Du bereits etliche Ärzte (auch anderer Fachrichtungen) "durch" hast.

Vor vielen, vielen Jahren habe ich auch mal wegen Kopfschmerzen eine Ärzte-Odyssee hinter mich gebracht - es gibt einfach zu viele mögliche Ursachen. Na ja, und weißt Du, woran es letztendlich gelegen hat? Ich hatte einen "schmerzmittelinduzierten Kopfschmerz", d. h. die Schmerzmittel selbst, die ich meinte, wegen meiner Kopfschmerzen nehmen zu müssen, erzeugten ihren eigenen Schmerz! Da muss man erst mal drauf kommen...

Du hast nicht geschrieben, was Du gegen Deine Kopfschmerzen tust bzw. ob Du sie einfach nur erträgst. Falls Du bereits regelmäßig zu Schmerzmitteln greifst, könnte hier also bereits eine Ursache liegen.

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