Frage von Frontier, 189

Brennen im Kopf

Hallo,

ich spüre einen brennen im Kopf. Manchmal sehr leicht, manchmal mittel und bis jetzt kam es einmal vor das es richtig gebrannt hat, dass nachdem ich aufgestanden bin und für kurze Zeit, 15 Sek? Ich leide seid 10 Monaten an Depressionen und weiß nicht ob ich es immer in dieser Zeit hatte, oder ob es seid kurzem ist. Vor 5 Wochen habe ich eine Überdosierung Haloperidol genommen (3x) aber erst nach dem dritten haben die Symptome richtig angefangen. Damit fingen auch meine Panikattacken an, die ich aber sehr sicher im Griff habe. Übrigens, ich habe Haloperidol bekommen ( die anderen Ärzte meinen es wäre Schwachsinnig ) bekommen, weil der Arzt dachte ich bilde mir alles nur ein ( Depressionen und die viele anderen Symptome ) und gab mir Haloperidol. Seid dem 1.7 nehme ich Doxepin 10mg einmal Abends ein. Jetzt weiß ich nicht woher dieses Brennen oder diese Betäubung( ich weiß selber nicht wie ich es beschreiben soll ) herkommt. Entweder hatte ich es schon davor (während der Depression) , von der Überdosierung, von Doxepin oder kommt das von was ganz anderes, ich weiß nicht woher. Kann es mir jemand sagen?

Antwort
von coach24105, 178

Das kann eine Nebenwirkung von Doxepin sein, vereinzelt berichten Patienten darüber.

Ich bin erstaunt, mit welchen Medikamenten Du behandelt wirst. Doxepin ist heute nicht mehr das Mittel der ersten Wahl bei Angsterkrankungen und Depressionen. Haloperidol ist schon lange nicht mehr das Mittel der Wahl bei psychotischen Symptomen (wenn es überhaupt so etwas gab bei Dir). Haloperidol wählt man allenfalls in erheblichen psychotischen Krisen, zum Beispiel einem Delir (Lebensgefahr). Aber nicht, weil man meint, dass der Patient sich eine Depression und andere Symptome einbilde.

Bei einer Vielzahl von psychischen Symptomen müssten organische und neurologische Ursachen aber auch ausgeschlossen werden. Ich hoffe, das ist beides geschehen.

Wenn nicht, wäre es gut, nochmal weitere Meinungen einzuholen, zum Beispiel beim Internisten und Neurologen.

Kommentar von Frontier ,

Bis jetzt hatte ich nur eine Blutabnahme, EKG und Leber-Untersuchung ( Seid dem ich die Symptome habe.

Kommentar von coach24105 ,

Von der Ferne ist es ja schwer einzuschätzen, in welche Richtung es geht. Meistens geht es bei Depressionen ja wirklich in psychische Richtung. Und vielleicht gibt es bei Dir ja sogar Anlässe und Ursachen dafür, warum Psyche und Körper Symptome zeigen.

Wenn nicht: Auf jeden Fall kann man auch an Erkrankungen denken, die eher neurologischen Ursprungs sind. Borreliose zum Beispiel. Gerade, wenn es keine psychische Ursache für die Symptome zu geben scheint, sollte auch in neurologische Richtung geguckt werden. Um zumindest diesen Bereich erstmal ausschließen zu können.

Kommentar von Frontier ,

Also entstanden ist es (also seid dem Tag fühle ich mich so). 1 Woche nach dem Sommerferien am Samstag, fing draußen sehr laute Rockmusik an von 18:00-00:00 Uhr. Gegen 22:00 Uhr fing die Unruhe an. Ich hatte schon immer Probleme mit Lautstärke. Ich dachte was wenn es lauter wird, oder unerträglich. Wohin soll ich flüchten wenn es nicht aufhört, was wenn es nie aufhört, was wenn es Verbrecher sind und sie schaden wollen. Gegen 23:00 Uhr habe ich Blaulicht gesehen und habe mir noch mehr Sorgen gemacht. Ich habe paar mal einzuschlafen ging aber nicht. Da fing die Unruhe noch stärker an. 0:00 hörte es auf und ich hörte es immer noch in meinen Ohren ich wurde immer unruhiger. Mein Herz schlug wie verrückt. Ich dachte dann ich hätte eine Herzkrankheit und werde sterben. Immer mehr Negative Gedanken versammelten sich und ich wurde immer Unruhiger. Ich versuchte immer einzuschlafen aber es ging nicht, ich hatte nach kurzer Zeit nachdem ich die Augen geschlossen hatte, das Gefühl runter zu fallen. Ich habe mein Blutdruck gemessen, ich hatte glaube ich 140- ? - 124. 124 Herzschläge pro Minute ist auch nicht normal. Ich kämpft bis 4:00 Uhr einzuschlafen bis ich es geschafft habe. Seid dem Tag geht es mir so wie jetzt. Einige Symptome haben aufgehört manche sind neu dazugekommen.

Kommentar von Frontier ,

Aber ich habe mich damals richtig ungesund ernährt. An dem Tag 3 Tief-kühl-Pizzas gegessen. Ich hatte bei der Blutabnahme im Winter auch ein sehr hohes Cholesterin. Vielleicht war das ja auch daran schuld. Ich habe aber auch richtig viel pc gespielt. Aufstehen-Schule-Computer-Schlafen jeden Tag. Am Wochenende täglich 14 Stunden oder so. Vielleicht hängt es auch daran. Ich bin außerdem am 6.6 16 geworden.

Kommentar von coach24105 ,

Vielen Dank für Deine Kommentare. Daran kann man viel deutlicher sehen, dass es um eine psychische Ursache geht.

Jetzt bin ich erst recht erschrocken, mit welchen Medikamenten Du behandelt wirst. Haloperidol und Doxepin sind nichts für 16jährige!!!

Es ist ja nur aus der Ferne. Aber es "riecht" nach traumatisierenden Erfahrungen in Deiner Lebensgeschichte, die durch die Situation mit der Rockmusik wieder wachgerüttelt wurden. Wenn das so ist (und das von früher muss Dir nicht einmal bewusst sein), dann helfen Medikamente kaum auf Dauer, machen höchstens müde.

Ich würde es an Deiner Stelle also mal bei einem Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten / -analytiker probieren. Eine Gesprächs-Psychotherapie (tiefenpsychologisch, eher nicht verhaltenstherapeutisch!) oder Psychoanalyse hilft Dir voraussichtlich viel besser weiter.

An der Ernährung liegt das nicht.

Und das mit dem Computerspielen und dem "Rückzug" sind eher ähnliche Symptome, die dazu passen, aber nicht die Ursache für die Depression etc..

Kommentar von Frontier ,

Puh meine Vergangenheit als Kind war nicht so toll, daher könnte es auch kommen.. Ich bin ohne Vater aufgewachsen, da sich meine Mutter von ihm getrennt hat. Er hat nur Alkohol getrunken und wollte schon paar mal meine Mutter schlagen, oder nur bedroht. Sie waren nicht verheiratet nur zusammen. Meine Mutter war 17 und er 32 glaub ich. Seine Mutter war als Hexe bekannt im Dorf. Übrigens ich komme aus Rumänien. Mein Opa und Oma, Tante, Uronkel haben gesagt, dass er sich fernhalten sollte und das tat er ( die Männer in meiner Familie sind nicht wirklich schwach und er hatte einfach Angst denke ich ). Aber manchmal schickte er mir * Post * zum Weihnachten, Ostern oder zu meinem Geburtstag. Immer ein paar Tage als ich seine Pakete bekommen hatte, stand ich aus meinem Mittagsschläfchen auf und fing an richtig stark zu heulen. Man konnte mit mir nichts machen, ich konnte nicht reden blockte jeden von mir ab (nicht immer). Als sie mich danach gefragt haben was los war, antwortete ich mit * nichts * oder das mich eine alte Frau auf dem Gesicht gekratzt hat. Das ist ca. 3-4 mal vorgekommen und immer nachdem er es mir gegeben hat. Alle meinten, seine Mutter hätte es * Verflucht * und meine Familie nahmen es nicht mehr an. Seid dem war mir nie wieder mehr schlecht, manchmal wachte ich jedoch Nachts immer auf 1x pro 2 Jahre ca. und fing an zu heulen, ich hatte das Gefühl das die Wände in mir reinkommen irgendwie und bin immer aufs Klo geflüchtet, weil es dort klein war. Danach gings mir wieder gut und konnte schlafen. Das letzte mal ist es vor ca. 4 Jahren vorgekommen. Mein Vater hat mal meiner Mutter gedroht wo ich 2 Jahre alt war oder so, dass es ihr leid tun würde und das ich mich später nicht mal selber ernähren könnte. Vielleicht hängt das damit ab, immer wenn ich geheult habe, das es mit der Rockmusik aufgewacht wurde.

Kommentar von Frontier ,

Aber ich muss ehrlich sagen, Doxepin hat mich meiner Meinung nach weitergebracht. Die Realität war für mich einfach nur ein Traum keine Gefühle gar nichts, nichts hat für mich Sinn gemacht. Aber jetzt fühle ich irgendwie jeden 2. Tag alte Gefühle wieder für kurze Zeit. Schlechte Gefühle habe ich dennoch immernoch.

Kommentar von coach24105 ,

Du schreibst eine Menge privater Details hier im offenen Forum. Einerseits bin ich versucht, Dir für das Vertrauen zu danken, andererseits würde ich Dich gerne ein bisschen schützen. Das kann hier ja jeder für lange Zeit lesen, und auch wenn es unter Deinem Pseudonym geschrieben wurde, ist es doch nicht gut, sehr viel hier preiszugeben.

Insgesamt wird es wichtig sein, dass Du Dir professionelle Hilfe für Gespräche suchst. Man kann in Deiner Lebensgeschichte durchaus Gründe finden, warum Du so Lautstärke-empfindlich bist, warum Dir die Rockmusik-Situation so viel Angst gemacht hat, warum die Wände nachts manchmal bedrohlich wirken. Hexerei oder ein Fluch sind übrigens nicht die Ursache.

Dass Doxepin auch helfen kann, glaube ich Dir gerne. Und zum Glück gibt es auch wieder gute Momente für Dich, das ist wichtig. Es gibt andere, aktuellere, deutlich besser verträgliche Wirkstoffe. Ich würde es an Deiner Stelle jetzt auch weiter nehmen, man soll das nicht einfach absetzen. Nur unter ärztlicher Beratung absetzen.

Letztlich wirkliche Hilfe gibt es aber vor allem durch psychotherapeutische Gespräche. Medikamente können da eine Zeit lang unterstützen, aber sie sind nicht die Lösung.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und hoffe sehr, dass es Dir bald besser geht!

Kommentar von Frontier ,

Klar, so einer netten Person vertraue ich sehr gerne. Das was ich Preisgegeben habe ich nichts schlimm, wenn es auch andere Leute erfahren, also für mich jetzt.

Das mit dem Psychotherapeuten, ich habe schon bei ca. 6 angerufen, aber die Warteschlangen waren zwischen 9 Monaten und 2 Jahre, ich meine...

Mein Arzt hat gesagt, er könnte mir wenn es mit dem Medikamenten nicht klappt ein schnelles Termin für einen Neurologe geben, ich könnte ihn fragen ob der mir das noch zusätzlich verschaffen könnte, werde ich glaub ich auch machen. Wenn es geht auch ein Psycholog.

Danke dir für die Hilfe..

Kommentar von coach24105 ,

Ja, es ist wirklich schlimm mit diesen langen Wartezeiten bei Therapeuten.

Du solltest am besten auf die Suche gehen nach ärztlichen oder psychologischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, die eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie anbieten.

Eventuell kann Dich dazu auch die nächste Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie beraten. Manchmal gibt es dort auch die Möglichkeit, ambulante Gesprächstermine zu bekommen, man muss nicht immer stationär aufgenommen werden. Dort geht es möglicherweise schneller als bei den niedergelassenen Therapeuten.

Also, danke für Dein Vertrauen nochmal und alles Gute!

Kommentar von Frontier ,

Entschuldige das ich dich wieder anschreiben muss..

Ich habe mir meine Vergangenheit nochmal durch den Kopf gehen lassen...

Mein Großonkel, also der Onkel meiner Mutter ist am 17.12.2011 gestorben. Er war nur 59 Jahre alt und ist an einem Herzinfarkt gestorben, sein Herz hatte einen Bruch. Meine mutter war noch Jung wie gesagt als ich auf die Welt gekommen bin. Sie fuhr für Montag - Freitag zur Arbeit in der Großstadt 70 km von unseren Dorf entfernt. Ich sah sie Samstag und Sonntag, oder jede 2. Woche. Meine Oma und Opa haben mich aufgewachsen. Bei mir war meine ganze Familie. In meinem Alter nur mein Cousin 1 Jahr jünger mit ihm bin ich aufgewachsen und mit alle anderen Kinder, Abends immer auf die Straße gespielt oder auf die Wiese..

1/3 meiner Kindheit, habe ich nur mit meinem Großonkel verbracht, Nachbar meiner Oma und verheiratet mit der Schwester meine Oma. Ich habe 1000x male beim ihm Übernachtet, viel Spaß gehabt, der hat jeden Mist mitgemacht. Mit dem Traktor arbeiten mitgefahren, alles. Er hat mir den Vater ersetzt so zu sagen. Ich hatte mit jeden aus meiner Familie viel Spaß und Freude, aber mit ihm halt auch und er war sehr sehr wichtig für mich. Wo er gestorben ist, konnte ich es nicht wahr haben. Ich habe mir immer vorgestellt und stelle es mir immer noch vor, dass er vor dem Fernseher steht und Fern schaut.. Ich kann es nicht Wahr haben. Ich habe sehr oft geweint wo ich mich an den alten Zeiten erinnerte. Manchmal wo ich im Bett lag ( War noch im Sommerferien nach seinem tot ) stellte ich mir sehr oft vor, das alle auf einmal Sterben, meine ganze Familie und was mache ich dann und immer habe ich geweint..

Ich denke, dass wäre der Auslöser und die Situation mit der Rockmusik hat es einfach um vieles Verstärkt. An diesem Abend habe ich auch oft darüber gedacht, dass meine Mutter stirbt oder sonst was.. und das hat es noch schlimmer gemacht als es schon war, an diesem Abend. Die Sache mit der Lautstärke hatte ich schon als kleines Kind. Ich hatte immer beim Feuerwerk Angst, wegen der Lautstärke, bei Konzerte auch, überall. Mein Onkel hat mal etwas gebohrt, da war ich 4 oder so. Ich kann mich noch erinnern wie ich nicht flüchten wollte weil ich mich als * Junge ( Mann ) * nicht schämen wollte und ich es beweisen wollte das ich keine Angst habe. Da habe ich mir auch in den Hosen gemacht.

Kommentar von coach24105 ,

Wow, Du hast ja sehr viel nachgedacht und bist auch auf sehr vieles gekommen, was zusammenhängen kann. Für mich klingt daran vieles nachvollziehbar.

Wie es klingt, ist Dein Vater kein leiser, sanfter Mann. Gute Gründe, in der Kindheit Angst vor Lautstärke zu bekommen. Du bist also jemand, der Angst bekommt, wenn es laut wird. Lautstärke löst Angst aus (damals wohl zu Recht, vor einem lauten unberechenbaren Vater muss man als Kind ja Angst haben, heute passt das bei Konzerten ja nicht mehr zur aktuellen Situation, erinnert aber vermutlich an früher).

Und in Deinem Leben hat sich ja öfter mal auch etwas ganz plötzlich und überraschend verändert. Der Vater ist plötzlich weg. Deine Mutter ist zumindest am Anfang nicht beständig da - und sie hat auch Angst, weil sie bedroht wird von Deinem Vater - das überträgt sich natürlich auf Dich. Ihr verlasst Rumänien und kommt nach Deutschland. Der Großonkel stirbt. Deine Erfahrung ist, dass alles, was Halt geben kann (also Heimat, die Mutter oder ein Vater oder ein Großonkel) nicht wirklich sicher verfügbar ist und sich überraschend etwas ändern kann. Das macht Angst. Existentielle Angst - Angst davor, dass andere sterben oder dass man selbst stirbt, weil man nicht weiss, wie es weitergeht, wenn die anderen überraschend sterben.

Dass diese Angst jetzt langsam deutlicher wird (und die anderen Symptome kommen), hat vielleicht auch mit der Lebensphase zu tun. In der Pubertät sortiert sich ja nochmal einiges neu. In diesem Alter gibt es eine Chance, die Schwierigkeiten aus der Kindheit anders zu bewältigen als es damals möglich war. Außerdem ist es ja (eigentlich) das Alter, in dem man sich langsam von der Familie ablöst und eigene Wege geht. Das wird im Moment noch nicht möglich sein, denn Dir fehlt ja eine Art "innerer Halt", Du brauchst vielleicht in dieser Zeit noch etwas mehr Halt als andere in Deinem Alter. Unter anderem über (wie ich meine) die erwähnte professionelle Hilfe. Jemand, der für Dich da ist, Dich und Deine Ängste zu verstehen versucht und Dir dabei hilft, stark zu werden, um ins Leben rausgehen zu können. Du hast viele Voraussetzungen dafür, dass Du das alles mit Hilfe schaffst. Du hast schon vieles bewältigt, Du bist intelligent, Du hast eine fremde Sprache richtig gut gelernt und Du hast Dir über den letzten Tag richtig viele gute Gedanken machen können, wie es zusammenhängt mit Deinen Symptomen. Das sind alles gute Zeichen dafür, dass Du Dich mit Hilfe weiterentwickeln kannst und über die Schwierigkeiten hinwegkommst.

Kommentar von Frontier ,

Hast Recht, jetzt verstehe ich auch wieso ich Angst vor Lautstärke habe..

Ich wurde streng erzogen und ich wurde sehr oft angeschrien. Mein Großonkel war am schlimmsten wenn er genervt war, er hat sehr laute Töne von sich gegeben, bei mir kam es nicht oft vor, weil er mich nicht * erschrecken * wollte, aber ich hab ihn sonst so trotzdem gehört, danach entschuldigte er sich immer. Also mit meinem Vater hat es nichts viel zu tun. Ich habe ihn nie kennen gelernt und hatte nie was mit ihm zu tun. Er hat uns dann in Ruhe gelassen. Der Grund wieso wir nach Deutschland kamen ist, weil meine Mutter jemand kennen gelernt hat, der in Deutschland wohnte.

Und ich hatte immer bisschen Angst wenn mein Großonkel laut wurde, jetzt wird mir einiges klar.

Kommentar von coach24105 ,

Genau. Dein Großonkel war extrem wichtig für Dich. Und wenn er dann laut wurde, wurde es möglicherweise gefährlich - denn wenn jemand so wichtig ist, will/darf man ihn ja auf keinen Fall verärgern, man braucht ihn ja, er darf nicht weggehen und er darf auch nicht mit der Zuwendung aufhören.

Es macht auf jeden Fall ängstlich und unsicher, wenn man häufig plötzlich angeschrien wird. Auch wenn sich der andere hinterher entschuldigt, es bleibt ja auch noch die Angst, wann der nächste "Ausbruch" kommen mag. Da ist man ständig in "Alarmbereitschaft".

Ich glaube, dass es dennoch auch ein wenig mit Deinem Vater zu tun haben kann. Du kannst Dich an die erste Zeit in Deinem Leben mit Deinen Gedanken zwar nicht erinnern (das können wir alle nicht), aber Dein Körper weiss es noch und hat das alles gespeichert. Er hätte damit natürlich nichts zu tun, wenn er seit Deiner Geburt von Deiner Mutter komplett getrennt gelebt hätte. Aber wenn es zwischen Deiner Mutter und ihm noch Auseinandersetzungen gab, als Du schon geboren warst, dann hast Du das auch mitbekommen und es hat sich "eingebrannt". Daran kannst Du Dich aber sicher nicht bewusst erinnern, es findet einfach statt in der Angst und in den Reaktionen Deines Körpers.

Mir fällt gerade auf, dass ich "eingebrannt" geschrieben habe. Und danach ist mir noch aufgefallen, dass die Überschrift Deines Beitrags "Brennen im Kopf" ist. Möglicherweise ist das der Teil der Angst, der ganz früh entstand, für den es keine Worte gibt, nur dieses brennende Gefühl.

Kommentar von Frontier ,

Dieses * Brennen im Kopf * fühlt sich wie eine Betäubtheit im Kopf, manchmal fühle ich ein kurzen * Brennen * im Kopf. Wenn ich Morgens aufstehe ist es am schlimmsten und danach fühle ich den ganzen Tag lang, nur sehr leicht. Kommt das wirklich vom Doxepin? Soll ich es weiter nehmen? Ich habe es meinem Arzt erwähnt, aber er hat darauf nicht viel gesagt.

Kommentar von Frontier ,

Ich hab mich noch interessiert und habe Gründe dafür gefunden. STRESS und das habe ich viel wegen meiner Depression und Angstzustände und was weiß ich was noch.

Kommentar von coach24105 ,

Ich vermute insgesamt, dass diese "Betäubtheit" und das zeitweise Brennen wirklich eine Nebenwirkung des Doxepins sind. Ich würde hier aus der Ferne empfehlen, es erstmal weiter zu nehmen (zumal es Dir hilft) und dann, wenn es Dir stabil besser geht, zu besprechen, wie man das Doxepin reduziert / langsam absetzt. Wenn das Gefühl aber mit der Zeit stärker und zu störend wird, müsste man bald versuchen, das Medikament abzusetzen oder umzustellen. Es ist ohnehin ja nicht gerade ein modernes Medikament. Vielleicht hilft Dir dabei dann noch ein anderer Arzt als der derzeitige.

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