Frage von Bienchen22222, 36

Bluttest Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei Diät

Sind bei einem Bluttest auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten nur Antikörper feststellbar bei Dingen, die regelmäßig gegessen werden (die der Körper quasi "kennt") oder auch dann wenn das nicht der Fall ist? Ich habe z.B. auf Anraten meines Arztes seit einigen Monaten Weizen vom Speiseplan gestrichen. Wenn jetzt ein Test gemacht würde und eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Weizen vorliegt, wäre dann ein dementsprechendes Ergebnis sichtbar oder wäre es durch die Diät verfälscht? Sollte ich dann vor einem solchen Test wieder alles zu mir nehmen?

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von bethmannchen, 36

Nimmt man ein Nahrungsmittel zu sich, gegen das der Körper allergisch ist, oder kommt mit der Allergie auslösenden Stoffen in Berührung, dann reagiert der Körper darauf mit der Ausschüttung von Antikörpern (Immunglobulinen).

Am besten ist dies z.B. bei einer Pollenallergie zu sehen. Sind keine Pollen in der Luft, geht es der Person bestens; sobald Pollen vorhanden sind, sorgen ausgeschüttete Antikörper für eine laufende Nase, Tränen, verstopfte Atemwege, Husten und Niesen.

Bei einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit gegenüber Weizen ist es meistens das Klebereiweiß im Weizen, das die "allergische Reaktion" auslöst. Durch glutenhaltige Nahrungsmittel werden Immunglobuline ausgeschüttet, und das führt zu einer Reizung bis hin zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut mit allen Folgen für die Verdauung.

Immunglobulin E (IgE) vermittelt den Schutz vor Parasiten, wie z. B. Würmern, und ist an Allergien beteiligt. Es wird durch Fc-Rezeptoren auf Mastzellen gebunden. Aus diesem Grund ist nahezu alles IgE membrangebunden, im Blut ist es praktisch nicht vorhanden.

Bei Antigenkontakt wird das IgE quervernetzt, was zur Ausschüttung von Histamin, Granzymen etc. durch die Mastzellen (Mastzelldegranulation) und Granulozyten führt (allergische Sofortreaktion). Die ausgeschütteten Mediatoren wirken stark gefäßerweiternd, was das Herankommen anderer Immunzellen erleichtert.

Was eigentlich als Abwehr von Parasiten gedacht war, gerät bei vielen Menschen heutzutage aus dem Ruder. Weil es keine anzugreifenden Parasiten gibt, wird da wohl der eigene Körper angegriffen.

Der Körper eines noch so gesunden schüttet aber auch Antikörper aus, wenn etwas gegessen wird, dass lange nicht auf dem Speiseplan stand. Esse ich z.B. die ersten Erdbeeren des Jahres, habe ich kurz darauf heftiges Nesselfieber. Bei der nächsten Portion dann auch noch etwas, und vielleicht auch noch ein wenig bei der dritten, aber dann kann ich die Erdbeersaison wieder unbeschwert genießen.

Weil Antikörper nicht im Blut zu finden sind, ob man den Allergie auslösenden Stoff nun zu sich nimmt, oder nicht, macht es für einen Bluttest also keinen Unterschied, wie du dich vorher ernährst. EIe Diät verfälscht da nichts.

Wenn man gerade eine allergische Reaktion hat, wird es schwer mit einem Allergietest nachzuweisen, was diese nun ausgelöst hat. Der Körper befindet sich gerade im Krieg, und würde auch auf solche Dinge reagieren, die ihn sonst gar nicht stören würden (im Krieg werden ja auch auf Zivilisten zu Opfern)

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