Frage von Sandy46, 288

Blutbild - Entzündungen immer feststellbar?

Hallo zusammen,

ist es möglich, dass Entzündungswerte im Blutbild an den ersten Tagen eine Erkrankung noch nicht nachgewiesen werden können?

Ich frage deshalb, weil ich seit 3 Wochen (mal wieder) an starken diffusen Bauchschmerzen leide. Aufgrund meiner Vorgeschichte mit Peritonits nach Blinddarmdurchbruch vor 2 Jahren, bin ich sehr ängstlich, dass so was wieder vorliegt. Die Beschwerden sind fast genauso stark wie bei der Bauchfellentzündung. Also bin ich zum Arzt, der ein Blutbild gemacht hat. Alle Werte waren i.O.

Jetzt frage ich mich, ob eine Entzündung erst im Anfangsstadium vorlag und daher noch nicht im Blut feststellbar war. Macht es Sinn, nochmal ein neues Blutbild machen zu lassen?

Für Eure Antworten vielen Dank :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lexi77, 236

Hallo!

Es gibt einen Wert, der reagiert sehr schnell, wenn eine Entzündung vorliegt, ein anderer Wert hingegen reagiert eher träge.

Sieh mal: 

Die Entzündungswerte (Entzündungszeichen) im Blut haben eine unterschiedliche Reaktionsgeschwindigkeit: C-reaktives Protein (CRP) reagiert im Vergleich zur Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) schneller. Der CRP-Wert steigt etwa 6 bis 10 Stunden nach Erkrankungsbeginn im Blut; außerdem normalisiert sich dieser Blutwert nach Beendigung der Erkrankung schneller (nach etwa 2 Wochen) als die BSG. Daher sind die CRP-Werte in der Diagnostik akuter Infektionen der BSG als Entzündungsmarker überlegen. 

(http://www.onmeda.de/behandlung/entzuendungswerte-c-reaktives-protein-4439-3.htm...)

Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass du mit einer (beginnenden) Peritonitis noch hier vor dem Computer sitzen würdest. Außerdem könntest du dann auch nicht mehr alleine zum Arzt gehen. Glaube mir, ich weiß wovon ich reden, denn ich hatte 2013 eine 4-Quadranten-Peritonitis und da hätte ich weder am PC gesessen noch auch nur einen Schritt gemacht. Außerdem kriegt man nicht mal eben so eine Peritonitis, wenn sonst keine andere Erkrankung/Entzündung im Bauch vorliegt, die sich dann ausbreiten könnte. Also z.B. eine Entzündung der Gallenblase oder entzündete Divertikel o.ä. Wenn wirklich eine Peritonitis vorliegen würde, dann wären deine Entzündungswerte auch erhöht. Bei mir ist damals das CRP regelrecht "explodiert".

Kann es denn vielleicht sein, dass du dich jetzt sehr auf deinen Bauch konzentrierst und da sehr in dich hineinhorchst?

Eventuell hast du auch Verwachsungen im Bauch. Dieses Problem bestand bei mir nach der Bauchfellentzündung. Durch die schwere Entzündung kam es in der Folge mehrfach zu massiven Verwachsungen, die auch mehrfach operativ entfernt werden mussten. Durch diese Verwachsungen hatte ich z.B. auch starke bis stärkste Bauchschmerzen (war sogar 5 Wochen in Schmerztherapie). Auch wenn manche meinen, Verwachsungen können solche Schmerzen nicht auslösen, hat meine Erfahrung jedoch gezeigt, dass es doch geht. Denn als die Verwachsungen beseitigt und gelöst waren, waren auch die Schmerzen weg. Vielleicht solltest du mal in diese Richtung denken. Allerdings kann man da (außer OP) leider nicht viel dran machen.

Alles Gute! Lexi

Kommentar von walesca ,

Allerdings kann man da (außer OP) leider nicht viel dran machen.

Doch man kann!! Mit Osteopathie oder Faszien-Behandlungen. Dazu hier ein Tipp von mir (besonders Punkt 2b).

Manuelle Therapie oder Osteopathie?  Wo ist da der Unterschied?

1) Manuelle Therapie Dies ist eine Zusatzausbildung fürPhysiotherapeuten. Es zielt darauf ab, Blockaden und Bewegungseinschränkungenim Bereich des knöchernen Bewegungsapparates (Wirbel und Gelenke) zu lösen. Sowerden z.B. die Wirbel und Gelenke wieder mobilisiert. Manche Physiotherapeutenergänzen diese Therapie dann noch mit einer Lockerungsmassage der umliegendenMuskulatur. Diese Manuelle Therapie ist eine von den Krankenkassen anerkannteTherapieform, deren Kosten auch mit ärztlicher Verordnung übernommen werden.

2) Osteopathie Die Osteopathie ist eine darauf aufbauende,aber noch sehr viel weiter gehende Therapieform (und Ausbildung). Sie teiltsich in weitere 3 Bereiche auf, die sich aber alle ergänzen. Diese Therapie hatsich erst in den letzten 5-10 Jahren bei uns durchgesetzt und wird daher(leider!) noch nicht von den Krankenkassen als ebenso wirksam anerkannt!

a) osteoartikulärer Bereich Hier wird die Mobilisation derWirbel und Gelenke untersucht und behandelt, unter der Berücksichtigung derweiteren Zusammenhänge mit den Muskeln und Nerven. So können Blockaden in derHalswirbelsäule z.B. Auswirkungen in den Armen oder Händen haben (undumgekehrt!).

b) visceraler Bereich Hier werden die Zusammenhänge vonOrganen und Gewebestrukturen untereinander oder mit der Wirbelsäuleberücksichtigt. Viele Organe und Gewebe stehen durch netzartige Bindegewebe(Faszien) miteinander in Verbindung. Ist ein Teil davon verspannt, so wirktsich das auch „am anderen Ende“ negativ aus. So kann z.B. eine Lungenkrankheit zu Rückenschmerzen in der Brustwirbelsäule führen. Oder Verwachsungen am Darm machen sich am Zwerchfell bemerkbar. Auch diese Wechselwirkungen können mit derOsteopathie festgestellt und sehr gut und positiv beeinflusst werden.

c) cranio-sacraler Bereich Hier wird der physiologischeZusammenhang zwischen dem Schädel und dem Kreuzbein berücksichtigt. Diese wirddurch eine der Hirnhäute (Dura Mater) dargestellt. Dieses System hat eine rhythmische,unwillkürliche Beweglichkeit und es kann auch hier zu Beweglichkeitsstörungenkommen. Z.B. durch Verletzungen oder Operationen, Störungen im Augen- oderHNO-Bereich, bei Kiefergelenkbehandlungen oder durch Wachstums-Asymmetrien odergeburtsbedingte Verformung des Schädels bei Säuglingen. Mit der osteopathischenBehandlung werden hier Dysbalancen am/im Kopf behandelt und sehr günstigbeeinflusst, die z.B. zu Kopfschmerzen, Schwindel, Hörsturz, Tinnitus oder auchzu akuten und chronischen Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen führen können.

Baldige Besserung wünscht walesca

Kommentar von Sandy46 ,

@ Walesca: Das hört sich alles sehr schlüssig an. Wenn ich um eine OP herumkomme, wäre das super. Vielen Dank für deinen Kommentar :)

Kommentar von Lexi77 ,

@Walesca: manchmal kann Osteopathie u.ä. sicher helfen, aber nicht in allen Fällen. Nach meiner ersten Verwachsungs-OP hat mein Osteopath gleich nach eineinhalb Wochen mit der entsprechenden Behandlung begonnen und das haben wir auch regelmäßig fortgeführt. Dennoch sind die Verwachsungen wieder gekommen und das sogar schlimmer als vorher, so dass ich stärkste Schmerzmittel in hoher Dosierung brauchte. Sogar sämtliche verschiedenen Therapieversuche in der 5wöchigen stationären Schmerztherapie waren erfolglos, so dass letztendlich nur noch eine OP helfen konnte. Danach war ich dann endlich nach 9 Monaten schmerzfrei. Osteopathie hilft also leider nicht immer.

@sandy: leider kann man Verwachsungen in der Regel nicht per Bildgebung diagnostizieren. 

Kommentar von Sandy46 ,

@ Lexi: Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Bei mir war das auch so mit der 4-Quadranten-Peritonitis. Hoffentlich muss das bei mir nicht sein mit der OP. Wie werden die Verwachsungen denn festgestellt? CT oder MRT?

Antwort
von Nic129, 196

Wenn Leukozyten, CRP und Blutsenkung unauffällig waren, ist an eine Entzündung eigentlich nicht zu denken. Inwieweit eine erneute Laboruntersuchung (oder ergänzende Untersuchungen) erforderlich sind, müssen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt klären. Eine Peritonitis kommt jedenfalls nicht in Betracht.

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