Frage von Rubinie, 3

Bis zu welchem Alter können psychisch Kranke betreut werden?

Der Sohn eines befreundeten Ehepaares, er ist 23, schafft es nicht, alleine zu leben oder sein Leben in den Griff zu bekommen. Er lässt seine Wohnung vergammeln, geht nicht oder nur sehr sehr unregelmäßig zur Arbeit und so weiter. Das Amt hat ihm wohl angeboten, er könnte in einer Gruppe leben, die von einem Therapeuten betreut wird. Er will aber nicht so recht. Bis zu welchem Alter geht das? Hat er also noch die Möglichkeit, später so etwas in Anspruch zu nehmen?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von walesca, 2

Hallo Rubinie!

Da gibt es ggf. noch eine andere Möglichkeit, die der Sohn vielleicht eher annehmen kann. Die Diakonie oder Caritas bieten auch das "Betreute Wohnen" an. Da kann er in seiner eigenen Wohnung leben, wird aber sehr engmaschig besucht und betreut. Die dort tätigen Sozialarbeiter unterstützen ihn in allen Angelegenheiten, die zu einem selbständigen Leben gehören. Auch diese Kosten werden i.d.R. vom Amt übernommen. Fragen Sie doch einfach mal in so einer Beratungsstelle der Hilfsorganisationen nach! Eine gute Freundin von mir wird schon seit vielen Jahren so begleitet und wir haben nur gute Erfahrungen damit gemacht.

Alles Gute wünscht walesca

Kommentar von walesca ,

Ganz herzlichen Dank für das Sternchen! Es freut mich, dass ich weiterhelfen konnte.LG

Antwort
von coach24105, 2

Ja, diese Möglichkeit besteht auch später noch - je nach Erkrankung und Symptomen lebenslang. Wenn das Amt ihm diese Möglichkeit anbietet (die das Amt bezahlen muss und die viel Geld kostet), ist das durchaus ein Zeichen dafür, dass die Symptome eher schwerer sind und es wohl schon Aufenthalte in der Psychiatrie gab.

Es wäre allerdings sinnvoll, baldmöglichst damit anzufangen. Für mich klingt es nach einer eher "abhängigen" Persönlichkeitsentwicklung und einer Problematik bei der Ablösung / dem Selbstständigwerden. Wenn da noch Jahre verstreichen, bis das Erwachsenwerden sanft unterstützt wird, die Autonomie adäquat gefördert wird, verliert der junge Mann ja auch Lebensjahre. Entwicklungsjahre, die dann fehlen.

Alternativ wäre eine ambulante (eher tiefenpsychologische) Psychotherapie auch geeignet, ihn langsam ins Leben zu begleiten. Aber auch das nur bei Einsicht und Motivation und entsprechender Symptomatik (was ich so nicht beurteilen kann).

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