Frage von sonne123, 109

Bettlägerig - was ist wenn ein Besuch beim Facharzt notwendig wird?

Hallo ihr Lieben,

meine Mutter ist 82 und ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend, so das ich mir Gedanken mache, wie es sein wird, wenn wirklich mal ein Facharzt Besuch bei Bettlägerigkeit z.B. beim Zahnarzt, Kardiologen, HNO usw. notwendig sein sollte.Beim Hausarzt gehe ich für sie hin, weil sie keine Treppen mehr steigen kann. Habe es aber seit gestern so geregelt, das er einmal im Monat zum Hausbesuch kommt. Auch einen Facharzt zu finden, der Barrierefrei seine Praxis hat, ist schon ein großes Problem. Solange die Füsse einen tragen, ist alles gut, man denkt nicht daran das eine simple Treppe zu einem großen Hindernis werden kann. Wie habt ihr das geregelt? Welche Hilfen kann ich da in Anspruch nehmen? Gibt es überhaupt welche oder muss derjenige es quasi aushalten? Ich danke euch.

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nelly1433, 65

Es gibt auch Fachärzte, die Hausbesuche machen, sofern keine großen 'Gerätschafen' notwendig sind. Ich weiß, dass z.B. Zahnärzte und Gynäkologen auch in Pflegeheimen behandeln.

Im Bedarfsfall würde ich mich beim Hausarzt erkundigen, ob er einen Facharzt kennt, der Hausbesuche macht.

Ansonsten kann der behandelnde Arzt einen Transportschein ausstellen. Wenn der Transportschein vorliegt, allerdings unbedingt noch bei der Krankenkasse nachfragen, ob die wirklich zahlen. Bei Pflegestufe 1 z.B. übernimmt die Krankenkasse (zumindest die AOK) die Kosten trotz Transportschein nicht.

Kommentar von sonne123 ,

Danke auch dir Nelly :-) Das stimmt, das bei PS1 ein Transportschein nicht genehmigt wird. Erst ab der zwei...meine Mutter musste dringend zum Urologen und habe dann beim HA angefragt, ob es möglich wäre einen Schein für Taxi zu erhalten. Wurde natürlich von ihm abgelehnt mit oben genannter Begründung. Nicht schön, aber er konnte auch nicht anders. Der Pflegedienst ist dann eingesprungen. Lieber Gruß

Kommentar von Nelly1433 ,

danke für den Stern :-))

Antwort
von dinska, 77

Hallo,

ich habe meine Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt. Die Zusammenarbeit mit dem Hausarzt ist das A und O. Wenn etwas ist, ihn anrufen und er kommt zum Hausbesuch und veranlasst alles weitere. Das war zumindestens bei meiner Mutter so.

Meine Schwiegermutter hatte einen Notfallknopf, da war man sofort mit einem medizinischen Dienst verbunden, der dann einen Krankenwagen schickte und Notfallärzte.

Einmal habe ich ihn betätigt, mir war sie beim Haareschneiden abgekippt. Innerhalb 10 Minuten war ein Notfallwagen da. Sowas ist eine große Hilfe und man braucht sich später keine Vorwürfe zu machen.

Es ist eine sehr schwierige Zeit und ich wünsche dir viel Kraft.

Denke trotz allem auch ab und an an dich und gönne dir mal was Gutes. Da hält man besser durch!

Liebe Grüße

Kommentar von sonne123 ,

Danke dir ganz lieb Dinska. Einen Notfall Knopf hat sie seit ca einem Jahr. Aber was nützt dieser, wenn er nicht ständig bei sich getragen wird. So wie Anfang diesen Jahres... Morgens um 6 klingelt das Telefon. Meine Mutter dran, sie ist gestürzt und kommt nicht wieder hoch. Bin dann im Eiltempo rüber. Leider hatte ich nicht die Kraft sie zu heben. Gott sei Dank war es Samstag, mein Mann zu Hause, so das ich dann wieder nach Hause bin und meinen Mann weckte. Er hatte von dem gar nichts mitbekommen. Zu Zweit haben wir es geschafft. Nun habe ich mit dem Pflegedienst abgesprochen, dass ich mich im erneuten Fall an sie wenden kann, um Hilfe zu erhalten. Ich schaffe es nicht alleine.So ist das wenn der Knopf in Form einer Kette, auf dem Tisch liegt, nicht erreichbar ist, das Festnetztelefon ebenfalls. Aber als hätte ich eine Vorahnung gehabt, haben wir ihr ein paar Tage zuvor ein Handy gekauft, um auch bei Stromausfall zu telefonieren. Dieses Handy war ihre Rettung, sonst hätte sie liegen müssen bis ich oder der Pflegedienst gekommen wäre. Jetzt hat sie ein Armband. Aber nachts trägt sie diesen nicht. Sie könnte ja versehentlich auf den Knopf kommen...jedoch hat er auf den Nachtschrank einen Platz.

Ich hatte mit aller Macht versucht sie aus dieser misslichen Lage zu befreien. Es ging einfach nicht. Ich brauchte Hilfe. Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Nichts gebrochen. Nur schmerzende Schulter und Knie sowie einige Hämatome. 

Kommentar von dinska ,

Meine Schwiegermutter hatte den Knopf immer um den Hals hängen, aber du hast schon Recht, sie selber drücken ihn kaum. Für mich war er aber eine echte Hilfe, denn man ist dann immer mit der richtigen Stelle verbunden.

Was du beschreibst, kenne ich auch. Meine Mutter lag mit dem Kopf unter dem Schrank und ich brachte sie nicht drunter vor. Zum Glück konnte auch hier mein Mann helfen.

Wie gesagt, es ist eine sehr schwierige und anstrengende Zeit, aber als meine Mutter dann gestorben war, fiel ich erst richtig in ein tiefes Loch. Diese Entgültigkeit,  du kannst nie wieder hat mich schwer belastet. Ich habe fast ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mich wieder aufgerappelt habe.

Der Pflegedienst war 3 mal täglich da, anders hätte ich es gar nicht geschafft, denn ich musste ja auch noch arbeiten. Natürlich haben wir zugezahlt, aber es war notwendig und ich konnte mich zusätzlich um sie kümmern.

Antwort
von Winherby, 59

In der Zeit, wo mein alter Herr bettlägerig war kam immer unser Hausarzt regelmäßig und schaute nach dem Rechten bei ihm. Wenn eine sehr wichtige Untersuchung nötig war, die nicht im heimischen Bett durchgeführt werden konnte, dann rief der Hausarzt im nächstgelegenen Krankenhaus an. Bald danach kam ein Krankentransportauto, dort hinein wurde Vaddern verfrachtet. Durfte er dann nach der Untersuchung heim, dann wurde er auch wieder vom Krankenauto gebracht. Einmal wurde er stationär aufgenommen, bei der Entlassung wurde er nur mit dem Rolli bis zu meinem Wagen gebracht und auf den Sitz gehievt. Daheim hob ich ihn auf seinen Rolli.

Bei der KK hat meine Mutter vorher nie angerufen, auch nicht bei der Pflegeversicherung. 

Ich bin überzeugt, wenn der Hausarzt einen Krankentransport veranlasst, dann geht das automatisch über die KK, da wird das als Notfall aus gesundheitlichen Gründen gewertet. Außerdem wäre da nie die Zeit gewesen, die KK erst noch groß um Zustimmung zu bitten.

Wenn der nötige Facharzt keine barrierefreie Praxis besitzt, dann müssen die Transportsanitäter den Patienten auf der Trage über diese Barriere dorthin tragen, wohin er muss. Das habe ich selbst mal in einer Praxis beobachtet.

Für daheim haben wir jetzt eine barrierefreie Dusche für meine Mutter (90Jahre + 6 Hüftgel.-OPs+ Pflegestufe 1) beantragt und genehmigt bekommen. Der Klempner kommt bald und beginnt mit dem Umbau. Die Kosten werden einmalig bis zu 4000€ von der KK übernommen. Auch sind andere Umbauten zwecks Barrierefreiheit bezuschussungsfähig. Welche Art von Umbauten/Hilfsmitteln  bezuschusst wird, hängt von der Erkrankung/Behinderung ab. 

Für die Höhe der Kostenübernahme kommt es, - soweit ich das richtig aufgefasst habe -, auf die Höhe der Pflegestufe in der Pflegeversicherung an, obwohl die KK den Umbau bezuschusst. Wobei ich mich gerade frage, ob einmalig, einmalig im Leben, oder einmalig im Jahr bedeutet. 

Aber das ist ja jetzt erstmal egal, wollte nur ausdrücken, dass auch in dieser Art Hilfe möglich ist.

Alles Gute Dir und Deinem Rücken, natürlich auch für Deine Mutter alles Gute, Herbert

Kommentar von sonne123 ,

Danke Herbert für deine ausführliche Antwort. Gut zu wissen, das es dann Möglichkeiten gibt einen Transport abzusichern. Man hofft ja immer, das es nicht soweit kommt, aber ausschließen kann man es auch nicht. Und gerade wenn die Nerven blank liegen ist guter Rat teuer. Bisher habe ich immer alles geregelt bekommen, auch wenn dies manchmal etliche Telefonate bedeutet. Leider greift so ein Transport Schein erst ab PS2. Aber wenn wirklich Bettlägerigkeit vorliegt, kommt meiner Meinung eine höhere PS zum Ansatz. Momentan hat sie noch die 1 seit 2012.

Kosten für den Umbau des Bades hatten wir schon vor 2 Jahren oder so beantragt. Wurde auch genehmigt.Allerdings war es damals noch weniger 2500€ . 4000€ sind es wohl erst seit dem neuen Pflegegesetz Anfang diesen Jahres. Leider ist es dabei geblieben. Bisher geht es noch so. Sie hat einen Wannenlift. Dusche wäre natürlich besser. Ich weiss nicht,ob wir das ganze noch mal neu aufrollen,weil ja jetzt der Betrag höher ist. Fraglich nur ob es genehmigt wird ein zweites Mal.

Danke für die guten Wünsche. Meinen Rücken geht es einigermaßen. Heute ist der erste Tag, wo ich keine Tablette mehr nahm. 2,5Wochen muss ausreichen. Es tut zwar noch weh, aber kein Vergleich zum Anfang. Also es wird langsam besser. DH

Kommentar von Winherby ,

Hast Du meine letzte PN gelesen? LG

Kommentar von sonne123 ,

Habe ich gelesen. Bin nur noch  nicht zum Antworten gekommen. Folgt noch :-)

Antwort
von mariontheresa, 19

Mein Mann hat nach einem Schlaganfall seit 13 Jahren Pflegestufe 2. Da er zunehmend dement wird, habe ich einen Hausnotruf wenn er hinfällt. Bei Veletzungen, die bluten, immer die Notrufnummer 112. Die schicken einen Krankenwagen (und eventuell eien Notarzt) und fahren ihn in die Ambulanz des Krankenhauses. Wird er nicht stationär aufgenommen, bringt in der Krankentransport auch wieder zurück. Bezahlt die Krankenkasse.

Bei Transporten in eine Praxis kann dort ein Transportschein ausgestellt werden (seit neuestem auch beim Zahnarzt). Ruf mal bei der Krankenkasse an und frage, ob sie es in deinem Fall genehmigen. Normalerweise ab Pflegestufe 2 oder wenn im Behindertenausweis AG (aussergewöhnlich gehbehindert) oder Bl (blind) steht.

Antwort
von kreuzkampus, 61

Schlimmstenfalls ist ein Transport mit dem Krankenwagen (sitzend/liegend) zu einem Facharzt oder in eine (Poli-)Klinik erforderlich. Eine Lösung gibt's immer. Der Hausarzt oder die Krankenkasse wird Dich dazu beraten.

Kommentar von sonne123 ,

Danke dir Kreuzkampus. Also müsste das dann durch dem Hausarzt mit einem Transport schein geregelt werden. Ich denke, das ich eventuell vorher das OK der KK einholen muss oder? Bisher waren die Erfahrungen nicht die Besten, zumindest was die Pflegekasse betrifft. Viel telefonieren und eine zufriedene Antwort erhält man nicht. 

Kommentar von kreuzkampus ,

Hausarzt: Beratung und, bei Bedarf, Transportschein; Krankenkasse: Beratung, falls der Arzt mal Urlaub hat. Eine Genehmigung der KK ist nur bei unklaren Situationen erforderlich. Darüber würde ich aber jetzt nicht nachdenken.

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