Frage von FrlMenke, 169

Welche Behandlungsmöglichkeiten empfehlen sich für fortgeschrittene Sprunggelenksarthrose?

Bei mir wurde kürzlich eine fortgeschrittene Sprunggelenksarthrose diagnostiziert. Der erste Orthopäde riet mir zur Versteifung. Der Zweite zu einem Gelenkersatz. Eine dirtte Meinung steht noch aus.

Ich kann mich mit den Empfehlungen nicht abfinden und möchte es zunächst mit konservativen Behandlungen probieren eine Op so weit wie möglich hinaus zu schieben. Momentan fühle ich mich noch zu jung und zu aktiv dafür. Ich mache noch viel Sport und nehme auch noch keine Schmerzmittel. Ich habe den Eindruck die Ärzte wundern sich dass ich noch so gut laufen kann nachdem sie mein MRT und meine Röntgenbilder gesehen haben. Raten tun sie einem jedoch nichts und nun bin ich selbst auf der Suche nach alternativen und konservativen Behandlungsmöglichkeiten.

Ich denke über eine akut- stationäre Schmerztherapie nach. Macht diese noch Sinn und ginge das überhaupt? Eine Arthrose ist ja eigentlich nicht akut ... Ich bin so unsicher aber ich denke das wäre ein guter Ansatz für mich ...

Wer kann mir etwas raten und/ oder empfehlen ...

Antwort
von StephanZehnt, 110

Hallo Fr. Menke,

ich habe nur die Aussage fortgeschrittene Sprunggelenksarthrose und Der erste Orthopäde riet mir zur Versteifung. Der Zweite zu einem Gelenkersatz.

Das heisst auf Deutsch der Spielraum den Du hast ist nur minimal.

Wenn der Gelenkknorpel so gut wie aufgebraucht ist kommt es zum Knochenkontakt.ja und dann versteift sich das Gelenk unter Schmerzen von ganz allein. Deine Hoffnung ja ich mache da eine Schmerztherapie und dann wird es noch eine Weile gehen ist etwas trügerisch.

Ich weis nicht ob Du nun den Fussspezialist hast der Dir nun als Dritter sagt was geht oder nicht. Es gibt einen Focusliste Spezialisten auf gewissen Gebieten

Oder dies hier ich weis nicht ob Du da schon ..?

http://www.gesellschaft-fuer-fusschirurgie.de/fuer-patienten/arztsuche.html

Ja und allgemein zu Deinem Thema

http://gelenk-klinik.de/orthopaedische-erkrankung/sprunggelenk/arthrose-sprungge...

Du kannst selbst bei einer Versteifung noch Sport machen nur keinen Leistungssport mehr.

Bei einer Sprunggelenksprothese  10° Beweglichkeit in der Dorsalextension (Streckung von Fuss oder Zehen in Richtung Fussrücken)und 20° in der Plantarflexion (Beugung des Fusses / Zehen in Richtung Fusssohle).
genügen für alle alltäglichen Aufgaben des künstlichen Sprunggelenks.

physiopaed.de/n0ue.htm

Gruss Stephan

Kommentar von FrlMenke ,

Hallo Stephan, ich danke dir für deine Meinung. Ja, leider ist es bereits so, dass schon Knochenkontakt vorliegt, zumindest teilweise. Ich habe die Diagnose viel zu spät bekommen, leider, aber das ist eine andere Geschichte. Vielen Dank für die links. Ich werde mich intensiv damit beschäftigen. Mal schauen wie weit ich komme. Ich bin auf jeden Fall für jeden Rat und jede Info dankbar. Es gibt Vieles was mir absolut neu ist weil ich erst am Anfang stehe. Ich werde mir alles heraus was ich als wichtig erachte. Alles Gute für dich und LG

Antwort
von Winherby, 89

Alternative Therapien sind Cantharidenpflaster, Blutegel und Baunscheidtieren.

Das größte Hindernis für den zu erwartenden Erfolg, ist die erfolglose Suche nach einem Therapeuten, der wenigstens eine der genannten Behandlungsformen beherrscht und anbietet.

Ich kenne etliche Patienten mit heftigen Arthrosebeschwerden an Knie, Schulter und Ellenbogen, die alle mit dem Cantharidenpflaster beste Erfolge hatten. Das Baunscheidtieren basiert auf der gleichen Idee des Ausleitens, ist aber eine recht sanfte Form, die sicher häufiger wiederholt werden müsste, bevor sich ein klarer Erfolg einstellt. Am leichtesten dürfte ein Therapeut für die Blutegel zu finden sein. Bei deren Anwendung werden natürliche Säuren appliziert, die die Arthrose begleitende Entzündung heilen.Lies Dich im Net durch die versch. Seiten, da gibt es reichlich Material.

Alle drei Methoden sind alternative Heilmethoden, diese werden von Heilpraktikern oder auch von Naturheilärzten durchgeführt. Die ges. Krankenkassen übernehmen die (rel. geringen) Kosten leider nicht. Die Privatkrankenversicherer sind da großzügiger. 

Allerdings rate ich Dir auch zum Verzicht auf Sport, natürlich nur, wenn die Sprunggelenke dabei stark belastet sind. 

Zusätzlich rate ich Gelantine zu nehmen, auch wenn die üblichen Kritiker nichts davon halten. Ich kenne einige Patienten, die nehmen seit Jahren die ganz normale, preiswerte Haushaltsgelantine, und haben damit Erfolg. Ist allerdings eine Lebenslang-Therapie.

Aber das drohende Versteifen ist auch lebenslang, auch die Folgebeschwerden bei künstl. Gelenkersatz. LG

PS.: Wäre toll, wenn Du Dich mal meldest, falls Du eine der o.g. Therapien gemacht hast und uns berichtest.

Kommentar von FrlMenke ,

Hallo Winherby, vielen Dank für die vielen Tips. Um ehrlich zu sein ist mir das alles neu aber ich werde sicherlich darüber nachdenken und mich natürlich zunächst informieren. Ob ich mich jedoch zu allem überwinden kann weiss ich nicht .. Auf alle Fälle bin ich alternativen Möglichkeiten nicht generell abgeneigt und auch, in gewissen Maßen bereit, Kosten selbst zu übernehmen. Was bleibt einem auch sonst heutzutage übrig. Du hast recht wenn du sagst da größte Problem wird sein einen geeigneten und vor allem seriösen Heilpraktiker zu finden. Das hat mich schon viele Jahre von einer Behandlung abgehalten was andere Beschwerden betrifft. Leider gibt es ja in diesem Bereich sehr viele schwarze Schafe. Ich werde sehen ... Vielen Dank nochmal und LG

Kommentar von Winherby ,

HalloFrl. Menke,

ich habe hier mal nur drei alternative Therapien gennant, die für Dein Problem in Frage kämen. Ich wollte damit nicht sagen, dass alle drei Therapien gemacht werden sollen. Eine der drei würde wohl reichen, wobei der größte Erfolg vom Pflaster zu erwarten ist, es ist aber auch die "Rosskur" der drei Alternativen.

Das Baunscheidtieren kannst Du auch selber machen. Brauchst nur einen "Schnepper" kaufen, das ist ein finanzieller Aufwand von ca. 70 €. Das nötige Reizöl kann man sich ebenfalls selbst herstellen.

Prinzipiell kannst Du auch das Pflaster selbst anlegen, aber nur genau nach Anweisung anwenden. Für das Pflaster benötigst Du aber ein Rezept, damit ist das Pflaster in der Afra Hofapotheke in Augsburg bestellbar (der letzte Hersteller). 

Die Blutegel würdest Du aber bei jedem Heilpraktiker oder Naturheilarzt angelegt bekommen, da ist die Chance am größten. Da kann sogar ein unbegabter HP nicht viel falsch machen.

Eine weitere oft verkannte, aber oft sehr wirksame Methode ist das Schröpfen. Schröpfsets mit verschieden großen Saugglocken bekommt man in der Bucht schon für unter 30 €. 

Habe einer Schwägerin mit 2 X Schröpfen den fast unbeweglichen Halux Valgus wieder schmerzfrei und beweglich gemacht. Ärzte wollten das Großzehengelenk versteifen. Sie war bereits 5 x dran operiert worden. Soviel zum Schröpfen.

Wenn ein guter Physiotherapeut in Reichweite ist, dann sollte er das Gelenk mal eine Zeit lang tapen. Dabei meine ich aber nicht die bunten Kinesiotapes, sondern die Sporttapes mit nicht dehnbaren Klebestreifen. Auch dies kann das Gelenk durch die Stützwirkung positiv beeinflussen. Und, wie bereits geschrieben, solltest Du evtl. auch auf den Sport verzichten, es sei denn, Du machst da etwas, das die Füsse/Beine nicht belastet. Aber außer Schach fällt mir da grad nix ein. LG

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