Frage von moxnox, 52

Behandlungsfehler Ja oder Nein?

Hallo

Folgender Sachverhalt. Meine Mutter erlitt im Juli 13 einen Schlaganfall. Ihre wurde daraufhin ein Teil des Schädeldaches entfernt. In der Reha entwickelte sich ein Wasserkopf, der deutlich aus dem Schädel hervortrat. So könne man die avisierte Schädeldachplastik nicht vornehmen. Die einzige Möglichkeit wäre die Implantation eines VP-Shunts. Ich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl dabei. Die Ärzte aber blieben bei ihrer Meinung. Meine Frage, ob man nicht erstmal einen externen Schunt implantieren wolle und dann weitersehen, wurde verneint. Alternativen wurden uns nicht aufgezeigt. Nach der OP leerte sich die Hirnwasserzyste komplett. Daraufhin erfolgte ein nachregulieren des Ventils. Doch auch dann füllte sie sich nicht wieder. Der Shunt wurde komplett ausgestellt. Doch die Zyste füllte sich nicht wieder. Mittlerweile hatte sich der Shunt 2 Mal im Bauchraum gelockert, was 2 OPs nötig machte. Meine Mutter bekam einen Infekt und auf Verdacht Breitbandantibiotika. 2,5 Wochen nach der Shunt OP wurde sie mit 39° Fieber und deutlichen Infektanzeichen aus der Klinik in die Reha entlassen. Von dort aus schickte man sie natürlich sofort zurück in die Klinik. Mittlerweile bekam sie eine deutliche Rötung am Shuntverlauf, was für eine Shuntinfektion spricht. Nach 3 Wochen entschlossen sich die Ärzte schließlich, den Shunt wieder zu entfernen. Die Zyste füllte sich langsam wieder. Letztlich wurde einen Tag vor der Schädeldachplastik eine Lumbaldrainage gesetzt, die Plastik schließlich implantiert und die Drainage wieder entfernt. Heute geht es meiner gut damit.

Zusammenfassend zu Teil 1: 4 Wochen Krankenhausaufenthalt und Unterbrechung der Reha. 4 unnötige Operationen, davon 2 Hirn OP`s. Eine Infektion die anscheinend vom Shunt ausgelöst wurde, aber tagelang nicht als solche erkannt wurde.

Teil 2:

Vor 4 Wochen Einlieferung ins Krankenhaus mit unklaren Beschwerden im Unterbauch. Meine Mutter erbrach sich in der Notaufnahme. Glücklicherweise war ich vor Ort, denn als sie sich ein zweites Mal erbrach, war weder eine Schwester noch ein Arzt im Raum. Sie hatte auch keine Klingel. Da meine Mutter aufgrund des Schlaganfalls halbseitig gelähmt ist, konnte sie sich auch nicht allein auf die Seite drehen. Sie drohte zu ersticken. Nur durch einen glücklichen Umstand sah ich zu genau diesem Zeitpunkt in den Raum und konnte sie auf die Seite drehen. Jedenfalls war die Diagnose "unterer Harnwegsinfekt". Geröntgt wurde nicht. Sie wurde auf Station verlegt. Man muß dazu sagen, dass meine Mutter durch den Schlaganfall auch an einer lobalen Aphasie leidet. Sie kann sich nicht verständlich machen. Jedenfalls wurden Antibiotika gegeben. Ohne Erfolg. Sie fieberte immer wieder auf und die Schmerzen im Unterbauch wurden nicht besser. Das Ganze ging 5 Tage so. Schließlich wurde ein CT veranlaßt, mit dem Ergebnis, dass es sich um einen blockierenden Nierenstein handelte.

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Antwort
von GeraldF, 21

Das ist ein bedauernswerter und komplikationsreicher Verlauf.

In wie weit hier Fahrlässigkeit auf ärztlicher Seite vorliegt, lässt sich ohne genaue Kenntnis der klinischen Befunde, wie sie sich zum Zeitpunkt der jeweiligen Entscheidungsfindung präsentiert haben, nicht beantworten. In der retrospektiven Aufarbeitung neigt man leicht dazu, die eingetretenen Komplikationen als Kette von fehlerhaften Entscheidungen zu bewerten.

Bewertet werden muss, ob der betreffende Arzt in der vorliegenden Enscheidungssituation vor dem Hintergrund des Zustandes und der aktuellen Befunde lege artis gehandelt hat. Hier spielen aktuelle Leitlinien, aber auch andere Lehrmeinungen, sowie in begrenztem Umfang auch die ärztliche Therapiefreiheit eine Rolle. Darüber hinaus wird auch das organisatorische Verhalten wie Aufklärungspflicht bewertet.

Nehmen wir Ihre Bedenken bezüglich der Lyse versus Carotisstent oder Thrombektomie in der Akuttherapie des Schlaganfalls als Beispiel. Sie haben das klinische Bild zum Zeitpunkt der notfallmäßigen Einweisung nicht beschrieben, aber man muss davon ausgehen, dass ein deutliches neurologisches Defizit vorgelegen haben muss (NIHSS 5-25 Punkte). Sie bewerten das Vorgehen retrospektiv in Kenntnis des Thrombusbefundes, der in aller Regel bei der Entscheidungsfindung zur Lyse gar nicht vorliegt, bzw. nicht vorliegen muss (viele Zentren führen in der Akutphase eine orientierende Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße durch, aber die Leitlinie zur Akuttherapie des Schlaganfalls sieht diesen diagnostischen Schritt nicht vor - time is brain).

Eine Wiederherstellung der Carotisstrombahn ändert an dem bestehenden klinischen Bild ja nur dann etwas, wenn die Minderperfusion durch diese Verengung Ursache der Symptomatik ist. Das ist aber statistisch selten der Fall. Viel häufiger ist eine arterioarterielle Embolie. Ein Stückchen des großen Thrombus in der A. carotis löst sich und verschließt ein distaleres nachgeschaltetes Hirngefäß. Hier ändert sich nichts am klinischen zustand, wenn Sie die Carotis "aufmachen". Zur Differenzierung dieser beiden Situationen brauchen Sie eine (CT)-Angiografie, für die sie eigentlich keine Zeit haben.

Selbst wenn der Befund frühzeitig bekannt ist, so stellt die Verbringung eines akuten Schlaganfallpatienten mit hochgradiger Carotisstenose eine extrem hohe logistische Anforderung an eine Klinik dar. Man entscheidet sich ja quasi gegen die etablierte Therapie der rasch verfügbaren Lyse (sofern noch im Zeitfenster) für einen Eingriff mit einem hohen Zeitdruck: Die Carotis-OP oder Stentimplantation sollte innerhalb von 6 Stunden nach Beginn der Symptomatik durchgeführt werden. Völlig offen ist hier der Ausgang für Ihre Mutter, hätte man eine Verlegung zu diesem Eingriff angestrebt. Auch hier sind Komplikationen und fatale Verläufe möglich und Sie hätte vielleicht retrospektiv gefragt, ob man nicht hätte einfach lysieren sollen (wie es die Leitlinie bei entsprechender Konstellation vorsieht).

Antwort
von moxnox, 35

Teil 2

Am selben Tag noch, nachdem sie hyperventilierte, auffieberte und ständig Extrasystolen hatte, wurde sie in ein anderes Klinikum gebracht, wo sie sofort intensivmedizinisch behandelt wurde, da sie bereits eine Urosepsis hatte. Glücklicherweise, die Letalität bei einer Urosepsis liegt bei 30-40%, hat sie das Ganze relativ gut überstanden. Mehr als ärgerlich ist, dass sie 5! Tage auf einen Harnwegsinfekt behandelt wurde und die Nieren nicht kontrolliert wurden. Sonst hätte man die Sepsis gut verhindern können. Eine gründliche Diagnostik ist nach meinem Empfinden bei Menschen, die sich nicht mehr verständlich machen können aber unbedingt notwendig.

Insgesamt hatte meine Mutter einen komplikationsreichen Verlauf. Es gibt noch andere Dinge, die mir sauer aufstossen. Beispielsweise wurde ihr Schlaganfall mit einer Lyse behandelt. Meine Mutter hatte aber einen großen Thrombus in der Carotis interna. Eine Lyse ist bei Thromben über 6 mm wirkungslos. Deswegen stelle ich mir die Frage, ob eine Verlegung in eine andere Klinik und eine Thrombektomie nicht das Mittel der Wahl gewesen wäre. Genauso setzte die Antikoagulation nach der Schädeldachplastik OP für volle 14 Tage, woraufhin sie eine tiefe Beinvenenthrombose bekam. Im Verlegungsbrief des Klinikums an die Rehaeinrichtung stand aber, dass die Antikoagulation nach dem 7. postoperativen Tag fortgesetzt werden solle.

Meine Mutter hat also nur mit viel Glück bis heute überhaupt überlebt. Dem hervorragenden ärztlichen Können auf der einen Seite, steht in meinen Augen ein ärtzliches Versagen auf der anderen Seite gegenüber.

Ich hatte schon nach der Shunt-Geschichte überlegt, ein kassenärztliches Gutachten anfertigen zu lassen. Den Gedanken habe ich aber wieder verworfen. Die neue Geschichte mit der Urosepsis macht mich allerdings so wütend, dass ich jetzt doch gerne eines anfertigen lassen würde, mit Hauptaugenmerk auf die beiden oben geschilderten Zwischenfälle.

Meine Frage ist nun: Handelt es sich dabei wirklich um Kunstfehler oder ist das einfach nur Pech? Lohnt sich die Beauftragung eines Gutachters? Wer hat damit Erfahrung?

Danke für das Lesen des doch recht umfangreichen Beitrags und für eventuelle Antworten.

Kommentar von pferdezahn ,

Fuer die Aerzte waren diese Operationen nicht umsonst, denn sie haben viel Geld eingebracht. Deutschland ist Weltmeister im Operieren. Google nur Mal danach, wieviel Personen mit kuenstlichen Gelenken herumlaufen, die gar nicht noetig gewesen waeren.

Kommentar von evistie ,

@pferdezahn, könntest Du Dir vielleicht das eine oder andere Klischee verkneifen? Zumal diese ständigen Klischees, gerade auch bei dieser Fragestellung, überflüssig sind wie ein Kropf. :o/

Kommentar von pferdezahn ,

Wenn der Kropf ueberfluessig waere, dann haetten wir keinen. Aber Du koenntest dich auch Mal ein bisschen schlau machen, ueber unnuetzige Operationen.

Kommentar von pferdezahn ,
Kommentar von evistie ,

@pferdezahn: ich BIN schlau! Trotzdem klecker ich nicht überall meinen Senf hin. :o)

Kommentar von pferdezahn ,

Doch das tust Du, wie gerade soeben. Aber mit Senf, das muesstest Du doch wissen, schmeckt es besser.

Kommentar von Nic129 ,

Sicher, uns geht es ums Geld. Wir haben ja keine anderen Sorgen. Vielleicht schon einmal darüber nachgedacht, an wen das Geld fließt, wenn es keine Privatpatienten-Behandlung war?! Wir, vor allem aber die Assistenzärzte, sehen von dem Geld nichts.

Aber Sie, Sie wissen es natürlich. Weil Sie mit dem Unternehmen "Krankenhaus" auch besonders viel am Hut haben. Würden Sie in der Abrechnung arbeiten oder bei einer Krankenkasse, dann könnte man manche Aussagen nachvollziehen.

Die Presse, besonders gute Quelle. Die Presse dreht sich ihren Schmutz so zurecht, wie es ihnen passt. Wenn es dann eine ordentliche Quelle gibt, dann sind es Studien mit 100-500 Patienten.. Wow, wie aussagekräftig. Solche Studien sind für die Mülltonne.

Wenn es danach ginge, müssten alle Orthopäden schon Millionäre sein. Sind sie es? Nein. Um noch einen oben drauf zu setzen - es ist jetzt wirklich nicht böse gemeint:

An einem Hüft- oder Knie-TEP eines Kassenpatienten verdient das Haus so gut wie nichts. In die Kostengruppe fallen durchaus viele andere Operationen ebenfalls rein. Also ein vollkommen weit hergeholte Geschichte.

Nur eines stimmt:

Die o.g. Operationen an einem Privatpatienten, die bringen Geld ein.

Trotzdem legt man nicht jeden einfach so unter das Messer. Es ist einfach sinnfrei, was immer wieder in die Welt gesetzt wird. Ich finde ohnehin, die Beurteilung, ob ein Patient operiert werden muss oder nicht, sollen die Ärzte treffen und nicht irgendwelche dahergelaufenen, selbsternannten Spezialisten aus dem Internet. Schon gar nicht auf einer Plattform, von Leuten, die noch nicht einmal den Befund kennen.

Sorry...

Kommentar von pferdezahn ,

Sorry @Nic129, ich rede aus Erfahrungen von mir und auch einigen anderen Personen. Zu mir, ich litt unter Arthrose im linken Knie, und ging mit den Kernspin auf Empfehlung einiger Bekannten in ein Krankenhaus, indem Spezialisten waeren, die sich darauf verstehen wuerden und sehr gut waeren. Zuerst war ein Arzt anwesend, der die Kernspin studierte, aber auf einmal waren es drei Aerzte, und alle drei rieten mir zu einem kuenstlichen Kniegelenk, weil es da nichts mehr zu machen gaebe. Acht Tage spaeter erschien ich (auch durch Empfehlung) bei einem Sportmediziner, erzaehlte ihm meine Geschichte, worauf er nur den Kopf schuettelte und sagte: "Ja, die Geldhaie." Drei Tage spaeter bekam ich von ihm eine Arthroskopie gemacht, und das wars. Dies ist nun schon etwa, 15 Jahre her, und mein Knie ist tatelos in Ordnung, ohne ein kuenstliches Gelenk. Einen guten Freund von mir, pensonierter Polizist, wollten sie eine neue Huefte einsetzen und Gott sei Dank holte er sich eine zweite Meinung ein. Dies war vor ca. acht Jahren, und er ist nach einer mediz. Behandlung heute noch schmerzfrei und besucht dreimal in der Woche eine Muckibude. Es gibt auch in Buchhandlungen genug Literatur ueber unsinnige und ueberfluessige Operationen. Eines davon besitze ich, und da sagte ein ehemaliger Chirurg aus, dass sogar in einigen Krankenhaeuser Praemien bezahlt wuerden, ab einer bestimmten Zahl von Operationen. Also, so ganz abwegig sind diese Behauptungen und Berichte nicht.

Kommentar von evistie ,
Also, so ganz abwegig sind diese Behauptungen und Berichte nicht.

Nein. Aber, um nun mal endlich wieder die Kurve zu dem bedauernswerten Fragesteller zu kriegen: Was haben Deine, @pferdezahns, "Erfahrungen" mit der Frage zu tun, und wie hilfreich sind sie für den Fragesteller?!

Kommentar von Nic129 ,

Die Prämie, wenn Sie durchaus in einigen Häusern vorkommen, beziehen sich aber ausschließlich auf die Chefärzte der Abteilung. Die Kleinen (Assistenz- und Fachärzte) würden von diesem Kuchen kein Stück abbekommen. Deshalb ist es falsch, alle über einen Kamm zu scheren. Trotzdem sind Zielvereinbarungen keine gängige Praxis.

Ich würde mir für einen Apfel und Ei nicht die Mühe machen, jeden Patienten auf den Tisch zu legen. Es lohnt sich einfach nicht. Dann, wenn es erforderlich ist, ja. Ansonsten, nö. Es wäre mir a) zu aufwendig, b) hätte niemand etwas davon, c) nutzt es auch dem Haus von den Einnahmen nichts.

Sie vergessen immer noch ein kleines Detail. Sie dürfen nicht Kasse und Privat in einen Topf werfen! Kasse geht nach Pauschale, Privat nach individueller Abrechnung, da der Vertrag zwischen Patient und Arzt steht. Ergo: Einnahmen Privat > Kasse...

Zählen Sie 1+1 zusammen, dann kommen Sie schnell auf die Lösung, wo Ihre oben genannte These am Besten passen würde. Ich sage, WÜRDE , MUSS aber NICHT.

Antwort
von StephanZehnt, 18

Hallo moxnox,

es ist halt ein sehr schwieriges Thema, denn bei einem Prozess trägt zumeist der Patient (bzw. Angehörige) die Beweislast. Wie neutral wird ein Gutachten sein wenn ein Gutachter (Arzt) die Arbeit eines Kollegen begutachten soll. Dazu kommt das auch bei solchen schweren Fällen dei Fallpauschale eien Rolle spielt. So das nicht ganz so selten Patienten zu frühzeitig in die Rehaklinik geschickt werden.

Nun bevor ich mich an die Schlichtungsstelle wenden würde, würde ich mich einmal an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland wenden die es in einigen Großstädten gibt. Wenn man dann noch einige wichtige Kopien aus der Patientenakte hat noch besser. (Kopien kann man auf eigene Kosten (Kopierkosten) verlangen! Nun Gedankenprotokolle bringen in dem Fall wenig!

Eine weitere Frage in dem Zusammenhang ist wie geht es Deiner Mutter Heute. Hat sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert

http://www.medizinrecht-ratgeber.de/medizinrecht/prozess/

In der Regel kommt es zu Prozessen weil sich die Lage des Patienten deutlich verschlechtert hat. Ja und hohe Kosten dann fällig sind z.B. für die Pflege udgl..

Also wenn Du etwas vor hast würde ich mich schon vorher einmal schlau machen!

VG Stephan

Antwort
von Nic129, 13

Hallo moxnox,

der Aufwand einen Gutachter zu beziehen und anschließend ggf. vor Gericht zu gehen, lohnt sich nicht. Nicht nur wegen des Sachverhaltes, sondern es ist auch eine sehr kostspielige Angelegenheit. Für ein Familienmitglied hatte ich diesen Weg eingeschlagen. Am Ende ist man mit guten 8.000 - 10.000 Euro sehr gut bedient. Wenn es gut läuft - auch wenn sich das die meisten mal wieder nicht vorstellen können.

Wenn Sie dennoch den Weg einschlagen wollen, fragen Sie nicht auf einer solchen Plattform. Wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle der Ärztekammer. Dort wird der Sachverhalt kostenlos geprüft, Sie bekommen auch ein Schiedsurteil. Nur wenn dieses Schiedsurteil ein Fehlverhalten des Arztes nachweist, haben Sie auch vor Gericht Aussicht auf Erfolg. Würde seitens der Gutachter der Schlichtungsstelle ein Fehlverhalten verneint werden, dann würden Ihre Aussichten vor Gericht nicht gut sein, wir sprechen dann von ... vielleicht 1%?!

Ich denke vor allem für Sie wird das Beurteilen des Sachverhaltes schwer fallen. Leider bringen auch die besten Geschichten nichts. Gedankenprotokolle sind nicht aussagekräftig. Man müsste die gesamte Krankenakte einsehen - mit allen Befunden, allen Berichten und Briefen. Erst dann würde man entsprechend eine Schlussfolgerung ziehen können. Nicht aber zwischen Tür und Angel, wie es hier auf dieser Plattform wäre.

Wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle, dort sind Sie viel besser aufgehoben!

VIele Grüße

Kommentar von moxnox ,

Hallo nic129

Danke für die Antwort. Es geht mir aber dabei nicht um Geld. Vielmehr ist mein Vertrauen in die "Unfehlbarkeit" von Ärzten erschüttert. Ich will ganz einfach, dass die betreffenden Ärzte merken, dass es so nicht funktioniert. Als medizinischer Laie sehe ich die 4 Wochen VP-Shunt natürlich als überflüssig an. Genauso wie die Urosepsis. In meinen Augen sind das Behandlungsfehler. Aber ich bin mir eben nicht ganz sicher. Natürlich liegt es auch in unserem Interesse, Zeit und Kosten zu sparen. Deshalb habe ich die Frage vorab hier gestellt. Als Entscheidungshilfe. Aber sagen Sie: Wird die Schlichtungsstelle nicht erst aufgrund eines Gutachtens tätig?

Kommentar von Nic129 ,

Nein, die Schlichtungsstelle wird auf Wunsch des Patienten tätig. Es gibt eine Formularvorlage auf den Seiten der Ärztekammer. Dort schildern Sie das Ganze, entbinden alle an der Behandlung beteiligten Ärzte von der Schweigepflicht und die Unterlagen gehen der Schlichtungsstelle zu. Gutachter schauen den Behandlungsverlauf durch und bewerten. In der Regel folgt die Schlichtungsstelle dann der Ausführung des Gutachters.

Es ist klar das es Ihnen nicht um das Geld geht. Man sollte es nur mal erwähnt haben. Denn Sie sollten schon wissen, was alles auf Sie zukommen kann, wenn Sie einen bestimmten Weg einschlagen wollen. Beachten Sie bitte, es dauert sehr lange. Bei der Schlichtungsstelle kann die Bearbeitung und das Gutachten bis zu einem halben Jahr dauern. Aber deutlich kürzer, als rechtliche Schritte (~2 Jahre).

Aber um wirklich etwas sagen zu können, hatte ich oben schon geschrieben, muss man leider die Befunde kennen. Das ist auch nicht böse gemeint. Aber so kurze Protokolle - ich nenne es einfach mal so - sind leider nicht besonders aussagekräftig. Auf Basis der Befunde lässt sich das besser einordnen.

Grüße

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