Frage von turtlemania, 163

Beckenkamm- und Brustschmerzen

Hallo, Ihr Lieben! Ich habe seit vielen Jahren immer wieder mal starke Schmerzen in der LWS, und war wenn ich länger auf einem Fleck stehe oder langsam gehe. Wenn ich mich nach vorne beuge wird es nach und nach besser, aber es tut verdammt weh! Seit einer Nierenbeckenentzündung vor 5 Wochen werden die Schmerzen immer schlimmer....beide Beckenkämme schmerzen in Bewegung (wird dann etwas besser nach ner Zeit) und teilweise auch in Ruhe. Nachts ist es besonders schlimm, v.a. wenn ich auf dem Bauch liege und versuche mich aufzurichten. Morgens bin ich dann total verspannt und es dauert eine ganze Weile bis die Beschwerden etwas besser werden. Auch hatte ich in den letzten Wochen Schmerzen in der linken Brust, wenn ich mich leicht nach links neige oder auch in Ruhe. Nun ist dies aber dauerhaft. Am DI bin ich beim Osteopathen...auch mein linkes Sprunggelenk macht mir Probleme...ich habe immer wieder ganz plötzlich stechende Schmerzen und kann fast nicht mehr gehen...so schnell wie das kam, ist es dann auch wieder weg...das passiert mehrmals am Tag. Könnt Ihr mir bitte helfen??!!

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Winherby, 114

Hallo Turtelmania,

die im ersten Satz genannten Symptome weisen klar auf einen verkürzten Ilio-Psoas-Muskel hin.

Das ist ein doppelläufiger Muskel der es uns ermöglicht die Beine im Hüftgelenk zu beugen (Hüftbeugemuskel). Dieser verkürzte Iliopsoas verursacht die genannten Rückenbeschwerden in der Lendenwirbelsäule. Dort in der Nähe liegen auch die Nieren, diese sind oft im Verdacht bei solchen Problemen, meist zu Unrecht, -zum Glück.

Ein Strang dieses Doppelmuskels verläuft in der Nähe der Hüftkämme, daher sind auch diese Schmerzen erklärlich, zumal schmerzhafte Muskeln durch Bewegung meistens im Schmerz nachlassen. Auch dies passt also zu dem beschriebenen Schmerzbild. Auch der Schmerz beim Aufrichten aus der Bauchlage passt, denn in diesem Moment wird der Muskel etwas gedehnt. Dieses unbewusste Dehnen verursacht dann einen Zerrschmerz.

Da dieser Iliopsoas-Muskel an der LWS verankert ist, kann es sein, dass die LWS bereits zu stark lordosiert ist, der Laie nennt das dann Hohlkreuz. Dabei erfahren die Bandscheiben unnatürlichen, einseitigen Druck und verschieben sich schon mal um dem Druck auszuweichen. Dabei können sowohl die Nerven in der Cauda Equina gedrückt werden, als auch die Nervenwurzeln an den Foramina intervertebralis. Dies verursacht dann meist Störungen in irgendeiner der vielen Funktionen im Bein, oder es entstehen Schmerzen "unerklärlichen" Ursprungs, z.B. diese Schmerzen in DeinemSprunggelenk. Dies ist eine von mehreren Möglichkeiten. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Du eine Kompensationshaltung einnimmst und dabei das li. Bein stärker belastest. Auch könnte sich eine frühere Verletzung des Sprunggelenkes ( als Kind mal heftig umgeknickt ?!?! ) bemerkbar machen, je nach getragenem Schuh zum Beispiel, da gerade die Damenschuhe nicht immer im Ruf stehen, orthopädisch korrekt zu sein ;-))

Wenn die LWS nicht in der Korrekten Lordose steht, dann müssen die darüber befindlichen Wirbelsäulenanteile dies kompensieren, mit der Folge, dass auch diese nicht mehr in der korrekten Form sind. Logischerweise sind dann auch deren Bandscheiben gefährdet frühzeitig zu verschleissen. Dabei können Neuralgien entstehen, z.B. die Intercostalneuralgie, die Du dann als Brustschmerz empfindest. Ich wette, Du hast auch starke Beschwerden in der HWS, z.B. ausstrahlende Schmerzen in die Schulter oder in den Kopf. Es passt nämlich alles zusammen.

Ob meine Antwort Dir hilft weiß ich nun nicht, vielleicht habe ich Dir ja auch garnichts Neues erzählt. Aber der Osteopath wird evtl. helfen können, obwohl bei Dir ein halbwegs interessierter und begabter Orthopäde auch reichen müsste. Deine Probleme sind nämlich rein orthopädischer Natur, wohingegen der Osteopath für die Zusammenhänge zwischen organischen und orthopädischen Erkrankungen/Symptomen der Fachmensch ist. Aber geh ruhig mal hin wenn Du es Dir finanziell leisten kannst, er kann vielleicht auch was machen, je nach Vorbildung. Ich wünsche Dir alles Gute, wäre schön, wenn Du mal kund tust, was es denn nun wirklich war, LG

PS: ein Link zum Dehnen des Iliopsoas. Es gibt noch mehr Links zum Iliopsoas, hier wird es aber gut erklärt.:

Antwort
von gerdavh, 73

Hallo, ich habe mal Deine Fragen so angeschaut. Ist sich der Urologe aufgrund der Befunde sicher, dass die Nierenbeckenentzündung richtig ausgeheilt wurde? Was Du hier so an Schmerzen beschreibst, hört sich für mich nach ausstrahlenden Nierenschmerzen an. Ich würde nochmals ein Blutbild machen lassen. Ich will Dir keine Angst machen, aber vielleicht liegt da noch eine schwere Entzündung vor? Es käme auch noch in Frage, dass Du wegen der Nierenbeckenentzündung solche Schmerzen hattest, dass Deine Muskulatur völlig verkrampft ist. Das sollte die Osteopathin allerdings in den Griff bekommen. Vielleicht wäre auch eine zusätzliche Physiotherapie bei Dir angebracht, also Fangopackungen in Verbindung mit Masssage.

Zu den plötzlich stechenden Schmerzen im 'Sprunggelenk fällt mir jetzt adhoc nichts ein. Warst Du auch mal bei einem Orthopäden?
Grüße Gerda

Antwort
von turtlemania, 62

Herzlichen Dank für Eure lieben und ausgiebigen Antworten!!! Nachdem ich beim Osteopathen war, war es am nächsten Tag deutlich besser...nach 4 Tagen fing alles wieder von vorne an..zusätzlich habe ich nun Gelenkschmerzen in beiden Schultern und am rechten Daumen...kann nicht richtig greifen... Meine Neurologin meinte, dass dies auch Rheuma sein könnte???!!! Vielleicht fällt Euch noch was ein :-) LG, turtle

Kommentar von Winherby ,

Hallo Tutlemania,

erstmal danke für den Stern. Dass die Schmerzen kurz nach der Behandlung wieder erneut begannen, zeigt, dass die Hauptursache nicht gefunden und behandelt wurde. Der Behandler hat nur am Symptom kuriert, nicht an der Ursache. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Iliopsoas die Ursache ist, die zuerst behandelt werden muss. Wenn das erfolgreich gelingt, hören die Folgebeschwerden langsam aber sicher automatisch auf.

So wie die Sprungelenkschmerzen im Lendenwirbelbereich ausgelöst werden können, so kann auch das Daumensymptom in der Halswirbelsäule ausgelöst werden. ( Ist auch bei mir so, li Hand hat nur noch die halbe Kraft )

Ich bin der Ansicht, dass der Hausarzt oder der Orthopäde Dich zum Radiologen überweisen sollte, dort sollten zwei MRT gemacht werden von der HWS und von der LWS. Du solltest dringend und intensiv den Iliopsoas dehnen. Ob der Iliopsoas die Ursache ist kannst Du testen: Hast Du mal wieder den typ. LWS-Schmerz bei Stehen oder langsam Gehen, stell mal einen Fuß auf eine ca 30cm Erhöhung. Wenn diese Beinbeuge-Haltung dem Rücken angenehm ist und sie den Schmerz erleichtert ist die Sache klar. Alles Gute

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