Frage von jgredelj, 139

Basisch und proteinreich ohne Soja?

Hallo Leute!

Endlich bin ich (weiblich) meine lästigen Pfunde durch eine proteinreiche Diät losgeworden. Ich habe die letzten Woche viel Fleisch und Hülsenfrüchte gegessen, natürlich auch einen Haufen Gemüse und Eier. Milchprodukte, Getreide, Reis, Brot, Kartoffeln und natürlich Süßen usw. war tabu.

Jetzt sind die Kilos weg (ich habe wirklich schon viele Diäten ausprobiert!) aber mein Körper ist übersäuert. Das merke ich an meinen Gelenken. Und jetzt?

Soja ist nicht, weil ich dagegen allergisch bin (Kreuzallergie zu Blütenpollen). Ich habe auch gehört, das Hülsenfrüchte säurebildend sind. Aber nur noch Gemüse? Das macht mich nicht satt...

Oder doch zu Nahrungsergänzungsmitteln wie "Basica" greifen?

Danke für Eure Meinungen!

Antwort
von bethmannchen, 50

Hier ist eine schöne Tabelle, die auch den Eiweißanteil so gut wie aller Lebensmittel angibt. Sie lässt sich auch nach Kalorien, Proteinen oder Energiedichte sortieren. 

http://www.bmi-rechner.net/energiedichte-tabelle.htm

Das mit der Übersäuerung durch "falsche Ernährung" oder "Mangel an irgend etwas" ist tatsächlich ein von Geldmachern erfundener Hype. In unserem Magen ist es etwa so sauer wie eine Autobatterie. Wäre das nicht so, könnten wir Eiweiße und Faserstoffe im Darm dann überhaupt nicht aufschlüsseln. Das "Entsäuern" passiert dann durch die Verdauungssäfte von Bauchspeicheldrüse und Galle im Dünndarm. 

Es gibt nur drei verschieden Übersäueruns-Zustände, und dann ist man akut lebensgefährlich krank und muss auf die Intensivstation:

  • Bei der respiratorischen Azidose liegt eine zu geringe Abatmung von Kohlenstoffdioxid vor.
  • Bei der metabolischen Azidose besteht eine Ansammlung von zu viel sauren Stoffwechselprodukten im Blut, wie z. B. bei einer entgleisten Zuckererkrankung oder einer chronischen Nierenerkrankung. Der pH-Wert sinkt ab, wenn die Pufferkapazität des Blutpuffers (siehe Säure-Basen-Haushalt) gegen Säuren erschöpft ist. Dies führt zu einem plötzlichen starken Absinken des pH-Wertes und eine akute Übersäuerung tritt auf. Dabei handelt es sich oft um eine akut lebensbedrohliche Erscheinung.
  • Anaerobe Glykolyse (z. B. aufgrund von Sauerstoffmangel) und die vermehrte Bildung von Ketokörpern (durch Insulinmangel) führen im Gewebe zu einem Anstieg der Konzentration von sauren Stoffwechselprodukten (Laktat, Ketokörper) und so zu einer Gewebsazidose. Sie wird u. a. beim Schock, beim Herzstillstand, beim diabetischen Koma und bei schweren Durchblutungsstörungen beobachtet, vorübergehend und ohne Krankheitswert auch in der Muskulatur nach anaerober körperlicher Maximal-Belastung. 

Ein gesunder Mensch übersäuert nicht durch seine Ernährung. Es gibt auch keine Lebensmittel, die Säure bilden, welch ein Blödsinn. Wir haben einen Säure-Basen-Haushalt und haben eine ausreichende Pufferkapazität. Der Säuregehalt des Blutes kann ganz schnell wieder auf sein Optimum gebracht werden. 

Seit Millionen von Jahren isst der Mensch schon, und bis vor etwa hundert Jahren immer genau das, was er gerade bekommen kann. Wie hätte die Menschheit wohl überleben können, wenn wir immer genau gewusst hätten, wie viel Gram wir wo von essen dürfen, oder nicht? Krank durch Essen gibt es gar nicht, wenn man da einigermaßen vernünftig bleibt.

Der Bedarf an Proteinen für einen Erwachsenen liegt bei täglich etwa 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Wenn ein Extremsportler dann 1 Gram pro Tag zu sich nimmt, reicht das für seine Muskelregeneration auch aus. Das sollte über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen werden. Der tägliche Bedarf wäre schon mit zwei Eiern, einer Portion Gulasch oder einen Hähnchenbrust gedeckt. 

Der Kaloriengehalt der einzelnen Nährstoffe ist unterschiedlich. Fett und Zucker haben 8 kcal. und Proteine 4 kcal. pro Gramm. 

Durch übermäßige Aufnahme von Proteinen kann man Gelenksteifheit und Wasseransammungen im Bindegewebe und Muskelschmerzen bekommen. Proteine sind ja Aminosäuren, von denen es über 1.000 verschiedene gibt. 17 davon sind für uns essentiell. Allerdings bastelt vor allem die Leber die aufgenommenen essentiellen Aminosäuren genau nach seinem Bedarf ab, um und wieder auf. Dazu braucht es ausreichend Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C und D als weiteres Baumaterial bzw. Katalysatoren.

Antwort
von elliellen, 106

Hallo!Ein ausgeglichener Säure-Basenhaushalt ist sehr wichtig und Vorraussetzung für einen gesunden Körper.

Basische Lebensmittel findest du in der Tabelle:

http://www.dr-barbara-hendel.de/bewusstes-leben/ernaehrung/tabellen/saeure-basen...

Kommentar von jgredelj ,

Ach ja. Diese schönen tollen Tabellen. Kenne ich. Steht aber nirgendswo der Proteingehalt mit dabei. Cool wäre ein "Protein-Basen"-Tabelle. ;) Trotzdem Danke! :D

Kommentar von Hooks ,

Wozu soviel Eiweiß? Man braucht nie mehr soviel Eiweiß (zum Aufbau!) wie im ersten halben Lebensjahr, und Muttermilch enthält 2%.

Mir scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen "Eiweiß" und "säurebildend".

Kommentar von GeraldF ,

Auch spannend: Wie macht unser Körper Säuren aus dem vielen Eiweiß ?

Kommentar von jgredelj ,

Proteine helfen mir Muskelkater zu vermeiden. Die Regeneration nach einem harten Tanztraining tut mir damit wirklich gut. Und abgenomnmen habe ich auch noch. ;)

Antwort
von AliceF, 30

Als gut verträgliche nd kaum säurebildende proteinreiche Lebensmittel kann ich Dir empfehlen Hanfsamen bzw. Hanfmehl) (rund 31% Eiweiß), Leinsaat geschrotet bzw. Leinmehl (rund 40% Eiweiß), Kokosmehl (rund 20% Eiweiß), Blaumohn (rund. 24% Eiweiß)....

Hülsenfrüchte würde ich an Deiner Stelle in der Tat meiden.

Ansonsten bekommst Du z.B. mit Brokkoli, Möhren, Fenchel, Feldsalat, Radieschen, Eisbergsalat, Saltherzen und vor allem schwarzem Rettich(besonders basenreich!)... gute Grundlage für basenreiche Nahrung.

Antwort
von Nusitaru7, 90

Hallo jgredelj

Ich kann dir sagen was ich mache. Ich nehme zwar nur langsam ab, aber dafür kann ich vieles noch essen.

Ich habe meine Ernährung umgestellt und keine Diät gemacht. Ich habe es nicht über das Blut herausgefunden was gut für meinen Körper ist und was ich nicht unbedingt essen sollte. Sondern ich ging zur Bioresonanz und dort wird alles über die Schwingungen der Zellen herausgefunden. Dort kann man auch abklären lassen, gegen was man alles allergisch ist.

Vielleicht kannst du mal schauen ob es in deiner Nähe so was gibt. Oder du fragst deinen Arzt was er von dem hält.

Ich hoffe es hilft dir. Ich sage jetzt einfach: "Man kann auch abnehmen ohne eine Diät zu machen!"

Gruss Nusitaru7

Kommentar von jgredelj ,

Ich habe mit meiner proteinreichen Ernährungsanpassung festgestellt, dass ich kaum noch an Muskelkater leide. Daher halte ich es für mich passend. Bioresonanz hatte ich noch nicht in Betracht gezogen. Ich denke darüber nach. :D

Kommentar von evistie ,

@jgredelj, wenn Du so intelligent bist, wie es nach Deinen Worten hier zu sein scheint, ist "Bioresonanz" für Dich auch keine Alternative:

Behauptet wird, das (Bioresonanz-) Gerät nehme "pathologische Schwingungen" des Körpers auf, wandle sie in harmonisierte, gesundmachende Schwingungen um und gebe diese wieder an den Körper zurück. Auf diese Weise sollen Krankheiten "gelöscht" und die körpereigenen Regulationskräfte gestärkt werden. Manche Geräte wollen zusätzlich "biologische Schwingungen" zur Heilung nutzen, die sie aus der Umwelt aufnehmen: Schwingungen von Farben, Spurenelementen, Edelsteinen und Metallen, und sie liefern zusätzlich Magnetfelder, Laserlicht und Reizstrom.

Dies und mehr hier: https://www.gwup.org/inhalte/77-themen/komplementaer-und-alternativmedizin-cam/8...

Kommentar von jgredelj ,

Hört sich etwas nach Hexenkunst an. :)

Antwort
von Hooks, 50

Natürlich nimmt man ab, wenn man einen der Grundnährstoffe Eiweiß, Fett, KH wegläßt.

Aber willst Du immer so leben?

Außer Gemüse hast Du nichts Basisches gegessen, da brauchst Du Dich wahrhaftig nicht zu wundern, wenn Du nun Ärger wegen Übersäuerung bekommst.

Gemüse macht sehr satt, wenn Du auch Fett dazu ißt. Nimm Kokosöl, das soll sehr gut sein. Gesundes natürliches Fett wird auch richtig wieder abgebaut. Und im Übrigen hängt es auch ein bißchen von der Menge ab. Wenn Du z.B. Rohkost ißt, ist das vollkommen egal, wieviel Du ißt.

Soja taugt sowieso nichts, das gibt es nur noch genmanipuliert.

Tja, was willst Du nun machen? Kartoffeln sind auch basisch, als Pellkartoffeln haben sie den am wenigsten hohen Glyx. Vielleicht lädst Du Dir einfach mal Tabellen ehrunter, die vom Glyx, und dann aber auch die mit sauer und basisch wirkenden. Und dann vergleichst Du.

Möhren z.B. wirken roh wenig insulinlockend, gekocht aber sehr stark. So kannst Du ein wenig tricksen mit der Zubereitung.

Ich nehme z.B. Buchweizen für Pfannkuchen, BW wirkt basisch. Das eine Ei darin fällt dann nicht mehr so auf.

Ich nehme 500 g Buchweizen, frisch gemahlen, auf etwas mehr als 1 Liter Wasser, dazu 1 Ei und 1-2 TL Meersalz. Das ganze dann in Kokosöl gebraten. Ergibt ca. 15 Stück. Das kannst Du dann so weiterverarbeiten:

  • herzhaften Salat (mit Obstessig -basisch- oder Zitrone -auch basisch-, gutem Rapsöl, Meersalz, evtl. Pfeffer) einwickeln,
  • geriebene Äpfel mit Zimt draufstreichen, oder
  • feingeschnitten in Gemüsesuppen tun.

Bei mir wird das meiste direkt aus der Pfanne gefuttert ;-)

Kuchen backen geht auch mit BW, suche einfach unter glutenfreien Rezepten.

Hirse kannst Du auch als Beilage verwenden, kochen wie Reis. Oder feinmahlen als Creme mit etwas Sahne. Äpfel darunter reiben.

Antwort
von foodforfitness, 32

Das mag jetzt etwas platt wirken und ich werde mich auch nicht in die Säure-Basis-Diskussion einmischen, aber hast du schon mal Quinoa ausprobiert? Das schmeckt mir persönlich sehr gut, macht satt, ist basisch und enthält viel Eiweiß. Bei Fragen dazu einfach melden. Hätte auch noch das ein oder andere Rezept dazu. LG


Kommentar von jgredelj ,

Nein, das kenne ich noch nicht. Hatte das letztens aber im Bioladen gesehen. Werde es mal ausprobieren. :)

Kommentar von foodforfitness ,

Hier noch ein paar Anregungen und wichtige Tipps zur Zubereitung: http://foodforfitness.de/quinoa-rezepte/

Antwort
von GeraldF, 76

Sie sind nicht übersäuert. Wenn Sie übersäuert wären, dann lägen Sie im günstigsten Fall auf einer Intensivstation, wären beatmet und würden Bikarbonatinfusionen bekommen. 

Wir haben die Diskussion hier durch. Selbst eingefleischte Befürworter (Pferdezähnchen & Co.) dieses Unsinns können das auf Aufforderung nicht schlüssig belegen. Sie beschreiben es als eine "noch nicht messbare Übersäuerung". Das geht natürlich nicht. Entweder es ist ein Zuviel an Protonen da, dann kann man das auch am pH-Wert messen, oder eben nicht. 

Dahinter steckt eine kleine "alternative" Industrie, die Nahrungsergänzungspräparate oder Ratgeber mit ganz schnödem profitorientierten Interesse verticken will.

Kommentar von jgredelj ,

Ah! Eine kritische Stimme! Gefällt mir! :D
Erstaunlicherweise habe ich schon öfter die Erfahrung gemacht, dass mir "Basenfasten" hilft wenn meine Muskeln zu verspannt sind und sich sauer anfühlen. Aber das kann ja auch andere Gründe haben. Wissen Sie mehr?

Kommentar von GeraldF ,

Wenn es Ihnen gut tut, sich bei Verspannungen und Muskelkater anders zu ernähren als sonst, dann machen Sie das weiter. Das ist eine individuelle Lösung eines Problemes und die bedarf keines pseudowissenschaftlichen Unterbaus. Es hilft, also ist es gut. 

Warum es hilft, ist eine andere Frage. Die Antwort ist nicht, das Sie Nahrungsmittel mit einem erhöhten pH-Wert zu sich nehmen, die dann überschüssige Säuren puffern. Es ist wohl eher so, dass Sie "etwas Gutes" für sich tun und dafür bedankt sich Ihr Körper.

Die Pathophysiologie von "Verspannungen" oder "Blockierungen" ist sehr interessant - und, obwohl es ein häufiges Problem ist, nicht wissenschaftlich geklärt. Im weitesten Sinne eine neuromuskuläre Fehlfunktion ohne strukturellen Befund. Verschiedene Trigger usw..Muskelkater ist geklärt: Die Übersäuerungshypothese ist doch schon lange vom Tisch. Mikrotraumatisierung ist das Stichwort.

Kommentar von Hooks ,

Es liegt ja nicht am erhöhten ph-Wert, sonst wären Obstessig und Zitrone tabu.

Ich merke es auch an Gelenken und Weichteilen, wenn ich zuviel Getreide, Kaffee, Fleisch und Eier esse.

Dann möge eine Ernährung mit Elementem, die eher basich verstoffwechselt werden, aus einem anderen Grunde guttun, aber DASS sie guttun, steht außer Frage.

Kommentar von GeraldF ,

Na, dann los. Erklären Sie mal, wie ein Nahrungsmittel "basisch verstoffwechselt wird". Nehmen Sie Obstessig CH3COOH oder Zitrone C6H8O7.

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