Frage von Tulip 12.02.2011

Bandscheibenprotrusion, Operation nicht nötig?

  • Antwort von Lexi77 12.02.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo! Ja, das ist richtig. Eine Bandscheibenprotusion ist ja erstmal "nur" eine Vorwölbung der Bandscheibe, d.h. der Faserring ist - im Gegensatz zum Vorfall - noch intakt. Selbst bei einem richtigen Bandscheibenvorfall operiert man heutzutage nur noch selten sofort. Eigentlich nur dann, wenn Lähmungserscheinungen auftreten. In der Regel versucht man es erstmal eine zeitlang mit konservativen Maßnahmen, wie z.B. eine medikamentöse Schmerztherapie, ggf. auch muskelentspannende Medikamente, Krankengymnastik, Wärme, ggf. Spritzen mit Entzündungshemmenden Medikamenten, ggf. Kortisongabe, Akupunktur, evtl. vorübergehend Tragen einer Bandage etc. Ich fand z.B. auch die Stufenlagerung sehr hilfreich und entlastend.

    Wenn bei dir "nur" eine Vorwölbung vorliegt, dann solltest du insbesondere darauf achten, dass du jetzt ganz gezielt unter krankengymnastischer Anleitung deine Muskulatur in dem entsprechenden Bereich (ich nehme mal an HWS oder LWS) trainierst. Und dir auch langfristig ein gutes Muskelkorsett zulegst. Das bedeutet z.B. bei einer Vorwölbung im LWS bereich, dass nicht nur die Rückenmuskulatur trainiert werden muss, sondern unbedingt auch die Bauchmuskulatur. Nur eine gute und starke Muskulatur kann ein entsprechend stabiles "Korsett" bilden.

    Wichtig ist, dass man Geduld hat. Ich hatte seit August Beschwerden und im September wurde bei mir eine Vorwölbung festgestellt. Ich bekam Schmerzmittel, Akupunktur und einige andere Behandlungen. Seitdem mache ich auch regelmäßig Krankengymnastik, 2x/Woche mit der Therapeutin und natürlich jeden Tag auch Zuhause. Zuerst wollte nicht so recht eine Besserung einsetzen. Aber seit Ende des Jahres werden die Schmerzen langsam weniger und auch die Beweglichkeit wird besser. Und KG-Übungen, die mir vor 2 Monaten noch massive Probleme bereiteten (wg. fehlender Kraft), mache ich jetzt völlig problemlos. Auch die Schmerzen sind schon deutlich besser geworden. Wie gesagt, man braucht viel Geduld.

    Im Normalfall reichen diese konservativen Behandlungen bei einer Vorwölbung (und selbst bei vielen unkomplizierten Vorfällen) aus. Aber selbst wenn diese konservativen Maßnahmen nicht ausreichen muss nicht sofort operiert werden. Es gibt auch sog. minimalinvasive Schmerztherapien, wie z.B. Periradikuläre Spritzenbehandlung (PRT), Hitzesondentherapie (Intradiskale Elektrothermale Therapie, IDET) oder Laserbehandlung

    http://www.special-rueckenschmerz.de/rueckenschmerz/bandscheibenvorfall/therapie...

    Erst wenn all diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, ist über eine Operation nachzudenken, dies jedoch eher bei einem richtigen Vorfall und nicht bei Vorwölbungen.

    Alles Gute!

  • Antwort von Susann34 12.02.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    hi! nein zum glück wird heute nicht mehr so schnell operiert. ich bin auch zum glück ohne op ausgekommen (hatte bsv in l4/5, l5/s1). heute geht es mir wieder gut. dank kg, akupunktur und schmerzmitteln.

    lg

  • Antwort von gelenkwissen 17.05.2012

    Ja, das ist richtig. Eine Bandscheibenprotusion ist ja erstmal "nur" eine Vorwölbung der Bandscheibe, d.h. der Faserring ist - im Gegensatz zum Vorfall - noch intakt. Selbst bei einem richtigen Bandscheibenvorfall operiert man heutzutage nur noch selten sofort.

    Quelle: http://gelenkschmerz-wissen.com/krankheitsbild/bandscheibenprotrusion/

  • Antwort von totalschaden 13.02.2011

    hi, ich selbst habe mehrere protrusionen und einen prolaps in der hws und lag vor 9 jahren auf dem op-tisch und wurde in letzter sekunde wieder runtergeschoben! zum glück! die voruntersuchung hatte der damalige chefarzt der orthopädischen klinik gemacht und mir zur op geraten. am op-tag war dann aber ein neurochirurg da, der von der op abgeraten hat. er war der überzeugung, dass das ganze mit konservativer therapie wieder wird. nach sehr intensivem training, krankengymnastik, reha, muskelaufbau geht es mir wieder gut! klar, schmerzen hab ich immer mal wieder, aber dann weiß ich auch, was ich dagegen tun kann. schmerzmittel nehm ich nur im absoluten notfall. ich habe gelernt, was meinem rücken gut tut und wie ich mich im alltag am besten verhalte. eine op würde ich nur machen lassen, wenn es nicht mehr anders geht! noch ein tipp: osteopathie hat mir sehr gut geholfen.

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