Frage von Tulip,

Bandscheibenprotrusion, Operation nicht nötig?

Stimmt es, dass bei einer Bandscheibenprotrusion meist Therapien ausreichend sind und man sich keiner Operation unterziehen muss?

Antwort von Lexi77,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo! Ja, das ist richtig. Eine Bandscheibenprotusion ist ja erstmal "nur" eine Vorwölbung der Bandscheibe, d.h. der Faserring ist - im Gegensatz zum Vorfall - noch intakt. Selbst bei einem richtigen Bandscheibenvorfall operiert man heutzutage nur noch selten sofort. Eigentlich nur dann, wenn Lähmungserscheinungen auftreten. In der Regel versucht man es erstmal eine zeitlang mit konservativen Maßnahmen, wie z.B. eine medikamentöse Schmerztherapie, ggf. auch muskelentspannende Medikamente, Krankengymnastik, Wärme, ggf. Spritzen mit Entzündungshemmenden Medikamenten, ggf. Kortisongabe, Akupunktur, evtl. vorübergehend Tragen einer Bandage etc. Ich fand z.B. auch die Stufenlagerung sehr hilfreich und entlastend.

Wenn bei dir "nur" eine Vorwölbung vorliegt, dann solltest du insbesondere darauf achten, dass du jetzt ganz gezielt unter krankengymnastischer Anleitung deine Muskulatur in dem entsprechenden Bereich (ich nehme mal an HWS oder LWS) trainierst. Und dir auch langfristig ein gutes Muskelkorsett zulegst. Das bedeutet z.B. bei einer Vorwölbung im LWS bereich, dass nicht nur die Rückenmuskulatur trainiert werden muss, sondern unbedingt auch die Bauchmuskulatur. Nur eine gute und starke Muskulatur kann ein entsprechend stabiles "Korsett" bilden.

Wichtig ist, dass man Geduld hat. Ich hatte seit August Beschwerden und im September wurde bei mir eine Vorwölbung festgestellt. Ich bekam Schmerzmittel, Akupunktur und einige andere Behandlungen. Seitdem mache ich auch regelmäßig Krankengymnastik, 2x/Woche mit der Therapeutin und natürlich jeden Tag auch Zuhause. Zuerst wollte nicht so recht eine Besserung einsetzen. Aber seit Ende des Jahres werden die Schmerzen langsam weniger und auch die Beweglichkeit wird besser. Und KG-Übungen, die mir vor 2 Monaten noch massive Probleme bereiteten (wg. fehlender Kraft), mache ich jetzt völlig problemlos. Auch die Schmerzen sind schon deutlich besser geworden. Wie gesagt, man braucht viel Geduld.

Im Normalfall reichen diese konservativen Behandlungen bei einer Vorwölbung (und selbst bei vielen unkomplizierten Vorfällen) aus. Aber selbst wenn diese konservativen Maßnahmen nicht ausreichen muss nicht sofort operiert werden. Es gibt auch sog. minimalinvasive Schmerztherapien, wie z.B. Periradikuläre Spritzenbehandlung (PRT), Hitzesondentherapie (Intradiskale Elektrothermale Therapie, IDET) oder Laserbehandlung

http://www.special-rueckenschmerz.de/rueckenschmerz/bandscheibenvorfall/therapie...

Erst wenn all diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, ist über eine Operation nachzudenken, dies jedoch eher bei einem richtigen Vorfall und nicht bei Vorwölbungen.

Alles Gute!

Kommentar von Lexi77,

Sieh auch mal hier:
Bei einer Bandscheibenvorwölbung wölbt sich der Faserring über den Rand des Wirbelkörpers hinaus, um dem Druck des an Elastizität verlorenen Gallertkerns auszuweichen.

...

Eine Bandscheibenvorwölbung wird auch als Protrusio der Bandscheibe oder Diskusprotrusion bezeichnet.

Da es sich um einen Abnutzungsprozess handelt, kann durch eine Operation (z. B. Laminektomie, Nukleotomie, Diskektomie, Discotomie) die Schmerzursache nicht behoben werden. Eine Operation kann den Zustand sogar verschlechtern, indem die Tendenz zur Instabilität zunimmt und Gewebe geschädigt werden kann. Operationen werden deshalb nur noch dann vorgenommen, wenn Lähmungen auftreten. Der Vorteil von Bandscheiben-Operationen ist ohnehin nicht belegt: Wirbelsäulen-Operationen sind auch bei Fachleuten umstritten.

http://www.doctorhelp.de/rueckenschmerzen/rueckenschmerzen-top6.html?krankheit=B...

Kommentar von Lexi77,

Oder auch hier:
Generell muss nicht jeder Bandscheibenvorfall operiert werden. Gegenwärtig werden immer noch zu viele Bandscheibenvorfälle operiert. 80 % der Bandscheibenoperationen müssen nicht sein. Zu den Behandlungsmaßnahmen zählen folgende therapeutische Möglichkeiten:

a) konservative Behandlungsmaßnahmen wie physikalische und krankengymnastische Behandlungsmaßnahmen, Infusionsbehandlungen, medikamentöse Behandlungsmaßnahmen, gezielte rückenmarksnahe Spritzenbehandlungen.

Führen diese Behandlungsmaßnahmen zu keiner wesentlichen Besserung der Beschwerden oder kommt es gar im Verlauf zu einer weiteren Zunahme der Beschwerden, dann sollten

b) minimal invasive Verfahren wie z.B. die minimal invasive epidurale Neurolyse und Neuroplastik (Racz-Katheterbehandlung) oder die Mikrolaserbehandlung der Bandscheibe durchgeführt werden. ... Der größte Teil der Patienten, die einen Bandscheibenvorfall erlitten haben, kann also mit den unter Punkt 1 und 2 genannten Behandlungsmaßnahmen zur völligen Beschwerdefreiheit gebracht werden.
http://interview-wirbelsaeule.orthopaede.com/behandlung_bei_bandscheibenvorfall....

Antwort von Susann34,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

hi! nein zum glück wird heute nicht mehr so schnell operiert. ich bin auch zum glück ohne op ausgekommen (hatte bsv in l4/5, l5/s1). heute geht es mir wieder gut. dank kg, akupunktur und schmerzmitteln.

lg

Antwort von gelenkwissen,

Ja, das ist richtig. Eine Bandscheibenprotusion ist ja erstmal "nur" eine Vorwölbung der Bandscheibe, d.h. der Faserring ist - im Gegensatz zum Vorfall - noch intakt. Selbst bei einem richtigen Bandscheibenvorfall operiert man heutzutage nur noch selten sofort.

Quelle: http://gelenkschmerz-wissen.com/krankheitsbild/bandscheibenprotrusion/

Antwort von totalschaden,

hi, ich selbst habe mehrere protrusionen und einen prolaps in der hws und lag vor 9 jahren auf dem op-tisch und wurde in letzter sekunde wieder runtergeschoben! zum glück! die voruntersuchung hatte der damalige chefarzt der orthopädischen klinik gemacht und mir zur op geraten. am op-tag war dann aber ein neurochirurg da, der von der op abgeraten hat. er war der überzeugung, dass das ganze mit konservativer therapie wieder wird. nach sehr intensivem training, krankengymnastik, reha, muskelaufbau geht es mir wieder gut! klar, schmerzen hab ich immer mal wieder, aber dann weiß ich auch, was ich dagegen tun kann. schmerzmittel nehm ich nur im absoluten notfall. ich habe gelernt, was meinem rücken gut tut und wie ich mich im alltag am besten verhalte. eine op würde ich nur machen lassen, wenn es nicht mehr anders geht! noch ein tipp: osteopathie hat mir sehr gut geholfen.

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