Frage von Meami, 86

Aura aber kein starker Migränekopfschmerz?

Hallo, ich habe da mal eine kurze Frage. Als ich heute morgen aufgewacht bin, hatte ich ein bisschen Kopfschmerzen. Habe dann gezeichnet (der Blick immer wieder auf den Bildschirm und aufs Papier )und noch nichts gegessen oder Kaffee getrunken. War quasi nüchtern. Als ich fertig mit zeichnen war habe ich bemerkt auf dem linken Auge das ich dort nichts sehe, bzw. ähnlich wie Doppelbilder sehe. Das wurde dann in 5 Minuten immer schlimmer und hielt dann so 10 Minuten an. Mir ging es aber gut, nur das ich kaum etwas sah. Es war eher auf der linken Seite. Es waren so bunte Zacken die tanzten und man den Eindruck hat man würde doppelt sehen oder zu lange ins Licht geschaut. Ich bin 34 Jahre alt und hatte das heute zum 5. mal erlebt. Das letzte mal war im Juli 2015.

OK, nach 10 Minuten war es auf einmal weg. Die anderen Auraanfälle hatte ich immer mit kribbeln und Taubheit in der Hand, Zunge Nase und Lippe. Heute nicht. Es war nix danach passiert. Die Kopfschmerzen waren vorher schon vorhanden. Ich hatte allerings den Eindruck das auf der rechten Seite vom Kopf etwas mehr Schmerz dazu kam, aber das kann auch täuschen, da ich danach raus ging und mich bewegt hatte. Der Schmerz war nicht wirklich pulsierend, eher drückend. Mal mehr mal weniger.

Ich habe dann 1 Stunde geschlafen und eine Triptan Tablette genommen, weil ich Angst hatte das die Kopfschmerzen schlimmer werden. Ich hatte den Eindruck das die Kopfschmerzen ein wenig nachgelassen haben, aber im Moment sind sie genauso vorhanden wie heute morgen. Übelkeit hatte ich ebenfalls nicht. Ich hab mich ganz normal gefühlt.

Was war das denn? Augenmigräne oder doch echte Migräne. Ich bin überfragt. Ich fühle mich nicht schlecht oder so. Es war aber auf jeden Fall eine Migräne Aura. Die letzen Auren die ich mal hatte waren auch nicht wirklich mit heftigen Kopfschmerzen verbunden sondern diese hatte ich auch schon vorher immer. Das letzte mal hatte ich allerdinge starke Kopfschmerzen bekommen u da war mir auch übel und da hatte ich immer ein kribbeln.

Was könnte denn dahinter stecken?

Danke euch :)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Emelina, Community-Experte für Kopfweh, 53

Hallo Meami,

es gibt verschiedene Formen der Migräne. Die meisten Migränepatienten haben „nur“ einen Migränekopfschmerz mit den typischen Begleitsymptomen. Ein kleiner Teil dieser Menschen hat auch manchmal zusätzlich eine Migräneaura. Manche Migräneaurapatienten bekommen auch manchmal nur die Migräneaura – ohne Migränekopfschmerzen oder mit nur leichten Kopfschmerzen.

Migräneaura:

  • Sehstörungen, Sprachstörungen oder einseitige Taubheitsgefühle.
  • Eine Migräneaura findet üblicherweise vor dem Migränekopfschmerz statt.
  • Dauer: zwischen 10 bis 60 Minuten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aura\_%28Migr%C3%A4ne%29

Migränekopfschmerz:

  • Anfallsartiger - meistens einseitiger – Kopfschmerz (stechend, drückend oder pochend, pulsierend).
  • Übelkeit (manchmal mit Erbrechen), Appetitlosigkeit.
  • Licht-, Geräusch-, oder Geruchsempfindlichkeit.
  • Der Schmerz verschlimmert sich bei Bewegung / körperlicher Anstrengung.
  • Dauer einer Migräneattacke: Wenige Stunden bis zu 3 Tagen.
  • Die ersten Migräneanfälle treten bei den meisten Migränikern erst ab der
    Pubertät auf.
  • „Normale“ Schmerzmittel wirken oft nicht ausreichend.

Es gibt verschiedene Arten von Migräne, deshalb müssen nicht alle
genannten Symptome auch immer und bei Jedem genauso zutreffen.

Manche Menschen haben sowohl Migräneattacken, als auch manchmal Spannungskopfschmerzen. Daher vermute ich in deinem Fall, dass du schon vor der Migräneaura einen (Spannungs?)kopfschmerz hattest.

Deine beschriebenen Sehstörungen sind typisch für eine Migräneaura.

Dein nachfolgender Kopfschmerz (eher einseitig) ist typisch
für einen Migränekopfschmerz – auch, wenn keine Übelkeit dabei ist.

Ich habe auch Migräne – mal mit und mal ohne Aura. Meine Migräneattacken sind auch nicht immer von Übelkeit begleitet. Wenn ich eine Migräneaura habe, dann sind die Kopfschmerzen meistens nicht so stark, wie sie bei einer Migräneattacke ohne Aura sind.

Was war das denn? Augenmigräne oder doch echte Migräne?

Eine Migräneaura (=Augenmigräne) ist, genauso wie der Migränekopfschmerz mit Begleitsymptomen, eine echte Migräne. Die Abläufe im Gehirn sind bei beiden ähnlich.

Migräne entsteht durch eine genetisch bedingte Reizverarbeitungsstörung. Diese angeborene besondere Empfindlichkeit auf Reize führt zu episodisch auftretenden Migräneanfällen. Sie wirkt sich jedoch auch zwischen den Anfällen aus. Das Nervensystem des Migränepatienten reagiert besonders sensitiv auf schnelle und übermäßige Reize (z.B. Stress, Ärger, Anspannung, Lärm, Licht) und kann sich vor Reizüberflutung nicht ausreichend schützen. Migränepatienten gewöhnen sich nicht an wiederkehrende Reize, wie es üblicherweise der Fall ist. Die erhöhte Reagibilität des Gehirns bedingt einen fortwährenden Anstieg der Gehirnaktivität und in der Folge ein Energiedefizit in den Nervenzellen. Die elektrische Aktivität der Hirnrinde wird gestört oder bricht ganz zusammen. Die Überaktivität von Nervenzellverbänden geht mit einer unkontrollierten Freisetzung von Botenstoffen einher. Als Folge kommt es in den Blutgefäßen der Hirnhäute zu einer neurogenen Entzündungsreaktion. Es entstehen pulsierende, pochende Schmerzen. Körperliche Tätigkeit verstärkt die Schmerzen, es muss daher meist Bettruhe eingehalten werden. Eine weitere Folge ist die Aktivierung von Schutzreflexen in Form von Übelkeit und Erbrechen. Bei der chronischen Migräne breitet sich die Sensitivierung sowohl zeitlich als auch räumlich aus.

http://www.schmerzklinik.de/2014/06/21/schneller-denken-tiefer-empfinden-staendi...

Habe dann gezeichnet (der Blick immer wieder auf den Bildschirm und aufs Papier) und noch nichts gegessen oder Kaffee getrunken. War quasi nüchtern. Als ich fertig mit zeichnen war habe ich bemerkt auf dem linken
Auge das ich dort nichts sehe, bzw. ähnlich wie Doppelbilder sehe. Das wurde dann in 5 Minuten immer schlimmer und hielt dann so 10 Minuten an.

Ein Auslöser einer Migräneattacke (mit oder ohne Aura) kann
ein zu niedriger Blutzuckerspiegel sein, der dann eintritt, wenn man länger nichts gegessen hat:

Achten Sie auf regelmäßige kohlenhydratreiche Mahlzeiten und trinken Sie ausreichend während des ganzen Tages. Starten Sie den Tag mit einem
gesunden kohlenhydratreichen Frühstück und achten Sie darauf, keine Mahlzeit auszulassen. Eine kleine kohlenhydratreiche Mahlzeit (z.B. Müsli, Vollkornbrot, Vollkornbrei) kurz vor dem Schlafengehen kann helfen, die nächtlichen und morgendlichen Attacken zu verhindern. Diese entstehen oft durch den Blutzuckerabfall während der Nacht.

http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/verhalten/

Mein Rat: Lasse dich vom Facharzt für Migräne - einem Neurologen – untersuchen und dich zum Thema Migräne beraten. Falls du schon bei einem Neurologen warst und nicht die richtige Hilfe bekommen hast, dann wechsle den Neurologen oder wende dich an eine, auf Migräne spezialisierte, Schmerzklinik.

LG Emelina


Kommentar von Emelina ,

Nachtrag: Die Taubheitsgefühle bei einer Migräneaura können von Kribbeln und sogar bis zu Lähmungserscheinungen ausgeprägt sein.

Kommentar von Emelina ,

Danke für den Stern :)

Expertenantwort
von Emelina, Community-Experte für Kopfweh, 35

Mir hilft bei meiner Migräne (mit und ohne Aura) die Vorbeugung gut, indem ich die möglichen Migräneauslöser vermeide:

Bestimmte Nahrungsmittel sind häufig Auslöser von Migräne. Das können bei jedem Migräniker andere sein - man muss einfach beobachten, was man in den Stunden vor einer Attacke gegessen oder getrunken hat.

Häufig sind Geschmacksverstärker wie Glutamat Migräne auslösend. Sie sind in den meisten Fertigprodukten enthalten: Tütensuppen, Chips, xxx-fix - Kochhilfen, Fertiggerichten, Gewürzmischungen, usw.

Menschen mit einer Veranlagung zu Migräne reagieren sehr sensibel auf Veränderungen, deshalb können bei ihnen ein regelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus und ausreichend Schlaf der Migräne vorbeugen. Man sollte auch einen geregelten Tagesrhythmus haben und vor allem die Mahlzeiten regelmäßig einnehmen (keine Mahlzeit auslassen). Ausreichend zu trinken ist sehr wichtig!

Histaminreiche Lebensmittel (Alkohol, reife Käsesorten, Nüsse,…) können bei Menschen, die zugleich auch eine Histaminintoleranz haben, auch zu einem Migräneanfall führen.

Aktiv-/Passivrauchen begünstigt ebenfalls Migräneattacken.

Auch Stress kann ein Auslöser sein. Wobei die Migräne häufig erst nach der Stressphase in der Entspannungsphase auftritt. Die Vermeidung von Stress ist wichtig. Regelmäßige Entspannungsübungen und leichter Ausdauersport können vorbeugend helfen.

Weitere (nicht immer vermeidbare) Auslöser der Migräne sind: Wetterumschwung, Hormonschwankungen (Menstruation oder eine Pille, die Östrogen enthält), grelles oder flackerndes Licht.

Der erste Weg sollte aber immer erst mal zum Neurologen sein - für die Diagnose und zur Verschreibung der speziellen Migräneschmerzmittel (Triptane, z. B. Sumatriptan), die aber nicht gegen die Migräneaura helfen, weshalb sie auch erst nach der Aura eingenommen werden solten.

LG Emelina


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