Frage von alegna796, 40

Arztvertretung

Wenn ein Arzt während seiner regulären Sprechzeiten nicht da ist, ist er dann nicht verpflichtet, seine Patienten auf seine Vertretung hinzuweisen oder muss er gar keine Vertretung haben? Was passiert dann, wenn man dringend einen Arzt braucht? Bei einem anderen Arzt kommt man ja dann nicht dran und der Notdienst beginnt erst abends.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rulamann, 30

Nein, außerhalb der Sprechzeiten braucht er es nicht zu machen, hier gilt dann immer noch die Telefonnummer 116 117. Denn >

Für Patienten bedeutet die 116 117 eine enorme Erleichterung: Egal, wo und wann sie in dringenden Fällen eine ambulante ärztliche Behandlung benötigen, wählen sie die 116 117. Über diese Rufnummer werden sie an den jeweils zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen weitergeleitet. Damit gibt es zwei zentrale Telefonnummern, die im Krankheitsfall wichtig sind: Die 112 für medizinische Notfälle (etwa bei Herzinfarkt, Schlaganfall, schweren Unfällen) und die 116 117, wenn Patienten außerhalb der Sprechzeiten dringend einen niedergelassenen Arzt konsultieren müssen (beispielsweise bei hohem Fieber, starken Bauchschmerzen – also keine Notfälle). Die Menschen erhalten dadurch mehr Sicherheit und vor allem schnelle Hilfe im Krankheitsfall: Langes Suchen nach der richtigen Nummer entfällt. http://www.kvwl.de/arzt/sicherstellung/notfalldienst/faq_116117.pdf

Liebe Grüße rulamann

Kommentar von alegna796 ,

Danke für Deine Information, es scheint alles so einfach zu sein, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Ich hatte einen Fremdkörper im Auge und bin zu meinem Augenarzt, leider geschlossen. Vertretung gab es nicht, der 10 Min. entfernte Augenarzt hatte zwar geöffnet, aber der Empfang hat gleich abgewimmelt, "wir sind keine Vertretung". Der Notfalldienst begann erst ab 14.00 Uhr, die Nummer war 1 Stunde lang besetzt und nach ca. insgesamt 12 Stunden, davon 3 Stunden Wartezeit, wurde dann endlich der Fremdkörper entfernt. Lebensbedrohlich war es nicht, aber sehr schmerzhaft ... und jetzt ist das Augenlid blau, na ja, das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis!

Kommentar von alegna796 ,

Noch etwas, der Arzt war nicht "außerhalb" seiner Sprechzeiten nicht da, sondern während, er hätte also da gewesen sein müssen.

Kommentar von froscheee ,

So etwas können Ärzte dann immer mit Notfällen begründen, die während Ihrer Sprechzeit aufgetreten sind.

Kommentar von alegna796 ,

angeblich war der Arzt zur Weiterbildung

Kommentar von rulamann ,

Achje alegna796, dass tut mir jetzt echt leid für dich. Bei mir war es damals allerdings kein Augenarzt sondern ein Allgeinmeinarzt und ich kam relativ zügig bei der Nummer durch. Das dich der Empfang gleich so abgewimmelt hat ist meines Erachtens eine Unverschämtheit, haben die eigentlich schon mal was gehört" wegen unterlassener Hilfeleistung", dass regt jetzt mich jetzt auf, dass so inkompetente Leute am Empfang waren.

Kommentar von alegna796 ,

leider ist das so, weiter kommt man da gar nicht erst, man wird mit einem Tuch vorm Auge einfach stehen gelassen und der nächste in der Reihe ist dran

Kommentar von rulamann ,

Ich hoffe,dass es dir bald besser geht!!!!!!

Kommentar von alegna796 ,

Ich danke Euch allen, die mir geantwortet haben. Nach 2 Stunden Wartezeit beim Notdienst habe ich dann (ca. 12 Stunden nach dem Ereignis) Hilfe bekommen und bin den Übeltäter los geworden. Zwei Tage hat mein Auge noch gebrannt und gedrückt, aber jetzt ist alles abgeschwollen und es geht mir wieder gut. Euch allen noch einen schönen Sonntag.

Kommentar von rulamann ,

Hallo alegna796, ich bedanke mich bei dir für den Stern, obwohl es bei dir nicht geklappt hat. :-)))))

Kommentar von Lexi77 ,

Leider funktioniert das mit dieser Nummer in einigen Gebieten gar nicht. Bei uns ist das z.B. so, da wird sogar davon abgeraten, diese Nummer zu wählen. Eine Bekannte von mir hat das mal gemacht, sie war da erstmal 15 Min. in der Warteschleife und dann ist die Verbindung abgebrochen. Bei uns gibt es aber eine andere zentrale Notrufnummer für unseren Bereich, da ist man dann immer gleich mit dem diensthabenden Arzt verbunden. Die steht auch jeden Mittwoch und Samstag in der Zeitung, gilt aber auch die Woche über (zumindest außerhalb der Sprechzeit). Augenärzte und Zahnärzte haben aber eine andere Nummer.

Wenn mein Hausarzt z.B. nicht da ist, dann benennt der auch nicht ausdrücklich eine Vertretung, sondern schreibt immer, "Die Vertretung übernehmen die Ärzte in...", aber leider nehmen da auch nicht alle Ärzte einen dran.

Kommentar von Mahut ,

In Hamburg haben wir für die Zeit außerhalb der Sprechstunden bis Mitternacht, 3 Notfallpraxen, die sind aber immer so voll, das man sehr viel Zeit mitnehmen muss, und wenn man Pech hat wird man da erst richtig krank.

Antwort
von Baldrian, 25

Ich kann Dir jetzt leider nicht sagen ob und wie der Arzt seine Patienten informieren sollte/muss aber wenn er eine Vertretung hat klebt ein Zettel an der Tür Praxis oder es wird auf dem Anrufbeantworter angesagt.

Hast Du in der anderen Praxis gesagt dass Du als Schmerzpatientin zur Behandlung kommst? In so einem Fall dürfen Patienten nicht weg geschickt werden egal ob er Vertretung macht oder keine Vertretung macht, ich würde das der Krankenkasse melden.

Kommentar von alegna796 ,

Ja, ich habe gesagt, dass ich einen Fremdkörper im Auge habe, den ich selbst nicht herausbekomme, stand mit dem mit einem nassen Tuch bedeckten Auge da und bat um Hilfe, aber denkste.

Antwort
von walesca, 19

Hallo alegna796!

Vertretung gab es nicht, der 10 Min. entfernte Augenarzt hatte zwar geöffnet, aber der Empfang hat gleich abgewimmelt, "wir sind keine Vertretung"

Das geht meines Wissens nach GAR NICHT!!! War Dein Augenarzt denn nur kurzfristig abwesend, oder war er wegen eigener Krankheit verhindert (kann ja durchaus auch mal vorkommen!!). Im Krankheitsfall sollte er einen Kollegen benennen können, der ihn vertritt. Aber davon abgesehen: wenn Du mit einem Fremdkörper im Auge zum Arzt kommst, dann MUSS er Dich als Notfall (nicht als Vertretung!) behandeln!!! In solcher Situation darf man sich natürlich auch nicht gleich von den Helferinnen abwimmeln lassen!!! Wenn Du es aber noch einmal ganz genau und rechtlich korrekt wissen willst, dann kannst Du hier mal anrufen. Die können es Dir sicher bestätigen.

http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/upd-beratungstellen.html

Alles Gute wünscht walesca

Kommentar von alegna796 ,

Danke Waleska, ich war auch der Meinung, dass man in so einem Falle mal helfen könnte, aber denkste, der Hypokratische Eid steht doch sowieso nur bei manchen Ärzten auf dem Papier.

Kommentar von beamer05 ,

der Hypokratische Eid steht doch sowieso nur bei manchen Ärzten auf dem Papier.

Wo soll der auch sonst stehen?

sorry, alegna,

der sog. "Eid des Hippokrates" (auch gerne als hippokratischer(sp!) Eid bezeichnet) hat mit dem Arztberuf nichts zu tun -glücklicherweise, wie jeder hoffentlich schnell erkennen wird, der sich diesen "Eid" mal wirklich durchgelesen hat:

http://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates

Wenn es nach diesem Text heute noch ginge (verpflichtend für Ärzte), gäbe es keine Chirurgie, kaum Pharmazie / Medikamente und kaum einer mit anderem Hintergrund dürfte Medizin studieren etc. pp.

Die ethischen Grundlagen werden in der jeweiligen Berufsordnung und gelgegentlich im sog. Genfer Gelöbnis niedergelegt (in dem es durchaus gewisse Ähnlichkeiten zu manchen Teilen des von dir genannten Text gibt.

Kommentar von alegna796 ,

Du hast völlig recht, der Eid des Hippokrates (jetzt kann ich wieder ordentlich lesen und schreiben) hat keine Bedeutung mehr und wurde in Genf zum Genfer Gelöbnis gemacht. Das hatte ich auch im Hinterkopf, war aber auf Grund meiner Augenschmerzen völlig von der Rolle.

Kommentar von walesca ,

Hallo alegna796! Warum hast Du so eine negative Meinung zur ärztlichen Behandlung? Schließlich hast Du dich von den Helferinnen abwimmeln lassen, anstatt auf Deinem Recht auf Behandlung zu bestehen!!! Sieh es aber bitte auch mal von der anderen Seite! Die Helferinnen müssen den übervollen Arbeitsplan des Arztes gut organisieren. Das ist oft recht schwierig, wenn viel mehr Patienten da sind, als der Arzt eigentlich zeitlich bewältigen kann. Und dann kommt so ein Notfall auch noch dazu. Da ist es doch eine verständliche Reaktion, wenn man erst einmal versucht, diesen abzuwimmeln! Nur wer dann konsequent auf seinem Recht auf Behandlung besteht, wird trotzdem an den Arzt weitergeleitet!! Aus eigener Erfahrung - auf beiden Seiten - rate ich immer dazu, auch mal selbstbewusst seine Rechte einzufordern und nicht sofort den Rückzug anzutreten!! Damit habe ich stets gute Erfahrungen gemacht. LG

Kommentar von alegna796 ,

Liebe walesca, ich habe durchaus keine negativen Meinungen zur ärztlichen Behandlung, sogar sehr positive Erfahrungen gemacht. Nur was soll ich tun, wenn ich einfach so abgewimmelt werde, soll ich vielleicht das Sprechzimmer stürmen (lach)?

Kommentar von walesca ,

Du könntest z.B. darauf verweisen, dass Du als Notfall kommst und damit drohen, bei Nichtbehandlung dies der Krankenkasse oder der Kassenärztlichen Vereinigung zu melden!! Oder Du sagst: "´Diese Ablehnung möchte ich vom Arzt persönlich hören. Eher verlasse ich die Praxis nicht!" Zusätzlich nett erwähnen, dass Du aber auch selbstverständlich bereit bist, die nötige Wartezeit in Kauf zu nehmen!! Wie wäre es damit? LG

Kommentar von alegna796 ,

So viel Zeit war gar nicht, ich wurde stehen gelassen und der nächste kam dran, irgend welche Einwände konnte ich gar nicht machen. So einfach ist das nicht, wie Du Dir das vorstellst.

Kommentar von walesca ,

So viel Zeit war gar nicht, ich wurde stehen gelassen und der nächste kam dran

Dann würde ich so lange dort stehenbleiben, bis ich ausreichend Gehör bekommen habe!!! Ich verstehe wirklich nicht, dass sich das viele Patienten gar nicht trauen und lieber einen Rückzieher mit Wut im Bauch machen!!! Seine Rechte als Patient durchzusetzen ist nicht immer leicht, aber nach meiner Erfahrung zahlt sich eine selbstbewusste Hartnäckigkeit i.d.R. immer aus!!! Probier es beim nächsten Mal doch mal selbst aus!! LG

Kommentar von Zweimal ,

wenn Du mit einem Fremdkörper im Auge zum Arzt kommst, dann MUSS er Dich als Notfall (nicht als Vertretung!) behandeln!!!

Obwohl mir klar ist, wo hier das Problem liegt, möchte ich nur einmal darauf hinweisen, dass mit dem Begriff "Notfall" oft inflationär umgegangen wird.

Unter einem Notfall ist ein akuter, lebensbedrohender Zustand durch Störung der Vitalfunktionen zu verstehen.

Das ist bei einem Fremdkörper im Auge definitiv nicht der Fall.

Es handelt sich dabei vielmehr um einen "Akutfall" und nicht um den dramatisch(en) (klingenden) Notfall.

Kommentar von walesca ,

Ja, das stimmt, aber im Endeffekt kommt es doch auf dasselbe heraus - der Patient MUSS behandelt werden - egal wie man es nun nennt. LG

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