Frage von Miezi, 53

Arbeitsunfall- Schmerzen seit 5 Jahren! Was tun?

Ich hatte vor 5 Jahren einen Arbeitsunfall und seitdem dauerhaft Beschwerden!

Erklärung: oberes Sprunggelenk gebrochen, Ausenbänder u. Innenbänder gerissen, Syndesmose kaputt, Knorpel kaputt und noch Kleinigkeiten..

Ich wurde ins Kh geliefert und wurde leider nicht gleich operiert sondern heimgeschickt? Gips und Physiobehandlungen. Hatte später dauerhafte Schmerzen. Hinterher musste ich doch 3x operiert werden! Ich bin zur Op in eine Fachklinik. Somit bin ich dauerhaft in Behandlung und habe ständig Beschwerden, die ich nicht akzeptieren kann/möchte.

Momentan Krücken und eine ausgebrochene Entzündung im Gelenk! Ich bin ratlos und habe keine Kraft mehr!

Hat jemand auch so etwas durchgemacht und hat Tipps?
Ps.: ich hatte damals leider keine Rechtsschutzversicherung.

Bin für jede Hilfe dankbar!

Antwort
von Lexi77, 41

Hallo!

Ich kann dir zu deinem Sprunggelenks-Problem zwar keine konkrete Antwort geben, möchte aber dennoch zwei Anmerkungen hinterlassen.

1) Hattest du den Arbeitsunfall selbst verschuldet oder war es fremdverschulden? 

ich hatte damals leider keine Rechtsschutzversicherung

Sofern der Unfall fremdverschuldet war und dies auch sicher nachgewiesen werden kann, müsste in einem möglichen Verfahren, die Gegenseite/der Verursacher deine Anwaltskosten etc. bezahlen. Ansonsten gibt es auch immer die Möglichkeit Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe beim Gericht zu beantragen, wenn man finanziell nicht in der Lage ist, die Kosten selber zu tragen.

2)

Somit bin ich dauerhaft in Behandlung und habe ständig Beschwerden, die ich nicht akzeptieren kann/möchte.

Solange wie es noch Behandlungs-/Therapiemöglichkeiten gibt, sollte man natürlich nicht aufgeben und versuchen, das Bestmögliche zu erreichen. 

Aber man muss sich auch klar darüber sein, dass es bei manchen Verletzungen/Krankheiten einfach keine 100%ige Heilung mehr gibt. In solchen Fällen muss man dann lernen, mit den Beschwerden und Einschränkungen umzugehen und das Beste daraus zu machen, die ganze Situation zu akzeptieren.

Ich sage das nicht einfach so, nein, ich weiß, wovon ich spreche. Ich hatte vor 14 Jahren einen schweren Unfall und seitdem ständige Beschwerden. Dennoch wurde das nahezu 3 Jahre von den meisten Ärzten ignoriert oder als nicht möglich abgetan. Ich bin durch halb Deutschland von einem (vermeintlichen) Spezialisten zum nächsten. Nach über 3 Jahren stellte dann ein Arzt die Diagnose! Da war aber schon alles zu spät, an der Verletzung bzw. den Verletzungsfolgen konnte nichts mehr getan werden. Die Beschwerden hatten sich zudem chronifiziert. Es ging also von da an nicht mehr um Heilung, sondern nur noch um eine möglichst gute Behandlung und Kontrolle der Beschwerden. 

Mir fiel das zu Anfang sehr schwer, zumal ich auch meinen Beruf (2 Monate vor der Abschlussprüfung) und mein Hobby aufgeben musste. Ich bin seitdem zu 50% erwebsgemindert. Aber es blieb mir eben nichts anderes übrig. So musste ich mit der Zeit lernen, mit den Beschwerden zu leben, das Ganze zu akzeptieren und das Beste aus meiner Situation zu machen. 

Seit 5 Jahren habe ich zudem eine weitere Erkrankung, für die es keine Heilung gibt und die mein Leben sehr einschränkt. Aber das Leben muss weitergehen. Auch wenn es schwer ist und man manchmal am liebsten aufgeben würde.

Also bleib am Ball, solange es noch Möglichkeiten gibt. Und wenn nicht, dann versuche, dich bestmöglich mit der Situation zu arrangieren und den Zustand zu akzeptieren. Ggf. auch mit professioneller Hilfe.

Alles Gute! Lexi

Kommentar von Lumbago666 ,

1. Ein möglicher Schadenersatz nach § 823 ff. BGB ist verjährt. Die Verjährungsfrist beträgt nur drei Jahre. Hier noch tätig zu werden, könnte für den Betroffenen (ohne Rechtsschutzversicherung) teuer werden.

Antwort
von Lumbago666, 24

Also wenn alles richtig gelaufen ist, solltest Du einen anerkannten Arbeitsunfall haben und ggf. eine Rentenzahlung von der BG erhalten (soweit Anspruch besteht).

Das du jetzt noch Schmerzen hast, ist natürlich nicht optimal. Allerdings kann es sein, dass die Ärzte eben nicht die Ursache der Schmerzen beheben können. Ich gehe mal davon aus, dass Du geeignete Medikamente bekommst. Falls nicht sprich mit deinem Arzt.

Sprich mit dem D-Arzt auch darüber, dass du wegen der noch bestehenden Probleme ratlos bist und keine Kraft mehr hast. Thematisiere das, suche das Gespräch und lass dich ggf. vom Durchgangsarzt an einen Psychologen weiterverweisen. Das ist absolut Ok.

Evtl. psychologische Beschwerden sind mittelbare Unfallfolge und werden auch von der BG getragen.

Antwort
von Yousylook, 31

Was genau ist jetzt deine Frage? Welche Art von Tipps erwartest du? Du hattest anscheinend einen ordentlichen Arbeitsunfall und bist jetzt schon seit längerem in Behandlung. Wenn dir das aktuelle Prozedere nicht gefällt oder du es merkwürdig findest, kannst du ja von einem anderen Facharzt eine Meinung einholen.

Entzündungen haben unterschiedliche Ursachen und natürlich sind sie unangenehm, aber macht sucht sich sie oder den Arbeitsunfall ja nicht aus :)

Ich selbst wurde mal an meinem Fuß operiert und dabei wurde ein sehr feiner und kleiner Nerv durchgeschnitt, welcher mir ca. 10 Jahre danach immer noch Probleme bereitet hat. Aber mittlerweile gehts irgendwie wieder.

Halte durch und versuch das Beste daraus zu machen.

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